DER NASSE FISCH auf Englisch

Seit 2008 lässt der deutsche Romanautor Volker Kutscher seinen Kommissar Gereon Rath im politisch brisanten, korrupten, glamourösen und sündigen Berlin der goldenen 1930er Jahre ermitteln. Comic-Künstler Arne Jysch hat den ersten komplexen Hardboiled-Fall „Der nasse Fisch“ dieses Jahr bei Carlsen auf 200 Seiten in überzeugenden Graustufenbildern gut adaptiert. Am 13. Oktober feiert auf dem Pay-TV-Sender Sky unter dem Titel „Babylon Berlin“ außerdem die kostspielige Fernsehserien-Interpretation von Raths Fällen ihre Premiere (ins deutsche Free-TV kommt „Babylon Berlin“ wohl erst Ende 2018, da die ARD das Ganze allein nicht hätte in diesem Umfang finanzieren können). Bereits vor der Ausstrahlung wurden die internationalen Rechte u. a. nach Großbritannien verkauft, in den USA startet die mit Spannung erwartete historische Krimi-Serie auf Netflix.

Das hat auch Auswirkungen auf Arne Jyschs Comic, der sozusagen auf der babylonischen Welle mitschwimmt. Der Londoner Verlag Titan Comics bringt „Der nasse Fisch“ ab Januar 2018 unter dem Titel der TV-Serie auf Englisch heraus – kurioserweise in der recht jungen Comic-Reihe „Hard Case Crime“. Die wiederum speist sich aus den Stoffen und der Geisteshaltung der gleichnamigen amerikanischen Buchreihe. In dieser erscheinen seit 2004 Romane, die in der Tradition der schnellen, geradezu pulpigen Krimi-Taschenbücher der 1940er, 1950er, 1960er und 1970er stehen, wobei die grellen Titelbilder sogar den Covern von früher nachempfunden sind (auf Deutsch kamen einige der Bände bei Rotbuch). In der dem Hardboiled- und dem Noir-Krimi verschriebenen Reihe finden sich u. a. Werke von Mickey Spillane, Max Allan Collins, Stephen King, Ken Bruen, Jason Starr, Lawrence Block, Donald E. Westlake und anderen.

Titans Comic-Imprint brachte bisher eine Panel-Adaption von Christa Fausts Hard-Case-Crime-Roman „Peepland“, aber auch die englischsprachigen Fassungen von Walter Hills Panel-Geschichten „Querschläger“ und „Tomboy“ oder Comic-Originale wie „Normady Gold“ von Megan Abbott sowie einen brandneuen „Quarry“-Comic von Max Allan Collins und „Orphan Black“-Zeichner Szymon Kudranski. Der Heftserialisierung folgte bisher immer ein Paperback-Sammelband, und so dürfte es bei „Der nasse Fisch“ ebenfalls sein.