die neunte • Comic-Presseschau

 

Liebe Leser,

hier kommt wieder der (fast) tägliche Überblick von „die neunte“ mit aktuellen Links aus Presse, Funk und Web – heute vom 6. November 2018.


TV • RADIO

02.11.2018 • 3sat – Kulturzeit:
KINDERBUCHTIPPS: „PIROUETTEN“ • Roswitha Budeus-Budde über die bei Reprodukt erschienene Graphic Novel von Tillie Walden • Tillie will als erste auf dem Eis sein, will die Sporthalle ein paar Minuten lang für sich alleine haben. Sie lernt das Mädchen Rae kennen – Erwachsenwerden, als Sportlerin, als Coming Out • http://t1p.de/wgfy (online bis 05.11.2023)

03.11.2018 • DLF:
DIE BESTEN 7 BÜCHER FÜR JUNGE LESER IM MONAT NOVEMBER • Moderatorin Ute Wegmann u. a. im Gespräch mit der Jurorin und Universitätsdozentin Stephanie Jentgens über die Graphic Novel „Nieder mit Hitler! oder Warum Karl kein Radfahrer sein wollte!“ (avant) von Jochen Voit & Hamed Eshrat • Im Sommer 1943 haben Karl und seine Freunde die todesmutige Idee, Hitler zu stürzen. Sie verteilen Flugblätter gegen die Nazis, werden von der Gestapo verhaftet und eingesperrt. Mit Glück entgehen sie der Todesstrafe. – 20 Jahre später, Karl ist Pfarrer einer kleinen Gemeinde in der DDR. Er denkt nicht mehr an die Zeit des Nationalsozialismus, bis er eines Tages in Berlin Bekanntschaft mit einem Stasi-Mitarbeiter macht. Der stellt ihn vor eine schwere Entscheidung … Eine Graphic Novel nach einer wahren Geschichte • http://t1p.de/co4p (online bis 12.05.2019)

03.11.2018 • RB Fernsehen – buten un binnen:
EIN MANN UND SEIN STIFT – BREMER ZEICHNET SEINEN WEG • Anke Plautz traf den Comic-Zeichner Arne Jysch • Der Comic- und Storyboard Zeichner lebt in Berlin doch seine Wurzeln sind bremisch. Mit der Graphic Novel „Der nasse Fisch“ hat er ein beeindruckendes, anspruchsvolles Werk geschaffen. Seine Zeichnungen sind nach derselben Romanvorlage wie die TV Serie Babylon Berlin entstanden. Drei Jahre ist er in die 20er-Jahre abgetaucht. Als er wieder auftauchte, haben wir einen Tisch reserviert • http://t1p.de/4mp1 (online bis 03.11.2019)

05.11.2018 • DLF – Corso:
ANDY WARHOLS LEBEN IN COMICBILDERN • Andrea Heinze über „Andy – A Factual Fairytale“ (Carlsen) von Typex: „(…) Geradezu virtuos nutzt Typex die Mittel der Popkultur, mit der er aufgewachsen ist. Für Musikmagazine hat er schon hunderte von Portraits gezeichnet. Den großen Durchbruch als Comickünstler hatte er mit einer Rembrandtbiografie – ein Auftragswerk. Der Andy-Warhol-Comic ist eine Herzensangelegenheit (…) Immer wieder laufen Songtexte durch die Bilder, Plattenteller drehen sich. Auch als Andy Warhol wilde Partys in seinem Atelier feiert, das er Factory nennt (…)“ • http://t1p.de/9n34 (online bis 14.05.2019)

06.11.2018 • BR Bayern 2 Radio – Nachtstudio:
WONDERTÜTE – EIN STREIFZUG DURCH DIE BILDERWELTEN VON ATAK • von Niels Beintker • Ein Porträt des anarchistischen Comiczeichners und Illustrator Atak, dessen Bilder von Punk vibrieren • http://t1p.de/h3an


PRESSESCHAU

01.11.2018 • Die Zeit:
ZUM GRINSEN VERDAMMT – Zum 90. Geburtstag von Micky öffnet die Walt Disney Company ihre Archive • von Katja Nicodemus • „(…) Mit einem Gesamtwert von 178 Milliarden Euro ist die Walt Disney Company heute das größte Medienunternehmen der Welt. Jenseits der Filmproduktionen und Lizenzgeschäfte verdient sie an Fernsehsendern, Buchverlagen, Theatern, Streamingportalen, Ozeandampfern. ‚Die Simpsons‘, die ‚Star Wars‘-Serie, das Pixar-Studio, Marvels Superhelden – sie alle gehören inzwischen zum Konzern. Erst kürzlich schluckte die Firma die Film- und Fernsehtöchter von 20th Century Fox für 71 Milliarden Dollar. 40 Prozent aller US-Kinoeinnahmen dieses Jahres landen in den Kassen von Disney (…)“ • http://t1p.de/c2q8

03.11.2018 • Süddeutsche Zeitung:
DIE SUPERMAUS • von Jan Kedves • „(…) der legendäre amerikanische Cartoonist Ub Iwerks, der väterlicherseits Wurzeln in Ostfriesland hatte und im Frühjahr 1928 im Auftrag von Walt Disney in Hollywood diese knuffige anthropomorphe Mäusefigur entwarf, zeichnete deren Nase so groß und prononciert, dass es aussieht, als schiele Mickey sich immerzu selbst vorne auf die eigene Spitze drauf. Ein beschränkter Horizont kann ja durchaus hilfreich sein beim Durchstehen aller möglicher Widrigkeiten – das weiß vielleicht das Kinderpublikum noch nicht so genau, aber die Erwachsenen wissen es, die dieser Maus auch schon seit 90 Jahren in die Falle gehen beziehungsweise: die sich in ihr so gern wiedererkennen (…)“ • http://t1p.de/gyjo

03.11.2018 • Der Standard, Wien:
EIN SATZ GROSSE OHREN – Micky Maus wird 90 • von Christian Schachinger • „(…) sie [hat] im Vergleich zu mächtigeren kindlichen Ersatzreligionen, wie beispielsweise Star Wars oder dem Marvel-Imperium, längst das Nachsehen. Daran kann anlässlich des 90ers auch nicht die Neuzusammenstellung diverser alter Geschichten in Sammelbänden oder gar die Herausgabe eines Micky-Lifestyle-Magazins für eher ältere Leser etwas ändern. Die Maus ist im Vergleich zur Konkurrenz längst Kinderkram geworden. Obwohl die Kinder mittlerweile manchmal schon ziemlich alt sind (…)“ • http://t1p.de/tnz6

03.11.2018 • Der Standard, Wien:
EINE POINTE ODER EBEN KEINE • Michael Freund in Kurzrezensionen über die Cartoon- & Strip-Bände:
• „Die kleine Unbildung – Liessmann für Analphabeten“ (ZsolnayVerlag) von Nicolas Mahler: „(…) Mahler hat in dem Bändchen (…) fortgesetzt, womit er bei Suhrkamp erfolgreich ist, nämlich schwergewichtige Texte von Musil, Bernhard und anderen aufs Äußerste zu verknappen und zu illustrieren. Hier hat er sich der Bestseller von Liessmann über ‚Theorie‘ (2006) beziehungsweise ‚Praxis der Unbildung‘ (2014) angenommen (…)“
• „Die Speibbanane“ (Czernin-Verlag) von Dirk Stermann & Rudi Klein: „(…) geht es um genau das, um eine Banane, die auf 13 äußerst dünn beschrifteten Seiten übers Meer auf einen Markt gebracht wird und wiederholt verkündet, dass sie ‚gleich speiben‘ muss. Die Sache geht gut aus, sie muss nicht, sie kehrt vielmehr glücklich und zufrieden in ihre Heimat zurück, wo sie den anderen Bananen erzählt, was sie immer gesagt hat. So weit, so köstlich für Fünfjährige und Erwachsene, die sich ein einfaches Gemüt bewahrt haben (…)“
• „Wilbur – Die aufregend fremde Welt eines Schneemanns“ (Falter-Verlag) von Tex Rubinowitz: „(…) Die großformatige Bühne betritt eine Comicfigur, die seit 30 Jahren im ‚Falter‘ zu sehen ist, seit langem leider nur noch im Programmteil versteckt: Wilbur, der Schneemann, von Tex Rubinowitz in seinen frühen Jahren in Wien erschaffen und seither beharrlich der Sonne und den seltsamsten Interaktionen trotzend, ohne zu schmelzen (…)“
http://t1p.de/7l9e

03.11.2018 • Berliner Morgenpost – Immobilien-Teil:
NEUE SAITEN AUFGEZOGEN – Als Comic-Zeichnerin hat Naomi Fearn ihre Wohnung in Friedrichshain ihren künstlerischen Bedürfnissen angepasst • von Roland Mischk • „(…) Das Gästezimmer wird zurzeit von Naomis Cousine bewohnt, die jahrelang in der Entwicklungshilfe in Afrika arbeitete. In diesem Raum steht auch der Kastenschrank mit vielen Schubläden, in denen die Künstlerin ihre Entwürfe beherbergt. Sie hat Jugendbücher illustriert wie die Reihe ‚Tiger Team‘, die für junge Mädchen gedachte Zeitschrift ‚Lego Friends‘ mit bunten Farben, oder „Bettgeschichten“ zusammen mit ihrem Atelierfreund Reinhard Kleist, in der es süffisante bis leicht pornografische Zuspitzungen gibt (…)“ • http://t1p.de/lwo1 (kostenpflichtig)

03.11.2018 • Berliner Morgenpost – Immobilien-Teil:
„KISSEN MIT COMICS SIND FURCHTBAR“ • Roland Mischk im Gespräch mit dem Comic-Künstler Reinhard Kleist, u. a. über den Einrichtungsstil seiner Kollegin Naomi Fearn • „(…) ’Hyggen‘ führt zu einer generellen Hobbitisierung des Lebenswandels. Ich denke, das ist nicht Naomis Einstellung zum Leben. Bei ihr ist das eher ‚Hallo Welt, hier bin ich!’ (…) Ich habe mich bei ihr immer wohl und herzlich aufgenommen gefühlt. Sie ist eine fantastische Gastgeberin. Das spiegelt ihre Wohnung auch wider (…)“ • http://t1p.de/3wok (kostenpflichtig)

03.11.2018 • Nürnberger Zeitung:
DIE WAHRE GRÖSSE DES KLEINEN GALLIERS • von Herbert Heinzelmann • „(…) Von Asterix habe ich zum ersten Mal im Jahr 1965 gelesen. Und zwar in der damals für einen angehenden Intellektuellen unverzichtbaren Satire-Zeitschrift ‚Pardon‘. In dem Artikel mit der Überschrift ‚Politische Bildung für die Kleinen‘ wurde Asterix Siggi genannt. Der Autor empörte sich über eine Serie in dem Comic-Magazin ‚Lupo‘, in der rechtsradikales Gedankengut propagiert werde (…) Der ‚Pardon‘-Autor hielt die Serie sichtlich für ein deutsches Produkt aus dem Verlagshaus von Rolf Kauka, dem Erfinder von ‚Fix und Foxi‘. Dort wurde ‚Lupo‘ herausgegeben. Von der französischen Herkunft der ‚Germanen‘ (so wurden die Gallier bei Kauka selbstverständlich vorgestellt) schrieb er nichts. Die Beispiel-Bilder in dem Artikel haben mir sehr gut gefallen. Doch von der Lektüre ließ ich vorsichtshalber die Augen (…)“ • http://t1p.de/90u2 (kostenpflichtig)

03.11.2018 • Badische Zeitung, Freiburg im Breisgau:
TOLSTOI – ABER NICHT LEO • Jürgen Schickinger über die Graphic Novel „Der Schwindler“ (Schreiber & Leser) von Pascal Rabaté nach Alexej Tolstoi: „(…) Auf mehr als 500 Seiten zeichnet der Comickünstler Pascal Rabaté den Roman ‚Ibykus’ (1923) von Alexej Tolstoi nach. Die atemberaubende Adaption ‚Der Schwindler‘ basiert auf einem Flüchtigkeitsfehler: Rabaté kaufte den Roman im Glauben, er stamme von Alexejs berühmten Namensvetter Leo. Zum Glück hat der 57-jährige Franzose den Fehlgriff dennoch gelesen und begeisternd umgesetzt. Seine schwarz-weiß-grauen Pinselzeichnungen orientieren sich an Kunststilen der damaligen Zeit: Neue Sachlichkeit und Expressionismus. Konturen fließen. Charakterzüge sind mild überzeichnet (…)“ • http://t1p.de/laar

03.11.2018 • Frankenpost, Hof:
SPRACHGERANGEL UM HINWEISSCHILD • von Andrea Hofmann • „(…) Um ein weiß-braunes touristisches Hinweisschild an der Autobahn hat schon so mancher lange gerungen (…) Grundproblem ist der Platz: ‚Es sind nur zwei Zeilen Beschriftung vorgesehen‘, sagte dazu Bürgermeister Hans-Peter Baumann in der jüngsten Stadtratssitzung. Allein der lange Name der Stadt Schwarzenbach an der Saale frisst Platz. Doch hätte in die zweite Zeile gut der Hinweis ‚Erika-Fuchs-Haus‘ gepasst, aber eben nicht mehr der Zusatz ‚Museum für Comic und Sprachkunst‘. Was zum zweiten Problem führt: ‚Erika-Fuchs-Haus‘ allein ist der Autobahndirektion offenbar nicht aussagekräftig genug. Wie der Bürgermeister andeutete, soll auf einem touristischen Hinweisschild auch die Einmaligkeit der Sehenswürdigkeit herausgestellt sein. ‚Den Namen des Museums zu ändern, das ist vom Tisch. Da gehe ich nicht mit‘, betonte der Bürgermeister (…)“ • http://t1p.de/o0lb (kostenpflichtig)

03.11.2018 • taz.die tageszeitung – Regionalausgabe Nord/Bremen:
GEDRUCKTES DOCH NICHT TOT • Jan-Paul Koopmann u. a. über die Ausstellung „Adverse“ (Raum 404, Nicolaistraße 34/36, bis 24.11.2018): „(…) Im Raum 404 ist ‚Adverse – advanced alternativ comic-underground from abroad‘ zu sehen. Hier sind Bücher und Zines aus dem belgischen Independent-Comicverlag Adverse zu sehen. Wobei das mit dem Comic so eine Sache ist: Die Arbeiten sind höchst abstrakt, umkreisen die Gattung eher aus neugieriger und bisweilen dekonstruierender Distanz (…)“ • http://t1p.de/4k1f

03.11.2018 • Allgemeine Zeitung, Mainz:
HARTE KERLE ENTDECKEN WEICHEN KERN • Claudia Römer über die Theaterinzenierung „Ralf Königs Lysistrata“ frei nach einer Komödie von Aristophanes (Randfall Productions, Bad Kreuznach): „(…) Hier aber präsentiert Randfall Productions, 1999 gegründet und seit 2010 Kulturpreisträger der Stadt Bad Kreuznach, das Werk „voll schwuler Emanzen-Quatsch“ in der Fassung des deutschen Comic-Zeichners und -Autors Ralf König (…) Hier hätte man einiges zugunsten der Idee des Stücks kürzen und komprimiert darstellen können. Die schauspielerische Leistung aller Beteiligten aber überzeugt, einige Charaktere wie die gepiercte Lysistrata (Alexandra Backes) oder der gewiefte Hepatitos stechen zwar hervor, insgesamt jedoch findet man eine gute Teamleistung, die ein ums andere Mal das Publikum zum Lachen bringt (…)“ • http://t1p.de/zt32

03.11.2018 • Neue Presse, Hannover:
MÖNSTRÖSE NEBENWIRKUNGEN • Stefan Gohlisch in einer Kurzkritik über die DVD „Riverdale – Die komplette zweite Staffel“ (Warner) von Greg Berlanti: „Seit der legensäre Comic-Autor Mark Waid (‚Kingdom Come‘) die Heftreihe übernahm, erleben Archie, Jughead & Co. einen zweiten Frühling. Was früher als eine Art US-Abrafaxe belächelt wurde, hat sich zu ernsthaftem, Genregrenzen sprengenden Teen-Noir-Stoff entwickelt. So auch die darauf basierende Serie ‚Riverdale’ (…)“ • http://t1p.de/363s (kostenpflichtig)

03.11.2018 • Straubinger Tagblatt & Landshuter Zeitung:
EIN DOPPELLEBEN • Josef Tutsch über den Sekundärliteratur-Band „Reader Superhelden. Theorie – Geschichte – Medien“, hrsg. von Lukas Etter, Thomas Nehrlich & Joanna Nowotny (transcript): „(…) Was heutige Leser am Prototyp des Superhelden so irritiert, ist die unproblematische Identifikation der Heldenfiguren mit ihren guten Absichten. Die Superhelden sind von vorneherein mit ihrer Mission identisch, vermerkt der Comicforscher Peter Coogan in seinem Beitrag, oft trieft es in den Bildergeschichten nur so von Moral. Dass in der Auffassung von einer ‚guten Sache‘, für die es sich zu kämpfen lohnt, viel an Gruppen- oder Kulturzugehörigkeit stecken kann, an ‚kultureller Mythologie‘, wie es in dem Artikel von Kenneth Gee heißt, ist den Comicmachern selbst und ihrem Publikum vielleicht erst mit den Jahren bewusst geworden. Als 1938 mit Superman der erste Superheld aus der Taufe gehoben wurde, repräsentierte er selbstverständlich und in aller Unschuld das ‚weiße‘ Amerika (…)“ • http://t1p.de/hd1b (kostenpflichtig)

03.11.2018 • Blick, Zürich:
TIM UND STRUPPI BEI DEN NAZIS • von Claude Cueni, Autor des Romans „Warten auf Hergé“ (Münsterverlag) • „(…) Es ist ausgerechnet der Widerstandskämpfer Raymond Leblanc, Chef des Verlags Le Lombard, der Hergé 1946 für das geplante Comic-Magazin ‚Tintin‘ anstellt. Vier Jahre später gründet Hergé die Studios Hergé und stellt mehrere Nazi-Kollaborateure ein, zeitweise hat er über 50 Angestellte. Zahlreich sind seine Co-Autoren, doch allen verweigert er die Nennung in den Alben. 1983 sagt er in einem Interview: ‚Wenn mir eine Idee gefällt, assimiliere ich sie vollständig, und ich vergesse augenblicklich und für immer, dass sie von einem anderen stammt.‘ 1959 schreibt Pol Vandromme, der schon einige Nazi-Kollaborateure mit Biografien reingewaschen hat, ‚Le Monde de Tintin‘. Die Kriegsjahre überfliegt er mit gerade mal vier Seiten und hievt stattdessen Hergé in den Olymp der Literatur (…)“ • http://t1p.de/0yxv

04.11.2018 • Berliner Morgenpost:
DIE SPINNEN, DIE ERWACHSENEN: DER KLEINE NICK JETZT ALS COMIC • Peter Zander über „Der kleine Nick – Wie alles begann“ (Diogenes) von René Goscinny & Sempé: „(…) Und nun (…) gibt es den ‚Kleinen Nick‘ noch mal ganz anders zu bestaunen. Nämlich nicht, wie bekannt, als Geschichten mit den markanten Federstrichzeichnungen. Sondern als bunter Comic mit Sprechblasen. Es muss viele Kisten im Hause Goscinny geben, die auch nach dem Umzug nicht alle ausgepackt sind. Vielleicht hat aber auch der inzwischen 86-jährige Sempé seinen Speicher ausgemistet. Jedenfalls hat man sich plötzlich dieser alten Comics besonnen, die sogar die eigentliche Geburtsstunde des kleinen Nick darstellen. Sie wurden nun noch einmal neu aufgelegt, in Deutschland erscheinen sie sogar zum ersten Mal (…)“ • http://t1p.de/na0q

05.11.2018 • Der Tagesspiegel:
COMIC-HELDIN DER WOCHE: IM SOG DER GEWALT • Matthias Penkert-Hennig über „Kick-Ass: Frauenpower“ (Panini) von Mark Millar & John Romita Jr.: „(…) Erneut glänzt Romita Jr., Sohn des legendären Spider-Man-Zeichners, mit seiner Kombination aus schroffem Indiestrich und cartoonigen Proportionsverzerrungen. Anders als in der Ursprungsserie dient diese eigenwillige Optik aber nicht länger dazu, den anarchischen Humor zu unterstreichen. Die neue ‚Kick-Ass‘ ist düsterer und ernster. Und sie provoziert rechtskonservative US-Leser (…)“ • https://epaper.tagesspiegel.de/ (kostenpflichtig, eventuell später kostenlos auch auf Tagesspiegel Online)

06.11.2018 • Kurier, Wien:
MADAME BOVARY SEUFZTE • Peter Pisa im Gespräch mit „Lucky Luke“-Übersetzer Klaus Jöken • „(…) Mein Liebling ist Jolly Jumper. Die trockenen Kommentare seines Pferdes verleihen Lucky Luke erst Relief und Witz, um unser Interesse zu wecken. Das ist ja bei fast allen Helden so. Asterix, Superman … sind im Grunde langweilige Genossen, die erst durch die Nebenfiguren lebendig wirken. Das hat ja auch Morris erkannt und irgendwann den Asterix-Autor René Goscinny hinzugezogen. Der hat die Daltons, Rantanplan usw. dazu erfunden und damit die Lucky-Luke-Welt erschaffen (…)“ • http://t1p.de/361e

01.11.2018 • Die Weltwoche 44/2018:
SCHATTEN ÜBER TIM UND STRUPPI – Die Hergé-Story, Teil 1 • von Claude Cueni • „(…) Aber zuerst muss Hergé ’seinem‘ Tintin Leben einhauchen, mit einem Charakter und Eigenschaften versehen. Er selbst taugt nicht als Vorbild. Hergé ist ein ängstlicher Junge ohne Selbstbewusstsein, fast noch ein Kind, wie Wallez‘ Sekretärin, Germaine Kieckens, wiederholt bemerkt. Aber es gibt da einen anderen jungen Mann in der Redaktion, der all das verkörpert, was Hergé gerne wäre: seinen Pfadfinderkollegen ‚Léon le beau‘, Léon der Schöne. Er ist nur gerade ein Jahr älter als Hergé, sie sind die Einzigen in der Redaktion, die sich duzen, zwei beste Freunde. Léon ist mittlerweile ein charismatischer Dandy mit blonder Haartolle. Der extrovertierte Exzentriker trägt Golfhosen. Hergé gesteht im Dezember 1975 der Zeitung ‚La Libre Belgique: ‚Ich habe dank Léon Degrelle die Comics entdeckt‘, bestreitet aber, dass Léon Degrelle die Vorlage für Tintin gewesen sei, denn sein Kumpel Léon wird einige Jahre später der Führer der Rexisten, der Vereinigung belgischer Faschisten (…)“ • http://t1p.de/slq9 (kostenpflichtig) • Der 2. Teil der Hergé-Story erscheint in Ausgabe 45 am 08.11.2018


NETZSCHAU

04.11.2018 • Tagesspiegel Online:
DRECKIG, SCHNELL UND UNSTERBLICH • Christian Endres über den Manga „Jäger“ (Schreiber & Leser) von Jirō Taniguchi: „(…) Die Prämisse von ‚Jäger‘, dessen Kapitel ursprünglich im Manga-Magazin ‚Business Jump‘ serialisiert wurden, ist ziemlich seltsam. Man mag sogar soweit gehen und sie als lächerlich bezeichnen. Ein japanischer Hardboiled-Hundedetektiv in den Bergen, der gestohlenen Jagdhunden nachspürt und sich Tricks ausdenkt, wie man sie zu ihren ursprünglichen Besitzern zurücklockt, die mit der Flinte durchs Unterholz streifen? Und der dann noch mit der Mafia zu schaffen hat? Also bitte. Das Können des 2017 verstorbenen Manga-Meisters zeigt sich jedoch umso mehr darin, dass die merkwürdige Mischung seines Comics am Ende bestens funktioniert (…)“ • http://t1p.de/kxg9 (Erweiterte Fassung der Kurzbesprechung in der Rubrik „Druckfrisch“ der Print-Ausgabe vom 27.09.2018)

05.11.2018 • Splashcomics:
COMIC-BESPRECHUNG – MARVEL CINEMATIC UNIVERSE – DAS FILM-KOMPENDIUM 2: Die Guten, die Bösen & die Guardians • Christel Scheja über den bei Panini erschienenen Sekundärliteratur-Band von Mike O’Sullivan: „(…) Wie auch schon im ersten Band verzichten die Macher darauf, eine reine Inhaltsangabe der Filme herunter zu rattern. Stattdessen packen sie die Handlung in die Beschreibungen der Figuren, Orte und auch wichtigen Artefakte, die im Verlauf des jeweiligen Streifens aufkommen, seien es nun irgendwelche magischen Dinge oder auch technischen Entwicklungen irdischen oder außerirdischen Ursprungs (…)“ • http://t1p.de/pdo7
Weitere aktuelle Rezension auf Splashcomics:
• Christel Scheja über „Black Butler“ 25 (Carlsen) von Yana Toboso
• Christel Scheja über „Die Walkinder“ 4 (Carlsen) von Abi Umeda
• Jons Marek Schiemann über „Abe Sada“ 1 (Carlsen) von Hideo Okazaki, Kazuo Kamimura & Masako Togawa
• Jons Marek Schiemann über „Sillage“ 19 (Carlsen) von Jean David Morvan & Philippe Buchet
• Christel Scheja über „The Promised Neverland“ 4 (Carlsen) von Kaju Shirai & Posuka Demizu
http://www.splashcomics.de/php/rezensionen

05.11.2018 • Comicleser:
CLEVER & SMART, SONDERBAND 1 • Holger Bachmann über das bei Carlsen erschienene Album von Francisco Ibáñez: „(…) Auch für die Sonderausgabe ‚El 60 aniversario‘ bringt Ibáñez wieder alle Zutaten an der Start, die wir vor allem in den 70ern, als die Serie auch in Deutschland als Condor-Alben durchschlagenden Erfolg feierte, kennen und kichern lernten: da scheitern Fred Clever und Jeff Smart immer wieder am Versuch, ihre Mission zu erfüllen, wobei sich verschiedene Running Gags entwickeln; Fred (Mortadelo) präsentiert sich neben dem obligatorischen schwarzen Anzug nebst Stehkragen in 1001 Kostümen und Verkleidungen, die leider kaum zur Lösung des Falls beitragen (…)“ • http://t1p.de/tdn1

06.11.2018 • dw.com:
„VERSTEHEN SIE DEUTSCH?“ Deutsche Eigenarten im Cartoon • von Julia Hitz • „(…) Woran erkennt man den Deutschen? Ist es die Überkorrektheit, der Strukturierungswahnsinn oder seine große Leidenschaft – nämlich für Autos? Und: Stimmt das wirklich mit der deutschen Pünktlichkeit? Der deutsche Cartoonist Miguel Fernandez fühlt Klischees über seine Landsleute auf den Zahn – Bild für Bild. Auf den Social Media Kanälen der DW werden seine Cartoons ab Dienstag, dem 6. November, einmal wöchentlich verbreitet (…)“ • http://t1p.de/m1tb • Siehe auch „Cartoon-Tipp des Tages“ weiter unten

06.11.2018 • Spiegel Online:
SEX, GEWALT UND EIN HAMSTER AM SCHIENBEIN • Timur Vermes über „Hard Boiled“ (Cross Cult) von Frank Miller, Dave Stewart & Geof Darrow: „(…) Erstaunlich ist: Vieles von dieser faszinierenden Unerträglichkeit fällt erst mit der neuen Farbgebung so richtig auf. Erstaunlich, was Erst-Farbgeber Claude Legris in einem teilweise extrem psychedelischen Farbsumpf versenkt hat – Dave Stewarts recht konservative, kontrastreichere Kolorierung macht jetzt noch viel mehr Schauriges zugänglich. Man kann geradezu süchtig werden nach dieser verstörenden, unterhaltsam-abstoßenden Welt (…)“ • http://t1p.de/eqxl


COMIC-TIPP DES TAGES

GLÜCKSKIND: Ich bin ein freier Mensch • von Flix • http://t1p.de/yt5g


CARTOON-TIPP DES TAGES

BEOBACHTET • von Miguel Fernandez • http://t1p.de/aitb