die neunte • Der (fast) tägliche Überblick

 

Liebe Leser,

hier kommt wieder der (fast) tägliche Überblick von „die neunte“ mit aktuellen Links aus Presse, Funk und Web – heute vom 7. August 2018.


TV • RADIO

05.08.2018 • BR Bayern 2 Radio – kulturWelt:
COMIC KLASSIKER „SPIROU IN BERLIN“ ERSTMALS AUF DEUTSCH • Moderatorin Judith Heitkamp im Gespräch mit dem Comic-Zeichner • „(…) Seitdem ich in Berlin lebe, ist mir auch klar geworden, dass der Mauerfall auch genau konkret was mit meiner Familie zu tun hat. Denn meine Mutter ist mit ihrer Familie damals aus der DDR geflohen, was in der Familie lange keine Thema war und erst mit meinem Wechsel nach Berlin auf einmal so aufploppte. Und seit dem beschäftige ich mich damit (…) Wenn ich mir so eine historisch konkrete Zeit raussuche, dann möchte ich auch bitte so weit das möglich ist darüber korrekt erzählen. Also Dinge, die so zumindest passiert sein könnten (…)“ • http://t1p.de/47v0

05.08.2018 • rbb inforadio – Quergelesen:
„SPIROU“ VON FLIX: COMIC-LEGENDE KOMMT NACH OST-BERLIN • von Nadine Kreuzahler • Ein hellblauer Trabi fliegt über die Mauer, vom Osten in den Westen, drin sitzen Spirou, der Hotelpage, und sein Freund, der Reporter Fantasio, an seiner Hand Pips, das Eichhörnchen. Aus einem Koffer, den sie dabei haben, fallen Diamanten. Das ist das Titelbild des neuen Comic-Abenteuers „Spirou in Berlin“. Der neue Band ist eine kleine Sensation. Zum ersten Mal durfte ein Deutscher eine Folge des franko-belgischen Klassikers zeichnen • http://t1p.de/grpd (ca. ab der 11. Min., online bis 05.08.2019)

05.08.2018 • DLF Kultur – Fazit:
GEGEN DIE MISSACHTUNG DES WEIBLICHEN KÖRPERS • Moderatorin Sigrid Brinkmann im Gespräch mit der Regisseurin Barbara Miller über deren Dokumentation „Female Pleasure“ • „(…) Die Manga-Künstlerin Rokudenashiko aus Japan berichtet in dem Film von Comics, in denen Kinder vergewaltigt werden. Zensur? Fehlanzeige. Der 3D-Print ihrer eigenen Vagina wurde hingegen als Straftat gewertet, Rokudenashiko musste sich vor Gericht verantworten. ‚Es ist ein unglaublicher Widerspruch. Die japanische Gesellschaft ist sehr besessen von Sexualität und von Pornografie, aber die weibliche Lust oder das weibliche Sexualorgan, das weibliche Empfinden hat in dieser Kultur einfach keinen Platz’ (…)“ • http://t1p.de/eojw (Audio-Version online bis 11.02.2019)


PRESSESCHAU

02.08.2018 • Die Zeit:
BILDER STATT WORTE • Jana Gioia Baurmann porträtiert den Unternehmer Jacob Blackstock, der mit sogenannten Bitmojis Millionen verdient und über seine Comic-Leidenschaft Auskunft gibt – passend dazu ging der „Zeit“-Fotograf mit ihm in den Berliner Comic-Laden „Black Dog Comics“ • „(…) Seit seiner Kindheit glaubt Jacob Blackstock an die Kraft von Comics – und machte daraus ein Geschäft. 100 Millionen Dollar bekam er dafür (…) Im selben Jahr wuchs die Beliebtheit von Bitmoji rasant, Ende 2017 verkündete Apple, Bitmoji sei die am häufigsten heruntergeladene App weltweit. ‚Comics sind eine Universalsprache“, sagt Blackstock (…)“ • http://t1p.de/xjc9 (kostenpflichtig)

04.08.2018 • Der Spiegel:
„ICH SCHÄME MICH – Ich finde nicht, dass ich gewinnen sollte“ • Interview mit dem Comic-Künstler Nick Drnaso über die Nominierung seines Buchs „Sabrina“, das als erster Comic auf der Longlist des Man Booker Prize gelandet ist • „(…) Comics sind die einzige Kunstform, in der ich arbeite, ich hatte nicht die Wahl eines anderen Mediums. Ich bin immer auf der verzweifelten Suche nach Ideen, aber mit ‚Sabrina‘ wusste ich, das könnte gehen als Comic (…)“ • http://t1p.de/xjc9 (kostenpflichtig)

04.08.2018 • B.Z., Berlin:
BERLIN IST DER STAR IN BERÜHMTEM KULT-COMIC • Sebastian Bauer über „Spirou in Berlin“ (Carlsen) von Flix: „(…) einen wilden Ideenkatalog hat Comiczeichner Felix Görmann alias Flix (43) zusammengestellt, um seinen Gastbeitrag für die Comicserie ‚Spirou und Fantasio‘ zu würdigen. Immerhin ist er in der 80-jährigen Geschichte der belgischen Reihe der erste Ausländer, der ein Abenteurer für die knubbelnasigen Freunde gestalten darf (…)“ • http://t1p.de/9u7s (kostenpflichtig)

05.08.2018 • Welt am Sonntag:
DER TRIP • über die Manga-Serie „Billy Bat“ (Carlsen) von Naoki Urasawa: „(…) Es geht um alles, um die ganze Welt im Comic, in der Wirklichkeit und der Geschichte (…) dass ‚Billy Bat‘ nach zwanzig Bänden nun zu Ende geht, ist einerseits sehr schade. Andererseits schließt sich damit ein eigenes Universum, wie sie sonst nur in Mangas existiert. In allen anderen Mangas, nur viel kleiner“ • http://t1p.de/mkxb (kostenpflichtig)

06.08.2018 • Der Tagesspiegel:
COMIC-HELD DER WOCHE: EINSAMER GRENZGÄNGER • Kai Müller über „Reinhold Messner – Das Leben eines Extrembergsteigers“ (Knesebeck) von Michele Petrucci: „(…) In raffiniert gesetzter Parallelmontage führt er den Leser immer tiefer hinein in die Einsamkeit des Grenzgängers, der von sich selbst einmal sagt: ‚Ich schlage einen Weg ein, der sich schnell im Nichts verliert.‘ Was ihn vor diesem Nichts rettet, sind letztlich die Erlebnisberichte, die er über seine Abenteuer schreibt. Aus ihnen bedient sich Petrucci reichlich (…)“ • https://epaper.tagesspiegel.de/ (kostenpflichtig, eventuell später kostenlos auch auf Tagesspiegel Online)

07.08.2018 • Neue Presse, Hannover, & Lübecker Nachrichten:
EIN DEUTSCH-DEUTSCHES WUNDER • Stefan Gohlisch über „Spirou in Berlin“ von Flix: „(…) so gehorcht sein ‚Spirou‘-Comic zwar auch den Gesetzen der Serie, ist mit viel Geschwindigkeit und Witz erzählt. Aber Flix bildet auch die Schattenseiten des Systems ab: Es wird gefoltert und scharf geschossen. Als eine (Neben-)Figur stirbt, ist das an emotionaler Eindringlichkeit kaum zu übertreffen. ‚Mir war es wichtig, dass diese Seiten der DDR nicht weggewitzelt werden‘, sagt Flix: ‚Wenn wir über die Mauer reden, müssen wir auch über die Mauertoten reden’ (…)“ • http://t1p.de/6cpq

07.08.2018 • taz.die tageszeitung:
EIN KLEINER JUNGE WIRD VERMISST • Ralph Trommer über „Die Tage der Amsel“ (avant) von Manuele Fior: „(…) Der 1975 geborene italienische Comiczeichner Manuele Fior hat in den Nullerjahren in Berlin gelebt, und so fließt auch manche autobiografische Erfahrung aus dieser Zeit mit ein in die Comic-Kurzgeschichten, die im Band ‚Die Tage der Amsel‘ gesammelt sind. Oft handeln diese in den letzten zehn Jahren in diversen Magazinen veröffentlichten Geschichten von Urlaubern oder Reisenden (…) Immer wieder variiert Manuele Fior seinen Zeichenstil, testet in jedem Comic einen neuen Stil aus. Von hohem Wiedererkennungswert sind die ausdrucksstarken Charakterköpfe fast jeder einzelnen Figur, sowie die meist detailreichen Hintergründe (…)“ • http://t1p.de/ky8w

Jetzt auch kostenlos im Netz verfügbar …

27.07.2018 • Tagesspiegel Online:
BIOGRAFIE EINES MASSENMÖRDERS • Moritz Honert über „Die Spinne von Maschhad“ (Edition Moderne) von Mana Neyestani: „(…) fiktionalisiert der im Exil lebende Autor immer wieder in schroff schraffierten Bildern Szenen, etwa aus dem Leben der drogensüchtigen Opfer, was Einblicke in selten gezeigte Bereiche der extrem widersprüchlichen iranischen Gesellschaft gewährt (…)“ • http://t1p.de/6qrz

30.07.2018 • Der Tagesspiegel:
COMIC-HELDIN DER WOCHE: AUF DEM KRIEGSPFAD • Lara Keilbart über „Die nebenberuflichen Abenteuer von Nerd Girl“ (Edition Kwimbi) von Sarah Burrini: „(…) ’Nerd Girl‘ ist in erster Linie eine Superheldenparodie, aber endlich eine, die modern ist und den richtigen Ton trifft. Der Humor ist unverkrampft, pointiert und reicht von Slapstick bis Wortwitz, ist aber niemals einfallslos platt. Trotz der vordergründigen Satire schafft es Sarah Burrini, eine spannende Kriminalgeschichte zu erzählen (…)“ • http://t1p.de/b5on


NETZSCHAU

06.08.2018 • faz.net – Comic-Blog:
BERLIN IN DIE HÄNDE DER SPONTIS! • Andreas Platthaus über „Tempelhoven“ (Trottoir Noir) von Andreas Meier: „(…) Also haben wir es mit einem Nostalgiker zu tun, der den guten (das heißt wilden und billigen) Tagen in der Bundeshauptstadt nachtrauert. Das ist legitim. Vor allem, wenn man die Trauer produktiv und einen Band wie ‚Tempelhoven‘ daraus macht. Dem merkt man Meiers Verachtung für die Gentrifizierung Berlins nämlich nur zu gut an. Und passend zu dieser Haltung sind auch seine Zeichnungen wild und spontan, nämlich mit Bleistift angelegt – ‚ungefiltert und direkt aus dem Skizzenbuch‘, wie der Klappentext verspricht. Mag sein, jedenfalls benutzt Meier dann großformatige Skizzenbücher (…)“ • http://t1p.de/hzgd

07.08.2018 • Tagesspiegel Online:
EINE UNENDLICHE GESCHICHTE? • Thomas Greven über „Die Besten Feinde – Die Geschichte der Beziehungen der Vereinigten Staaten mit dem Nahen Osten. Dritter Teil“ (avant) von Jean-Pierre Filiu & David B.: „(…) Die Tragödie der amerikanischen Außenpolitik bringen die Autoren auf den Punkt: ‚Das Land hat nicht immer aus guten Gründen […] eingegriffen, zieht sich aber nun im schlechtesten Moment zurück.‘ Intervention und Nicht-Intervention sind eben gleichermaßen tückisch (…) Die Autoren übertreiben allerdings, wenn sie Obama das Ende der US-Rolle im Nahen Osten beschließen lassen. Diese Geschichte geht weiter – zuletzt mit Donald Trumps Anerkennung von Jerusalem als israelischer Hauptstadt und seiner Aufkündigung des Iran-Nuklearabkommens – vielleicht ja auch der Comic?“ • http://t1p.de/v0bo

07.08.2018 • Comicgate:
FULGUR 1 • Gerrit Lungershausen über das bei Splitter erschienene Album von Christophe Bec & Dejan Nenadov: „(…) ‚Fulgur‘ darf man nicht vorwerfen, was der Comic nicht verheimlicht: Es ist Genrearbeit, bei der im Zentrum das SF-Setting und das Abenteuer stehen. In diesem Sinne ist ‚Fulgur‘ auch ganz gut zu ertragen, und die etwas weniger spannenden Szenen lassen sich dann auch ertragen, wenn man als Leser dann mit schönen Illustrationen entlohnt wird. Aber es hätte dem Comic gutgetan, etwas weniger handlungsfixiert daherzukommen, etwa einen interessanten Dialog zu bieten, der nicht nur dazu dient, den Raum bis zur nächsten Abenteuerszene mit Wörtern zu füllen (…)“ • http://t1p.de/cdds

07.08.2018 • taz.de – [‚kɒmik_blɔg]:
VERSCHWÖRUNG GEGEN AMERIKA • Mario Zehe über „Secret Empire“ 1–6 (Panini) von Nick Spencer, Steve McNiven u. a.: „(…) Diese Mischung aus Rassismus, Gewalt, Aus- wie Einsperrung von Andersdenkenden und weiteren Formen der Verabschiedung rechtsstaatlicher Prinzipien und liberaler Grundwerte legt den Gedanken mehr als nahe, ‚Secret Empire‘ als erzählerischen Kommentar auf den Aufstieg des Rechtspopulismus in den Vereinigten Staaten zu lesen, der im Amtsantritt Donald Trumps im Jahre 2017 seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte (…)“ • http://t1p.de/9vsg


COMIC-TIPP DES TAGES

HERRMANN COMIX: Tom-Cruise-Fanpaket • von Maxim C. Seehagen • http://t1p.de/jv8q


CARTOON-TIPP DES TAGES

HILFE FÜR DIE NOTLEIDENDE LANDWIRTSCHAFT? • von Greser & Lenz • http://t1p.de/8wya