NICHTLUSTIG – Schluss mit lustigem Merchandise

Cartoon-Dauerbrenner wie „Garfield“ oder „Die Peanuts“ sind schon vor langer Zeit über ihr Ursprungsmedium im Zeitungscomicstrip hinausgewachsen, wobei die Peanuts inzwischen sogar eigens auf jüngere Leser zugeschnittene, neue Comic-Abenteuer erleben. Dieser Erfolg der Schützlinge von Jim Davis und Charles M. Schulz ist nicht zuletzt auf ihre durchschlagende Popularität als Lizenzprodukt-Ikonen zurückzuführen.
Doch ein florierendes Geschäft mit Merchandise muss nicht zwingend zum Traum eines Cartoonisten gehören und kann sich sogar zu einem kleinen Albtraum entwickeln, wie Joscha Sauer just auf dem tumblr-Account von „Nichtlustig“ offenbarte.
Sauer zählt zu den erfolgreichsten Cartoonisten Deutschlands und präsentiert seit 15 Jahren seine Einbild-Gags über Lemminge, den Tod, Kühe, Yetis, den Weihnachtsmann, Biber und vieles mehr, sowohl online wie auch in Sammelbänden. Außerdem gibt es seit Langem einen „Nichtlustig“-Webshop mit Plüschfiguren, Geschirr, T-Shirts und anderem.
Jetzt verkündete Sauer das Ende des „Nichtlustig“-Merchandise. In seinem tumblr-Posting berichtet der Cartoonist aus Frankfurt am Main, wie sich das Projekt Merchandise für ihn im Laufe der Zeit entwickelt hat. Über Kompromisse und Geschäftsmodelle zwischen Ideen und Realität. Wie der „Nichtlustig“-Shop schließlich mehr als ein Vollzeit-Job geworden ist, und dass es gleichzeitig immer mehr Geld kostete, den Shop zu füllen und das ganze Konstrukt am Laufen zu halten.
Deshalb hat der 1978 geborene Sauer das Shop-Hamsterrad nun angehalten: Nach einem Ausverkauf wird der „Nichtlustig“-Webshop Ende August geschlossen, und Sauer macht einen Haken an die Merchandise-Ära, damit er sich wieder voll und ganz auf seine Cartoons und neue Trickfilm-Episoden konzentrieren kann.
Eine Wiederbelebung von Merchandise und Shop eines Tages schließt Sauer allerdings nicht kategorisch aus.