SPYNEST – Jede Legende hat ihren Ursprung!

spynest00_pl„Spynest“ beginnt im Jahre 1952. Der ehemalige Spion Ian Fleming arbeitet in seiner jamaikanischen Villa „Goldeneye“ an einem Roman mit dem Titel „Casino Royale“. Auf seinem Schreibtisch liegt ein Buch „Birds of the West Indies“, ein Führer über die Vogelarten Jamaikas, verfasst von einem gewissen Ornithologen namens James Bond. Warum hat Ian Fleming sich ausgerechnet mit diesem Buch beschäftigt? Und warum hat er seinem Helden den Namen des Autors gegeben und so eine Figur geschaffen, die zu einem der größten Helden unserer Zeit geworden ist? „Spynest“ wurde geschaffen, um Antworten auf einen Teil dieser Fragen zu geben…

Soweit zur Einleitung. Die Grundidee von „Spynest“ ist wirklich gut: da präsentieren die Autoren Jean Luc Sala und Christophe Alliel dem Publikum einen kurzweiligen Agenten-Thriller in der Zeit des 2. Weltkriegs, und in einer der Hauptrollen taucht ein gewisser Ian Fleming auf, als Agent des Geheimdienstes seiner Majestät. Und als dieser sitzt er zu Beginn der Story Ende Juni 1940 in Paris ziemlich in der Klemme.

Fragt sich nur, was ihm passiert wäre, wenn die blonde deutsche Dame in schwarzen Dessous, ausladendem Dekolleté, Strapsen und Reitpeitsche mit der Folter begonnen hätte. Doch soweit kommt es für Flemming nicht, denn durch einen großen Zufall wird er von Terryiona Crow, einer „Kollegin“ vom militärischen Nachrichtendienst der USA, befreit, die zusammen mit einem Kollegen die Mission hat, ein ultra-geheimes Flugzeug der Nazis von einer schwer bewachten Luftwaffenbasis zu stehlen. Hilfe bekommen die drei Agenten durch einen Kollegen des sowjetischen Militärgeheimdienstes. Die Aktion ist völlig verrückt und eigentlich unmöglich durchzuführen …

Die Story ist gradlinig und ohne große Überraschungen. Die Agenten gehen streng nach Plan und zielstrebig vor. „Spynest“ ist durch viele Actionsequenzen nie langweilig und darüber hinaus gibt es immer wieder humorige Passagen, die „Spynest“ beinahe zur Agentenparodie machen. Und natürlich sorgen die weiblichen Protagonistinnen für die erotische Note in der Story. Durch den Auftritt bekannter Personen des dritten Reichs wie Göring und Udet verleihen die Autoren der Handlung eine scheinbare Authentizität. Überflüssig fand ich den Auftritt des Nazi-Maschinensoldaten, der als Übermensch präsentiert wird und auch noch „von Übermann“ heißt.

Fazit: „Spynest“ ist unterhaltsam, spannend, gut.

Jean Luc Sala, Christophe Alliel: Spynest 1 – Birdwatchers. Bunte Dimensionen, Augsburg 2016. 48 Seiten, € 14,00

Text via PPM