CALIBAN – Odyssee ins Grauen

Laut der gewohnt informativen Einleitung von Christian Endres gab Regisseur Ridley Scott mit seiner damaligen Ankündigung wieder zur „Alien“-Franchise zurückkehren zu wollen, Garth Ennis den Anstoß zu „Caliban – Odyssee ins Grauen“, denn Ennis machte sich nach der Ankündigung von Scott eine Menge Gedanken über das mögliche Endergebnis, als dann aber 2012 „Prometheus – Dunkle Zeichen“ veröffentlicht wurde, stellte er fest, dass das Resultat in eine ganz andere Richtung geht, als erwartet, sich mittlerweile aber soviel Ideen angesammelt hatten, dass diese locker für eine eigene Story reichen, die zwar in bester „Alien“-Tradition daherkommt, aber voll und ganz auf eigenen Beinen steht.

„Caliban“ wurde in den USA bereits 2015 veröffentlicht, Panini legt erst jetzt nach, dafür aber passenderweise nachdem Ridley Scott vor kurzen mit „Alien: Covenant“ die Kult-Franchise endgültig in den Abgrund geschubst hat; „Caliban“ fühlt sich da – obwohl natürlich kein Teil der Serie – ein bisschen wie eine nachträgliche Wiedergutmachung für den enttäuschten Kinobesuch im Mai an.

Erzählt wird vom titelgebenden Raumschiff, das in der Lage ist durch Wurmlöcher gewaltige Distanzen im All zurückzulegen, dabei aber eines Tages mit einem anderen, sehr gewaltigen Raumschiff zusammenstößt; ein Raumschiff, in dem das Böse lauert….

Mehr muss man im Prinzip nicht dazu sagen, klaustrophischer Science-Fiction-Horror in allerbester Tradition des Vorbilds von 1979, der auf Stimmung und Spannung anstatt auf oberflächliches Getöse setzt, darüber hinaus aber auch nicht versäumt eine eigene Duftmarke zu hinterlassen, so fächert Ennis eine ganz eigene Monster-Mythologie auf und – der eigentlich Clou – unterfüttert seinen Reißer mit einer tragisch verlaufenden Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen.

Scott sollte demnächst mal Ennis anklingeln, eventuell gibt’s noch Rettung…

Garth Ennis, Facundo Percio: Caliban – Reise in das Grauen. Panini, Stuttgart 2017. 180 Seiten, € 19,99