Die Splitter-Neuheiten im September 2016

esmera_900x1200Esmera – Graphic Novel

Gegen Ende der 60er-Jahre eine Mädchenschule zu besuchen, ist schon schwierig genug. Eingesperrt in einem katholischen Internat in Italien, unter der strengen Aufsicht bigotter Ordensschwestern, ist es allerdings richtig hart. So empfindet es jedenfalls die junge Esmera, spätestens von dem Moment an, als sie spürt, dass sich ihr Körper entwickelt, verändert. Mit wem aber nun darüber reden, von wem Erklärung und Rat einholen? Von den bigotten Nonnen sicherlich nicht, und so etwas wie »Aufklärung« erstickt in betretenem Stammeln und peinlichem Schweigen. Bleibt nur das eigene, vorsichtige Vorantasten und der Austausch mit der besten Freundin – bis Esmera eine fantastische Entdeckung macht: Sie ist imstande, sowohl die weibliche wie die männliche Seite der Lust am eigenen Leib zu erfahren! So wird sie zur perfekten Chronistin des Wandels der Sitten und der Sexualität gegen Ende des 20. Jahrhunderts. Allerdings hat diese Gabe auch einen Preis…

Auf den ersten Blick mag es überraschen, dass Zep, bekannt vor allem durch humoristische Cartoons à la »Titeuf« oder »Happy Parents«, nun eine erotische Posse verfasst hat. Allerdings ließ er mit »Happy Sex« zumindest schon anklingen, dass er in dieser Hinsicht Berührungsängste nicht kennt. Und Vince als Zeichner verschafft der Geschichte mit seinem bewusst monochrom gehaltenen, zwischen Cartoon und Realismus angelegten Stil genau den richtigen, leichtfüßigen Schwebezustand, sodass sie weder in pornografische Plattheit noch lastenden, moralinsauren Ernst abgleitet. Eine frivole Fingerübung, durchaus mit Hintergedanken – so soll es sein.

Zep, Vince: Esmera. Splitter, Bielefeld 2016. 80 Seiten. 19,80 Euro

 

307968-20140811131456Rock & Stone – Splitter Double

Planet Caldoria im Erdjahr 2215. Die Menschheit ist in Gefahr. Der Supercomputer IAHVE hat die Kontrolle über alle Maschinen übernommen und betrachtet die menschliche Art als eine Bedrohung. Stan lebt allein in der Wüste, als er auf einen freundlich gesinnten Roboter trifft, den er auf den Namen Rocky tauft.
Es entsteht eine außergewöhnliche Beziehung zwischen diesen beiden Wesen, die das Leben des Jungen vollkommen verändern wird.

Nicolas Jean, Yann Valéani: Rock & Stone. Splitter, Bielefeld 2016. 96 Seiten. 22,80 Euro
 
 
 
 
 
 

309196-20151223114437Murena – Gesamtausgabe Band 1: Bd. 1+2, 1. Zyklus (1/4)

Lucius Domitius Ahenobarbus, der nachmalige Nero, gilt als einer der berüchtigtsten in der an zweifelhaften Gestalten nicht gerade armen Ansammlung römischer Kaiser. Der Nachwelt in Erinnerung geblieben ist er vor allem als derjenige, der die Stadt Rom angezündet haben soll. Dabei hat er sich selbst eher als Künstler gesehen, doch seine skrupellose, machthungrige Mutter setzte alles daran, dass ihr einziger Sohn eines Tages den Thron besteigen würde. Und so trat er, kaum siebzehnjährig, nach dem ebenso plötzlichen wie fragwürdigen Ableben seines Stief- und Adoptivvaters, des Kaisers Claudius, dessen Nachfolge an.

Jean Dufaux (»Giacomo C.«, »Kreuzzug«, »Conquistador« etc.) und Philippe Delaby (»Die Ritter des verlorenen Landes«) haben exakt dieses düster schillernde Kapitel der römischen Kaiserzeit gewählt, um mit »Murena« ein packendes historisches Drama zu inszenieren, das geschickt geschichtliche Fakten und Fiktion miteinander verwebt. Im Mittelpunkt steht neben Nero vor allem der gleichaltrige Lucius Murena, mit ersterem anfangs durchaus befreundet. Er gerät jedoch schon früh in die tödlichen Intrigen bei Hofe und wird so zum erbitterten Gegner Neros, der mehr und mehr dem Cäsarenwahn verfällt. Das alles präsentieren Dufaux und Delaby vor einem detaillierten Panorama der antiken Lebenswelt, penibel recherchiert und akribisch umgesetzt. Und nebenbei geben sie auch noch eine Antwort darauf, wer nun Rom wirklich angezündet hat. Und warum. Schon heute ein Klassiker des History-Comics.

Jean Dufaux, Philippe Delaby: Murena Bd. 1. Splitter, Bielefeld 2016. 128 Seiten. 24,80 Euro

 
 

309126-20151221150848Eternum – Band 1: Der Sarkophag (1/3)

Im Jahr 2297 hat die Menschheit den größten Teil ihrer Galaxie kolonisiert und beutet ihre Bodenschätze und sonstigen Reichtümer bedenkenlos aus. Auch sonst hat es den Anschein, als hätten die Menschen nicht wesentlich dazugelernt. Denn als ein Trupp Minenarbeiter irgendwo am Rande der Milchstraße einen mysteriösen Gegenstand entdeckt, geschehen bald darauf beunruhigende Dinge. Gleichwohl bricht eine Expedition von Wissenschaftlern und Soldaten auf, um nach dem Rechten zu sehen – und trotz der Katastrophe, die sie vorfinden, nehmen sie das fremdartige Objekt an Bord, um es auf der Erde gründlich zu untersuchen. Eine fatale Entscheidung? So oder so wird sie den Beginn einer neuen Ära markieren. Ob mit oder ohne Menschheit, steht allerdings (noch) in den Sternen…

Christophe Bec (u. a. »Prometheus«, »Siberia 56«) und Zeichner Jaouen haben sich ganz bewusst entschieden, ein beliebtes, geradezu klassisches Motiv des SF-Kinos der 70er-/80er-Jahre wiederaufzugreifen, von »2001« bis »Alien«: die unerwartete Konfrontation mit einer extraterrestrischen Existenz, letztlich eine Begegnung der unverstandenen Art. Jaouen verwendet dafür denn auch in Blau, Grün und Dunkelheit getauchte Bilder von nüchterner Schönheit, die beides verkörpern, Faszination wie Erschrecken angesichts der unfassbaren Dimensionen im All. Aber deshalb innehalten, aufgeben oder gar zurückweichen? Niemals…

Christophe Bec, Salaün Jaouen: Eternum Bd. 1. Splitter, Bielefeld 2016. 48 Seiten. 14,80 Euro

 
 

309198-20160817095951Descender – Band 2: Maschinenmond (2/4)

Als Jeff Lemire (»Sweet Tooth«) sich daran machte, sein neues Science Fiction Epos »Descender« zu entwerfen, nahm er an, dass die Story um den einsamen, von allen Kopfgeldjägern der Galaxie verfolgten Roboterjungen TIM-21 ihn in die entferntesten Winkel des Weltalls führen würde. Stattdessen landete er in Hollywood. Denn kaum hatten er und Zeichner Dustin Nguyen ihr Projekt im letzten Sommer erstmals öffentlich in groben Zügen umrissen, gaben sich die Filmstudios bei ihnen die Klinke in die Hand. Eine Verfilmung von Sony Pictures ist bereits in Planung.

Eine bewegende Geschichte über die emotionale Zweischneidigkeit künstlicher Intelligenz, von Dustin Nguyen in atmosphärisch dichte Aquarelle umgesetzt, deren Einflüsse von Miyazaki und Otomo bis Stanley Kubrick (»2001«) reichen. Und schon jetzt einer der SF-Comics des Jahres!
Auch als e-Comic erhältlich!

Jeff Lemire, Dustin Nguyen: Descender Bd. 2. Splitter, Bielefeld 2016. 120 Seiten. 19,80 Euro

 
 

309122-20151211164915Naimibia – Episode 3 (3/5)

Unter der sengenden Sonne Südwestafrikas geschehen seltsame Dinge. Ein landwirtschaftliches Projekt wird von riesigen Raupen befallen. Und zur Begutachtung der Schäden steht mitten im Maisfeld – Hermann Göring, die ehemalige Nazi-Größe? Das erscheint nun wirklich unglaublich, denn schließlich schreiben wir das Jahr 1949. Und das heißt, Göring gilt seit drei Jahren als tot. Kein Wunder, dass sich der britische Geheimdienst einschaltet und Kathy Austin entsendet, um in Namibia nach dem Rechten zu sehen. Zwei Jahre zuvor hat die junge, attraktive Agentin immerhin die mysteriösen Vorfälle am Kilimandscharo aufgeklärt (s. den ersten Zyklus »Kenya«). Was sie nun an Ort und Stelle entdeckt – Rieseninsekten, ein ganzes Dorf, das von einer seltsamen Seuche befallen zu sein scheint –, stellt jedoch auch sie erst einmal vor ein komplettes Rätsel. Und dass der örtliche Repräsentant des MI6 sich als verbitterter Chauvinist und verbohrter Rassist erweist, macht ihre Ermittlungen nicht leichter.

Das »Centaurus«-Team Leo (»Antares«, »Aldebaran«) und Co-Szenarist Rodolphe (u. a. »Trent«, »Der Fall E. P. Jacobs«) haben diesmal eine Mystery-Story geschrieben, die wie ein kolonialer Agententhriller à la Graham Greene beginnt, von Bertrand Marchal entsprechend klassisch illustriert, um dann langsam, aber unaufhaltsam in Richtung Akte X einzuschwenken. Und so ist es nicht nur das Wüstenklima, das sämtliche Beteiligte mehr und mehr ins Schwitzen bringt. Gediegene Spannung garantiert.

Leo, Daniel Rodolphe, Bertrand Marchal: Leo Bd. 3. Splitter, Bielefeld 2016. 56 Seiten. 14,80 Euro

 
 

309147-20151221154654Alice Matheson – Band 2: Der Killer in mir (2/6)

Alice Matheson ist eine kompetente und außerdem recht attraktive Krankenschwester, die ebenso gut als Ärztin hätte arbeiten können – das Zeug dazu hat sie. Aber sie nutzt ihre Talente – die Intelligenz, Kalkül und Entschlossenheit – lieber im Verborgenen, um ihrer wahren Leidenschaft nachzugehen: Sie ist ein »Todesengel«, eine kaltblütige Killerin, die ihre Opfer unter den Sterbenskranken im St. Mary’s Hospital in London sucht.

Ihr Doppelleben verändert sich jedoch schlagartig, als die erste von ihren »Patienten« trotz der tödlichen Dosis, die sie ihr gerade verabreicht hat, kurz danach wieder aufsteht. London steht am Beginn einer verheerenden Zombie-Epidemie, und das Hospital befindet sich im Brennpunkt des Geschehens. Das ist selbst für eine Serienmörderin eine irritierende Situation. Zumal es für Alice Matheson bedeutet, dass sie sich nun vor zwei Seiten in Acht nehmen muss: vor den Lebenden und den Toten.

Jean-Luc Istin (u. a. »Das fünfte Evangelium«, »Die Nacht der lebenden Toten«) erzählt, angelegt auf sechs Bände, eine fesselnde, verstörende Geschichte, die einen noch lange verfolgt. Zumal Philippe Vandaëles gekonnte Illustrationen für eine Atmosphäre aus kalter Erbarmungslosigkeit und permanenter Anspannung sorgen, die die Leserinnen und Leser sofort in ihren Bann schlagen. Zum Glück wird man nicht lang auf die Fortsetzung warten müssen: Istin und sein Team wechselnder Zeichner sorgen dafür, dass die Spannung nicht abreißt!

Jean-Luc Istin, Philippe Vandaëles: Alice Matheson Bd. 2. Splitter, Bielefeld 2016. 56 Seiten. 14,80 Euro

 
 

309236-20151228100748Elfen – Band 12: Die Königin der Waldelfen (12/15)

Das geniale Konzept des Shared Universe hat sich bewährt: Mit jedem Band wechselnde Autoren- und Zeichner-Teams entwickeln stetig die fest konturierte Welt der »Elfen« weiter und erwecken auf diese Weise ein faszinierendes Paralleluniversum zum Leben. Mit vollem Erfolg: Schon jetzt haben sich die „Elfen“ zu einem Mega-Bestseller entwickelt und sind auf dem besten Wege, ein Klassiker der Fantasy zu werden. Mit Band 11 startete ein neuer, ebenfalls fünfbändiger Zyklus, der die populäre Serie endgültig aufs Niveau eines Epos hievt.

Nicolas Jarry, Gianluca Maconi, Heban: Elfen Bd. 12. Splitter, Bielefeld 2016. 56 Seiten. 14,80 Euro

 
 
 
 
 
 

309238-20151228101153Metronom – Band 5: Habeas Mentem (5/5) – Abschlussband!

»Es war einmal ein König, der mithilfe eines Metronoms die Zeit beliebig kontrollieren und so seine Herrschaft ewig weiterführen konnte.«
Dieses subversive Märchen mit seiner metaphorischen Botschaft wird eines Tages in der Post des Präsidenten entdeckt und sorgt für gehörigen Aufruhr innerhalb der totalitären Regierung. Niemand kennt seinen Autor, doch scheint dieser zweifellos aus den Reihen jener wenigen zu stammen, die es noch wagen, das aktuelle Regime zu kritisieren und eine Gefängnisstrafe zu riskieren. Zu jenen Leuten zählen auch Floreal Linman, ein anarchistischer Journalist bei der Vox Populi, und Lynn, eine junge Frau, die versucht, das mysteriöse Verschwinden ihres Mannes zu ergründen, der einige Wochen zuvor zu einer Weltraummission aufbrach.
Eine Wahrheitssuche, die sich schnell als verzweifelter und ungleicher Kampf gegen ein diktatorisches Regime offenbart.

Éric Corbeyran, Grun: Metronom Bd. 5. Splitter, Bielefeld 2016. 56 Seiten. 14,80 Euro

 
 

309234-20151228100525Die Schiffbrüchigen der Zeit – Band 8: Welt ohne Wiederkehr (8/10)

Die Neuauflage eines Kultwerkes der Science Fiction!

Die Geschichte: Gegen Ende des 20. Jahrhunderts bedroht eine schreckliche Plage die Menschheit. Aus Angst, sie nicht auslöschen zu können, schicken Wissenschaftler einen Mann und eine Frau eingefroren ins Weltall, auf einer Umlaufbahn, die sie alle 125 Jahre an der Erde vorbeiführen wird. Vor dem Alterungsprozess geschützt bewahren sie die Hoffnung, die Erde eines fernen Tages wieder besiedeln zu können. Im Jahr 2990 halten unsere Nachfahren schließlich den ovalen Kristall von Chris an, überprüfen ihn und bringen ihn auf die Erde zurück, um ihn zu reanimieren. Die magnetische Verankerung jedoch, die seine Zelle mit der von Valerie verbunden hat, ist gebrochen, und so scheint es, als würde Letztere für alle Zeit verloren durch den Kosmos treiben. Die Erde muss sich gegen eine neue, noch heftigere Plage wehren: Riesige Sporen schweben am Himmel und schütten Partikel aus, die den menschlichen Körper binnen Sekunden verändern…

Jean-Claude Forest, Paul Gillon: Die Schiffbrüchigen der Zeit Bd. 8. Splitter, Bielefeld 2016. 56 Seiten. 14,80 Euro

 
 

309235-20151228100629Königliches Blut: Alienor – Band 2: Die schwarze Legende (2/6)

Sie war die einflussreichste und mächtigste Frau ihrer Zeit – attraktiv, geistreich, gebildet. Und obendrein Erbin eines reichen Herzogtums, das den gesamten Südwesten Frankreichs umfasste. An Selbstbewusstsein mangelte es Alienor von Aquitanien, auch Eleanor oder Eleonore genannt, darum nicht, und schon ihre Zeitgenossen im 12. Jahrhundert waren hin- und hergerissen zwischen Bewunderung und Misstrauen, wenn nicht gar Hass. Denn sie versuchte ihr Leben lang vor allem, sich gegen männliche Dominanz und Machtansprüche zu behaupten. Schon sehr jung mit dem französischen Thronfolger verheiratet, wurde sie bereits wenige Tage nach ihrer Hochzeit Königin und fand sich somit im Zentrum höfischer Intrigen wieder. Zwar gelang es ihr zunächst, im Zweifelsfall ihren königlichen Gemahl auf ihre Seite zu ziehen. Im Laufe der Zeit jedoch wuchs die Entfremdung zwischen der machtbewussten Herzogin und ihrem Gatten, dem eher zurückhaltenden, fast schüchternen König Ludwig VII., sodass ihre Ehe nach fünfzehn Jahren schließlich am Ende war, nicht aber Alienor…

Die Reihe »Königliches Blut« ist solchen Herrscherinnen gewidmet, die, häufig umstritten, in der Geschichte zumindest nachhaltige Spuren hinterließen. Arnaud Delalande (»Surcouf«) und Simona Mogavino haben das wechselvolle Schicksal der Alienor von Aquitanien in ein opulentes mittelalterliches Sittenbild eingebettet, Ritterspektakel und höfisches Ränkespiel inklusive, das Carlos Gomez entsprechend üppig illustriert. Im Mittelpunkt steht aber klar und unmissverständlich das Porträt einer starken Frau – allen »schwarzen Legenden« zum Trotz.

Simona Mogavino, Arnaud Delalande, Carlos Gomez: Königliches Blut. Alienor Bd. 2. Splitter, Bielefeld 2016. 56 Seiten. 14,80 Euro

 
 

309237-20151228100922Die Legende des Kristallschwerts – Band 2: Die schwarze Zorya (2/3)

Die lang erwartete Fortführung eines Klassikers der Heroic Fantasy!

Zweihundert Jahre ist es her seit der Großen Nacht des Kristalls, als die sanfte und schöne Zorya sich auf die Seite des Bösen schlug, um Angst und Schrecken über jene zu bringen, die sie geschworen hatte zu beschützen… Nun ist sie nach zwei Jahrhunderten der Unterdrückung auf einer mysteriösen Insel im Exil. Ihre Abwesenheit hat auf seltsame Weise Auswirkungen bis in die Natur. Sylvia Douyé (Text) und Fabio Lai (Zeichnungen) haben nun die Regie im Universum der stilbildenden Fantasy-Serie »Das Kristallschwert« übernommen. Auch wenn das neue Abenteuer etwas düsterer ausfällt, so wird es doch nach wie vor geprägt von Magie, Sinnlichkeit und dem beliebten Zeichenstil à la Crisse. 25 Jahre nach ihrem Debüt erfahren wir endlich mehr über das Schicksal Zoryas und der Welt des Kristallschwerts!

Sylvia Douyé, Fabio Lai: Die Legende des Kristallschwerts Bd. 2. Splitter, Bielefeld 2016. 56 Seiten. 14,80 Euro

 
 

309127-20151221150816Die Parodie – Einzelband

Eine versprengte Wikingerschar stößt am Strand auf ein seltsames, vom Himmel gefallenes Behältnis, das sich schnell als Heulboje erweist – befindet sich doch ein Säugling darin, der offenbar Hunger hat. Schon mal irgendwo gesehen? Gut möglich, aber sicher nicht so. Vor einiger Zeit trafen sich nämlich Grzegorz Rosinski (»Thorgal«, »Der kleine Schninkel« etc.) und Michel Rodrigue (u. a. »Percy Pickwick«), und Rosinski scherzte bei der Gelegenheit, er würde demnächst ein Album der Schlümpfe zeichnen. Gut, setzte Rodrigue noch einen drauf, dann mache er eben den nächsten »Thorgal«. Gesagt, getan – hier ist nun das Resultat.

Seine Version heißt allerdings Thorax, und heldenhaftes Gebaren ist diesem »Sohn der Sterne« eher fremd. Das allein sorgt schon für reichlich Heiterkeit, aber nicht unbedingt für Action. Also hat sich Rodrigue noch ausgiebig bei »XIII« bedient, einem weiteren von Jean van Hamme getexteten Comic-Klassiker. Und weil ihm auch das nicht genügte, nahm er zudem kurzerhand die fantastische Rittersaga »Kreuzzug« von Jean Dufaux und Philippe Xavier hinzu. Und da er danach immer noch ein bisschen Platz und offenbar großen Spaß daran hatte, versteckte er rund zwei Dutzend weitere beliebte Comic-Gestalten in seiner aberwitzigen Parodie. Es können aber auch gut einige mehr sein – manche Anspielungen sind gar nicht so schnell zu entdecken, wie sie auftauchen…

Der vielseitige Michel Rodrigue, Comic-Autor und -Zeichner sowie Rugbyspieler und Wahl-Schotte, hat mit seiner verrückten Wikingersaga ein pralles Vergnügen für Comic-Kenner geschaffen. Aber nicht bloß »Thorgal«- oder »XIII«-Experten kommen hier auf ihre Kosten – die Suche der wilden Nordmänner nach der sogenannten »Zivilisation« macht einfach nur Spaß! Auf die »Schlümpfe« von Rosinski dagegen werden wir wohl weiterhin warten müssen…

Michel Rodrigue: Die Parodie. Toonfish, Bielefeld 2016. 48 Seiten. 13,95 Euro

 
 

Neue e-Comics:

307215Benni Bärenstark – Band 9: Auf Benni kommt es an (9/X)

Benni ist ein kleiner, ganz normaler Junge – das heißt, er wäre es gern, ist er aber nicht, denn er ist unglaublich stark! Bäume ausreißen, höher als ein Haus springen, Autos mit bloßen Händen durch die Luft schleudern? Kein Problem für ihn – Schwierigkeiten bereitet ihm nur, seine Kräfte im Alltag richtig zu dosieren. Deshalb will auch niemand mit ihm spielen, denn alles, was er anfasst, geht nur allzu leicht kaputt. Zumindest solange er keinen Schnupfen hat, denn dann verlassen ihn seine Kräfte, und er ist wirklich nur ein braver, kleiner Junge, dem allerdings jede Art von schlechtem Benehmen oder gar kriminelle Machenschaften strikt zuwider sind. So gerät er stets aufs Neue in abenteuerliche Verwicklungen, bei denen er seine Superkräfte dann doch sinnvoll einsetzen kann, und wenn er schön darauf achtet, sich nicht zu erkälten, haben Schurken und Bösewichter gegen ihn kaum eine Chance.

Ein charmanter Klassiker Marke Peyo (»Johann und Pfiffikus«, »Die Schlümpfe«), den er zusammen mit Will und etlichen Kollegen schon in den 1960er-Jahren entwickelte, fortgesetzt von seinem Sohn Thierry Culliford mitsamt dem Studio Peyo.

Und inzwischen auch verfilmt: mit Star-Schauspieler Jean Reno (nein, nicht als Benni, sondern als dessen schurkischer Gegenspieler…).

Dugomier, Thierry Culliford, Pascal Garray: Benni Bärenstark Bd. 9. Toonfish, Bielefeld 2016. 48 Seiten. 5,99 Euro. ISBN (epub): 978-3-95839-715-6 / ISBN (mobi): 978-3-95839-716-3 / ISBN (PDF): 978-3-95839-717-0

 
 

309198-20160817095951Descender – Band 2: Maschinenmond (2/4)

Als Jeff Lemire (»Sweet Tooth«) sich daran machte, sein neues Science Fiction Epos »Descender« zu entwerfen, nahm er an, dass die Story um den einsamen, von allen Kopfgeldjägern der Galaxie verfolgten Roboterjungen TIM-21 ihn in die entferntesten Winkel des Weltalls führen würde. Stattdessen landete er in Hollywood. Denn kaum hatten er und Zeichner Dustin Nguyen ihr Projekt im letzten Sommer erstmals öffentlich in groben Zügen umrissen, gaben sich die Filmstudios bei ihnen die Klinke in die Hand. Eine Verfilmung von Sony Pictures ist bereits in Planung.

Eine bewegende Geschichte über die emotionale Zweischneidigkeit künstlicher Intelligenz, von Dustin Nguyen in atmosphärisch dichte Aquarelle umgesetzt, deren Einflüsse von Miyazaki und Otomo bis Stanley Kubrick (»2001«) reichen. Und schon jetzt einer der SF-Comics des Jahres!

Jeff Lemire, Dustin Nguyen: Descender Bd. 2. Splitter, Bielefeld 2016. 120 Seiten. 14,99 Euro. ISBN (epub): 978-3-95839-745-3 / ISBN (mobi): 978-3-95839-746-0 / ISBN (PDF): 978-3-95839-747-7

 
 

309218-20151228084722Lazarus – Band 3 (3/X)

Nach einer Studie der internationalen Hilfsorganisation Oxfam besitzen bereits heute nur 85 Menschen so viel Vermögen wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Da erscheint es nicht abwegig, dass in einer nahen Zukunft lediglich sechzehn Familien die ganze Welt unter sich aufgeteilt haben. Und den Rest der Menschheit in »Knechte« und »Abfall«. Zur Absicherung von Reichtum und Macht hält sich jede dieser Familien einen genetisch modifizierten »Lazarus«, der nahezu unbesiegbar und praktisch unsterblich ist.

Greg Rucka (»Whiteout«, »Gotham Central«) hat ein packendes Endzeitdrama geschrieben, Michael Lark (»Gotham Central«, »Terminal City«) dafür kühle, schonungslos klare Bilder geschaffen. Nicht umsonst wurde »Lazarus« 2014 für den Eisner-Award als »beste neue Serie« nominiert.

Greg Rucka, Michael Lark: Lazarus Bd. 3. Splitter, Bielefeld 2016. 144 Seiten. 14,99 Euro. ISBN (epub): 978-3-95839-736-1 / ISBN (mobi): 978-3-95839-737-8 / ISBN (PDF): 978-3-95839-738-5

 
 

Nachauflagen:

304471Heiligtum – Band 3: Moth (3. Auflage)

Frühling 1945. Berlin ist ein Trümmerfeld. Auf direkten Befehl von Stalin besetzt eine Gruppe Soldaten der Roten Armee ein unscheinbares Gebäude, welches jedoch ein Geheimnis verbirgt, das der sowjetische Diktator heiß begehrt.

Juni 2029. Das amerikanische U-Boot USS Nebraska empfängt in den Tiefen des Mittelmeers ein merkwürdiges Signal. Als die Besatzung den Sendeort lokalisiert, stößt sie auf das Wrack eines sowjetischen U-Boots, das in der Nähe eines gigantischen Artefakts liegt. Doch die Tauchmannschaft, die der Kommandant ausschickt, um dessen Inneres zu erforschen, kehrt nie mehr zurück. Und was als simple Routinemission beginnt, wird zu einem Abstieg in die Hölle…

Xavier Dorison, Christophe Bec: Heiligtum Bd. 3. Splitter, Bielefeld 2016. 72 Seiten, 14,80 Euro

 
 
 
 

305462 (1)Die Vier von der Baker Street – Band 3: Die Nachtigall von Stepney (2. Auflage)

Billy, Charlie und Black Tom sind drei unzertrennliche Freunde, die sich im Londoner East End, einem echten Gaunerviertel, gemeinsam durchschlagen. Zum Glück können die drei auf den Schutz eines gewissen Sherlock Holmes zählen, der sie bisweilen als Straßenspione engagiert. Doch als Black Toms Freundin vor ihren Augen gekidnappt wird, müssen sie die von ihrem Mentor gelernten Tricks schnellstens in die Tat umsetzen. Dabei bekommen sie ganz unerwartet Hilfe von einem vierten kleinen Strolch.

Und somit wären die Vier von der Baker Street komplett, das jüngste Detektivteam der viktorianischen Epoche!

Jean-Blaise Djian, Olivier Legrand, David Etien: Die Vier von der Baker Street Bd. 3. Splitter, Bielefeld 2016. 56 Seiten. 13,80 Euro

 
 
 

307185 (1)Jack the Ripper – Splitter Double (3. Auflage)

Als alle glaubten, der Horror habe London verlassen, taucht das Böse wieder auf. Frühjahr 1889. Mehrere Monate sind vergangen, seit den Ereignissen, die Whitechapel in Blut getaucht haben und das Leben geht wieder seinen normalen Gang für die armseligen, die hier zu Hause sind. Inspektor Frederick Abberline macht Jagd auf die Zuhälter, die ihre »Mädchen« Doppelschichten laufen lassen, um den von Jack verursachten Verdienstausfall wieder reinzuholen. Aber getrieben von seiner Besessenheit von Recht und Gesetz greift er zu Methoden, die für Scotland Yard zu unkonventionell sind, und sein treuer Gefährte, George Godley, warnt ihn. Es sei vielleicht an der Zeit zu verschwinden. Eine Serie von Morden, die in ihrer Vorgehensweise denen von Jack sehr ähnlich sind, wurde in Paris begangen. Während Abberline den Kanal überquert, um den Mörder aufzuscheuchen, wird Godley mit einer neuen Affäre betraut: Ein Arzt, der aufgeschlitzt in einem von innen verschlossenen Raum aufgefunden wird. Einziger Hinweis: Ein arkadisch-kyprisches Manuskript, das erschreckende Enthüllungen enthält. Zwei Untersuchungen, zwei Mörder. Alles ist miteinander verknüpft, das Hypnos-Protokoll ist der Schlüssel und Abberline muss der unerträglichen Wahrheit ins Auge schauen: Er ist Jack der Ripper.

Francois Debois, Jean-Charles Poupard: Jack the Ripper. Splitter, Bielefeld 2016. 112 Seiten. 22,80 Euro

 
 

305460Träume – Band 2: Celia (3. Auflage)

Die charmante Coraline wird als Betreuerin für den jungen Sohn eines reichen Herzogs engagiert. Ihr Auftrag ist es, den lernbegierigen und altklugen Vernère zu unterhalten. Der kleine und einfallsreiche Genius hasst jedoch Spiele und ist überaus unleidlich. Trotzdem versucht Coraline, ihren Schützling zu verstehen und wird dabei immer tiefer in die seltsame und überraschende Traumwelt des Herrenhauses hineingezogen. Und weder die garstige Gouvernante noch der glattzüngige Butler können sie davon abhalten, allnächtlich ihre eigenen, erotischen Traumeskapaden zu leben…

Denis-Pierre Filippi, Terry Dodson: Träume Bd. 2. Splitter, Bielefeld 2016. 56 Seiten. 13,80 Euro