GOTLIB (1934-2016)

Marcel Gotlib (eigentlich Gotlieb) war einer der größten Humoristen, den die französische Comickultur hervorgebracht hat. Sein Name wird immer mit dem von ihm gegründeten satirischen Magazin „Fluide Glacial“ in Verbindung gebracht werden.

Er wurde als Sohn des  rumänischen Juden Ervin Gotlieb und der ungarischen Jüdin Régine Gotlieb geboren. Sein Vater wurde 1942 verhaftet und starb im Konzentrationslager Buchenwald. Die Mutter versteckte Marcel und seine Schwester Liliane auf einem Bauernhof im Eure-et-Loir.

Gotlibs Comickarriere begann in den späten 1950ern. Ab 1962 arbeitete er für das Magazin „Vaillant“, für das er den Hund Gai-Luron erfand, der in Deutschland als „Witzbold“ bekannt wurde. 1965 wechselte er zu „Pilote“, wo er gemeinsam mit René Goscinny die „Dingodossiers“ anfertigte. 1972 entstanden die ersten Episoden der Reihe „Superdupont“, die er gemeinsam mit Jacques Lob schrieb. Im selben Jahr kam es auch zum Eklat mit „Pilote“-Chefredakteur Goscinny. Gotlib, Claire Bretécher und Nikita Mandryka verließen das Magazin, weil sie der Ansicht waren, dass der Asterix-Schöpfer mit ihren satirischen Ansätzen nichts anfangen konnte und wollte. Gemeinsam gründeten sie das Magazin „L’Écho des Savanes“, das Gotlib 1975 wieder verließ, um sein eigenes Magazin „Fluide Glacial“ ins Leben zu rufen. Hier erschienen weitere Folgen von „Superdupont“ und ab 1976 „Peter Pervers“.

1991 erhielt Gotlib für sein Lebenswerk den „Grand Prix du Salon international de la Bande Dessinée of Angoulême“.

Gotlib starb am 4. Dezember im Alter von 82 Jahren.

Foto via Le Figaro.