DIE EXPEDITION – Reise ins Herz der Finsternis

Das alte Rom erlebt in der Welt der Comics gerade so etwas wie eine kleine Renaissance. Bei Carlsen publiziert man „Die Adler Roms“, bei Splitter gibt es „Alix: Senator“ und Panini legt nun den ersten Band von „Die Expedition“ vor.

Autor Richard Marazano plant vier Alben, um seine Geschichte zu erzählen, zwei sind in Frankreich bereits erschienen. Die Geschichte spielt etwa 30 Jahre vor Christi Geburt. Rom hat Ägypten unterworfen, als ein Zenturio eine auf dem Nil treibende Barke mit einer Leiche darin findet. Der Mann trägt ungewöhnliche Tätowierungen und hat Schätze, aber auch Schriftrollen an Bord. Da man nicht bestimmen kann, woher er kommt, steht die Möglichkeit im Raum, dass er einer Zivilisation entstammt, die weit im Süden liegt und Rom unbekannt ist. Reichtümer und neue Eroberungen locken, weswegen Marcus Livius mit einem Trupp von zehn Legionären entsandt wird, um das mysteriöse Reich im Herzen Schwarzafrikas zu finden. Doch die Reise ist lang, beschwerlich und gefährlich.

Marazano, der mit „Der Schimpansenkomplex“ und „Pelikan Protokoll“ lesenswerte Science-Fiction erschaffen hat, begibt sich hier auf gänzlich anderes Terrain. Er kombiniert den Reiz klassischer Römer-Geschichten mit der Quest nach sagenhaften Reichen, nicht unähnlich dem, was Henry Rider Haggard mit seinem Allan Quatermain und dessen Suche nach König Salomons Schatz gemacht hat.

„Der Löwe Nubiens“ leidet ein wenig darunter, dass die eigentlich interessante Geschichte erst auf den letzten Seiten beginnt Bis dahin gibt es das Kennenlernen und die Schilderung der beschwerlichen Reise. Dann folgt der Cliffhanger und die Frage, in welche Richtung Marazano seine Geschichte treiben wird. Hoffentlich gibt es darauf schon bald Antwort.

Richard Marazano, Marcelo Frusin: Die Expedition 1 – Der Löwe Nubiens. Panini, Stuttgart 2015. 56 Seiten, € 13,99

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