UNDEAD MESSIAH – Zombie-Manga aus der Schweiz

Tim ist bei seinen Mitschülern als absoluter Spinner verschrien. Sein ganzes Leben widmet er der Idee, eine Zombie-Apokalypse könne tatsächlich ins Haus stehen. Deshalb verschlingt der Teenager Unmengen an Filmen, Videospielen und sonstigen Medienerzeugnissen, um auch bloß für den möglichen Ernstfall gewappnet zu sein. Dass es so schnell losgehen würde mit dem Ende der Welt, das hätte er sich aber trotzdem nicht träumen lassen…

Selbstverständlich müssen in einer Zombiegeschichte auch die Fetzen fliegen. Und trotz aller Flammenwerfer-Action und dramatischen Verluste bleibt „Undead Messiah“ dabei im Rahmen der Thematik überraschend jugendfreundlich. Und das ist gut so, schließlich sind Zombies als Kulturphänomen auch in Handy-App initiierter Knuddeloptik auch bei jüngeren Medienkonsumenten angekommen.

Dieser erste von drei Bänden ist also ein spannendes Coming-of-Age-Abenteuer, das die Zombie-Thematik nicht als generische Ausrede missbraucht, um exzessive Gewalt an menschenähnlichen Protagonisten zeigen zu können, sondern als Motiv für das Mobbing, dem der unfreiwillige Held Tim ausgesetzt ist. Ebenfalls positiv fällt in „Undead Messiah“ auf, dass die Handlung in der Schweiz, der Heimat der Autorin Gin Zarbo spielt. „Kamo – Pakt mit der Geisterwelt“, der einige Monate zuvor erschienene Manga von Gins Schwester Ban Zarbo, spielte ebenfalls bereits dort, in „Undead Messiah“ liegt aber ein wahrnehmbar höheres Augenmerk darauf.

Ein vermeintliches Detail, das aber vor allem beweist, dass die europäische, beziehungsweise deutschsprachige Mangaka-Szene ihren Kinderschuhen entwächst und symbolisch zeigt, dass Manga bei uns kulturell angekommen sind. Sie werden nicht länger nur adaptiert. Sie werden hier auch erschaffen und finden bei uns statt.

Gin Zarbo: Undead Messiah 1. Tokyopop, Hamburg 2017. Taschenbuch, 200 Seiten, 6,95 Euro.

Weitere Manga-Eigenproduktionen von Tokyopop-Deutschland:

„Goldfisch“ von Nana Yaa
„Kamo – Pakt mit der Geisterweilt“ von Ban Zarbo