IM HAUS DES WURMS – Neues von George R.R. Martin

Es gab eine Zeit, da brachte man den Namen von George R.R. Martin nicht zuerst mit „Game of Thrones“ in Verbindung. Das hat sich noch ausgewachsen, seit die Fernsehserie solch immense Erfolge feiert. Damit einher geht aber auch, dass ein ganz neues Publikum sich für Martins frühere Werke interessiert.

Der umtriebige Schriftsteller hat schon vor seiner Saga um das „Lied von Eis und Feuer“ großartige Romane, Novellen und Kurzgeschichten verfasst. Das Phantastische hat sie immer geeint, die Vielfalt, derer Martin fähig war und ist, ist eine weitere Gemeinsamkeit. Seit einiger Zeit werden seine Arbeiten auch als Comic adaptiert, so bisher „Fevre Dream“, „Der Heckenritter“ und „Skin Trade“. Neu ist nun die Fantasy-Mär „Im Haus des Wurms“.

Vorlage des Comics ist die gleichnamige Novelle, die erstmals 1976 publiziert wurde. Martin erzählt hier von einer fremden Welt, deren Bewohner den Weißen Wurm anbeten, in Höhlen leben und in Dekadenz versinken. Doch dann tritt der junge Annelyn hervor, der eigentlich nur eine Beleidigung sühnen will, aber mit dem Abstieg in die Unterwelt erkennt, dass ihrer aller Lebensart nicht mehr lange fortdauern kann.

Martin hat am Comic nicht mitgearbeitet, sein Kollege John J. Miller, der auch an der von GRRM entwickelten SF-Serie „Wild Cards“ mitgeschrieben hat, übernahm jedoch die Adaption. Ihm zur Seite stand der Zeichner Ivan Rodriguez, der zuvor u.a. „Star Wars“-Geschichten illustriert hat.

Die 88-seitige Geschichte ist dicht erzählt, lebt aber vor allem davon, dass glaubhaft eine extrem andersartige Welt und Gesellschaft porträtiert wird. Damit gelingt „im Haus des Wurms“ etwas, das vielen anderen phantastischen Stoffen vorenthalten ist: Diese Geschichte bringt überzeugend die Andersartigkeit einer außerirdischen Kultur zur Geltung.

John J. Miller, Ivan Rodriguez: Im Haus des Wurms. Panini, Stuttgart 2015. 96 Seiten, € 14,99