SDCC 2017 – Die wichtigsten Trailer zu Comic-Umsetzungen

Die San Diego Comic Con 2017 ist vorbei. Die weltweit größte Messe rund um Comics und vorwiegend amerikanische Popkultur war und ist eines der weltweit wichtigsten Events für die Unterhaltungsindustrie. Wurden vor der wegweisenden „Iron Man“-Verfilmung im Jahre 2008 noch Stimmen laut, der Anteil an Filmen und Fernsehserien werde viel zu groß für eine Messe, die sich einst dem Medium Comic verschrieben hatte, ist die Situation neun Jahre später auf eine bizarre Art und Weise gekippt. Zwar nehmen diese bewegten Medien nach wie vor den auffallend größten Anteil der Aufmerksamkeit, der Panels und Präsentation in San Diego ein, allerdings basiert ein wahnsinnig hoher Anteil davon inzwischen auf Comic-Büchern. Verrückt.

Das Informationszeitalter und seine irrsinnig schnelle Verbreitung von Informationen bringen allerdings mit sich, dass es im Grunde keine echten Überraschungen auf der Messe geben konnte. Das Zeitalter der Leaks sorgt für politische Transparenz, verdirbt uns aber manchmal auch die kindliche Vorfreude auf neue Filme, Serien oder Comics. Natürlich freuten sich anwesende Besucher darüber, zu den ersten Menschen gehören zu dürfen, die einen ersten Einblick in heiß erwartete Helden-Streifen wie „Avengers: Infinity War“, „Ant-Man & Wasp“ oder „Aquaman“ zu bekommen. All diese erstmals der Öffentlichkeit vorgestellten Filmtrailer haben bislang auch nur in qualitativ schlechter, wenige Einblicke gewährender Form ihren Weg ins Internet gefunden, weshalb wir hier auf die Vorstellung dieser verwackelten, traurigen Pixelsuppen verzichten. So macht das doch keinen Spaß. Den hatte dafür ein ausgewähltes Publikum, das mehr als ein halbes Jahr vor dessen Veröffentlichung Berichten zufolge eine Testvorführung von Marvels „Black Panther“ genießen durften. Was „Captain Marvel“ angeht sind wir nur um die Information reicher, dass Marvels erster Film um eine Titelheldin Anfang der Neunziger spielen soll. Ob das reichen wird, um den Begeisterungsstürmen auf die Konkurrenz durch „Wonder Woman“ das Wasser reichen zu können?

Wirklich neu waren im Grunde nur die Bestätigungen zweier schon länger kursierenden Filmgerüchte. Zum einen sollen Harley Quinn und der Joker in einem „Suicide Squad“-Spinoff tatsächlich auf die Leinwand zurückkehren, zum anderen wird Spawn-Schöpfer Todd McFarlane selbst Regie bei einer neuen Verfilmung seines düsteren Antihelden führen. Das verkündete er gemeinsam mit IMDB-Moderator, Popkultur-Guru und Filmemacher Kevin Smith, der seinerseits verantwortlich für die TV-Umsetzung der Spawn-Cops „Sam & Twitch“ sein wird. Ein möglicher Hinweis auf eine inhaltliche Vernetzung des Films mit der Serie? Produziert wird der brutal und düster konzipierte Streifen übrigens von „Blumhouse“, die mit Horroschockern wie „Insidious“ oder kürzlich mit dem Multipersönlichkeits-Thriller „Split“ bewiesen haben, wie sehr sie sich auf gruselige und verstörende Stoffe verstehen.

Während die Comic-Themen der Comic-Con sich nun also auf Bildschirme und Leinwände verlagern, bietet sich ein trauriges, noch weniger überraschendes Bild, wenn man auf die Berichterstattung der Comicbücher selbst schaut. Selbstredend werden sich auch in DCs neuem „Metal“-Event Perlen und lesenswerte Highlights befinden. Genau wie in Marvels auffallend an DCs „Rebirth“ erinnernder „Legacy“-Offensive. Im Grunde befinden sich Heldencomics derzeit aber in einem Strudel aus kommerziell begünstigenden Leinwandanpassungen und inzwischen häufig unfreiwillig komisch wirkendenden, jedesmal „alles verändernden“ Mega-Events im gezeitengleichen Wechsel mit konträr verlaufenden Retro-Initiativen wie eben „Rebirth“ oder „Legacy“. Alles neu – Alles klassisch – Alles neu – Alles klassisch…

Im Ansatz aufregend scheint bislang im Grunde nur Geoff Johns kontrovers beäugtes „Doomsday Clock“ hervor, dass Alan Moores legendäre „Watchmen“ endgültig mit dem DC-Universum der Justice League verschmelzen soll. Davon ab sind es vor allem Ankündigungen von unerwarteten Fortsetzungen, die für ein kurzes Aufhorchen sorgten. Etwa die Bestätigung des Gerüchts, dass Frank Miller an einer „Jahr Eins“-Story über Superman arbeitet, dass Grant Morrison seine erfolgreichen Graphic Novels „Arkham Asylum“ und „Wonder Woman: Erde Eins“ fortsetzen will. Oder dass ein letzter Band von Alan Moores „Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ erscheinen soll. Allesamt die Fortsetzungen oder Wiederholungen einzelner, großer Geschichten, die einst viel Anklang bei Käufern und Kritik fanden…

Mit Sicherheit sind auch dieses Jahr viele tolle neue Comics in San Diego präsentiert worden. Diese Juwelen werden aber erst in mittel- bis langfristiger Zukunft zu Tage gefördert werden müssen. Wenn das Spektakel der Filme etwas verhallt ist, die im Moment die Medienlandschaft auf eine wahnsinnig aufregende Art und Weise umgestalten und Raum für mutige, wilder Geschichten bieten. Jetzt muss die Industrie nur gut aufpassen, nicht in die gleiche Endlosschleife zu geraten, die den amerikanischen Heldencomic aktuell am kreativen Wachstum hindert…

KINGSMAN – The Golden Circle:

THOR – Ragnarok:

JUSTICE LEAGUE:

DEATH NOTE:

INHUMANS (Staffel 1):

LEGENDS OF TOMORROW (Staffel 3):

GOTHAM (Staffel 4):

ARROW (Staffel 6):

THE FLASH (Staffel 4):

BLACK LIGHTNING (Staffel 1):

SUPERGIRL (Staffel 3):

DEFENDERS (Staffel 1):

THE WALKING DEAD (Staffel 8):

HAPPY! (Staffel 1):