„Ghost in the Shell“ – Nachschlag fürs Heimkino

ghost_in_the_shell__arise_border12_dvd_standard_889853970599_2d-600x600Die 1980er-Jahre waren das Cyberpunk-Zeitalter schlechthin: In den USA startete William Gibson seine Karriere und hinterließ mit Romanen und Kurzgeschichten wie „Neuromancer“, „Johnny Mnemonic“ oder „New Rose Hotel“ im Science-Fiction-Genre dinosauriergroße Fußstapfen. Die Japaner jubelten dem Manga-Künstler Masanori Ōta zu, der unter dem Pseudonym Masamune Shirow mit Titeln wie „Appleseed“ oder „Dominion“ große Erfolge verbuchen konnte und 1989 mit „The Ghost In The Shell“ sein absolutes Meisterwerk vorlegte, dass allerspätestens 1995 mit der genialen Adaption von Mamoru Oshii („Patlabor“ 1+2, „The Sky Crawlers“) zum weltweiten Kult wurde.

Die extrem detailverliebte Geschichte über die Jagd der, von Majorin Motoko Kusanagi angeführten, Anti-Terroreinheit „Public Security Section 9“ nach dem übermächtig erscheinenden Hacker „Puppet Master“, begeistert auch heute noch mit ihrem Mix aus Hightech-Themen und Philosophie, abgeschmeckt mit einem Schuss Action, Erotik und Humor – das eigentlich Erstaunliche aber:

Wie jeder Hit wurde auch „The Ghost In The Shell“ zur Franchise ausgebaut. Allerdings wirtschaftete man den Titel eben nicht – wie von Hollywood nur allzu gewohnt – mit extra-hohlen, lieblosen Sequels runter, sondern behielt einen relativ hohen Qualitätsstandard bei, man kann sich den mittlerweile zahlreichen Folgeprodukten fast durch die Bank widmen ohne Befürchtungen haben zu müssen, einen mittelschweren Hirnschaden davonzutragen. Gerade heutzutage echt ungewöhnlich!

ghost_in_the_shell__arise_border1_ghost_pain__border2_ghost_whispers_szenenbilder_07-600x600

Seit dem 30.03.2017 läuft die obligatorische, allerdings dieses Mal auch verhältnismäßig spät eintrudelnde, US-Big-Budget-Adaption des Stoffs im Kino und strategisch geschickt bietet Universum den Fans genau einen Tag später an, eventuelle Frustrationen über den Kinofilm beim Kauf von „Ghost In The Shell – Arise: border 1+2“ (wie gehabt auf DVD oder Blu-ray) wieder abzubauen.

Hierbei handelt es sich um ein zwischen 2013 und 2015 in Japan veröffentlichtes „Re-Imagining“, dass – mit kompletten neuen Charakter-Designs – davon erzählt, was die junge Motoko Kusanagi so alles in der Zeit vor der Gründung der „Public Security Section 9“ erlebt hat.

Natürlich, Weiterführungen dieser Art müffeln immer etwas, trotzdem kann man auch hier locker und lässig davon ausgehen, dass lange Gesichter vor dem Bildschirm ausbleiben, denn mit Tô Ubukata („Mardock Scamble“) wurde einem kompetenten Autoren die inhaltliche Seite anvertraut, die Trailer sind schick und die bisherige Resonanz fällt auch positiv aus!

Universum veröffentlicht die ersten beiden spielfilmlangen Episoden (hier „borders“ genannt) „Ghost Pain“ und „Ghost Whispers“ in einem Set und das zu einem okayen Preis.

„Ghost In The Shell – Arise: border 1+2“ ist ab dem 31.03.2017 von Universal auf DVD und Blu-ray erhältlich.