JAMES BOND 007: HAMMERHEAD – Raketen lassen grüßen

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Reguläre Ausgabe

Willkommen zur dritten Runde der James-Bond-Comic-Reaktivierung. Dieses Mal bekommt es der knarrenschwingende Womanizer mit dem radikalen Antikapitalisten Kraken zu tun, der es auf den Rüstungskonzern Hunt Engineering abgesehen hat, denn der Konzern soll die veralteten Trident-Atomraketen Großbritanniens austauschen. Bond kriegt den Auftrag Kraken schachmatt setzen, doch als 007 den Konzern etwas genauer unter die Lupe nimmt, stößt er auf ein neues Waffensystem mit Namen Hammerhead, das an Großbritanniens zum Teil ganz schön zweifelhafte Verbündete verkauft werden soll und dann ist da noch Hunts schöne Tochter, die den Geheimagenten ordentlich einwickelt, allerdings nicht gerade mit offenen Karten spielt…

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Limitierte Ausgabe

Nachdem in den ersten zwei Bänden Warren Ellis und Jason Masters die Fäden zogen, wurde der Staffelstab nun an Andy Diggle („Batman Confidential“, „The Losers“) und an den bisher eher unbekannten Luca Casalanguida übergeben, die einen Tick von der bisherigen Spur abweichen, aber trotzdem am Kern haften bleiben. Hatte sich der Vorgänger „Eidolon“ im Verhältnis zum ersten Band „Vargr“ wie „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) zu „Dr. No“ (1962) angefühlt, ist man mit „Hammerhead“ nun bei der spätestens mit „Goldfinger“ (1964) eingeleiteten Ära des „Pop-Bond“ angelangt, ohne allerdings die zum Teil sehr überdrehte, fast komödiantische Natur der Filme zu übernehmen. „Hammerhead“ fühlt sich aber trotzdem, nicht zuletzt dank der etwas bunteren, wärmeren, einen winzigen Tick expressiveren Zeichnungen, der „typischeren“ Action (unter anderem kommt ein Haifisch zum Einsatz), etwas freundlicher, zugänglicher, als die Vorgänger an, was sich auch in der Figur von Bond manifestiert: Der ist zwar nach wie vor ein ruppiger Zeitgenosse, schwankt aber nicht mehr auf der Grenze zum Psychopathen wie bei Ellis.

Das sind aber nur leichte Akzentverschiebungen, die dem Vergnügen natürlich keinen Abbruch tun, denn „Hammerhead“ ist rasant, unterhaltsam und auch amüsant (besonders schön: „Eine Imperialistin. Darauf hätte ich kommen können. Wer VICTORIA heißt…“ – „Meine Freunde nennen mich TORY.“ – „Dann will ich nicht wissen, wie Ihre Feinde Sie nennen.“); wer Bond mag, wird auch hier erneut voll und ganz auf seine Kosten kommen. Ein weiterer Teil einer wunderbaren Serie, die uns hoffentlich noch lange erhalten bleibt und auch durchaus eine ernstzunehmende Alternative zur Leinwand-Inkarnation darstellt.

Andy Diggle, Luca Casalanguida: James Bond 007 – Hammerhead. Splitter, Bielefeld 2017. 144 Seiten, € 19,80

Andy Diggle, Luca Casalanguida: James Bond 007 – Hammerhead – Limitierte Ausgabe. Splitter, Bielefeld 2017. 176 Seiten, € 34,80