BELLA CIAO – Eine Geschichte ohne Worte

bella-ciao-cvrDer italienische Künstler Maurizio A.C. Quarello erzählt aus dem Leben seiner Großeltern, die zum Ende des Zweiten Weltkriegs voneinander getrennt wurden, weil der Mann an den Partisanenkämpfen teilnahm, die bei der fünftägigen Schlacht um Turin gipfelte, nach der die Wehrmacht in Italien besiegt war.

Den historischen Kontext liefert ein erklärender Text im Anhang. Hier erfährt man auch, was es mit „Bella Ciao“ auf sich hat: Das ist das bekannteste Lied der Partisanen.

Quarello hat die Geschichte in mehrere Kapitel unterteilt, mit denen er zeigen will, wie das Leben damals aussah. Vom nächtlichen Angriff auf einen Lieferwagen der Wehrmacht über die Razzia im Haus des Partisanen, Momenten kurzen Glücks und schließlich der Trennung, als der Mann zur letzten großen Schlacht aufbricht.

Der Künstler bedarf für seine Erzählung keine Worte. Er lässt die Bilder sprechen, die einen sehr eigenen, aber eindringlichen Stil haben und die Gefühle der Protagonisten sehr gut spürbar werden lassen. Das ist im Grunde so, als würde man einen modernen Stummfilm sehen. Der Verzicht auf ein Element – hier die Sprache – fordert den Leser damit heraus, sich intensiver mit den Bildern zu befassen und so eine ganz neue Wertschätzung für das Medium Comic zu erlangen.

Maurizio A.C. Quarello: Bella Ciao. Jacoby & Stuart, Berlin 2017, 96 Seiten, € 20,–