PUNISHER – Netflix bestraft seine Zuschauer

Als Figur gibt es ihn schon seit 1974, als er in den Seiten von Amazing Spider-Man debütierte. So richtig ab ging es aber erst Mitte der 1980er, als „Antihelden“ plötzlich das Ding der Stunde waren, als Batman zum „Dark Knight“ wurde und die „Watchmen“ die Welt in Staunen versetzte. Nahezu zeitgleich drehte auch der „Punisher“ so richtig auf. Eine Miniserie von Steven Grant und Mike Zeck wurde zum Megaseller und schon bald erschienen vier Serien monatlich. Irgendwann war der Blutdurst dann gesättigt, bevor „Preacher“-Autor Garth Ennis zwischen 2000 und 2008 eine Strecke vorlegte, die längst Klassiker-Status hat.

Auch ins Kino schaffte es der Rächer. Sogar dreimal. Erst war es Dolph Lundgren (1989), dann Thomas Jane (2004) und schließlich Ray Stevenson (2008), aber keine der Verfilmungen überzeugte und für Diskussionsstoff sorgte höchstens das Ausmaß des Blutzolls.

Jetzt versucht sich also Netflix nach „Daredevil“, „Jessica Jones“, „Luke Cage“, „Iron Fist“ und „The Defenders“ an dem krassen Stoff rund um Frank Castle, dem einsamen Rächer, der nach dem gewaltsamen Tod seiner Familie die Unterwelt das Fürchten lehrt. Diesmal schlüpft Jon Bernthal (den mancher gewiss noch aus frühen Episoden von „The Walking Dead“ kennt) in die bleihaltige Rolle und gerade wurde nach viel Anteaserei ein langer Trailer der Serie veröffentlicht, die (vermutlich) ab November gestreamt wird.