Die Splitter-Neuheiten im Oktober 2016

309133-20151221150446Black Science – Buch 1: Der ewige Fall (1/X)

Grant McKay, der Anführer der Anarchistischen Liga der Wissenschaftler, hat das Unmögliche geschafft: Er hat das Geheminis Dunkler Materie entschlüsselt und mit seiner Schöpfung, dem »Pfeiler«, die Grenzen der Realität gesprengt. Doch etwas ist gründlich schiefgegangen, und Grants Crew treibt nun orientierungslos durch die Weiten des Eververse, wie schiffbrüchige, lebende Gespenster in einem unendlichen Ozean voller unbekannter Welten. Ihnen bleibt keine Wahl, als immer weiterzumachen. Die Frage ist: Wie weit zu gehen sind sie bereit, um wieder nach Hause zu gelangen?

Autor Rick Remender (»Low«, »The Last Days of American Crime«) präsentiert, zusammen mit dem Künstlerduo auf Superstar-Niveau Matteo Scalera (»Secret Avengers«, »Dead Body Road«) und Dean White (»Uncanny X-Force«, »Captain America«), mit »Black Science« ein überwältigendes Science-Fiction-Epos, das vor grenzenloser Vorstellungskraft, unerschöpflichem Grauen und endlosen Entdeckungen nur so strotzt.
Auch als eComic erhältlich!

Rick Remender, Dean White, Matteo Scalera: Black Science Buch 1. Splitter, Bielefeld 2016. 176 Seiten. 24,80 Euro

309118-20151221150434Insel der Frauen – Graphic Novel

Im Sommer 1914 haben die Bewohner einer abgelegenen bretonischen Insel genug mit dem Fischfang und der bevorstehenden Ernte zu tun. Die Ereignisse auf dem Festland kümmern sie wenig, erst recht nicht, was auf dem fernen Balkan passiert. Doch dann wird die Generalmobilmachung verhängt, und wie der Schulmeister sagt: »Keine Insel ist in Sicherheit vor einem Kontinent voller Dummköpfe.« Also ziehen die Männer in den Krieg, und zurück bleiben bloß Kinder, Alte und die Frauen. Und der junge Maël, der dank seinem Klumpfuß nicht kriegstauglich ist. Den Frauen obliegt es nun, die Lasten des Alltags ganz alleine zu bewältigen. Doch neben der harten Arbeit und der Sorge um ihre Angehörigen im Krieg empfinden es manche auch als Befreiung, ihr Leben selbst, ohne ständige männliche Bevormundung, in die Hand nehmen zu können. Auch für Maël bedeuten diese Umwälzungen eine Erlösung. Endlich ist er nicht mehr nur der Krüppel, der Außenseiter, von seinem Vater schikaniert. Und da man ihn als Postboten verpflichtet hat, fällt ihm eine Schlüsselrolle im insularen Kriegsalltag zu. Er bringt Nachrichten von der Front – oder auch nicht, wenn sie ihm allzu bedrückend erscheinen. Und nach und nach beginnen sich die Frauen zudem, für ihn als das letzte auf der Insel verbliebene männliche Wesen zu interessieren, wenn sie Trost brauchen, Zärtlichkeit suchen oder körperliche Nähe. Nicht lange, und Maël fängt an, seine Machtposition zu genießen, zumal der Krieg sich hinzieht. Doch irgendwann ist auch das vorbei…

Nach »Tatort Tahiti« ist es bereits das zweite Mal, dass Didier Quella-Guyot (Text) und Sébastien Morice (Zeichnungen) einen entlegenen, isolierten Schauplatz wählen für ein Drama in exotischer, wenn nicht extremer Besetzung. Das alles angesichts der Schrecken eines fernen, unfassbaren Krieges und ihrer verstörenden Auswirkungen auf jeden Einzelnen. So entsteht eine packende Geschichte gemischter Gefühle, die lange nachhallt – vor einer faszinierenden Landschaft im Hintergrund, voller betörend schöner Bilder.

Didier Quella-Guyot, Sébastien Morice: Insel der Frauen. Splitter, Bielefeld 2016. 128 Seiten. 19,80 Euro

309568-2016060310040810 Jahre Splitter: Zombies – Gesamtausgabe 1. Zyklus (limitierte Sonderausgabe)

Nicht nur auf der Leinwand, sondern auch im Comic treiben die Zombies ihr überaus vitales Unwesen. Der beste Beweis ist Olivier Perus und Sophian Cholets Bestseller-Serie „Zombies“. Für den großen Erfolg der Splatter-Mär gibt es zwei gute Erklärungen: Cholets meisterhafte Zeichenkunst und Perus geniales Storytelling. Das Künstlerduo macht keine Gefangenen. Zombies wie Menschen gehen blutig zu Werke, und es lässt sich nur schwer entscheiden, von wem eigentlich die größere Gefahr ausgeht. Zwischen den gesellschaftskritischen Meisterwerken des Genres – von George A. Romeros „Night of the Living Dead“ bis zu Danny Boyles „28 Days Later“ – ist „Zombies“ bestens aufgehoben.

Diese Gesamtausgabe enthält alle drei Bände des ersten Zyklus. Eine ausladende Fülle exklusiven Bonusmaterials rundet die bibliophile Edition dieses Meisterwerks des französischen Horrorcomics ab. Limitiert auf 1111 Exemplare!

Olivier Peru, Sophian Cholet: Zombies. Gesamtausgabe 1. Zyklus. Splitter, Bielefeld 2016. 176 Seiten. 44,80 Euro

309239-20151228102358Ringo – Gesamtausgabe Band 1 (1/2)

Als der Western à la Hollywood in den 60er-Jahren bereits in seine Spätphase eintrat, blühte er in Europa gerade erst auf. Im Kino etwa mit den beliebten Karl-May-Verfilmungen, zu denen sich bald darauf die Welle der Italowestern hinzugesellte. Im (west-)europäischen Comic indessen hatte zwar schon Mitte der 50er Jijés »Jerry Spring« den Vorreiter gegeben, und Parodien à la »Lucky Luke« gab es genug, doch erst 1963 startete mit »Blueberry« von Giraud und Charlier der franko-belgische Comic-Western schlechthin, und noch später folgten u. a. Hermanns »Comanche« oder »Durango« von Yves Swolfs.

Ganz vorne mit dabei war Ray Ringo. Bereits 1965 betrat der Wells-Fargo-Agent des belgischen Newcomers William Vance erstmals die Bildfläche. Und das selbstsicher und stilbewusst, mit deutlichem Seitenblick auf Sergio Leone: ein vielversprechender Ansatz. Den Vance nach nur zwei Alben leider zunächst nicht weiterverfolgte, da man ihn einerseits bat, den Abenteuerklassiker »Bob Morane« zu übernehmen, und er zugleich mit Greg die Agentenserie »Bruno Brazil« begann. Der Wilde Westen ließ ihn trotzdem nicht los. 1978 stieg Ringo ein drittes Mal in den Sattel (hier nun erstmals auf Deutsch in Albumform erhältlich), und darin klang bereits der elegische Spätwestern an, den Vance noch Anfang der 90er – parallel zu seinem größten Erfolg, dem Thriller »XIII« – mit den ersten beiden Bänden der »Marshal Blueberry«-Trilogie vorlegte.

Der kleine, aber feine »Ringo«-Zyklus ist so etwas wie eine kurzgefasste Vance-Werkschau, von den Anfängen bis zur Blütephase seiner Comic-Kunst. Und er präsentiert zudem Vance als den elegantesten Westerner östlich des Rio Pecos.

William Vance, André-Paul Duchâteau, Jacques Acar: Ringo. Gesamtausgabe Band 1. Splitter, Bielefeld 2016. 96 Seiten. 22,80 Euro

309243-20151228103242Die Saga von Atlas und Axis – Band 1 (1/X)

Die Welt von Pangea ähnelt eigentlich der unseren, bloß wie vor tausend Jahren. Man sieht kleine, mittelalterliche Dörfer, und irgendwo im Norden hausen Piraten, eine Art Wikinger, die diese Dörfer von Zeit zu Zeit plündern, niederbrennen und ihre Einwohner massakrieren oder verschleppen. Der große Unterschied zu unserer Welt: Sämtliche Bewohner Pangeas sind aufrecht gehende, sprechende Tiere, und das Sagen haben vornehmlich Hunde! So wie Atlas, ein pfiffiger, gewitzter Windhund, und sein bester Freund Axis, ein kleiner, drahtiger Terrier, der sich lieber auf seinen Instinkt verlässt. Durch Zufall bleiben die beiden als einzige verschont, als ihr Heimatdorf von fremden Räubern verwüstet wird, die obendrein die Schwester von Atlas entführen. Keine Frage, dass Atlas und Axis Rache schwören und sich auf die Verfolgung der Mordbrenner und Kidnapper begeben. Die einzigen Hinweise sind allerdings zunächst nur ein enormer Hundehaufen – und eine Wikingerfibel.

Paus Hundesaga ist wahrlich verblüffend. Ein echtes Mantel & Schwerter-Epos im lupenreinen Funnystil? Der Niedlichkeitsfaktor ist enorm. Dennoch geht es ziemlich handfest zur Sache, sodass diese Geschichte nichts für kleine Kinder ist. Abgesehen davon, sehen die Hauptdarsteller nicht bloß aus wie Hunde, sie verhalten sich bisweilen auch so, was für eine Menge unterhaltsamer Einlagen sorgt. Und das alles ist erst der Auftakt. Denn eigentlich hat Atlas noch eine ganz spezielle Mission: Es gilt, das Geheimnis des magischen Knochens zu ergründen – und so den legendären Fressnapf des Überflusses zu finden! Fortsetzung garantiert…

Pau: Die Saga von Atlas und Axis Band 1. Toonfish, Bielefeld 2016. 80 Seiten. 15,95 Euro

309119-20151221150946Der Erlöser – Band 1 (1/X)

Jean Ravelle, Boss der Ravel Corporation, ist reich, stinkreich. Und das darf man wörtlich nehmen, denn etwas ist faul in seinem Firmenimperium. Seine Milliarden hat er vorzugsweise in den wirtschaftlich aufstrebenden Schwellenländern gemacht und sich nicht zuletzt deshalb in Brasilien niedergelassen. Mit 25 war er bereit, alles zu tun, um der reichste Mann der Welt zu werden. So knüpfte er unter anderem Kontakte zu einem zweifelhaften, aber mächtigen chinesischen Geschäftsmann und heiratete gar dessen einzige Tochter und Erbin. Doch nun, zehn Jahre später, setzt er plötzlich alles daran, dem aggressiven Raubtierkapitalismus den Kampf anzusagen, der buchstäblich über Leichen geht, um seine Gier zu befriedigen. Dabei liegen ihm zum einen dessen schwächste Opfer am Herzen, misshandelte und missbrauchte Kinder. Zum anderen steht auch sein eigenes Leben auf dem Spiel, denn nachdem er auf offenbar illegale und tödliche Vorgänge in seiner Unternehmensgruppe gestoßen ist, will sein Kompagnon und Schwiegervater seinen Kopf. Ravelle kommt ihm jedoch zuvor – und stirbt… zum Schein.

»Der Erlöser« ist ein fesselnder Wirtschaftsthriller auf der Höhe der globalisierten Zeit. Stephen Desberg bringt dazu beste Voraussetzungen mit, setzt er doch in »I.R.$« schon seit Jahren immer wieder seinen Steuerfahnder Larry Max auf kriminelle Wirtschaftspraktiken an. Und dass Miguel Lalor gebürtiger Brasilianer ist, kommt der Schilderung der Schauplätze vor Ort zweifellos sehr entgegen. Eine spektakuläre Mischung aus Bond, Batman, Largo Winch… und viel, viel Geld.

Stephen Desberg, Miguel Lalor: Der Erlöser Band 1. Splitter, Bielefeld 2016. 48 Seiten. 14,80 Euro

309176-20151221150559Die schönen Momente – Graphic Novel

»In dem Augenblick, in dem sie uns zwischen den Fingern zerrinnen, erkennen wir, dass dies die schönen Momente waren.«

Unter diesem Motto hat Jim diesmal keinen Comic-Roman vorgelegt, sondern eine Sammlung von einem Dutzend kurzer Betrachtungen zu der Frage, was solch einen »schönen Moment« eigentlich auszeichnet. Die Antworten können unterschiedlicher kaum sein. Da gibt es die Lust am Abenteuer, wehmütige Erinnerungen, verpasste Gelegenheiten, kluge Zurückhaltung oder auch solche Situationen, die trotz bester Absichten fürchterlich schiefgehen. Sie alle eint das Phänomen, das die Menschen schon immer umtrieb, die Flüchtigkeit des Augenblicks, denn – so Nietzsche – »alle Lust will Ewigkeit«. Darum hat der moderne Mensch Smartphone und Selfie erfunden – und steht vor einem ganz neuen Problem: Wohin mit all den vermeintlich schönen Momenten, wenn das Telefon mitteilt, es habe nun schon 3500 Aufnahmen gespeichert und so langsam keinen Platz mehr? Oder woran erkennt man einen solchen Augenblick, wenn ihn kaum jemand liket?

Ein Kaleidoskop von Reflexionen, mal witzig, mal wehmütig oder auch weise. Ihnen allen gemein ist der sensible, einfühlsame Blick von Jim auf seine Figuren. Und als spezielles Bonbon für seine Fans ist auch Marie unter ihnen, die Hauptdarstellerin aus »Eine Nacht in Rom«.

Jim: Die schönen Momente. Bielefeld, Splitter 2016. 136 Seiten. 24,80 Euro

309175-20151221150614Superdupont Renaissance – Band 1 (1/X)

Superman, Captain America, Pegida et cetera… Es gibt genügend echte oder vermeintliche Übermenschen, die sich für die Verteidigung der echten oder vermeintlichen Werte der freien, westlichen Welt in jede erdenkliche Bresche werfen. Oder es zumindest lauthals behaupten. Das reicht aber noch lange nicht aus. Jedenfalls nicht, wenn man in jenem Winkel der Welt beheimatet ist, der sich gerne als Krone der Zivilisation begreift, die große Kulturnation. Klar, dass damit Frankreich gemeint ist und es um den Schutz der wahren, universalen Werte geht – nein, nicht Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (na gut, die auch), sondern Camembert, Rotwein, Baguette. Und diesen Schutz garantieren kann nur einer: Superdupont! Dieser französischste aller Superhelden, von einer Handvoll Gallier vor Urzeiten mal abgesehen auch der einzige, ist eine Schöpfung von Jacques Lob und Marcel Gotlib, hat mit unerschütterlichem Vertrauen in seine Herkunft und Bestimmung und einer ebensolchen Abneigung gegen alles Un-Französische bereits seit den 70er-Jahren erfolgreich alle Attacken der infamen Anti-France-Liga auf seine geliebte Heimat zurückgeschlagen. Und nun erlebt er eine triumphale Wiedergeburt, aus der Feder von niemand Geringerem als François Boucq!

In seiner langen Karriere haben schon viele verschiedene Zeichner Superdupont auf unterschiedlichste Art inszeniert, aber es dürfte wohl kaum einen Geeigneteren geben als Boucq, um dieses Hyperklischee eines französischen Spießers zu illustrieren. Hat er doch schon seit Jahren mit seinem Versicherungsvertreter im Leopardenmantel, Horst Katzmeier, bewiesen, dass er auch den banalsten Alltag zum Heldenepos hochzustilisieren versteht. Jetzt also Superdupont à la Boucq, sogar mal zwei, denn SD ist Papa geworden: Um die Grande Nation muss man sich keine Sorgen machen, solange sie sich diese Art von Humor leisten mag!

Marcel Gotlib, François Boucq: Superdupont Renaissance Band 1. Splitter, Bielefeld 2016. 64 Seiten. 15,80 Euro

309240-20151228102536Orphan Black – Band 2: Helsinki (2/X)

Schon jetzt zählt die kanadische SF-TV-Serie »Orphan Black« zu den Kritikerlieblingen der gegenwärtigen Fernsehproduktionen. Die Bilanz ist atemberaubend: rasant wachsende Zuschauerquoten, zahlreiche Preise und die jüngst abgesegnete Produktion einer vierten Staffel künden bereits von einem riesigen Publikumserfolg.

Um die Biografien der jeweiligen Klone weiter zu vertiefen, haben die »Orphan Black«-Autoren John Fawcett (zugleich Regissseur einiger TV-Episoden) und Graeme Manson eigens diese Comicserie geschrieben. Jedes Kapitel ist einem Klon gewidmet, von Helena bis Alison. So bietet die Comicserie den perfekten Einstieg für alle, die in das Orphan Black-Universum eintauchen wollen und ist gleichzeitig die ideale Ergänzung für alle Fans der TV-Serie, die es nach mehr »Orphan Black«-Stories dürstet.
Auch als eComic erhältlich!

Graeme Manson, Jody Houser, John Fawcett, Szymon Kudranski, Cat Staggs: Orphan Black Band 2. Splitter, Bielefeld 2016. 128 Seiten. 19,80 Euro

309109-20151208133417Dan Cooper – Gesamtausgabe Band 3 (3/12)

Er zählt zu den drei großen, klassischen Flieger-Assen der franko-belgischen Comics: Major Dan Cooper, Testpilot der Royal Canadian Air Force. In seiner fast vierzigjährigen Laufbahn hat er nahezu alles geflogen, was sich länger als drei Sekunden in der Luft halten kann. Und er hat Abenteuer nicht nur überall auf der Welt, sondern sogar darüber hinaus im Weltall erlebt – im Kampf mit Verbrechern, Verrätern, aber auch den Tücken der Technik. Dies ist das Verdienst vor allem eines Mannes: Albert Weinberg (1922-2011). Ende 1954 brachte er den Major und Luftfahrtingenieur zum ersten Mal an den Start, und bis 1992 sorgte er nicht nur für die sorgfältigen, technisch anspruchsvollen Zeichnungen, sondern er hat auch (fast) alle der spannenden Storys selber geschrieben. Lediglich bei drei von insgesamt 41 Episoden stieg Jean-Michel Charlier mit ins Comic-Cockpit, der ansonsten für die Fliegerkonkurrenten Buck Danny und Michel Tanguy zuständig war.

Auch in Deutschland waren die Abenteuer von Dan Cooper stets beliebt und wurden schon seit 1966 vielfach veröffentlicht, u. a. in »MV-Comix«, natürlich in »Zack«, bei Bastei etc. – woran es bislang allerdings mangelte, war eine übersichtliche, umfassende Edition all seiner Alben. Das wird nun mit der »Dan-Cooper-Gesamtausgabe« endlich nachgeholt, natürlich ergänzt um einige Kurzgeschichten, zusätzliche Informationen und Hintergrundmaterial – sowie einige Storys in deutscher Album-Erstveröffentlichung! Wenn das für Freunde des gediegenen Flieger-Comics kein Grund zum Abheben ist!

Albert Weinberg: Dan Cooper. Gesamtausgabe Band 3. Splitter, Bielefeld 2016. 216 Seiten. 29,80 Euro

309241-20151228102710Die Saga der Zwerge – Band 5: Tiss vom Schild (5/5)

»Die Saga der Zwerge« ist eine neue Konzeptserie, die ähnlich wie »Elfen« aus in sich abgeschlossenen Einzelbänden besteht, in denen unterschiedliche Schicksale und Aspekte verschiedener Völkerschaften erzählt werden, die zusammengenommen dennoch ein einziges, großes Panorama – hier: der Zwergenschaft – ergeben. Den Auftakt machen Nicolas Jarry (»Götterdämmerung«, »Troja«) und Pierre-Denis Goux (»Mjöllnir«) mit einem ungewöhnlichen, bemerkenswert nachdenklichen Band. Vier weitere von wechselnden Autorenteams werden folgen.

Nicolas Jarry, Nicolas Demare: Die Saga der Zwerge Band 5. Splitter, Bielefeld 2016. 56 Seiten. 14,80 Euro

309242-20151228102855Aquablue New Era – Band 4: Gan Eden (4/X)

Der brandneue Zyklus der berühmten Saga um den Helden Nao.

Fünfzehn Jahre sind vergangen, seitdem Nao die Wasserwelt Aquablue vor den Machenschaften von Texec gerettet hat, dem mächtigen Erd-Konzern, der den Planeten beinahe in eine Eiswüste verwandelt hätte. Während dieser Zeit hat er das Universum durchquert und ist einer gefährdeten Zivilsation und vom Aussterben bedrohten Rasse zu Hilfe geeilt. Doch die lange Abwesenheit hat ihn von seinem Sohn Ylo und seiner Frau Mi-Nuee entfremdet.

Müde geworden von all den Reisen, kehrt Nao endlich wieder auf seinen Planeten zurück, fest entschlossen, die Bande zu seiner Familie erneut zu festigen. Doch die Rückkehr in seine Heimat verläuft nicht so friedlich wie geplant. Eine unfassbare wissenschaftliche Entdeckung vereitelt sein Vorhaben, während finstere, aus der Vergangenheit auferstandene Schatten den Himmel von Aquablue verdunkeln…

Régis Hautière, Reno: Aquablue Band 4. Splitter, Bielefeld 2016. 48 Seiten. 14,80 Euro

309113-20151211164842Antares – Band 4 + 6 (4/6)

Entlegene Planeten, bizarre Pflanzen und Tiere und dazu Weltraumpioniere, die hin- und hergerissen sind zwischen faszinierenden Zukunftschancen und dem Ballast ihres menschlichen Erbes: Kein Zweifel, wir befinden uns im fantastischen SF-Epos der »Welten von Aldebaran« des Brasilianers Leo (»Centaurus«). Gegen Ende des 22. Jahrhunderts ist die Menschheit in der Lage, in entfernte Regionen des Universums vorzudringen und nach bewohnbaren Planeten zu suchen – gleichwohl ein gefährliches Unterfangen. Schon die erste Mission geriet ins Stocken, die zweite gar zu einem Fiasko. Die Besiedlung eines gänzlich anders gearteten Ökosystems voll unbekannter Gefahren birgt eben zahllose Risiken.

Im Mittelpunkt der weit ausgreifenden Erzählung steht die Biologin Kim Keller. Sie ist bereits auf einem kolonisierten Planeten, Aldebaran-4, aufgewachsen und nicht zuletzt deshalb mit den Eigenheiten exoterrestrischen Lebens bestens vertraut. Mehr noch: aus einem heimlichen Kontakt mit einem humanoiden Außerirdischen ging ihre Tochter Lynn hervor, die über einige sehr spezielle Eigenschaften verfügt. So findet sich Kim schließlich als Beraterin bei einer Expedition zu einem neuen erdähnlichen Planeten im Antares-System wieder. Diese steht jedoch von Anfang an unter keinem guten Stern…

309115-20151215104725Leo versteht es meisterhaft, aus einer konventionellen Space-Opera menschliche Dramen zu entwickeln, die zugleich auch gesellschaftlich bedeutsame Fragen berühren. In den »Welten von Aldebaran« staunt man darum nicht nur über eine exotische, außerirdische Flora und Fauna, sondern stößt auch auf allzu Bekanntes: menschliche Grundübel wie Sexismus, Militarismus und religiöse Fanatiker. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Geißeln der Menschheit selbst in zweihundert Jahren noch virulent sind, ist leider größer, als dass sie sich in Vernunft und Wohlgefallen auflösen – und somit auch die Möglichkeit, dass sie ins gesamte Universum ausstreuen. Leo hält mit einer humanen Botschaft überzeugend dagegen.

Leo: Antares Band 4 / Band 6. Splitter, Bielefeld 2016. Je 48 Seiten. Je 14,80 Euro

309123-20151211164921Namibia – Band 4: Episode 4 (6/6)

Unter der sengenden Sonne Südwestafrikas geschehen seltsame Dinge. Ein landwirtschaftliches Projekt wird von riesigen Raupen befallen. Und zur Begutachtung der Schäden steht mitten im Maisfeld – Hermann Göring, die ehemalige Nazi-Größe? Das erscheint nun wirklich unglaublich, denn schließlich schreiben wir das Jahr 1949. Und das heißt, Göring gilt seit drei Jahren als tot. Kein Wunder, dass sich der britische Geheimdienst einschaltet und Kathy Austin entsendet, um in Namibia nach dem Rechten zu sehen. Zwei Jahre zuvor hat die junge, attraktive Agentin immerhin die mysteriösen Vorfälle am Kilimandscharo aufgeklärt (s. den ersten Zyklus »Kenya«). Was sie nun an Ort und Stelle entdeckt – Rieseninsekten, ein ganzes Dorf, das von einer seltsamen Seuche befallen zu sein scheint –, stellt jedoch auch sie erst einmal vor ein komplettes Rätsel. Und dass der örtliche Repräsentant des MI6 sich als verbitterter Chauvinist und verbohrter Rassist erweist, macht ihre Ermittlungen nicht leichter.

Das »Centaurus«-Team Leo (»Antares«, »Aldebaran«) und Co-Szenarist Rodolphe (u. a. »Trent«, »Der Fall E. P. Jacobs«) haben diesmal eine Mystery-Story geschrieben, die wie ein kolonialer Agententhriller à la Graham Greene beginnt, von Bertrand Marchal entsprechend klassisch illustriert, um dann langsam, aber unaufhaltsam in Richtung Akte X einzuschwenken. Und so ist es nicht nur das Wüstenklima, das sämtliche Beteiligte mehr und mehr ins Schwitzen bringt. Gediegene Spannung garantiert.

Leo, Daniel Rodolphe, Bertrand Marchal: Namibia Band 4. Splitter, Bielefeld 2016. 48 Seiten. 14,80 Euro

309129-20151221154001Roma – Band 2: Siegen oder sterben (2/13)

Rom, die »ewige Stadt« – doch auch die wurde natürlich irgendwann einmal gegründet. Die bekannteste Legende dazu ist sicher die der Zwillinge Romulus und Remus, aufgezogen von einer Wölfin. Aber es gibt noch eine weitere, kaum weniger spektakuläre Sage, nach der Rom eine Gründung trojanischer Flüchtlinge um Aeneas gewesen sein soll. Der brachte bei dieser Gelegenheit angeblich das Palladium mit, eine mysteriöse Skulptur und je nach Standpunkt Segen oder Fluch für die Stadt, die sie beherbergt. Für die Familien Leo und Aquila, Nachkommen trojanischer Kriegshelden, ist das keine Frage, denn sie sind die ausersehenen Hüter der Statue und auf Gedeih und Verderb, für immer und ewig mit ihr verbunden – vom Anbeginn Roms durch die Jahrhunderte und Jahrtausende bis in die Zukunft. So weit erstreckt sich nämlich der Zyklus »Roma«, noch von Gilles Chaillet (»Vasco«, »Vinci«) konzipiert, der aber leider 2011 verstarb, bevor er dieses Projekt umsetzen konnte.

Darum wird nun in insgesamt 13 Bänden ein ganzes Autorenteam um Didier Convard & Co. mit wechselnden Zeichnern den Spuren des göttlichen Fluchs und der beiden Familien nachgehen und so ein faszinierendes Porträt der ewigen Stadt auf den sieben Hügeln entwerfen. Jeder einzelne Band beschäftigt sich mit einem herausragenden Ereignis, einer prägenden Person oder Phase der langen römischen Geschichte und kann für sich allein gelesen werden – ob es sich nun um die Antike mit Gestalten wie Cäsar oder Caligula handelt, das Mittelalter der Päpste, die Faschisten der Neuzeit oder sogar das, was womöglich eines Tages noch kommen mag. Ergänzt wird jede Erzählung zudem um einen ausführlichen historischen Anhang. Aber die großen Zusammenhänge erschließen sich natürlich erst, zieht man den Zyklus als Ganzes in Betracht.

Eric Adam, Pierre Boisserie, Didier Convard, Régis Penet: Roma Bd. 2. Splitter, Bielefeld 2016. 64 Seiten. 15,80 Euro

309195-20151223113634Morea – Band 6: Den Tod im Blut (6/X)

Im Jahr 2082 ist Kuba zum Dreh- und Angelpunkt der Weltwirtschaft geworden. An der Spitze der DWC, eines der mächtigsten multinationalen Konzerne der Welt, steht die junge Morea Doloniac. Doch was niemand ahnt – Morea ist tot! Zusammen mit ihrer ganzen Familie fiel sie einem brutalen Attentat zum Opfer.
Die Top-Managerin steht zwischen den Fronten eines infernalischen Krieges, den Engel und Drachen – mythische und doch höchste reale Wesen – seit Urzeiten auf dem Rücken der Menschen austragen.
Morea kämpft um ihr Leben und das ihre Freunde. Und sie sucht Antworten: Wieso musste ihre Familie sterben? Warum ist sie aller Vernunft zum Trotz noch am Leben? Die Antworten auf ihre Fragen könnten entscheidend sein für die Zukunft der Welt!

Christophe Arleston, Dominique Latil, Thierry Labrosse, Libessart: Morea Band 6. Splitter, Bielefeld 2016. 48 Seiten. 14,80 Euro

Die neuen eComics im Oktober!

306756Benni Bärenstark – Band 10: Benni macht das Rennen (10/X)

Benni ist ein kleiner, ganz normaler Junge – das heißt, er wäre es gern, ist er aber nicht, denn er ist unglaublich stark! Bäume ausreißen, höher als ein Haus springen, Autos mit bloßen Händen durch die Luft schleudern? Kein Problem für ihn – Schwierigkeiten bereitet ihm nur, seine Kräfte im Alltag richtig zu dosieren. Deshalb will auch niemand mit ihm spielen, denn alles, was er anfasst, geht nur allzu leicht kaputt. Zumindest solange er keinen Schnupfen hat, denn dann verlassen ihn seine Kräfte, und er ist wirklich nur ein braver, kleiner Junge, dem allerdings jede Art von schlechtem Benehmen oder gar kriminelle Machenschaften strikt zuwider sind. So gerät er stets aufs Neue in abenteuerliche Verwicklungen, bei denen er seine Superkräfte dann doch sinnvoll einsetzen kann, und wenn er schön darauf achtet, sich nicht zu erkälten, haben Schurken und Bösewichter gegen ihn kaum eine Chance.

Ein charmanter Klassiker Marke Peyo (»Johann und Pfiffikus«, »Die Schlümpfe«), den er zusammen mit Will und etlichen Kollegen schon in den 1960er-Jahren entwickelte, fortgesetzt von seinem Sohn Thierry Culliford mitsamt dem Studio Peyo.

Und inzwischen auch verfilmt: mit Star-Schauspieler Jean Reno (nein, nicht als Benni, sondern als dessen schurkischer Gegenspieler…).

Frédéric Jannin, Thierry Culliford, Pascal Garray: Benni Bärenstark Band 10. Toonfish, Bielefeld 2016. 48 Seiten. 5,99 Euro. eComic

309240-20151228102536Orphan Black – Band 2: Helsinki (2/X)

Schon jetzt zählt die kanadische SF-TV-Serie »Orphan Black« zu den Kritikerlieblingen der gegenwärtigen Fernsehproduktionen. Die Bilanz ist atemberaubend: rasant wachsende Zuschauerquoten, zahlreiche Preise und die jüngst abgesegnete Produktion einer vierten Staffel künden bereits von einem riesigen Publikumserfolg.

Um die Biografien der jeweiligen Klone weiter zu vertiefen, haben die »Orphan Black«-Autoren John Fawcett (zugleich Regissseur einiger TV-Episoden) und Graeme Manson eigens diese Comicserie geschrieben. Jedes Kapitel ist einem Klon gewidmet, von Helena bis Alison. So bietet die Comicserie den perfekten Einstieg für alle, die in das Orphan Black-Universum eintauchen wollen und ist gleichzeitig die ideale Ergänzung für alle Fans der TV-Serie, die es nach mehr »Orphan Black«-Stories dürstet.

Graeme Manson, Jody Houser, John Fawcett, Szymon Kudranski, Cat Staggs: Orphan Black Band 2. Splitter, Bielefeld 2016. 128 Seiten. 14,99 Euro. eComic

309133-20151221150446Black Science – Buch 1: Der ewige Fall (1/X)

Grant McKay, der Anführer der Anarchistischen Liga der Wissenschaftler, hat das Unmögliche geschafft: Er hat das Geheminis Dunkler Materie entschlüsselt und mit seiner Schöpfung, dem »Pfeiler«, die Grenzen der Realität gesprengt. Doch etwas ist gründlich schiefgegangen, und Grants Crew treibt nun orientierungslos durch die Weiten des Eververse, wie schiffbrüchige, lebende Gespenster in einem unendlichen Ozean voller unbekannter Welten. Ihnen bleibt keine Wahl, als immer weiterzumachen. Die Frage ist: Wie weit zu gehen sind sie bereit, um wieder nach Hause zu gelangen?

Autor Rick Remender (»Low«, »The Last Days of American Crime«) präsentiert, zusammen mit dem Künstlerduo auf Superstar-Niveau Matteo Scalera (»Secret Avengers«, »Dead Body Road«) und Dean White (»Uncanny X-Force«, »Captain America«), mit »Black Science« ein überwältigendes Science-Fiction-Epos, das vor grenzenloser Vorstellungskraft, unerschöpflichem Grauen und endlosen Entdeckungen nur so strotzt.

Rick Remender, Dean White, Matteo Scalera: Black Science Buch 1. Splitter, Bielefeld 2016. 176 Seiten. 16,99 Euro. eComic