Die Splitter-Neuheiten im Dezember 2016

309615-20160630132104Tomboy – Graphic Novel

Franck ist alles andere als ein netter Typ. Er hat schon Dutzende erledigt, abgeknallt, ohne zu zögern – ein echter Profi. An den Weihnachtsmann hat er noch nie geglaubt. Darum hätte er gleich misstrauisch sein müssen, als man ihm diesen faulen Job anbot, gegen doppelte Bezahlung. Aber das Erwachen fällt noch um einiges heftiger aus, als er sich das jemals erträumt hätte: Innerlich ist er noch immer derselbe, aber äußerlich steckt er nun im Körper einer Frau! Die Rache für eins seiner begangenen Verbrechen, gar keine Frage. Und sein folgender Rachefeldzug ist nun zugleich die Suche nach seiner Identität.
Der Regie-Altmeister Walter Hill hat das Action-Genre – zumindest in Hollywood – maßgeblich mitbestimmt, von »Driver« über »Red Heat« bis »Shootout – Keine Gnade«. Und »Tomboy« ist nach »Querschläger« bereits die zweite Comic-Adaption eines Originaldrehbuchs von ihm. Wieder von Matz scharfkantig in ein Comic-Szenario gegossen und durch Jef hypnotisch illustriert. Ein heißer Stoff, den auch Hollywood nicht links liegen lassen konnte: Die Verfilmung mit Michelle Rodriguez und Sigourney Weaver ist bereits in Arbeit, die Premiere fürs Frühjahr 2017 vorgesehen.

Walter Hill, Matz, Jef: Tomboy. Splitter, Bielefeld 2016. HC, 128 Seiten. 24,80 Euro

309772-2016081516062410 Jahre Splitter: Der Mörder, den sie verdient – Gesamtausgabe (limitiert auf 1111 Exemplare!)

Alex liebt den Skandal – kein Wunder, sein bloßes Dasein, seine Existenz an sich ist schon skandalös. Im Wien von 1900 lebt er als dekadenter, zynischer Dandy in den Tag hinein, vor allem aber in den Abend und die Nacht. Er kann es sich leisten, er kann sich alles leisten, denn er ist reich, unanständig reich. Und genauso benimmt er sich auch. Die kleinen Aufreger der besseren Kreise, etwa der Streit um neue Kunststile, ringen ihm nur ein müdes Lächeln ab, lieber entfacht er gleich einen handfesten Skandal. Aber auch das langweilt ihn längst, er sucht die pure Provokation, will echte Emotionen, die verdorbene Gesellschaft an einer Stelle treffen, wo es ihr wirklich wehtut. Und dazu schmiedet er einen perfiden Plan: Er pickt willkürlich einen arglosen, armen Burschen aus der Masse heraus, dem er erst den Kopf verdreht, ihn an den Freuden des Luxus, eines sorglosen Lebens teilhaben lässt – um ihn dann brutal fallen zu lassen. Seine Idee ist, dass dieser junge Mann in seiner Wut, aus Enttäuschung heraus Rache nimmt an der dekadenten, korrupten Gesellschaft der k.u.k.-Monarchie. Aber er hat nicht unbedingt damit gerechnet, dass dieser zuallererst ihn selbst – seinen ehemaligen Wohltäter und jetzigen Peiniger – zur Verantwortung ziehen will. Geschweige denn, dass der blindwütige Rachefeldzug zu einer blutigen Katastrophe anwächst, weil er skrupellose Kräfte auf den Plan ruft, mit denen man sich besser nicht anlegt. Doch Viktor, das manipulierte Opfer, das zum Täter wird, ist nicht gewillt, so einfach vor die Hunde zu gehen – in dieser Hinsicht geht die Rechnung von Alex auf. Aber muss er am Ende womöglich auch selbst einen Preis zahlen, den er nicht mit seiner scheinbar unerschöpflichen Geldbörse begleichen kann?
Limitiert auf 1111 Exemplare!

Wilfrid Lupano, Yannick Corboz: Der Mörder, den sie verdient. Gesamtausgabe. Splitter, Bielefeld 2016. HC, 240 Seiten. 59,80 Euro

309213-20161115154154Die Zwerge – Band 2: Der Thronanwärter (2/X)

Markus Heitz’ im Jahr 2003 veröffentlichter Roman »Die Zwerge« (dem bis 2008 noch drei weitere »Zwerge«-Werke folgten) zählt zu den erfolgreichsten deutschen Fantasy-Romanen und befand sich über Monate auf den Belletristik-Bestsellerlisten. Für Heitz selbst markierte die Veröffentlichung den endgültigen Durchbruch als Autor. Es folgten Hörbuch-Adaptionen und spektakulär inszenierte Lesungen, die einem aufwändigen Theaterstück glichen.

Konzipiert als vierbändige Reihe (die nach Abschluss zudem um eine Gesamtausgabe im Graphic Novel-Format ergänzt werden soll) beginnt nun beim Splitter Verlag die nächste mediale Übersetzung des ersten Buchs: Der spektakuläre Überlebenskampf der Zwerge, deren Land von gleich drei gewaltigen Kräften bedroht wird – den Trollen, den Ogern und den Orks –, hält nun auch im Comic Einzug.

In Zusammenarbeit mit Szenarist Yann Krehl (»Das Wolkenvolk«, »Frostfeuer«) wird Zeichner Che Rossié den Roman in vier Alben adaptieren. Ein atemberaubendes Comicdebut des bislang hauptsächlich im Rollenspiel-Segment tätigen Mönchen­glad­bachers.

Markus Heitz, Yann Krehl, Che Rossié: Die Zwerge Bd. 2. Splitter, Bielefeld 2016. HC, 64 Seiten. 14,80 Euro

309624-20160630130659Ferne Welten – Episode 1 (1/5)

Der Weltraum, undendliche Weiten und die unbändige Lust, aufregend neue, völlig andersartige Welten zu entdecken, erkunden und letztlich zu besiedeln: Das ist das Leitmotiv von Leo, wie er es in seinem Hauptwerk, den exotischen Welten von »Aldebaran« bis »Antares«, oder jüngst mit »Centaurus« entfaltet. Und wie der Titel schon verspricht, macht auch »Ferne Welten« da keine Ausnahme. Dennoch verschiebt Leo ein wenig den Fokus und zeigt nun einen entlegenen Planeten, Altair 3, auf dem die Menschheit bereits seit einigen Jahrzehnten Fuß gefasst hat. Und genau dort macht sich der junge Neuankömmling Paul auf die abenteuerliche Suche nach seinem Vater… Eine Entdeckungsreise durch eine Gesellschaft im Werden, die bis an deren Ränder führt und darüber hinaus und vor allem dort immer wieder zum Staunen einlädt, angesichts einer fremdartigen, fantastischen Fauna und Flora. Faszinierend!

Leo, Icar: Ferne Welten Bd. 1. Splitter, Bielefeld 2016. HC, 48 Seiten. 14,80 Euro

309614-20160630132151Die schwarzen Moore – Einzelband

Das Aubrac ist eine karge, nahezu menschenleere Hochebene, von der man sich bis heute noch die Geschichte von der Bestie im angrenzenden Gévaudan erzählt, einem wolfsartigen Ungeheuer, dem im 18. Jahrhundert binnen weniger Jahre an die hundert Menschen zum Opfer fielen. Diese schroffe Einöde zieht den Fotografen Antoine immer wieder in ihren Bann, aber eines Abends wird er von aufziehendem Nebel und der einsetzenden Dunkelheit überrascht. Nun beginnt ein nervenzerreißendes Kammerspiel, von Bec meisterhaft klaustrophobisch-paranoid inszeniert, während irgendetwas Undefinierbares ums Haus streift…

Christophe Bec: Die schwarzen Moore. Splitter, Bielefeld 2016. HC, 64 Seiten. 15,80 Euro

309617-20160630111444Der Henker – Band 1: Göttliche Gerechtigkeit? (1/3)

Er nennt sich der »Henker von Paris«, und er handelt in göttlichem Auftrag. Zumindest zieht er es vor, das zu glauben. Und wenn es nicht Gott selbst ist, dann ist da zumindest das »Parlament«, das ihm sagt, wer sterben muss. Den Rest erledigt er mit Hilfe seiner »Gabe«, die ihn nahezu unbesiegbar macht und dafür sorgt, dass ihm kein Todeskandidat entkommt. Er hat eine harte Schule durchlaufen, um zu dieser Gewissheit zu gelangen. Und doch nagen manchmal Zweifel an ihm. Als dann ein ihm ebenbürtiger Gegner auftritt, der seine Unfehlbarkeit massiv attackiert, muss er sich selbst und seine Rolle als Rächer in Frage stellen. Eine Art Superheld im mittelalterlichen Gassengewirr von Paris, eine Mischung aus Batman und Glöckner von Notre-Dame: eine packende Parabel um Macht und Manipulation. Und letztlich große Gefühle…

Mathieu Gabella, Julien Carette: Der Henker Bd. 1. Splitter, Bielefeld 2016. HC, 56 Seiten. 14,80 Euro

309616-20160630132008Die Opalwälder – Gesamtausgabe Band 1-3 (1/X)

Die Welt von Opal ist vollkommen bedeckt mit mächtigen Wäldern jeglicher Spielart, vom Dschungel bis zur Taiga. Ihre unterschiedlichen Bewohner haben sich ihrer jeweiligen Umgebung perfekt angepasst, aber sie alle eint, dass sie der finsteren Tyrannei der Priesterschaft des – ausgerechnet! – Lichts unterworfen sind. Ihnen bleibt nur die Hoffnung auf eine Prophezeiung, wonach eines Tages ein Abkömmling von Cohars dem Ketzer für die Rückkehr der Titanen sorgen wird, um die Tyrannen zu beseitigen. Und als Darko, Sohn eines Brillenmachers, durchschaut, dass diese Weissagung auf ihn hinausläuft, bricht er mit einer Handvoll Getreuer auf, um sich seinem Schicksal zu stellen. Klar, dass dies den Hohepriestern ganz und gar nicht gefällt – und somit ein opulentes Fantasy-Spektakel seinen unwiderstehlichen Lauf nimmt!

Christophe Arleston, Philippe Pellet: Die Opalwälder Bd. 1-3. Splitter, Bielefeld 2016. HC, 160 Seiten. 34,80 Euro

309622-20160630130958Die Maske des Fudo – Band 1: Nebel (1/4)

Der junge Shinnosuke entstammt der Kaste der Ausgestoßenen und wächst in einem mittelalterlichen Japan auf. Aber erst als er in einem verlassenen Tempel eine hölzerne Maske entdeckt, findet er Mut und Kraft, um sich wirksam gegen seine Diskriminierung zur Wehr zu setzen.
Fünf Jahre nach seinem fulminanten Japan-Epos »Die Legende der scharlachroten Wolken« hat Saverio Tenuta wieder selbst zur Zeichenfeder gegriffen und legt die Vorgeschichte zu General Fudo vor, dem dämonischen Gegenspieler seines Helden Raido aus den »Scharlachroten Wolken«. Und wieder sieht es nach einem ganz großen Wurf aus, einer meisterlichen Verschmelzung traditioneller japanischer Mystik und Zeichenkunst mit modernen Erzählmethoden.

Saverio Tenuta: Die Maske des Fudo Bd. 1. Splitter, Bielefeld 2016. HC, 48 Seiten. 14,80 Euro

309625-20160630134702Agent 327 – Band 20: Der Daddy Vinci Code (20/X)

O. O. Eisenbrot ist der Mann für alle Fälle des niederländischen Geheimdienstes. Und angesichts der Überschaubarkeit seines Heimatlandes wenn nicht der einzige, so doch auf jeden Fall der beste. Egal, ob es darum geht, illegale Machenschaften zu stoppen, einen fiesen Diktator zu ärgern oder wahnsinnige Verschwörer aus dem Verkehr zu ziehen – Eisenbrot alias Agent 327 ist stets zur Stelle und sorgt dafür, dass das kleine Königreich hinterm Deich wie auch der Rest der Welt ruhig schlafen können. Es sei denn, Olga Lawina kommt ihm in die Quere, (Ex-)Kollegin aus der Schweiz, multitalentiert, um nicht zu sagen, in vielerlei Hinsicht überragend. Martin Lodewijks irrwitzige Agenten-Parodie rettet die Welt – und hat dabei sogar den Fall des Eisernen Vorhangs unbeschadet überstanden.

Martin Lodewijk: Agent 327 Bd. 20. Toonfish, Bielefeld 2016. HC, 48 Seiten. 13,95 Euro

309327-20160707162921Murena – Band 2 (Kapitel 3+4, 1. Zyklus) (2/4)

Lucius Domitius Ahenobarbus, der nachmalige Nero, gilt als einer der berüchtigtsten in der an zweifelhaften Gestalten nicht gerade armen Ansammlung römischer Kaiser. Der Nachwelt in Erinnerung geblieben ist er vor allem als derjenige, der die Stadt Rom angezündet haben soll. Dabei hat er sich selbst eher als Künstler gesehen, doch seine skrupellose, machthungrige Mutter setzte alles daran, dass ihr einziger Sohn eines Tages den Thron besteigen würde. Und so trat er, kaum siebzehnjährig, nach dem ebenso plötzlichen wie fragwürdigen Ableben seines Stief- und Adoptivvaters, des Kaisers Claudius, dessen Nachfolge an.

Jean Dufaux (»Giacomo C.«, »Kreuzzug«, »Conquistador« etc.) und Philippe Delaby (»Die Ritter des verlorenen Landes«) haben exakt dieses düster schillernde Kapitel der römischen Kaiserzeit gewählt, um mit »Murena« ein packendes historisches Drama zu inszenieren, das geschickt geschichtliche Fakten und Fiktion miteinander verwebt. Im Mittelpunkt steht neben Nero vor allem der gleichaltrige Lucius Murena, mit ersterem anfangs durchaus befreundet. Er gerät jedoch schon früh in die tödlichen Intrigen bei Hofe und wird so zum erbitterten Gegner Neros, der mehr und mehr dem Cäsarenwahn verfällt. Das alles präsentieren Dufaux und Delaby vor einem detaillierten Panorama der antiken Lebenswelt, penibel recherchiert und akribisch umgesetzt. Und nebenbei geben sie auch noch eine Antwort darauf, wer nun Rom wirklich angezündet hat. Und warum. Schon heute ein Klassiker des History-Comics.

Jean Dufaux, Philippe Delaby: Murena Bd. 2. Splitter, Bielefeld 2016. HC, 128 Seiten. 24,80 Euro

309621-20160630131151Alice Matheson – Band 3: Rettet Amy! (3/6)

Alice Matheson ist eine kompetente und außerdem recht attraktive Krankenschwester, die ebenso gut als Ärztin hätte arbeiten können – das Zeug dazu hat sie. Aber sie nutzt ihre Talente – die Intelligenz, Kalkül und Entschlossenheit – lieber im Verborgenen, um ihrer wahren Leidenschaft nachzugehen: Sie ist ein »Todesengel«, eine kaltblütige Killerin, die ihre Opfer unter den Sterbenskranken im St. Mary’s Hospital in London sucht.
Ihr Doppelleben verändert sich jedoch schlagartig, als die erste von ihren »Patienten« trotz der tödlichen Dosis, die sie ihr gerade verabreicht hat, kurz danach wieder aufsteht. London steht am Beginn einer verheerenden Zombie-Epidemie, und das Hospital befindet sich im Brennpunkt des Geschehens. Das ist selbst für eine Serienmörderin eine irritierende Situation. Zumal es für Alice Matheson bedeutet, dass sie sich nun vor zwei Seiten in Acht nehmen muss: vor den Lebenden und den Toten.

Jean-Luc Istin (u. a. »Das Fünfte Evangelium«, »Die Nacht der lebenden Toten«) erzählt, angelegt auf sechs Bände, eine fesselnde, verstörende Geschichte, die einen noch lange verfolgt. Zumal Philippe Vandaëles gekonnte Illustrationen für eine Atmosphäre aus kalter Erbarmungslosigkeit und permanenter Anspannung sorgen, die die Leserinnen und Leser sofort in ihren Bann schlagen. Zum Glück wird man nicht lang auf die Fortsetzung warten müssen: Istin und sein Team wechselnder Zeichner sorgen dafür, dass die Spannung nicht abreißt!

Jean-Luc Istin, Zivorad Radivojevic: Alice Matheson Bd. 3. Splitter, Bielefeld 2016. HC, 48 Seiten. 14,80 Euro

309618-20160630131912Gloria Victis – Band 3: Nemesis (3/X)

Es begab sich zu einer Zeit vor bald 2000 Jahren, dass Männer zu Legenden wurden, indem sie ihr Leben riskierten, um das Volk zu zerstreuen. Mythische Wagenlenker, die gleich Apollon auf ihren Streitwagen saßen und in der Arena gegeneinander antraten.
Dies ist die Geschichte eines dieser Helden: Aelio Hemmeros, vielleicht der beste Streitwagenfahrer aller Zeiten.
Sein Mythos lebt in den Erinnerungen jener, die ihn in der Arena sahen und Zeugen seiner Niederlagen und Siege, seines vergossenen Blutes und vor allem seines Ruhmes wurden…

Juanra Fernández, Mateo Guerrero, Javi Montes: Gloria Victis Bd. 3. Splitter, Bielefeld 2016. HC, 48 Seiten. 14,80 Euro

309619-20160630131700Odyxes – Band 2: Gestrandet am Meer (2/2)

Oscar Rimbaud ist Medizinstudent in Paris. Doch erwacht er eines schönen Morgens in der Haut eines Flottenkapitäns im antiken Griechenland! Alles um ihn herum erscheint so real, dass es sich kaum um einen Traum handeln kann. Und dann war da dieses seltsame Mädchen, das er im Krankenhaus getroffen hat und das ihn mit zu sich nach Hause genommen hat… In der Zwischenzeit aber sitzt er in einem ägyptischen Hafen fest und muss einen Weg finden, seine Männer wieder nach Griechenland zurückzubringen. Dazu bedient er sich seines modernen Wissens. Oscar, nun zu Odyxes geworden, wird mit allen Mitteln versuchen, in einer rauen Welt zu überleben, die weit komplexer ist, als er es sich vorgestellt hatte.

Mit seiner neuen Mini-Serie erweist sich der Erfinder des Troy-Universums Arleston abermals als der größte Geschichtenerzähler seiner Generation!

Christophe Arleston, Steven Lejeune: Odyxes Bd. 2. Splitter, Bielefeld 2016. HC, 48 Seiten. 14,80 Euro

309623-20160630130849Roma – Band 3: Tötet Cäsar (3/13)

Rom, die »ewige Stadt« – doch auch die wurde natürlich irgendwann einmal gegründet. Die bekannteste Legende dazu ist sicher die der Zwillinge Romulus und Remus, aufgezogen von einer Wölfin. Aber es gibt noch eine weitere, kaum weniger spektakuläre Sage, nach der Rom eine Gründung trojanischer Flüchtlinge um Aeneas gewesen sein soll. Der brachte bei dieser Gelegenheit angeblich das Palladium mit, eine mysteriöse Skulptur und je nach Standpunkt Segen oder Fluch für die Stadt, die sie beherbergt. Für die Familien Leo und Aquila, Nachkommen trojanischer Kriegshelden, ist das keine Frage, denn sie sind die ausersehenen Hüter der Statue und auf Gedeih und Verderb, für immer und ewig mit ihr verbunden – vom Anbeginn Roms durch die Jahrhunderte und Jahrtausende bis in die Zukunft. So weit erstreckt sich nämlich der Zyklus »Roma«, noch von Gilles Chaillet (»Vasco«, »Vinci«) konzipiert, der aber leider 2011 verstarb, bevor er dieses Projekt umsetzen konnte. Darum wird nun in insgesamt 13 Bänden ein ganzes Autorenteam um Didier Convard & Co. mit wechselnden Zeichnern den Spuren des göttlichen Fluchs und der beiden Familien nachgehen und so ein faszinierendes Porträt der ewigen Stadt auf den sieben Hügeln entwerfen.

Jeder einzelne Band beschäftigt sich mit einem herausragenden Ereignis, einer prägenden Person oder Phase der langen römischen Geschichte und kann für sich allein gelesen werden – ob es sich nun um die Antike mit Gestalten wie Cäsar oder Caligula handelt, das Mittelalter der Päpste, die Faschisten der Neuzeit oder sogar das, was womöglich eines Tages noch kommen mag. Ergänzt wird jede Erzählung zudem um einen ausführlichen historischen Anhang. Aber die großen Zusammenhänge erschließen sich natürlich erst, zieht man den Zyklus als Ganzes in Betracht.

Eric Adam, Pierre Boisserie, Didier Convard, Annabel: Roma Bd. 3. Splitter, Bielefeld 2016. HC, 64 Seiten. 15,80 Euro

309388-20160404093647Aeropostale – Band 3: Paul Vachet (3/4)

Der junge Paul Vachet träumte schon in jungen Jahren davon, Luftfahrer zu werden! Als er dann 18 Jahre ist, willigt seine Mutter ein, dass er sich in der Armee verpflichtet. Wir schreiben das Jahr 1915, und der Erste Weltkrieg wütet. Dank seiner Entschlossenheit gelangt Paul endlich ans Ziel seiner Träume und erhält seinen Militärpilotenschein. Auf gefährliche Mission über Deutschland entsandt, wird er mit dem ruhmreichen Kriegsverdienstkreuz geehrt. Doch sein Gesundheitszustand verschlechtert sich, und er muss die Armee überstürzt verlassen. Nach einigen Jahren im »Zivilleben« tritt Paul der Gesellschaft Latécoère bei – der künftigen Aéropostale – und befliegt schnell die als besonders gefährlich geltenden spanischen Linien, bevor er nach Südamerika geschickt wird, um dort neue Luftfahrtlinien zu etablieren. Allerdings wird die Karriere von Paul Vachet von zahlreichen spektakulären Unfällen gesäumt.

Christophe Bec, Patrick A. Dumas: Aeropostale Bd. 3. Splitter, Bielefeld 2016. HC, 56 Seiten. 14,80 Euro

309620-20160630131318Morea – Band 7: Der Zorn der Engel (7/X)

Kuba ist im Jahr 2082 der Dreh- und Angelpunkt der Weltwirtschaft, die von mächtigen multinationalen Konzernen beherrscht wird. An der Spitze eines dieser einflussreichen Konsortien steht die junge Morea Doloniac, nachdem ihre ganze Familie einem brutalen Attentat zum Opfer fiel. Und sie selber auch! Doch stellte sich dabei heraus, dass Morea unsterblich ist… Sie zählt zur außerirdischen Spezies der »Drachen«, die einst vor ihren erbitterten Widersachern, den »Engeln«, auf die Erde flohen.
Dort geht der mörderische Kampf mit unverminderter Härte weiter. Die erste Runde ging jedoch klar an Morea und ihre Freunde, und nicht zuletzt dank ihrer Ressourcen als potente Wirtschaftslenkerin haben die Drachen nun erstmals die Chance, selber in die Offensive zu gehen. Aber die alten Feinde schlafen nicht, und sie bekommt es zudem mit neuen Gegnern zu tun, wie etwa einer Fraktion fanatischer Drachen, die sich gegen ihre Pläne stellen. Abgesehen davon, braucht sich eine Top-Managerin nie um mangelnden Widerspruch zu sorgen. Um sich zu behaupten, muss Morea also erneut alle Register ziehen. Genau wie ihre Schöpfer Scotch Arleston und Dominique Latil als Autoren sowie – neu dabei – Laurent Libessart am Zeichenstift. Auch sie geizen nicht mit ihren Reizen, ganz wie ihre Heldin. Die perfekte Mischung aus Fantasy, SF und einer kräftigen Dosis Wirtschaftskrimi.

Dominique Latil, Laurent Libessart: Morea Bd. 7. Splitter, Bielefeld 2016. HC, 48 Seiten. 14,80 Euro