Roger Moore (1927-2017)

Der beste Bond ist immer der Bond, mit dem man aufgewachsen ist. Ich war eigentlich viel zu jung, um 1977 „Der Spion, der mich liebte“ im Kino zu sehen, aber mein Vater sagte: „Quatsch, der Junge muss Bond sehen.“ Und dann saß ich da im Kino zwischen all den Erwachsenen und war völlig platt. U-Boote, die von Tankern geschluckt werden! Ein Kerl mit Stahlgebiss! Ein Auto, das taucht! Eine Unterwasserstation! Pyramiden! Haie! Und Barbara Bach!

Und vor allem: Roger Moore. Smart. Ironisch. Überheblich. Steif wie ein Brett. Sagenhaft.

Wie, Sean Connery? Damals gab es keine Videotheken, kein Netflix und im Fernsehen liefen die alten Filme nicht. Connery kannte ich nur aus Illustrierten, der war mir völlig egal. Und später war er einfach der Vorgänger von Moore, der „alte“ Bond, der Bond für die Generation meiner Eltern. Und für Leute, für die das Alte immer automatisch das Bessere ist.

Roger Moore war 007 und „Der Spion, der mich liebte“ ein unglaublicher Film. Selbst Carly Simons Titelsong konnte ich etwas abgewinnen und das war eigentlich so gar nicht meine Musik. Und erst das Bond-Thema! Meine Güte, das alles war wirklich perfekt für kleine Jungs.

Heute ist Roger Moore im Alter von 89 Jahren in der Schweiz gestorben. Das ist ein trauriger Tag, ein Tag, an dem man wirklich Abschied von jemandem nimmt, der die Kindheit mitgeprägt hat. Seine sieben Bond-Filme sind keine Meisterwerke der Filmkunst, natürlich nicht. Aber wunderbare Augenöffner und grandiose Zeugnisse ihrer Zeit.

Abb. © 1977 – MGM