Die Splitter-Neuheiten im August 2016

309228-20151228095002Fight Club 2 – Buch 2 (2/2)

Im Milleniumsjahr 2000 entwickelte sich „Fight Club“ zu einem waschechten Massenphänomen. Die Verfilmung des gleichnamigen Debütromans von Chuck Palahniuk (der ebenfalls das Drehbuch schrieb) wurde ein Blockbuster, Regisseur David Fincher zählt seither zu den wichtigsten Filmemachern Hollywoods und Autor Chuck Palahniuk mauserte sich zum enfant terrible der amerikanischen Literaturszene und besetzt regelmäßig die Bestsellerlisten. Den Rest besorgte Brad Pitts ikonische Darstellung des Tyler Durden, in dem sich nihilistischer Kulturpessimismus und anarchistischer Befreiungskampf wider die Diktatur des verlogenen Mittelstandsgehorsams schauderhaft vereinten. „Fight Club“ war ätzende Kapitalismuskritik im Gewand des Starkinos, der Kult hält bis heute an.

Was mag 15 Jahre später aus Tyler Durden geworden sein, dessen düsteren Zukunftsprognosen von der Gegenwart so verheerend unterboten wurden? Die Frage ließ dem bekennenden Comicfan Palahniuk keine Ruhe, und so schuf er zusammen mit dem kanadischen Starzeichner und Eisner-Award-Gewinner Cameron Stewart (Superman Adventures, B.P.R.D., Batman) exklusiv diese Graphic Novel, um Tyler Durden, nach Literatur und Film, im Comic eine weitere Bühne zu geben. Tyler Durden ist zurück – zweifellos eine der faszinierendsten Fortsetzungen der zeitgenössischen amerikanischen Popkulturgeschichte!
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Chuck Palahniuk, Cameron Stewart: Fight Club 2 Buch 2. Splitter, Bielefeld 2016. 144 Seiten. 22,80 Euro

 

309225-20151228094405Zorngebete – Graphic Novel

„Eine Kindheit im Ziegenlederzelt, umgeben von Bergen und Wüste. Schafe als Gefährten. Nicht hinterfragte Gesetze als Norm. Jbara lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in einem winzigen, ärmlichen Dorf und rechtet mit Allah, ihrem zugleich einzigen Vertrauten. Die Freiheit fährt zweimal pro Woche im Bus vorbei, doch eines Tages fällt – Allah sei Dank – ein rosa Koffer mit Rollen vom Gepäckdach herunter. Jbaras Aussteuer für ein neues Leben, das sie sich unter vielen Opfern und mit Einsatz ihres Körpers erkämpfen wird. Aus Jbara wird Scheherazade, aus Scheherazade schließlich Khadija. Sie verliert ihre Unschuld, ihre Heimat und zwei Zähne, doch nie ihren derben Humor und den Glauben an Gott.“
In der Comicadaption von „Zorngebete“ bringt nun Eddy Simon Jbara-Kahdijas zornige und zugleich zärtliche Monologe, ihr Auflehnen gegen die verlangte Unterwerfung und ihr Vertrauen in ihren Gott konsequent auf den Punkt, der da heißt: Selbstfindung. Vor allem aber fügt Marie Avril Farbe hinzu, Landschaften, Bilder, die diesen außergewöhnlichen maghrebinischen Bildungsroman auch zu einem einzigartigen sinnlichen Erlebnis werden lassen, weitab von allen islamophoben wie -philen Klischees.
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Eddy Simon, Marvie Avril: Zorngebete. Splitter, Bielefeld 2016. 88 Seiten. 18,80 Euro

 

309145-20151221150512Die Dingodossiers – Gesamtausgabe (1/1)

René Goscinny muss man eigentlich niemandem mehr vorstellen. Es genügt, „Asterix“ zu sagen, und jeder weiß, jetzt wird es lustig. Der Miterfinder und Autor der unbeugsamen Gallier war ein begnadeter Humorist, und sein untrügliches komödiantisches Gespür erschöpfte sich ja bei weitem nicht nur in der jahrzehntelangen, erfolgreichen Zusammenarbeit mit Albert Uderzo als idealem zeichnerischen Kompagnon, die außer Asterix & Co. auch noch „Umpah-Pah“, „Luc Junior“ etc. hervorbrachte. Darüber hinaus schrieb Goscinny ebenso den Kinderbuchklassiker „Der kleine Nick“, von Sempé illustriert, textete lange Jahre „Lucky Luke“ für Morris, erschuf „Isnogud“ zusammen mit Jean Tabary und noch Manches mehr, nicht nur, aber vorwiegend im Comicbereich.

So auch die „Dingodossiers“, kleine, urkomische Kabinettstückchen, in denen Goscinny und Marcel Gotlib als Zeichner wirklich jedes erdenkliche Thema als Vorwand nahmen, um es humoristisch zu zerlegen, auf die Spitze zu treiben und sich bestens zu amüsieren – auf gerade mal zwei Seiten, ohne Angst vor Kalauern, Rücksicht auf Empfindlichkeiten und im Zweifelsfall auch gern auf eigene Kosten. Weit über 150 dieser funkelnden Juwelen der Witzigkeit sind in den 60er-Jahren entstanden und erscheinen nun erstmals überhaupt auf Deutsch, gleich in einem dicken Gesamtband versammelt. Und ihr anarchischer, überschäumender Humor ähnelt sicher nicht von ungefähr dem des ursprünglichen „MAD“-Magazins. Dessen späteren Begründer, Harvey Kurtzman, hatte Goscinny nämlich schon Ende der 40er in New York kennengelernt. Und soweit man weiß, haben sich beide sehr gut verstanden…
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René Goscinny, Marcel Gotlib: Die Dingodossiers Gesamtausgabe. Toonfish, Bielefeld 2016. 288 Seiten. 39,95 Euro

 

309567-2016060310021610 Jahre Splitter: Robin Ausdemwald – Best of (1/1)

Dem belgischen Dreamteam Turk und Bob de Groot verdanken wir zwar einige Episoden des berühmtesten pensionierten Geheimagenten des MI 5, Percy Pickwick, ihr besonderes Augenmerk aber galt einer weiteren Funny-Figur, deren Abenteuer nicht im hektischen Trubel Londons, sondern im tiefen Dickicht des Sherwood Forest in Nottingham angesiedelt sind: Robin Ausdemwald! Seit seinem ersten Auftritt im Jahre 1969 im legendären Tintin-Magazin fertigten Turk und de Groot über 1000 Onepager und Dutzende Kurz- und albenlange Geschichten der Robin Hood Parodie an. Vieles davon erschien hierzulande im Yps, in den 80er und 90er Jahren folgten neun Albenveröffentlichungen im Carlsen Verlag.

Auf über 200 Seiten bietet dieser Sammelband einen Querschnitt der besten Gags und Erzählungen aus dem Robin-Universum. Zusätzliches Bonusmaterial, darunter ein Gespräch zwischen Bob de Groot und Turk, bereitet diesem Funny-Klassiker in einen angemessen würdigen Rahmen. Limitiert auf 1111 Exemplare.
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Bob de Groot, Turk, Miguel Diaz Vizoso: Robin Ausdemwald – Best of. Splitter, Bielefeld 2016. 224 Seiten. 59,80 Euro

 

309230-20151228095531Hexen des verlorenen Landes – Band 1: Schwarzkopf (1/4)

Am Anfang steht ein heimtückischer, hinterhältiger Mord. Und eine wundersame Wiedererweckung. Ein junger Mann will den Weg zu König Brendam abkürzen, indem er quer durch den sumpfigen Wald reitet, was sich als Falle erweist. Zu seinem Glück jedoch beobachtet eine holde Maid diesen Verrat, und da sie findet, dass der junge Bursche zu schön zum Sterben sei, bringt sie ihn auf das Schloss ihrer Mutter, mitten im Wald. Man ahnt schon, dass etwas Hexerei dabei im Spiel ist, aber die beiden jungen Leute wären einander vermutlich auch so verfallen. König Brendam hadert derweil mit seinem Schicksal. Er verabscheut seine Gemahlin, ebenso ihren gemeinsamen Sohn. Eine Vernunftehe, aber am liebsten würde Brendam seine Gattin verstoßen. Nur kann er sich dazu nicht durchringen – als ob er unter einem Bann stünde. Noch ahnt er allerdings nicht, dass der junge Mann aus dem Wald dazu bestimmt ist, ihn mit einem Fehler aus alter Zeit zu konfrontieren, was dieser selber nicht weiß. Ebenso wenig, dass er damit noch ältere Mächte auf den Plan ruft. Bald wird sich Brendam entscheiden müssen…

Es ist ein karger, isolierter Landstrich weit draußen im Meer, den Jean Dufaux („Kreuzzug„, „Conquistador“ etc.) da entworfen hat – mit hartgesottenen Bewohnern, denn außer dem rauen Klima werden sie auch noch von Zauberern, Dämonen und Hexen geplagt. Zuerst, ab 1993, illustrierte Grzegorz Rosinski („Thorgal„) dieses „verlorene Land„, dann Philippe Delaby („Ritter des verlorenen Landes„, außerdem „Murena„), und nun übernimmt Béatrice Tillier („Fee„, „Der Wald der Jungfrauen„) den dritten Zyklus, die wieder auf vier Bände angelegten „Hexen des verlorenen Landes“. Dabei erweitert und kontrastiert sie diese archaische, mittelalterliche Fantasy-Welt mit zarten, nuancenreichen Aquarellen und ihrem feinen, prärafaelitischen Strich. Das Ergebnis ist pure Magie. So entstehen echte Legenden!
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Béatrice Tillier, Jean Dufaux: Hexen des verlorenen Landes Band 1. Splitter, Bielefeld 2016. 56 Seiten. 14,80 Euro

 

309125-20151221150402Der Waffenmeister – Einzelband

Hans Stalhoffer, ein heruntergekommener Ex-Waffenmeister, bekommt überraschend Besuch: sein alter Freund bei Hofe, der ehemalige königliche Leibarzt, wird als protestantischer Ketzer verfolgt und bittet darum, ihn selbst und ein brisantes Manuskript außer Landes zu schmuggeln. Ihm auf den Fersen sind die Schergen des katholischen Klerus, angeführt von Stalhoffers damaligem Duellgegner, der mit dem alten Haudegen noch eine Rechnung offen hat. Eine mörderische Menschenjagd durch das verschneite Hochgebirge beginnt…

Xavier Dorison (u.a. „Heiligtum„, „Asgard„) erzählt, von Joël Parnotte stimmig illustriert, eine packende Parabel vor dem Hintergrund einer dramatischen Zeitenwende: der Erschütterung des tradierten mittelalterlichen Weltbildes durch das unaufhaltsame Vordringen der Reformation. Angesichts der neuen „Freiheit eines Christenmenschen“ geraten alte Gewissheiten ins Wanken. Deren Verfechter reagieren jedoch äußerst gewalttätig und ohne Erbarmen. Und Stalhoffer, eigentlich ein Veteran einer alten, überkommenen Welt, muss sich entscheiden, ob er der neuen Sache dient oder nicht.
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Xavier Dorison, Joël Parnotte: Der Waffenmeister. Splitter, Bielefeld 2016. 96 Seiten. 19,80 Euro

 

308992-20151221152531Auf die Barrikaden – Band 2: Die roten Elefanten (2/3)

Im Herbst 1870 ist Paris eingeschlossen. Die preußischen Truppen und ihre süddeutschen Verbündeten belagern die Stadt. Der französische Kaiser Napoleon III. hat aufgrund seines missratenen militärischen Abenteuers seinen Thron verloren, aber die provisorische Nachfolgeregierung gibt noch nicht auf, und so ist nun die Hauptstadt umzingelt: eine ganze Stadt in Geiselhaft. Hunger, Teuerung, Zwangsmaßnahmen sind die Folge. Die Eingeschlossenen versuchen, sich zu behaupten, und wenn es für die einfachen Leute generell zunehmend schwerer wird, über die Runden zu kommen, so sind speziell Frauen davon besonders betroffen. Denn zusätzlich zu den genannten Belastungen müssen sie oft auch noch männliche Bevormundung ertragen. In dieser Lage versucht Octavie, eine arbeitslose Näherin, sich und ihre elfjährige Tochter Victorine irgendwie durchzubringen. Doch während die Anspannung stetig steigt, politische Versammlungen und revolutionäre Reden zunehmen und auch die Kinder von den Auswirkungen des Belagerungszustandes nicht verschont bleiben, hat Victorine immer noch einen Platz zum Träumen mitten in Paris: den Zoo. Vor allem die beiden Elefanten haben es ihr angetan. Und so hat sie eine Vision: Könnte man nicht, wie einst Hannibal, mit deren Hilfe die Feinde verjagen?

In diesem Band seiner Würdigung der Frauen beim Aufstand der Pariser Kommune widmet sich Wilfrid Lupano („Die alten Knacker„, „Ein Ozean der Liebe„) mit ganzer Leidenschaft der Basis, dem Alltag der sogenannten kleinen Leute, und dabei besonders den Kindern. Die Bilder von Lucy Mazel passen perfekt dazu in ihrer Verschmelzung von Realismus mit Elementen der Karikatur. Und dann noch diese Idee mit den Elefanten: eine Erzählung, die wirklich herausragt!
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Wilfrid Lupano, Lucy Mazel: Auf die Barrikaden Band 2. Splitter, Bielefeld 2016. 56 Seiten. 14,80 Euro

 

309226-20151228094631Der Ritter und das Einhorn – Einzelband

Im August 1346 erleiden die Franzosen und ihre Verbündeten bei dem Örtchen Crécy eine verheerende Niederlage. Selbst König Philipp VI. gerät im Schlachtengetümmel in Bedrängnis, und als sein Pferd unter ihm zusammenbricht, überlässt ihm der Ordensritter Juan Fernandez de Heredia sein eigenes Reittier. Nur steht er jetzt allein auf dem Schlachtfeld, umzingelt von Feinden, und trotz berserkerhafter Gegenwehr bricht er schließlich unter den Hieben seiner zahllosen Angreifer zusammen. Kurz bevor er das Bewusstsein verliert, hat er jedoch eine Vision: Er wähnt sich von einem Einhorn durchbohrt! Eine Schlacht mit weitreichenden Folgen. Zum einen ist sie der Auftakt eines Konflikts, der sich noch über hundert Jahre hinziehen wird. Zum anderen wirft sie Heredia völlig aus der Bahn. Besessen von seiner verstörenden Erscheinung, macht er sich auf die Suche nach dem Einhorn. Oder vielmehr nach einer Erklärung, warum er noch lebt.

Ein ungewöhnliches, ein außergewöhnliches Album, von Stéphane Piatzszek geschrieben, von Guillermo C. Escalada in teils dramatische, teils traumhaft-eindringliche Bilder gefasst. Eine Erzählung von Zerstörung, Erlösung und Wiedergeburt. Eine Geschichte, die Eindruck macht.
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Stéphane Piatzszek, Guillermo C. Escalada: Der Ritter und das Einhorn. Splitter, Bielefeld 2016. 56 Seiten. 14,80 Euro

 

309132-20151221150736Stern – Band 1: Der Totengräber, der Tramp und der Mörder (1/X)

Zu den größten Schrecken des Amerikanischen Bürgerkrieges gehörten die irregulären Truppen, die in Guerillamanier weitab von den eigentlichen Schlachtfeldern ganze Ortschaften überfielen, mordeten, brandschatzten und plünderten. Das alles liegt für die Einwohner von Morrison, einem abgelegenen Kaff im hintersten Kansas, schon 19 Jahre zurück. Doch die Schrecken von damals wurden nicht vom Winde verweht, sondern vom Sand der Zeit nur notdürftig überdeckt. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf, als Elijah Stern, der Totengräber des Städtchens, einen Kunden aus dem örtlichen Bordell obduziert. Ihm fallen gewisse Unstimmigkeiten an der Leiche auf, und am Ende hat der Sheriff von Morrison in einer Woche mehr Morde gesehen als in seinen ganzen zehn Jahren im Amt zuvor.

Eine elegische Story der Brüder Frédéric (Text) und Julien Maffre (Zeichnungen), gefasst in staubig-trockene Erdtöne, die einem Western ähnelt, aber mehr noch eine unausweichliche, unerbittliche Tragödie mit C.S.I.-Elementen ist. So gibt es denn am Ende nur Verlierer, denn alle Beteiligten sind von vornherein vom Schicksal Gezeichnete. Und darum kann auch die stoische Leichenbittermiene Sterns letztlich kein Zufall sein. Geht unter die Haut. Zur Leseprobe.

Frédéric, Julien Maffre: Stern Band 1. Splitter, Bielefeld 2016. 64 Seiten. 15,80 Euro

 

308718-20160714155619Sherlock Holmes und die Zeitreisenden – Splitter Double

Aaron McBride ist wieder da. Zwanzig Jahre war er verschwunden. Nun sorgt das plötzliche Auftauchen des sichtlich verwirrten alten Mannes wie aus dem Nichts, ausgerechnet mitten in einem Damenkonfektionsgeschäft, für nicht unerhebliches Aufsehen. Merkwürdig auch, dass er sich nicht etwa nach der Uhrzeit oder dem Tag, sondern vor allem nach dem aktuellen Jahr erkundigt. Und dass sich alsbald Queen Victoria persönlich bemüßigt sieht, Holmes mit der Suche nach McBride zu beauftragen, der sogleich wieder untergetaucht ist. Eigentlich hatte Holmes nach der fatalen Konfrontation mit Moriarty und dessen Kompagnon Taher Emara im Kampf um das Necronomicon das Ermitteln drangegeben. Der Königin absagen kommt für ihn dann aber doch nicht infrage, zumal London in Gefahr ist. Die droht der Stadt womöglich jedoch aus einer ganz anderen Richtung, als Holmes es erwartete…

Das ‚Sherlockversum‘, die Fortschreibung und Ergänzung des klassischen Holmes aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle um Elemente der populären Phantastik des 19. Jahrhunderts durch Sylvain Cordurié, expandiert weiter – von Laci wie gewohnt in atmosphärisch dichte Bilder gefasst. Und es beginnt Konturen anzunehmen, die auf etwas ganz Großes hindeuten…
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Sylvain Cordurié, Laci: Sherlock Holmes und die Zeitreisenden. Splitter, Bielefeld 2016. 96 Seiten. 19,80 Euro

 

309121-20151211164907Namibia – Band 2: Episode 2 (2/5)

Unter der sengenden Sonne Südwestafrikas geschehen seltsame Dinge. Ein landwirtschaftliches Projekt wird von riesigen Raupen befallen. Und zur Begutachtung der Schäden steht mitten im Maisfeld – Hermann Göring, die ehemalige Nazi-Größe? Das erscheint nun wirklich unglaublich, denn schließlich schreiben wir das Jahr 1949. Und das heißt, Göring gilt seit drei Jahren als tot. Kein Wunder, dass sich der britische Geheimdienst einschaltet und Kathy Austin entsendet, um in Namibia nach dem Rechten zu sehen. Zwei Jahre zuvor hat die junge, attraktive Agentin immerhin die mysteriösen Vorfälle am Kilimandscharo aufgeklärt (s. den ersten Zyklus „Kenya„). Was sie nun an Ort und Stelle entdeckt – Rieseninsekten, ein ganzes Dorf, das von einer seltsamen Seuche befallen zu sein scheint –, stellt jedoch auch sie erst einmal vor ein komplettes Rätsel. Und dass der örtliche Repräsentant des MI6 sich als verbitterter Chauvinist und verbohrter Rassist erweist, macht ihre Ermittlungen nicht leichter.

Das „Centaurus„-Team Leo („Antares„, „Aldebaran„) und Co-Szenarist Rodolphe (u. a. „Trent„, „Der Fall E. P. Jacobs„) haben diesmal eine Mystery-Story geschrieben, die wie ein kolonialer Agententhriller à la Graham Greene beginnt, von Bertrand Marchal entsprechend klassisch illustriert, um dann langsam, aber unaufhaltsam in Richtung Akte X einzuschwenken. Und so ist es nicht nur das Wüstenklima, das sämtliche Beteiligte mehr und mehr ins Schwitzen bringt. Gediegene Spannung garantiert.
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Leo, Daniel Rodolphe, Bertrand Marchal: Namibia Band 2. Splitter, Bielefeld 2016. 48 Seiten. 14,80 Euro

 

309111-20151211164828309112-20151211164835Antares – Episode 2 & 3 (2 & 3/6)

Entlegene Planeten, bizarre Pflanzen und Tiere und dazu Weltraumpioniere, die hin- und hergerissen sind zwischen faszinierenden Zukunftschancen und dem Ballast ihres menschlichen Erbes: Kein Zweifel, wir befinden uns im fantastischen SF-Epos der »Welten von Aldebaran« des Brasilianers Leo („Centaurus„). Gegen Ende des 22. Jahrhunderts ist die Menschheit in der Lage, in entfernte Regionen des Universums vorzudringen und nach bewohnbaren Planeten zu suchen – gleichwohl ein gefährliches Unterfangen. Schon die erste Mission geriet ins Stocken, die zweite gar zu einem Fiasko. Die Besiedlung eines gänzlich anders gearteten Ökosystems voll unbekannter Gefahren birgt eben zahllose Risiken.

Im Mittelpunkt der weit ausgreifenden Erzählung steht die Biologin Kim Keller. Sie ist bereits auf einem kolonisierten Planeten, Aldebaran-4, aufgewachsen und nicht zuletzt deshalb mit den Eigenheiten exoterrestrischen Lebens bestens vertraut. Mehr noch: aus einem heimlichen Kontakt mit einem humanoiden Außerirdischen ging ihre Tochter Lynn hervor, die über einige sehr spezielle Eigenschaften verfügt. So findet sich Kim schließlich als Beraterin bei einer Expedition zu einem neuen erdähnlichen Planeten im Antares-System wieder. Diese steht jedoch von Anfang an unter keinem guten Stern…

Leo versteht es meisterhaft, aus einer konventionellen Space-Opera menschliche Dramen zu entwickeln, die zugleich auch gesellschaftlich bedeutsame Fragen berühren. In den „Welten von Aldebaran“ staunt man darum nicht nur über eine exotische, außerirdische Flora und Fauna, sondern stößt auch auf allzu Bekanntes: menschliche Grundübel wie Sexismus, Militarismus und religiöse Fanatiker. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Geißeln der Menschheit selbst in zweihundert Jahren noch virulent sind, ist leider größer, als dass sie sich in Vernunft und Wohlgefallen auflösen – und somit auch die Möglichkeit, dass sie ins gesamte Universum ausstreuen. Leo hält mit einer humanen Botschaft überzeugend dagegen.
Zur Leseprobe Band 2, zur Leseprobe Band 3.

Leo: Antares Band 2. Splitter, Bielefeld 2016. 48 Seiten. 14,80 Euro
Leo: Antares Band 3. Splitter, Bielefeld 2016. 48 Seiten. 14,80 Euro
 

309231-20151228095751
Storm: Die Chroniken von Rothaar – Band 2: Der fünfte Turm (2/X)

In der Spin-Off-Serie des Storm-Universums „Die Chroniken von Rothaar“ wird die Vergangenheit von Storms Freundin Rothaar beleuchtet. Chronologisch setzt dieses Spin-Off vor dem ersten Storm-Album ein. Für das Szenario setzte man auf geballte Prominenz und konnte mit Roy Thomas einen der produktivsten Autoren der Marvel-Superhelden verpflichten. Für die visuelle Umsetzung zeichnet erneut Romano Molenaar verantwortlich, der bereits mit den neuesten Storm-Abenteuern sein Talent unter Beweis gestellt hat.
Zur Leseprobe.

Rob van Bavel, Roman Molenaar: Storm. Die Chroniken von Rothaar Band 2. Splitter, Bielefeld 2016. 64 Seiten. 14,80 Euro

 
 
 
 

309229-20151228095226Die Saga der Zwerge – Band 4: Oösram von den Wanderern (4/5)

Die Saga der Zwerge“ ist eine neue Konzeptserie, die ähnlich wie „Elfen“ aus in sich abgeschlossenen Einzelbänden besteht, in denen unterschiedliche Schicksale und Aspekte verschiedener Völkerschaften erzählt werden, die zusammengenommen dennoch ein einziges, großes Panorama – hier: der Zwergenschaft – ergeben.
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Nicolas Jarry, Pierre-Denis Goux, Jean Paul-Bordier: Die Saga der Zwerge Band 4. Splitter, Bielefeld 2016. 56 Seiten. 14,80 Euro

 
 
 
 
 
 
 
 

309232-20151228095949Prometheus – Band 13: Kontakte (13/X)

Die Erde wird von einer Reihe unerklärlicher Ereignisse heimgesucht, die jeden Tag um exakt 13.13 Uhr stattfinden.
21. Sept., 13.13 Uhr – Die Raumfähre Atlantis verschwindet bei ihrem letzten Flug von den Kontrollbildschirmen.

22. Sept., 13.13 Uhr – Alle Uhren des Planeten bleiben stehen. Im selben Augenblick setzt sich der Andikythira-Mechanismus eines seltsamen Astrolabiums in Gang, das bisher kein Wissenschaftler aktivieren konnte.

23. Sept., 13.13 Uhr – Die Raumfähre Atlantis taucht wieder auf und landet in Cap Canaveral. An Bord ist nur ein Überlebender, der Kommandant der Mission – inmitten der zerstückelten Leichen seiner Mannschaft.

24. Sept., 13.13 Uhr – Ein amerikanisches U-Boot ortet ein deutsches Militär-U-Boot, das sechzig Jahre zuvor verschwand… Die Besatzung eines Fischkutters sieht, wie sich der Rumpf der Titanic aus dem Meer erhebt, die über 100 Jahre zuvor an derselben Stelle versank.

Mit Prometheus gelingt Christophe Bec ein atemberaubend spannendes Endzeit-Szenario, das zeigt, wie nah Film und Comic beieinander liegen können. Atmosphärisch dicht, beklemmend realistisch in Szene gesetzt, quälende Spannung in jedem neuen Album. „Prometheus“ ist einfach ein echter „Bec“.
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Christophe Bec, Stefano Raffaele: Prometheus Band 13. Splitter, Bielefeld 2016. 48 Seiten. 13,80 Euro