Neue BARBARELLA-Comics

Im Schatten der sexuellen Revolution erschuf der französische Künstler Jean-Claude Forest 1962 die freizügige, ja regelrecht befreite Science-Fiction-Heldin Barbarella. Sechs Jahre später inspirierten die Comics über ihre ebenso galaktischen wie erotischen Abenteuer, die erst in Frankreich und später in den USA auf den Seiten bekannter Comic-Magazine abgedruckt wurden, das berühmte B-Movie mit Jane Fonda in der Hauptrolle, das heute Kultstatus genießt.

Der amerikanische Verlag Dynamite, bei dem Lizenz-Comics hoch im Kurs stehen, kündigte bereits 2016 an, eine neue „Barbarella“-Serie starten zu wollen. Den 55. Geburtstag der Heldin in diesem Jahr feiert man also mit den ersten neuen Panel-Geschichten seit 35 Jahren und gleichzeitig mit den ersten Barbarella-Storys überhaupt, die direkt auf dem US-Markt herauskommen. Als Autor war von Anfang an der Brite Mike Carey vorgesehen, der u. a. „X-Men“, „Hellblazer“, „The Unwritten“ und „Lucifer“ geschrieben hat und dessen postapokalyptischer Roman „Die Berufene“ vor Kurzem als „The Girl with all the Gifts“ verfilmt wurde. Nun steht auch der Zeichner fest, bei dem es sich um den türkischen Comic-Veteran Kenan Yarar handelt, der bisher hauptsächlich in seiner Heimat publizierte.

Das Cover und die ersten Beispielseiten des „Barbarella“-Revivals wissen zu gefallen, da man optisch deutlich der europäischen bzw. der frankobelgischen Science-Fiction-Tradition innerhalb der neunten Kunst folgt, was letztlich nur recht und billig ist – gut möglich, dass Luc Bessons „Valerian“-Verfilmung sowie die damit einhergehende Wiederentdeckung der Comics in den Staaten an dieser Front sogar noch etwas nachgeholfen haben.

Das erste US-Heft von Dynamites „Barbarella“ soll im Dezember erscheinen.