BLACK MAGICK – Tagsüber Cop, nachts Hexe

Black_Magick_01_kleinJemand mit so einem Namen muss einfach ein Doppelleben haben: Tagsüber ermittelt die attraktive, junge Frau Rowan Black als Angehörige des Raub- und Morddezernats für die Polizei von Portsmouth, nachts steht sie allerdings im Wald und praktiziert mit ihrem Geheimbund längst vergessene, bizarre Rituale. Rowan Black ist eine Hexe, verbirgt das aber wohlweißlich, man weiß ja nie, Scheiterhaufen und so. Das klappt an sich prima, bis sie zu einem Einsatz an einem Imbiss gerufen wird. Ein Geiselnehmer will unbedingt mit ihr sprechen, alleine, was natürlich für Bedenken sorgt, allerdings bietet der psychisch vermeintlich schwer gestörte Mann an, alle Geiseln freizulassen, wenn man seinem Wunsch nachkommt. Doch das Zusammentreffen geht schief – der mysteriöse Fremde steht offenbar unter dem Einfluss von sinistren Kräften, die Black ans Leder wollen, was diese aber dank ihrer eigenen Magie erstmal abwehren kann: Rowan White, so der mysteriöse Name des schwer Verstörten, geht in Flammen auf. Nach dem Ereignis muss die toughe Polizistin so einiges erklären, will aber selbst auch so einiges wissen…

Die Grundidee von „Black Magick“ ist zugegebenermaßen nicht allzu originell. Staatsdiener, die in geheimnisvoller Doppelfunktion unterwegs sind, gibt’s häufiger, aber Greg Rucka („Lazarus“, „Wonder Woman“) geht auch hier wieder seiner Vorliebe für starke und unabhängige Frauen nach und schafft es aus Rowan Black einen interessanten, greifbaren Charakter zu formen, der galant Klischees umschifft: So ist die schwarzhaarige Schönheit mit den immer leicht verträumten Augen nur in der Welt der Menschen die knallharte Ermittlerin, die so leicht nichts aus den Boots haut. In der Welt der Hexen offenbart sie eine weitaus sanftere Seite, was auf jeden Fall neugierig macht auf die weitere Entwicklung dieser Figur. Beim Plot an sich handelt es sich um klassische, mit Fantasy-Elemente vermischte Krimi-Kost, die – wie es sich für einen ersten Band gehört – erstmal die Figuren in Stellung bringt und kommende Entwicklungen anteasert. Das ist, vor allem dank dem Hauptcharakter, jederzeit interessant und macht auch dank den grandiosen schwarz-weiß Zeichnungen von Nicola Scott („Secret Six“) Spaß, denen etwas von einem alten Fotoalbum anhaftet, wobei das Ganze immer wieder mit farbigen Einsprengseln (die allesamt mit Magie zu tun haben) aufgelockert wird, als ganz grober Vergleich bietet sich die Verfilmung von Frank Millers „Sin City“ (2005) an.

Eine Leseprobe gibt es hier.

Greg Rucka, Nicola Scott: Black Magick – Buch 1: Das Erwachen. Splitter, Bielefeld 2017, 138 Seiten, € 19,80