Der Splitter Verlag präsentiert das Sommerprogramm 2016

schulzAuch im Adventskalender des Splitter Verlags wurde heute das 24. Türchen geöffnet, als Bescherung gab es die Bekantgabe des Sommerprogramms 2016 (einige Titel wurden bereits an dieser Stelle kurz kommentiert) als unredigierte Rumpffassung, die sämtliche Neustarts vorstellt sowie eine Übersicht sämtlicher Monatsneuheiten präsentiert (hier geht es zum Download). In den kommenden Wochen wird die finale Online-Version des Halbjahreskatalogs folgen. Ein paar Überraschungen hat man sich indes weiterhin aufgespart. Was es damit auf sich hat, erläutert Verlagsmitinhaber Dirk Schulz im Interview mit comic.de.

comic.de: Der Adventskalender startete ja direkt mit einem Paukenschlag, nämlich den Neuauflagen bzw. Neustarts der Leo-Serien „Antares“ und „Namibia“. Die Resonanz etwa im Comicforum oder auf eurer Facebook-Seite war ziemlich beeindruckend. Wie groß stehen die Chancen auf weitere Leo-Titel im Programm?

Dirk Schulz: Die Reaktionen waren fantastisch, auch „Centaurus“, der ja erst kürzlich startete, ist super angenommen worden. Darum freut es mich, ankündigen zu dürfen, dass definitiv weitere Leo-Serien in Planung sind.

Die Rückseite des Splitter-Katalogs präsentiert ja eine Gesamtübersicht des Halbjahresprogramms, die in unterschiedliche Sparten unterteilt ist: Toonfish, Graphic Novel, Splitter XXL, Splitter Double, Graphic Novel USA und natürlich die regulären Albenserien. Bei einigen Segmenten wurde etwas getrickst, im XXL-Segment tummeln sich neben dicken Brocken wie „Ab Irato“ oder der „Dan Cooper“ Gesamtausgabe auch vergleichsweise schmale Bücher wie „Der Waffenmeister“. Wird es problematischer, geeignete Titel für die jeweiligen Sparten zu finden?

ab_irato_covGanz und gar nicht, der Grund ist ganz simpel: Bei 14, teilweise auch 15 Monatsnovitäten versteht es sich fast von selbst, dass die Übersichtlichkeit leiden muss. Wir haben die Kategorien deswegen eingeführt, um unser Programm auch in der Gesamtheit etwas strukturierter darzustellen. Gerade auf Neuleser mag diese Fülle schnell ein wenig gewaltig wirken. Die Kategorien sollen mehr Übersicht und Orientierung bieten. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass sie auf Teufel komm raus befüllt werden müssen. Ausschlaggebend ist eine ausgewogene Verteilung des Gesamtprogramms, und die bemisst sich nicht zwangsläufig an Seitenzahlen oder Formaten.

Wie muss man sich überhaupt die Gestaltung eines solch großen Programms vorstellen? Nach welchen Kriterien geht ihr da vor?

Wichtig ist es uns, mit jedem Katalog ein breites Spektrum an Genres anzubieten und die ganze Vielfalt des Mediums abzubilden. Das wird von unseren Lesern besonders geschätzt. Und dabei muss das Verhältnis aus Neustarts und Fortsetzungen ausgewogen sein. Zu viele Neustarts blockieren auf lange Sicht gleichfalls viele Programmplätze, was im worst case zur Folge haben könnte, dass ein späteres Programm wenige Überraschendes bietet, weil die Fortsetzungen alles dominieren. Zumal es uns ebenfalls sehr wichtig ist, die Abstände zwischen den jeweiligen Bänden möglichst kurz zu halten. Wenn Serien bereits komplett oder größtenteils vorliegen, bringen wir die Alben auch nach Möglichkeit im zwei-, manchmal sogar einmonatigen Rhythmus. In der Vergangenheit war das beispielsweise bei den „Elfen“ und „Orakel“ der Fall, bei „Antares“ oder „Dan Cooper“ haben wir diesmal dieses Schema beibehalten. Von den Lesern wird das exzellent angenommen. Wichtig ist uns natürlich auch immer ein gewisser Anteil an Überraschungen. Das können Art Books sein, wie die zu „Mass Effect“ und „Bioshock“, oder ein Comic-Essay wie Harvey Pekars Vermächtnis „Ein anderes Israel“, das im März erscheinen wird. Diesmal steht der Katalog ganz im Zeichen unseres zehnjährigen Jubiläums.

black_science_01_covSchon im letzten Katalog wurde das US-Segment deutlich erweitert, auch diesmal sind – neben den Fortsetzungen zu „Fight Club 2“, „Descender“, „Orphan Black“, „Low“ und „Lazarus“ – mit „Wytches“, „Black Science“ und einem noch ungenannten Titel neue Werke aus Übersee vertreten. Ist das Experiment also geglückt?

Absolut! Die meisten Titel haben sich so entwickelt, wie wir es erwartet hatten, momentan steht „Fight Club 2“ deutlich an der Spitze. Bei anderen war es von Anfang an absehbar, dass ggf. ein langer Atem notwendig sein wird. Den haben wir, und sollte sich eine Serie doch nicht als Bestseller erweisen, sind wir trotzdem ungemein stolz, solche Kracher im Portfolio zu wissen. Zumal unsere Bücher im Vergleich mit den amerikanischen Editionen meist großformatiger sind und im Hardcover erscheinen, gegenüber dem Original also deutlich aufgewertet werden. Auch dafür haben wir viele positive Rückmeldungen erhalten.

Und was hat es mit dem ungenannten Titel auf sich? (grinst)

Der Vertrag für diese Serie ist bereits unterschrieben; das geschah aber tatsächlich erst vor wenigen Tagen, weswegen wir für unsere Coverentwürfe keine rechtzeitige Zusage mehr erhalten haben. Darum will ich an dieser Stelle nur verraten: Das Warten lohnt sich! In der Redaktion jedenfalls brauchte es keinerlei Diskussionen darüber, dass das ursprüngliche Katalogscover durch diesen Blockbuster ersetzt werden muss. (grinst)

Dann werden wir ja schon bald hier auf comic.de einiges zu berichten haben, hehe. Ein weiterer wichtiger Punkt: Splitter feiert mit diesem Sommerprogramm bereits das zehnjährige Jubiläum! Was darf man erwarten?

dingodossiers_900x1200_1Das Jubiläum wird natürlich 2016 auf der Leipziger Buchmesse und auf dem Comicsalon Erlangen groß herausstellt. Mit Wilfrid Lupano und Paul Caueet, dem Team hinter „Die alten Knacker“, haben für Leipzig zwei tolle Künstler schon zugesagt. Außerdem werden wir zwischen Februar und Oktober zehn Sonderbände veröffentlichen, besondere Titel, die Splitter, wie es im Katalog so schön heißt, „inhaltlich, ästhetisch oder ideell in besonderer Weise repräsentieren“. Ein kleines Dankeschön an unsere Fans – und auch an uns! Und was das wieder genau heißen soll, wird sich schon bald zeigen. (grinst)

Das Sommerprogramm umfasst 87 Titel exklusive Sonderbände. Auch wenn es gemein ist, ein Kind dem anderen vorzuziehen: Wie lauten deine persönlichen Highlights?

Also es macht mich natürlich unheimlich stolz, mit René Goscinny und Gotlib und ihrer Zusammenarbeit an den „Dingodossiers“ gleich zwei Comicgiganten bei uns zu wissen. Und bei Gotlib steckt der liebe Gott schließlich bereits im Namen!
Der Fantasy-Oneshot „Der Ritter und das Einhorn“ sieht gigantisch aus. Da ich schon bei Fantasy bin: „Die Saga von Atlas und Axis“ wird eine Fantasy-Erzählung der ungewöhnlichen Art. Der Stil ist deutlich an Funny-Traditionen angelehnt, die Figuren sind allesamt Tiere, und gewisse Parallelen zu „Bone“ sind unübersehbar.
Jean-Luc Istins neuer Zombie-Serie „Alice Matheson“ traue ich Großes zu, und Wildfrid Lupano, der nach „Die alten Knacker“ diesmal mit dem Revolutionsdrama „Auf die Barrikaden!“ vertreten ist, steht natürlich ohnehin für höchste Qualität.
Dass Zep erotischen Themen nicht abgeneigt ist, hat er ja bereits auf humorvolle Weise mit „Happy Sex“ bewiesen. In der von ihm geschriebenen Graphic Novel „Esmera“ haut er, mit Verlaub, mal richtig auf die Kacke – sehr schön, sehr untypisch und sehr explizit!
Außerdem freue ich mich auf die Graphic Novel über Kurt Cobain, “Der Roman von Bodda: Wie ich Kurt Cobain getötet habe“, und ganz besonders auf die Gesamtausgabe zu „Murena“. „Ritter des verlorenen Landes“ ist eine meiner Lieblingsserien, Philippe Delaby war einfach ein begnadeter Zeichner! Es ist immer noch unfassbar, dass er so früh gestorben ist.

Völlige Zustimmung. Dirk, vielen Dank für das Gespräch und auf ein erfolgreiches Jubiläumsjahr.

Sämtliche Neustarts in chronologischer Reihenfolge (durch einen Klick auf das Cover gelangen Sie zur Verlagsseite):

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