Panel-Flirt mit Moneypenny – Die neue JAMES BOND-Comicserie

Heute läuft der neue Bond-Film mit Daniel Craig in den deutschen Kinos an. Dass Mr. Craig als Bond nicht unkritisch gesehen wird, hat vermutlich weniger mit ihm oder seinen eisblauen Augen und viel mehr mit den Geschichten zu tun, die Regisseur Sam Mendes inszeniert.

Vielleicht kommt hier ja die Alternative: In den USA erschien gestern das erste Heft der neuen offiziellen „James Bond“-Comic-Serie aus der Feder des englischen Superstars Warren Ellis („Planetary“, „Iron Man: Extremis“) und mit Zeichnungen von Jason Masters („Batman Incorporated“), wo man ganz nah am literarischen Original dran ist.

Ellis beginnt mit dem ersten Kapitel seiner Geschichte „VARGR“ zwar ebenfalls ein Abenteuer, das wie die neuen Filme im Hier und Jetzt spielt und z. B. die schwarze Moneypenny aufgreift, die in den Blockbustern seit 2012 von Naomie Harris gespielt wird. Allerdings ist es allen Beteiligten besonders wichtig, den harten Bond der Romane von 007-Erfinder Ian Fleming einzufangen, die auf Deutsch in einer wunderschönen Edition und neuer Übersetzung komplett bei Cross Cult vorliegen – wer schon ein Weihnachtsgeschenk sucht, kann ja mal die Komplettbox mit allen Fleming-Büchern ins Auge fassen. Bond ist in der neuen Comic-Serie also nicht unbedingt der größte aller Sympathieträger, aber ein messerscharfer Protagonist und tödlicher Agent.

Gepaart mit Ellis’ gewohnt lässigen Dialogen, seiner Vorstellung von außergewöhnlichem Storytelling, genügend postmodernen Bond-Momenten und Masters interessantem Artwork, ergibt das eine vielversprechende erste Heft-Ausgabe der aktuellsten Bond-Panel-Mission, die in den Staaten beim Verlag Dynamite Entertainment erscheint.

Das zweite US-Heft spielt – wie Ellis’ neue Marvel-Serie „Karnak“ – dann übrigens in Berlin, das Ellis, der in letzter Zeit immer wieder mal in der deutschen Hauptstadt zugegen war, mit einem Blick auf Flemings Biografie kürzlich als sein persönliches Jamaica bezeichnet hat.