Timo WUERZ erzählt von „Aaron & Baruch“

Am 16. Juni erscheint „Aaron & Baruch“, das Erstlingswerk von Timo Wuerz, bei POPCOM. Zur Feier dieses Ereignisses hat der Comickünstler einige Fragen zu seinem bildgewaltigen Thriller beantwortet! Dabei gibt spricht er über die Entstehungsgeschichte des Comics, Extraseiten, die es nur im kommenden Sammelband geben wird, sowie die noch immer anhaltende Bedeutung von „Aaron & Baruch“ …

„Aaron & Baruch“ war dein erster veröffentlichter Comic. Was hat dich dazu bewegt, Comics zu zeichnen?
timo-wuerzTimo Wuerz: Wenn man zeichnen kann und Geschichten erzählen möchte, ist der Comic das perfekte Medium. Mit fünfzehn Jahren erschien meine erste Kurzgeschichte außerhalb von Schülerzeitungen, witzigerweise im selben Buch wie auch Dirk Schulz‘ erste Kurzgeschichten- veröffentlichung. Vier Jahre später saßen wir dann nebeneinander und signierten unsere Alben auf dem Hamburger Comicfestival. Bei mir war das eben „Aaron & Baruch“, mein erster ‚richtiger‘ gemalter Comic, geschrieben von Niki Kopp.

Denkst du, dass „Aaron & Baruch“ nach all den Jahren noch immer eine Geschichte erzählt, die die Menschen heute noch fesseln und bewegen kann?
Dass die Geschichte heute noch relevant ist, war für mich die Bedingung für eine Wiederveröffentlichung. Sonst wär es nur ein Eitelkeitsprojekt. Und das entspricht mir nicht so recht. Thematik, Aussage und Charaktere haben eigentlich nichts eingebüsst seit dem, finde ich.
Zudem erscheint „Aaron & Baruch“ hier zum ersten mal vollständig. Und wenn wir es schon neu auflegen, wurde es neu gelettert und alles zusätzliche Material reingepackt, das es wert war, das Licht des Drucks zu sehen: verworfene Seiten, Skriptauszüge, Entwürfe, ursprüngliche Cover und so weiter.

Wenn du „Aaron & Baruch“ in eigenen Worten zusammen fassen müsstest, was ist das Faszinierende an den Figuren und ihrer Geschichte?
Bei der Vorbereitung dieser Wiederveröffentlichung war ich recht überrascht, wie gut das Werk gealtert ist, wie eigenständig es ist und natürlich wieviel jugendliche Wildheit da drin steckt, haha! Es ist sicherlich ein sehr originelles Buch. Die Grundidee mit seiner Charakterkonstellation mitsamt der ganzen Recherche auf psychiatrischen Fachgebieten finde ich immer noch bemerkenswert für so junge Autoren, wie wir damals waren, wenn ich das mal so sagen darf. Der ursprüngliche Klappentext fasst es immer noch perfekt zusammen, wie ich finde: Beide sind erfolgreich im Beruf. Beide verdienen am Tod. Beide leiden an einem kranken Gehirn. Als der Killer Baruch auf den Waffenhändler Aaron angesetzt wird, steht er vor seiner bisher schwersten Aufgabe. Durchzogen von den Halluzinationen und Alpträumen der Protagonisten erzählt dieser Thriller von zwei Menschen, die mehr verbindet als sie ahnen und die versuchen, durch die Hölle des Wahnsinns zueinander zu finden.

aaron-und-baruch-coverWie hat sich dein Arbeiten an Comics in den letzten Jahren geändert? Also was sind die großen Unterschiede zwischen der Arbeit an „Aaron & Baruch“ und deinem neusten Comic „Ghost Realm“?
Die Comics, die ich zwischen diesen beiden Büchern gemacht hatte, unterscheiden sich vermutlich mehr vom ersten und dem bislang neusten Werk: „Ghost Realm“ ist wieder viel malerischer und wilder als seine direkten Vorgänger … okay, da war auch dann eine Pause von 15 Jahren dazwischen, in der ich keine Comics gemacht habe. Vom Ansatz her ist „Ghost Realm“ diesem Erstling „Aaron & Baruch“ recht verwandt: wild, originell, traditionell malerisch ohne viel digitale Spielereien. Nur eben hoffentlich sichtbar mit den 20 Jahren zusätzliche Erfahrung dazwischen.

Timo Wuerz signiert vom 26. bis 29. Mai 2016 auf dem Internationalen Comic-Salon in Erlangen! Seine und die Signierzeiten weiterer POPCOM-Künstler findet ihr hier!

Niki Kopp, Timo Wuerz: Aaron und Baruch. Popcom, Hamburg 2016. 160 Seiten, € 18,00