Die Splitter-/Toonfish-Neuheiten im Juni 2016

309288-20160204142336James Bond – Band 1: VARGR (limitierte Edition) – Graphic Novel (1/X)

James Bond ist zurück – und zwar nicht nur auf der Leinwand, sondern erstmals nach zwanzig Jahren ist der berühmteste Agent ihrer britischen Majestät auch wieder im Comic zu sehen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein weiteres Kino-Abenteuer. Star-Autor Warren Ellis (»Transmetropolitan« etc.) beruft sich stattdessen auf den Ur-Bond seines Schöpfers Ian Fleming, versetzt ihn allerdings in die Gegenwart. Das heißt, 007 ist eher kaltschnäuzig als cool, mehr Chauvi als Charmeur, und die alte Playboy-Camouflage blättert sowieso schon seit längerem ab. Aber er hat nach wie vor die Lizenz zum Töten, und er ist entschlossen, sie zu nutzen. Nicht nur, weil er es gelegentlich muss. Sondern wohl auch, weil er es will. Denn der Bond von Fleming und Ellis ist sich über seinen Elite-Status im Klaren, weiß aber nur zu gut, was das eigentlich heißt: Dass er mit Aufgaben betraut wird, denen sich sonst kaum ein anderer stellt. Eine Zumutung. Sein beachtlicher Verschleiß an Material und Frauen mag sich zumindest zum Teil auch daraus erklären. Rache ist schließlich immer ein Motiv. Vielleicht wäre es an der Zeit für ihn, sich grundsätzlich neu zu erfinden? Bloß, wer rettet dann noch die Welt? Man darf gespannt sein, welche Antworten Ellis und sein kongenialer Zeichner Jason Masters (u. a. »Batman Inc.«) ihrem Bond mit auf den Weg geben…

Warren Ellis, Jason Masters: James Bond Bd. 1: VARGR (limitiert). Splitter, Bielefeld 2016. 176 Seiten. 34,80 Euro

 

309287-20160204142104James Bond – Band 1: VARGR (reguläre Edition) – Graphic Novel (1/X)

James Bond ist zurück – und zwar nicht nur auf der Leinwand, sondern erstmals nach zwanzig Jahren ist der berühmteste Agent ihrer britischen Majestät auch wieder im Comic zu sehen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein weiteres Kino-Abenteuer. Star-Autor Warren Ellis (»Transmetropolitan« etc.) beruft sich stattdessen auf den Ur-Bond seines Schöpfers Ian Fleming, versetzt ihn allerdings in die Gegenwart. Das heißt, 007 ist eher kaltschnäuzig als cool, mehr Chauvi als Charmeur, und die alte Playboy-Camouflage blättert sowieso schon seit längerem ab. Aber er hat nach wie vor die Lizenz zum Töten, und er ist entschlossen, sie zu nutzen. Nicht nur, weil er es gelegentlich muss. Sondern wohl auch, weil er es will. Denn der Bond von Fleming und Ellis ist sich über seinen Elite-Status im Klaren, weiß aber nur zu gut, was das eigentlich heißt: Dass er mit Aufgaben betraut wird, denen sich sonst kaum ein anderer stellt. Eine Zumutung. Sein beachtlicher Verschleiß an Material und Frauen mag sich zumindest zum Teil auch daraus erklären. Rache ist schließlich immer ein Motiv. Vielleicht wäre es an der Zeit für ihn, sich grundsätzlich neu zu erfinden? Bloß, wer rettet dann noch die Welt? Man darf gespannt sein, welche Antworten Ellis und sein kongenialer Zeichner Jason Masters (u. a. »Batman Inc.«) ihrem Bond mit auf den Weg geben…

Warren Ellis, Jason Masters: James Bond Bd. 1: VARGR (regulär). Splitter, Bielefeld 2016. 144 Seiten. 19,80 Euro

 

freaks_squeele_01_neu_900x120010 Jahre Splitter: Indigo – Gesamtausgabe (1/1)

SF-Fans wird das Wasser im Munde zusammenlaufen, denn »Indigo« zählt zu den meist geforderten Serien der Splitter-LeserInnenschaft. Die Gemeinschaftsserie von Splitter-Verlagsmitgründer und »Perry-Rhodan«-Coverillustrator Dirk Schulz und dem leider viel zu früh gestorbenen »Perry-Rhodan«-Autor Robert Feldhoff ist eine der umfangreichsten SF-Alben-Serien, die der deutschsprachige Comic hervorgebracht hat. Die acht Bände erschienen zuvor beim alten Splitter Verlag und bei Carlsen. Nun präsentieren wir Schulz‘ und Feldhoffs Opus Magnum als rund 500-seitigen Ziegelstein, ergänzt um ein Vorwort des »Perry-Rhodan«-Chefredakteurs Klaus N. Frick und eine riesige Fülle exklusiven und unveröffentlichten Skizzenmaterials.

Dirk Schulz, Robert Feldhoff: Indigo Gesamtausgabe. Splitter, Bielefeld 2016. 432 Seiten. 99,80 Euro

 
 

teufelsmaul_klein10 Jahre Splitter: Malcolm Max – Gesamtausgabe (1/1)

Im Juni erscheint das dritte Abenteuer von »Malcolm Max« und schließt den ersten Zyklus um den charismatischsten Geisterjäger des Viktorianischen Zeitalters ab – der ideale Anlass, um Ingo Römlings und Peter Mennigens Spitzenserie mit einer Sonderedition zu ehren. Denn was die beiden Künstler seit 2013 abliefern, hält mühelos auch dem internationalen Vergleich stand. Erst kürzlich ist sehr erfolgreich die polnische »Malcolm Max«-Ausgabe bei „Scream Comics“ gestartet.
In dieser Gesamtausgabe finden sich nicht nur die drei Malcolm-Abenteuer. Es erwartet euch ebenfalls eine von Peter Mennigen eigens für diese Edition geschriebene »Macolm-Max«-Kurzgeschichte, ein ausführliches Interview mit Ingo Römling und Peter Mennigen sowie exklusives Skizzenmaterial.
Ingo Römling, Peter Mennigen: Malcolm Max Gesamtausgabe. Splitter, Bielefeld 2016. 192 Seiten. 44,80 Euro

 

sohn_der_sonne_900x1200Malcolm Max – Band 3: Nightfall (3/X)

Unter Nicht-Comiclesern besitzt »Malcolm Max« schon jetzt eine große Fangemeinde – denn der charismatische Dämonenjäger erblickte bereits 2008 in der gleichnamigen Hörspielserie das Licht der Welt. Nach drei Episoden (zunächst als Beilage der »Gespenster-Geschichten«, dann als Teil der Hörspielreihe »Geister-Schocker«) folgt nun der intermediale Flirt mit dem Comic.
Angesiedelt im viktorianischen England an der Schwelle zum 20. Jahrhundert präsentiert das Künstlergespann Ingo Römling und Peter Mennigen den Auftakt der Steampunk-Mystery- Serie als symbiotischen Entwurf, der mindestens zwei Genretraditionen vereint: die Selbstironie der »Buffy«-Erzählungen und den Manierismus der Schauerromane des 19. Jahrhunderts.

Malcolm Max Band 3: Nightfall. Splitter, Bielefeld 2016. 64 Seiten. 14,80 Euro

 
 
 

mister-hyde_vs_frankenstein_kleinPost aus dem Jenseits – Graphic Novel (1/1)

Mit seiner phantastischen Parallelwelt, minutiös durchkonstruiert und mit viel Liebe und Akribie bis ins letzte Detail ausgemalt, sorgte Éric Liberge in seinem Vierteiler »Mardi-Gras Aschermittwoch – Unter Knochen« in der Comicszene für einiges Aufsehen. Eine Frage konnte jedoch auch der Rebell Tourterelle-Aschermittwoch nicht aufklären: die nach den Hintergründen dieses skurrilen Schattenreichs. Darum nimmt uns Liberge in »Post aus dem Jenseits« nun noch einmal mit auf eine Reise zu den Ursprüngen dieses atemberaubenden Comic-Universums. Wie beim ersten Mal dient der mysteriöse Postbote 23 dabei als Guide. Und wie im ersten Zyklus fasziniert Éric Liberge mit den großartigen Bildentwürfen seiner originellen, überbordenden Phantasie, die nicht nur im Comic einzig dasteht. Abgründig und himmlisch zugleich.

Eric Liberge: Post aus dem Jenseits. Splitter, Bielefeld 2016. 152 Seiten. 29,80 Euro

 
 

zwerge_die_sage_01_kleinWir sehen uns dort oben – Graphic Novel (1/1)

1919. Der Albtraum des Ersten Weltkriegs ist endlich zu Ende, und das geschundene Frankreich versucht krampfhaft, in die Normalität zurückzufinden. Dabei sind die zahlreichen Landser, die nun von den Schlachtfeldern heimkehren, oft eher hinderlich. Das erfahren auch Albert und Edouard, der eine schwer traumatisiert, der andere entsetzlich entstellt. Zu verdanken haben sie dies ihrem Ex-Kommandeur, einem skrupellosen Karrieristen, der für seine Beförderung über Leichen geht, zur Not selbst die der eigenen Kameraden. So finden sich die beiden schicksalhaft aneinander geketteten Leidensgenossen nach Kriegsende im Abseits wieder, denn die »dankbare« Nation hat für Krüppel keinen Platz, sondern allenfalls ein schlechtes Gewissen, das man mit patriotischen Denkmälern und Kriegsgräbern beschwichtigt. Das erkennen auch Albert und Edouard, woraufhin sie einen verwegenen Plan schmieden, um sich an den vaterländischen Heuchlern zu rächen. Niemand soll ungeschoren davonkommen. Und da man sich im Leben immer zweimal sieht, begegnet ihnen alsbald auch ihr Ex-Leutnant wieder, nun zu einem besonders zynischen Kriegsgewinnler mutiert…

Pierre Lemaitres Roman »Wir sehen uns dort oben« war 2013 ein literarischer Überraschungserfolg in Frankreich und gewann sogar den renommierten Prix Goncourt. Ein dickes, 500 Seiten pralles Buch, das zwischen Schwejkiade und galliger Groteske pendelt und dabei voller starker Bilder steckt. Darum hat Lemaitre selbst für eine Comic-Fassung gesorgt und mit Christian de Metter (»Shutter Island«, »Scarface«) einen ausgezeichneten Illustrator gefunden, der mit seinen Zeichnungen und dank seiner durchdachten Farbgebung die Stimmung der Erzählung perfekt auf den Punkt bringt. Ohne viele Worte übrigens, schließlich kann Edouard aufgrund seiner Kriegsverletzung nicht mehr reden. Ein aufsehenerregender Comic-Roman, der seiner Vorlage mehr als gerecht wird.

Pierre Lemaitre, Christian de Metter: Wir sehen uns dort oben. Splitter, Bielefeld 2016. 176 Seiten. 29,80 Euro

 

legende_des_weissen_lama_01_kleinAb Irato – Einzelband (1/1)

Man war ja gewarnt. Im Jahr 2111 steht das halbe Land unter Wasser, und auch Montreal sieht in weiten Teilen aus wie Venedig, nur deutlich schäbiger. Was bedeutet, dass man enger zusammenrücken muss. Den jungen Riel hält das trotzdem nicht davon ab, der Langeweile in der Provinz zu entfliehen und sein Glück in der Metropole zu suchen, wo er optimistisch und arglos ein Schlafschließfach bezieht. Dabei bricht in der überbevölkerten Stadt gerade ein Aufstand der Zukurzgekommenen aus, den die Polizei mit großer Härte bekämpft. Und im Hintergrund agiert ein mächtiger Konzern, der mittels Genmanipulation einigen Privilegierten verspricht, bis zu 200 Jahre alt zu werden. Allerdings erzeugt diese Therapie womöglich gravierende Nebenwirkungen, und eine mysteriöse Einzelkämpferin hat es offenbar auf den Konzernchef abgesehen… Ahnungslos wie er ist, dauert es nicht lang, bis Riel in diesem brodelnden Hexenkessel zwischen die Fronten gerät. Als jedoch auch noch Neve, seine Freundin aus dem Schließfach nebenan, entführt wird, muss er handeln.

Eine actionreiche Zukunftsvision à la Thierry Labrosse (»Morea«), diesmal eine Spur düsterer, dank einer deutlichen Dosis »Blade Runner« und Enki Bilal. Und eine klare Absage an eine rücksichtslose Ego-Gesellschaft, die noch weitaus mehr Unannehmlichkeiten bereithält als bloß nasse Füße.

Thierry Labrosse: Ab Irato. Splitter, Bielefeld 2016. 168 Seiten. 29,80 Euro

 

schiffbr_der_zeit_05_kleinAntares – Band 1: Episode 1 (1/6)

Entlegene Planeten, bizarre Pflanzen und Tiere und dazu Weltraumpioniere, die hin- und hergerissen sind zwischen faszinierenden Zukunftschancen und dem Ballast ihres menschlichen Erbes: Kein Zweifel, wir befinden uns im fantastischen SF-Epos der »Welten von Aldebaran« des Brasilianers Leo (»Centaurus«). Gegen Ende des 22. Jahrhunderts ist die Menschheit in der Lage, in entfernte Regionen des Universums vorzudringen und nach bewohnbaren Planeten zu suchen – gleichwohl ein gefährliches Unterfangen. Schon die erste Mission geriet ins Stocken, die zweite gar zu einem Fiasko. Die Besiedlung eines gänzlich anders gearteten Ökosystems voll unbekannter Gefahren birgt eben zahllose Risiken.

Im Mittelpunkt der weit ausgreifenden Erzählung steht die Biologin Kim Keller. Sie ist bereits auf einem kolonisierten Planeten, Aldebaran-4, aufgewachsen und nicht zuletzt deshalb mit den Eigenheiten exoterrestrischen Lebens bestens vertraut. Mehr noch: aus einem heimlichen Kontakt mit einem humanoiden Außerirdischen ging ihre Tochter Lynn hervor, die über einige sehr spezielle Eigenschaften verfügt. So findet sich Kim schließlich als Beraterin bei einer Expedition zu einem neuen erdähnlichen Planeten im Antares-System wieder. Diese steht jedoch von Anfang an unter keinem guten Stern…

Leo versteht es meisterhaft, aus einer konventionellen Space-Opera menschliche Dramen zu entwickeln, die zugleich auch gesellschaftlich bedeutsame Fragen berühren. In den »Welten von Aldebaran« staunt man darum nicht nur über eine exotische, außerirdische Flora und Fauna, sondern stößt auch auf allzu Bekanntes: menschliche Grundübel wie Sexismus, Militarismus und religiöse Fanatiker. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Geißeln der Menschheit selbst in zweihundert Jahren noch virulent sind, ist leider größer, als dass sie sich in Vernunft und Wohlgefallen auflösen – und somit auch die Möglichkeit, dass sie ins gesamte Universum ausstreuen. Leo hält mit einer humanen Botschaft überzeugend dagegen.

Leo: Antares Bd. 1. Splitter, Bielefeld 2016. 64 Seiten. 14,80 Euro

 

thorgal_30Antares – Band 5: Episode 5 (5/6)

Entlegene Planeten, bizarre Pflanzen und Tiere und dazu Weltraumpioniere, die hin- und hergerissen sind zwischen faszinierenden Zukunftschancen und dem Ballast ihres menschlichen Erbes: Kein Zweifel, wir befinden uns im fantastischen SF-Epos der »Welten von Aldebaran« des Brasilianers Leo (»Centaurus«). Gegen Ende des 22. Jahrhunderts ist die Menschheit in der Lage, in entfernte Regionen des Universums vorzudringen und nach bewohnbaren Planeten zu suchen – gleichwohl ein gefährliches Unterfangen. Schon die erste Mission geriet ins Stocken, die zweite gar zu einem Fiasko. Die Besiedlung eines gänzlich anders gearteten Ökosystems voll unbekannter Gefahren birgt eben zahllose Risiken.

Im Mittelpunkt der weit ausgreifenden Erzählung steht die Biologin Kim Keller. Sie ist bereits auf einem kolonisierten Planeten, Aldebaran-4, aufgewachsen und nicht zuletzt deshalb mit den Eigenheiten exoterrestrischen Lebens bestens vertraut. Mehr noch: aus einem heimlichen Kontakt mit einem humanoiden Außerirdischen ging ihre Tochter Lynn hervor, die über einige sehr spezielle Eigenschaften verfügt. So findet sich Kim schließlich als Beraterin bei einer Expedition zu einem neuen erdähnlichen Planeten im Antares-System wieder. Diese steht jedoch von Anfang an unter keinem guten Stern…

Leo versteht es meisterhaft, aus einer konventionellen Space-Opera menschliche Dramen zu entwickeln, die zugleich auch gesellschaftlich bedeutsame Fragen berühren. In den »Welten von Aldebaran« staunt man darum nicht nur über eine exotische, außerirdische Flora und Fauna, sondern stößt auch auf allzu Bekanntes: menschliche Grundübel wie Sexismus, Militarismus und religiöse Fanatiker. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Geißeln der Menschheit selbst in zweihundert Jahren noch virulent sind, ist leider größer, als dass sie sich in Vernunft und Wohlgefallen auflösen – und somit auch die Möglichkeit, dass sie ins gesamte Universum ausstreuen. Leo hält mit einer humanen Botschaft überzeugend dagegen.

Leo: Antares Bd. 5. Splitter, Bielefeld 2016. 48 Seiten. 14,80 Euro

 

cover_drachenritter19_kleinRoma – Band 1: Der Fluch (1/13)

Rom, die »ewige Stadt« – doch auch die wurde natürlich irgendwann einmal gegründet. Die bekannteste Legende dazu ist sicher die der Zwillinge Romulus und Remus, aufgezogen von einer Wölfin. Aber es gibt noch eine weitere, kaum weniger spektakuläre Sage, nach der Rom eine Gründung trojanischer Flüchtlinge um Aeneas gewesen sein soll. Der brachte bei dieser Gelegenheit angeblich das Palladium mit, eine mysteriöse Skulptur und je nach Standpunkt Segen oder Fluch für die Stadt, die sie beherbergt. Für die Familien Leo und Aquila, Nachkommen trojanischer Kriegshelden, ist das keine Frage, denn sie sind die ausersehenen Hüter der Statue und auf Gedeih und Verderb, für immer und ewig mit ihr verbunden – vom Anbeginn Roms durch die Jahrhunderte und Jahrtausende bis in die Zukunft. So weit erstreckt sich nämlich der Zyklus »Roma«, noch von Gilles Chaillet (»Vasco«, »Vinci«) konzipiert, der aber leider 2011 verstarb, bevor er dieses Projekt umsetzen konnte. Darum wird nun in insgesamt 13 Bänden ein ganzes Autorenteam um Didier Convard & Co. mit wechselnden Zeichnern den Spuren des göttlichen Fluchs und der beiden Familien nachgehen und so ein faszinierendes Porträt der ewigen Stadt auf den sieben Hügeln entwerfen. Jeder einzelne Band beschäftigt sich mit einem herausragenden Ereignis, einer prägenden Person oder Phase der langen römischen Geschichte und kann für sich allein gelesen werden – ob es sich nun um die Antike mit Gestalten wie Cäsar oder Caligula handelt, das Mittelalter der Päpste, die Faschisten der Neuzeit oder sogar das, was womöglich eines Tages noch kommen mag. Ergänzt wird jede Erzählung zudem um einen ausführlichen historischen Anhang. Aber die großen Zusammenhänge erschließen sich natürlich erst, zieht man den Zyklus als Ganzes in Betracht.

Gilles Chaillet, Eric Adam, Pierre Boisserie, Régis Penet: Roma Bd. 1. Splitter, Bielefeld 2016. 64 Seiten. 15,80 Euro

 

cross_fire_06_kleinClaire DeWitt – Band 1: Bis dass der Tod uns scheidet (1/3)

Irgendwo im Süden der USA, kurz nach den Schrecken des Bürgerkriegs, ist der Horror noch nicht vorbei. Irgendetwas Großes, Monströses streunt durch die ausgedehnten, sumpfigen Wälder, überfällt einsame Reisende, abgelegene Farmen und wagt sich gar bis in kleinere Ortschaften vor. Zurück bleiben nur grausam zerstückelte Leichen. Mittendrin in diesem verfluchten Landstrich unterwegs ist Claire DeWitt, und die Gefahren um sie herum sind ihr egal. Sie ist Kopfgeldjägerin und hat es speziell auf einen Mann abgesehen, Jonah Falk. Nicht wegen der 500 $, die auf ihn ausgesetzt sind. Sondern um der Rache willen. Dafür würde sie sogar durch die Hölle gehen, wenn nötig, und das ist eher der Fall, als sie gedacht hätte. Denn plötzlich steht sie ihrer totgeglaubten Zwillingsschwester gegenüber – damit aber fängt das Grauen erst an…

»Claire DeWitt« (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Detektivin von Sara Gran, »der besten – und teuersten – Ermittlerin der Welt«) ist ein konsequenter, kompromissloser und klaustrophobischer Horrorwestern. Die beiden niederländischen Routiniers Willem Ritstier (Text) und Fred de Heij (Zeichnungen) verstehen sich meisterlich auf eine verstörende Grundstimmung und abrupte Schockmomente, sodass man sich nie sicher sein kann, ob einen nicht im nächsten Moment hinterrücks das Grauen überfällt. Nervöse Anspannung von der ersten bis zur letzten Seite garantiert.

Willem Ritstier, Fred de Heij: Claire DeWitt Bd. 1. Splitter, Bielefeld 2016. 72 Seiten. 15,80 Euro

 

troja_03_kleinDas Schloss in den Sternen – Band 2: 1869: Die Eroberung des Weltraums (2/3)

Ein Vater und sein Sohn erleben ein fantastisches Abenteuer im Bayern des 19. Jahrhunderts. Ein neuer Alex Alice in gewohnt prächtigen Bildern und Direktkolorierung.
Seraphin ist ein begabter, aber undisziplinierter Schüler, der seinen Latein- und Physiklehrer zur Weißglut treibt. Alle Gedanken des Jungen kreisen stets um den Äther, jene Substanz, die jenseits der Erdatmosphäre vorkommen soll und die bisher unvorstellbare Projekte außerhalb des Globus ermöglichen soll. Schon Seraphins Mutter hegte dieselbe Leidenschaft, ist aber verschollen, seit sie mit einem Heißluftballon auf eine Höhe von mehr als 13000 Metern stieg. Sein anfänglich noch skeptischer Vater lässt sich umstimmen, als er einen anonymen Brief erhält, dessen Verfasser vorgibt, die Aufzeichnungen seiner Frau zu besitzen, die sie auf ihrem letzten Flug mitnahm. Dies markiert den Anfang eines fantastischen Abenteuers, in dem sich Vater und Sohn auf die Reise nach Bayern auf den Spuren des geheimnisvollen Notizbuchs machen…

Alex Alice: Das Schloss in den Sternen Bd. 2. Splitter, Bielefeld 2016. 72 Seiten. 16,80 Euro

 

ravermoon_03_kleinSilas Corey – Band 2: Das Zarkoff-Testament – Splitter Double (2/X)

Der Erste Weltkrieg ist kaum beendet, da ist bereits offenkundig, wer in jedem Fall auf der Gewinnerseite steht. Doch die Milliarden, die Madame Zarkoff mit ihren Waffengeschäften gemacht hat, nützen ihr nun auch nichts mehr: Sie ist dabei, ihre letzte Schlacht zu verlieren. Nun wird ein Erbe gesucht, und diese Aufgabe fällt ausgerechnet Silas Corey zu. Aber vielleicht kann man ja doch einen Pakt mit dem Teufel schließen, ohne gleich seine Seele zu verkaufen?

Silas Corey macht sich nur ungern mit irgendeiner Sache gemein, außer seiner eigenen. Der Rest ist zunächst mal eine Frage von Stundensatz und Erfolgshonorar. Aber auch in seinem zweiten Fall von Fabien Nury (»Es war einmal in Frankreich«) und Pierre Alary (»Sinbad«, »Belladonna«) legt der Dandy-Detektiv großen Wert darauf, letzten Endes Herr seiner selbst zu bleiben…

Fabien Nury, Pierre Alary: Silas Corey Bd. 2. Splitter, Bielefeld 2016. 128 Seiten. 24,80 Euro

 

welt_der_schluempfe_06_900x1200Die Saga der Zwerge – Band 3: Aral vom Tempel (3/5)

Die neue Saga aus der »Elfen-Schmiede«

»Die Saga der Zwerge« ist eine neue Konzeptserie, die ähnlich wie »Elfen« aus in sich abgeschlossenen Einzelbänden besteht, in denen unterschiedliche Schicksale und Aspekte verschiedener Völkerschaften erzählt werden, die zusammengenommen dennoch ein einziges, großes Panorama – hier: der Zwergenschaft – ergeben. Den Auftakt machen Nicolas Jarry (»Götterdämmerung«, »Troja«) und Pierre-Denis Goux (»Mjöllnir«) mit einem ungewöhnlichen, bemerkenswert nachdenklichen Band. Vier weitere von wechselnden Autorenteams werden folgen.

Nicolas Jarry, Deplano: Die Saga der Zwerge Bd. 3. Splitter, Bielefeld 2016. 64 Seiten. 15,80 Euro

 
 

welt_der_schluempfe_06_900x1200Die Welten von Thorgal: Kriss de Valnor – Band 6: Die Insel der verlorenen Kinder (6/8)

Nach einem Leben, das nur aus Stehlen, Betrügen und Töten bestand, stirbt Kriss de Valnor in einer plötzlichen Anwandlung voller Tapferkeit und Güte. Die Walküren wissen nun nicht, welches Schicksal ihr bevorsteht: Walhalla, das Paradies der Krieger, oder die ewige Wanderschaft in den eisigen Nebeln von Niflheim? Die wilde Kämpferin hat ihren Fall der Göttin Freyja vorzutragen. Dazu muss sie sich an die ersten schmerzhaften Erfahrungen in ihrer Kindheit erinnern.
Ein faszinierendes, auf acht Bände angelegtes Spin-Off aus den Welten von Thorgal über die charismatische Kriss de Valnor, Erzfeindin von Thorgals Ehefrau Aaricia.

Mathieu Mariolle, Xavier Dorison, Roman Surzhenko: Die Welten von Thorgal: Kriss de Valnor Bd. 6. Splitter, Bielefeld 2016. 64 Seiten. 14,80 Euro

 
 
 

welt_der_schluempfe_06_900x1200Walk of the Dead – Einzelband (1/1)

Was für ein Schock! Da fällt man mal eben vorübergehend ins Koma, und schon sieht die Welt beim Erwachen völlig anders aus! Eric ist verwirrt. Das Krankenhaus ist komplett verwaist. Was tun in so einer Situation? Natürlich das Nächstliegende – erst mal straflos und ungestört den Süßwarenautomaten plündern. Derweil hat am anderen Ende der Stadt ein obskurer Professor einer üppig gebauten Tussi ein fatales Virus verabreicht und damit unbeabsichtigt die Vernichtung der Menschheit ausgelöst. Gut, das ist sicher nicht schön, aber muss man gleich alles so verbissen sehen? Lapuss‘ (Text) und Ztnarf (Zeichnungen) meinen: Nein. Ihre Zombie-Parodie liefert darum den dringend benötigten humoristischen Kontrapunkt zum Weltuntergang. Wobei eine Ähnlichkeit mit anderen lebenden Toten zwangsläufig ist – die sehen ja sowieso alle gleich aus. Die von Lapuss‘ & Ztnarf sind jedoch bedeutend lustiger. Ein Comic, der der Redewendung »schreiend komisch« eine völlig neue Bedeutung verleiht.

Lapuss, Ztnarf: Walk of the Dead. Toonfish, Bielefeld 2016. 96 Seiten. 19,95 Euro