die neunte • Comic-Presseschau

 

Liebe Leser,

hier kommt wieder der (fast) tägliche Überblick von „die neunte“ mit aktuellen Links aus Presse, Funk und Web – heute vom 31. Januar 2019 mit vier Schwerpunkten zu „Angoulême 2019“, dem Film „Glass“, der Riad-Sattouf-Ausstellung im Centre Pompidou sowie Jason Lutes‘ „Berlin“.


IM FOKUS: ANGOULÊME 2019

Vom 24. bis 27. Januar fand in Frankreich wieder das „Festival International de la Bande Dessinée d’Angoulême“ statt, das größte Comic-Event in Europa.

23.01.2019 • buchreport.de:
COMIC-FESTIVAL IN ANGOULÊME MIT STARKER DEUTSCHER PRÄSENZ • 350 Wörter • „(…) So zählt der renommierte Casterman Verlag dieses Jahr gleich zwei deutsche Künstler zu seinen Ehrengästen, die im Hauptzelt des Festivals ihre Bücher signieren, nämlich Reinhard Kleist (‚Cash‘, ‚Nick Cave – Mercy on me‘, auf Deutsch bei Carlsen) und Katja Klengel, von der unlängst der Band ‚Quand j’avais ton âge‘ herauskam. Die Geschichte erschien 2012 unter dem Titel ‚Als ich so alt war‘ als Fortsetzungs-Comic in der ‚Frankfurter Allgemeinen Zeitung‘, liegt in Buchform bisher aber nur auf Französisch vor (…)“ • http://t1p.de/sawv

25.01.2019 • DLF Kultur – Kompressor:
„COMIC HAT IN FRANKREICH ANDEREN STELLENWERT“ – Zeichnerin Katja Klengel über Comic-Festival in Angoulême • 6 min • Moderatorin Gesa Ufer im Gespräch mit der Comic-Künstlerin Katja Klengel • „(…) Ich glaube einfach, dass der Comic in Frankreich vielleicht noch einen ganz anderen Stellenwert hat als in Deutschland. In Frankreich ist es eigentlich so, dass jeder Mensch dort Comics liest, und beim deutschen Comicmarkt ist es so, dass sie natürlich versuchen, ihr Verlagsprogramm auch auszurichten auf Leute, die eben keine Comics lesen. Das heißt, sie müssen natürlich oft auch Themen bedienen, um diesen nicht-Comicleser abzuholen und reißerische gesellschaftspolitische Themen vielleicht auch ansprechen (…)“ • http://t1p.de/bp0l (Audio-Version online bis 03.08.2019)

25.01.2019 • ARTE Journal:
DIE FANTASTISCHE WELT DES RICHARD CORBEN • 3 min • von Bertrand Loutte • Zwischen Underground und Mainstream: der amerikanische Künstler Richard Corben entführt uns auf dem Comic-Festival von Angoulême in seine Welt der Muskelprotze und Superhelden – immer mit einem Augenzwinkern • http://t1p.de/ahp5 (online bis 27.01.2039)

25.01.2019 • AFP-Beitrag, u. a. Südkurier, Konstanz, u. Yahoo! Nachrichten:
US-COMICAUTOR FRANK MILLER SIEHT BATMAN ALS VORBILD IN SCHWEREN ZEITEN • 100 Wörter • „(…) ’Batman macht die Arbeit, die sonst keiner tut. Er bringt Ordnung ins Chaos.‘ Der Held im Fledermauskostüm habe ‚keinerlei Superkraft, er kann nicht fliegen, er braucht ein Auto, aber er kämpft für das Gute‘, betonte Miller. ‚Wir brauchen mehr Leute wie Batman, Robin Hood und Zorro‘, fügte der Comicautor hinzu (…) Anlässlich des 80. Geburtstags von Batman gibt es beim Comic-Festival in Angoulême eine große Ausstellung über den Superhelden“ • http://t1p.de/bhyj

28.01.2019 • ARTE Journal:
TAIYO MATSUMOTO • 3 min • von Bertrand Loutte • Als Kind wurde er von seinen Eltern verlassen – heute verarbeitet der japanische Manga-Künstler Taiyo Matsumoto diese traumatische Erfahrung in seinen fantastischen Abenteuern. Auf dem diesjährigen Comic-Festival in Angoulême wir seinem 30-jähriges Schaffen eine Retrospektive gewidmet • http://t1p.de/fdpy (online bis 30.01.2039)

28.01.2019 • nzz.ch:
DIE LUST AUF BILDER: WENN MÄNNERPHANTASIEN DIE COMICS INSPIRIEREN • 600 Wörter • von Christian Gasser • „(…) Viele nackte Tatsachen. Aber für Empörung sorgt das nicht. Dabei provozierte die Untervertretung von Comicautorinnen und -zeichnerinnen am Comicfestival von Angoulême vor drei Jahren noch eine heftige Polemik. Die Autorinnen selber demonstrierten, organisierten Diskussionen und Gesprächsrunden und stiessen eine Debatte über Frauen in der Comicwelt an. Und nun das: Gleich zwei Hauptausstellungen geizten heuer nicht mit weiblichen Kurven, kraftstrotzenden Männern und imposanten primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen. Gefeiert wurden zwei alte Zeichner: Der 78-jährige Amerikaner Richard Corben und der 73-jährige Italiener Milo Manara (…)“ • http://t1p.de/kmtl

29.01.2019 • Süddeutsche Zeitung:
DIE PRINZESSIN DES MANGA • 150 Wörter • „(…) Mit dem Gran Prix der Stadt wurde die 61-jährige japanische Zeichnerin Rumiko Takahashi ausgezeichnet, die auch ‚Prinzessin des Manga‘ genannt wird. Nach Katsuhiro Otomo (‚Akira‘), der die Auszeichnung 2015 bekam, ist es das zweite Mal, dass ein Japaner in Angoulême für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Als bestes Album wurde Emil Ferris‘ Debüt ‚Am liebsten mag ich Monster‘ prämiert, ein ebenso skuriler wie faszinierender Mix aus Horror-, Krimi- und autobiografisch geprägter Coming-of-Age-Geschichte (…)“ • http://t1p.de/ajmo (kostenpflichtig)

31.01.2019 • buchreport.express Nr. 5:
GLOBALE COMIC-AUSSTRAHLUNG • 250 Wörter • „(…) Nicht nur waren die Ausstellungen zu Undergroudlegende Richard Corben und zum 80-jährigen ‚Batman‘-Jubiläum die Renner beim Publikum, mit der französischen Ausgabe von ‚Am liebsten mag ich Monster‘ der Amerikanerin Emil Ferris bekam ein Buch den Hauptpreis, das gerade auf allen wichtigen internationalen Buchmärkten, in Deutschland bei Panini, Publikum und Kritiker gleichermaßen begeistert. Den globalen Schulterschluss der Comic-Szene verdeutlichen auch die Manga, die in Angoulême inzwischen ein genauso großes Messezelt beanspruchen wie die frankobelgischen Albenverlage. Und mit dem ‚Grand Prix‘ wurde aktuell die Japanerin Rumiko Takahashi für ihr Werk geehrt (…)“ • http://t1p.de/e8yi (kostenpflichtig)

31.01.2019 • buchreport.express Nr. 5:
„DEUTSCHE COMIC-SZENE SICHTBAR MACHEN“ • 250 Wörter • Interview mit Bodo Birk, Leiter des Comic-Salons Erlangen und Mitorganisator des Deutschen Gemeinschaftsstandes • „(…) Wir erreichen natürlich in erster Linie Menschen, die an der deutschen Sprache interessiert sind. Einige Lehrer kommen jedes Jahr und lassen sich beraten, welche Comics für den Deutschunterricht besonders geeignet wären. Es finden aber auch zahlreiche Gespräche mit Fachbesuchern statt, die an der deutschsprachigen Comic-Branche interessiert sind und sich über die Verlagslandschaft informieren. Unsere Liste mit den Kontaktdaten deutschsprachiger Comic-Verlage ist sehr gefragt(…)“ • http://t1p.de/e8yi (kostenpflichtig)


IM FOKUS: GLASS

Derzeit läuft in den Kino sehr erfolgreich der Film „Glass“ (us, 2019) von Regisseur M. Night Shyamalan, mit dem dieser eine Trilogie rund um Comic- und speziell Superhelden-Motive abschließt und eher durchwachsene Kritiken erntet 

15.01.2019 • Spiegel Online:
EIN FALL VON GRÖSSENWAHN • 500 Wörter • Besprechung von David Kleingers • „(…) Gehen ein unverwundbarer Wachmann, ein ebenso zerbrechlicher wie intelligenter Rollstuhlfahrer und ein Mann mit dissoziativer Identitätsstörung zur Psychiaterin. Klingt wie der Auftakt zu einem schlechten Witz, ist aber die kurzmöglichste Zusammenfassung von M. Night Shyamalans nicht minder schlechtem Thriller ‚Glass‘. Nach ‚Unbreakable’ (2000) und ‚Split’ (2016) schließt der Film Shyamalans „Eastrail 177“-Trilogie über das Werden und Wirken vermeintlicher oder tatsächlicher Superhelden und -schurken ab. Die fast zwanzig Jahre Wartezeit haben sich nicht gelohnt (…)“ • http://t1p.de/r0bl

16.01.2019 • Frankfurter Allgemeine Zeitung:
WIE MAN SCHEINBAR UNZERSTÖRBARES ZERBRICHT • 1050 Wörter • Besprechung von Andreas Platthaus • „(…) Shyamalan betreibt – darin durchaus comicgemäß – mit der Zusammenführung seiner beiden älteren Filme zum neuen etwas, was man universe building nennt: die Integration verschiedener Figuren und Handlungsfäden in ein erzählerisches Kontinuum. Das ist das Erfolgsrezept der Superhelden-Comics und mehr noch ihrer Verfilmungen. Allerdings nur, so lange wir von Mainstream reden. Als singulär wahrgenommene Leistungen können unter einer solchen Fortsetzung und damit Degradierung zum Muster nur leiden. Und die, die sich an die ursprüngliche Geschichte noch erinnern, sie geliebt haben, leiden mit“ • http://t1p.de/gqvk

16.01.2019 • filmszene.de:
GLASS • 900 Wörter • Besprechung von Volker Robrahn • „(…) Die Konsequenz, mit der Shyamalan sein Ding durchzieht und dabei dann schließlich auch noch sämtliche Regeln und Marketing-Grundsätze für ein mögliches, neu aufzubauendes Superhelden-Franchise mit Füßen tritt, die nötigt schon Respekt ab (…) dieser ganze Hintergrund ist schon ziemlich spannend und faszinierend – für den interessierten Fan oder Journalisten zumindest, fürs Normalpublikum vermutlich weniger. Das könnte sich eher wundern über dieses merkwürdig verlaufende, mit Anspielungen gespickte, ein großes, klassisches Finale ankündigende und dann plötzlich implodierende Helden-Epos (…)“ • http://t1p.de/vqm8

16.01.2019 • epd film:
KRITIK ZU GLASS • 450 Wörter • Besprechung von Birgit Roschy • „(…) Wieder führt Shyamalan den Zuschauer in die Irre, indem er mit seinem Markenzeichen, einem unvorhersehbaren ‚Twist‘, die Geschichte umkrempelt. Wie gehabt verweigert er sich mit Auteur-Allüre einer Special-Effects-Show, inszeniert Actionszenen gegen den Strich und erdet seine Charaktere in einem tristen Milieu an Originalschauplätzen im heimatlichen Philadelphia. Seine Spezialeffekte sind die Darsteller: Neben Samuel L. Jackson verblüfft James McAvoy wie in ‚Split‘ durch quecksilbrige Metamorphosen; Bruce Willis ist als grauer Held im Kapuzenmantel charismatisch wie lange nicht mehr. Und vielleicht ist Dr. Staple (Sarah Paulson) eine Metapher für jene Kritiker, die Shyamalan vermeintlich zurechtstutzen wollen (…)“ • http://t1p.de/dkka

17.01.2019 • Süddeutsche Zeitung:
KOMMT EIN SUPERHELD ZUM ARZT • 750 Wörter • Besprechung von David Steinitz • „(…) Der Kontrast zwischen den früheren und späteren Werken ist in „Glass“ besonders krass zu beobachten, weil das Kinopotenzial der Charaktere ja bereits bewiesen ist. Aber Bruce Willis, Samuel L. Jackson und James McAvoy stolpern glanzlos durch diese Horrornummernrevue, der ein roter Faden fehlt. Shyamalan sperrt durch seine an den Haaren herbeigezogene Dramaturgie drei extrovertierte Personen zusammen, die sich gegenseitig die Schau stehlen. Der finstere Erzählton der Vorgängerfilme, der die psychische Instabilität der drei Männer und den daraus folgenden Alltagshorror ernst nahm und fast körperlich erfahrbar machte, ist einem peinlichen Psycho-Gehampel gewichen, das man so überdreht in keinem guten Comic finden würde (…)“ • http://t1p.de/4ey8

17.01.2019 • Die Welt:
ENDSTATION PSYCHIATRIE • 550 Wörter • Besprechung von Felix Zwinzscher • „(…) Der Regisseur wählt den Ton des Psychothrillers. ‚Glass‘ spielt zum größten Teil in den Räumen der psychiatrischen Anstalt und wirkt im Vergleich zum Marvel-Universum wie ein Kammerspiel. Die Trilogie wird deshalb als Anti-Superhelden-Saga gefeiert. Das Gegenteil ist wahr: ‚Glass‘ ist die Essenz des Genres. Der Film erzählt vom unerschütterlichen Glauben, dass ich etwas Besonderes bin und von der täglichen Kränkung dieses Gefühls. Die Psychiaterin will die übermenschlichen Fähigkeiten von Mr. Glass, David Dunn und Kevin Crumb auf menschliches Maß schrumpfen (…)“ • http://t1p.de/3tlp

17.01.2019 • die zukunft:
GLAUBE IST ALLES – Mit „Glass“ beendet M. Night Shyamalan seine bemerkenswerte Superhelden-Trilogie • 500 Wörter • Besprechung von Michael Meyns • „(…) Von Mythen und Legenden ist viel die Rede, Geschichten von außerordentlichen Persönlichkeiten, deren Fähigkeiten nicht gewürdigt werden, die im Schatten agieren müssen und oft geächtet werden. Der Gedanke, dass Comics diese Legenden weiterführen, so wie einst Höhlenmalereien, Hieroglyphen oder Heldensagen, ist roter Faden der Trilogie. Doch dieses ernst nehmen der Legenden, dieses ernst nehmen von Comics, wie es besonders Elijah betreibt, kontrastiert Shyamalan bewusst mit den aktuellen Exzessen der Marvel/DC-Welt (…)“ • http://t1p.de/8jli

18.01.2019 • filmdienst.de:
GLASS • 750 Wörter • Besprechung von Felicitas Kleiner • „(…) Zunächst scheint es interessant, dass Shyamalan die Thriller-Pfade verlässt und die Protagonisten mitsamt den Bösewichten einer psychiatrischen Behandlung unterzieht. In der Anstalt verliert der Film allerdings schnell an Schwung. Zwar spielt sich James McAvoy als Crumb erneut die Seele aus dem Leib, wenn er die unterschiedlichen Ichs auftreten lässt. Doch die Inszenierung verschafft ihm und den anderen Hauptfiguren nicht genügend Interaktionen, die die Figuren interessant weiter entwickeln würden. Stattdessen lässt Shyamalan jeden Protagonisten das, um was es in ‚Unbreakable‘ und ‚Split‘ ging, schlicht noch einmal wiederholen (…)“ • http://t1p.de/mjss

24.01.2019 • Comic.de:
THIS HAS ALWAYS BEEN A GLASS SOCIETY: X-Men in Spasmen, End-Wendungen, Trance und Trauer als Trademark – „Glass“ • 800 Wörter • Besprechung von Drehli Robnik • „(…) Redselige Prätention mit einem Hang ins Mystische war – immer schon – Shyamalans Schwäche: sein Laster und seine (superheroische) weakness. Sein Figuren- und Motiv-Universum aber ist im besten Eigen- und Starrsinn idiotisch – eigenbrötlerisch und idiosynkratisch, zumal in einer Zeit, in der Hollywood-Genrekino in Echtzeit oder vorausplanend an Publikumswünsche heranmoduliert wird. Dass sich in ‚Glass‘ auch die Nebenfiguren und ihre Darsteller*innen von vor knapp zwanzig Jahren wieder versammeln, zählt mehr als die Überlegung, ob wir als Filmpublikum da verstehensmäßig bei allem mitkommen (…)“ • http://t1p.de/vcv5

25.01.2019 • Vorarlberger Nachrichten, Bregenz:
GLASS • 500 Wörter • Interview mit Regisseur M. Night Shyamalan • „(…) Ich liebe all meine Filme, somit auch all meine Flops. Obwohl ‚Unbreakable‘ nur ein vermeintlicher war. Durch die Reaktionen war ich jedoch echt verwundet, ich musste erst meine Wunden lecken (…) Ich möchte nur so viel sagen, dass James McAvoy als ‚Biest‘ mit seiner Interpretation der verschiedenen Charaktere alle umgehauen hat, auch seine Partner, die bei den ersten Leseproben fast atemlos dasaßen und ihn bewunderten. Es gab regelmäßig Zwischenapplaus (…)“ • http://t1p.de/d8tn


IM FOKUS: RIAD SATTOUF IM CENTRE POMPIDOU

Bemerkenswert viel Aufmerksamkeit erntet derzeit eine französische Ausstellung, nämlich „Riad Sattouf – L’écriture dessiné“ in der Bibliothek des Centre Pompidou in Paris, die noch bis zum 11.März läuft.

17.01.2019 • Frankfurter Allgemeine Zeitung:
ERST ABGELEHNT, DANN GEFEIERT • 750 Wörter • von Andreas Platthaus • „(…) lediglich Hergé war es gelungen, wirklich in den Museumsbereich vorzustoßen, wenn auch nur in dessen Untergeschoss. Die anderen vier fanden ihren Platz alle in der Bibliothek des Centre, was den Vorteil freien Eintritts und eines jüngeren Publikums hat, aber eben nicht wirklich die musealen Weihen des wichtigsten französischen Museums für moderne Kunst. Ganz als Hochkultur darf sich der Comic also nicht einmal in seiner Hochburg Frankreich fühlen. Riad Sattouf ficht das nicht an – im Gegenteil. ‚Ich mache meine Comics für Bücher, nicht für die Wände eines Museums‘, sagt er beim Rundgang durch seine Ausstellung. ‚Normalerweise schlage ich Museumsangebote aus. Aber in einer Bibliothek auszustellen war reizvoll. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, die sich kaum Bücher leisten konnte, also verdanke ich meine Lektüre den Bibliotheken. Es sind magische Orte für mich’ (…)“ • http://t1p.de/5qi1

20.01.2019 • Tagesspiegel Online:
DIE WELT DES RIAD SATTOUF • Bildergalerie mit 16 Fotos von Lars von Törne • “Riad Sattouf ist aktuell einer der erfolgreichsten europäischen Comicautoren. Von seiner autobiografischen Erzählung ‚Der Araber von morgen‘, deren vierter Band in Kürze auf Deutsch erscheint, wurden nach Angaben seines Verlages alleine in Frankreich 1,5 Millionen Exemplare verkauft, inklusive der ausländischen Übersetzungen liegt die Auflage bei zwei Millionen. Derzeit gibt eine Ausstellung im Centre Pompidou in Paris Einblicke (…)“ • http://t1p.de/shy3

22.01.2019 • Die Welt:
WAS ES HEISST, EIN ARABER ZU SEIN • 1050 Wörter • von Martina Meister • “(…) Wenn er Besucher durch die Ausstellung führt, die ihm das Pariser Centre Pompidou zur Zeit in der Bibliothek Bpi widmet, nach Art Spiegelman, Claire Brétecher und Franquin, sagt Sattouf: ‚Das ist nicht die Ausstellung eines Gewinners, wirklich nicht.“ Er zeigt abgebrochene, verweigerte Projekte. Sein zweiter Film war eine Zuschauerkatastrophe. Frühe Zeichnungen sind zu sehen, hyperrealistisch, die ihm die Verleger um die Ohren gehauen haben mit den Worten, er möge seinen eigenen Stil finden. Sattouf hat ihn gefunden. Seine Bildsprache ist gröber und schneller geworden, sehr charakteristisch, wie gehetzt wirkt sie, als dränge ihn die Geschichte, die er erzählen will, zur Eile (…)“ • http://t1p.de/0sbl (kostenpflichtig)

25.01.2019 • Süddeutsche Zeitung:
WIE VERLIERER TRIUMPHIEREN • 1100 Wörter • von Alex Rühle • “(…) Die Ausstellung ist dank vieler Skizzen, Bleistiftzeichnungen und Fotos auch ein Blick in die Werkstatt, der zeigt, wie genau Sattouf das Ganze schon bei den ersten Entwürfen vor sich hat, es ändert sich wenig zwischen Skizze und Buch, Perspektive, Bildproportionen, Seitenaufteilung, alles ist schon da. Und es zeigt, wie Sattouf entrümpelt hat, sein Stil wurde einfacher, Hergé ist der wohl wichtigste Pate. ‚Dass einer eine Geschichte erzählen kann, ohne dass ich lesen können muss, das hat mich schon als Junge fasziniert‘, sagt er. Und so taucht Kapitän Haddock immer wieder auf in den Skizzen und im Werk, wie ein Onkel, der aus der Ferne die Hand über einem hält. Vor allem aber ist Hergés ligne claire, der reduzierte Stil, ganz und gar zu Sattoufs Markenzeichen geworden (…)“ • http://t1p.de/yfpq

28.01.2019 • ORF 2 Fernsehen – kulturMontag:
DER ARABER VON MORGEN – Riad Sattouf über seine Kindheit im Nahen Osten • 7 min • von Imogena Doderer • Dass Riad Satouffs Werk nun im Pariser Centre Pompidou ausgestellt wird, ist ein Beweis seines Stellenwerts und seiner Berühmtheit, damit tritt er in die Fußstapfen von stilprägenden Zeichengrößen wie Hergé, Art Spiegelmann und André Franquin • http://t1p.de/4wma (online bis 03.02.2019) • http://t1p.de/ueww (Texte zum TV-Beitrag)

30.01.2019 • u. a. Südkurier, Konstanz:
DER ARABER VON MORGEN • 700 Wörter • von der freien Paris-Korrespondentin Birgit Holzer • “(…) Trotzdem wirkt der 40-Jährige bei einem Rundgang durch die Ausstellung fast verblüfft über den eigenen Erfolg und dass ihm das Centre Pompidou nach Größen in der Welt des Comics wie Hergé, dem Schöpfer von Tim und Struppi, Art Spiegelmann, Claire Bretécher und André Franquin diesen Raum zur Verfügung stellt. Und dass einige seiner Werke sogar neben denen seiner Idole wie Art Spiegelman hängen. ‚Das war die Idee der Kuratoren! Ich selbst hätte das nie gewagt.‘ Als einzige Vorgabe habe er den Kuratoren Emmanuèle Payen und Jérémie Desjardins gemacht, dass die Ausstellung wie ein Labyrinth aufgebaut sein solle in Anspielung an einen Albtraum seines Helden im ‚Araber von morgen‘. Ansonsten überließ er ihnen freimütig seine Kartons mit alten Fotos, Skizzen und Entwürfen (…)“ • http://t1p.de/nus8 (kostenpflichtig)


IM FOKUS: JASON LUTES‘ „BERLIN“

Derzeit ist der amerikanische Comic-Künstler Jason Lutes auf Tour durch Deutschland, um seine gerade bei Carlsen erschienene Gesamtausgabe von „Berlin“ zu präsentieren.

28.01.2019 • Hannoversche Allgemeine Zeitung:
SINFONIE DER GROSSSTADT • 400 Wörter • von Ronald Meyer-Arlt • „(…) Die ‚Berlin‘-Trilogie ist ein ganz erstaunliches Buch geworden: mit erstaunlichen Zeichnungen, erstaunlichen Geschichten, erstaunlicher Tiefe. Jason Lutes‘ schwarz-weiß-Zeichnungen sind voller Dynamik. Immer ist etwas in Bewegung, oft arbeitet er mit Spiegelungen oder Überlagerungen, und trotzdem bleibt er immer auf das Wesentliche konzentriert. Er zoomt ganz nah ans Detail und zeigt kurz darauf wieder das ganze Großstadtpanorama. Ganz großes Kino. Jason Lutes erzählt er vom Schicksal einer jungen Kunststudentin, die im Gewirr der Großstadt ihren eigenen Weg finden muss. Sie lernt einen Journalisten der ‚Weltbühne‘ kennen, taucht ins Nachtleben der Stadt ein, und versucht, ihre Erfahrungen in Bildern festzuhalten (…)“ • http://t1p.de/fpui

28.01.2019 • Der Tagesspiegel:
COMIC-HELDEN DER WOCHE: AM RANDE DES ABGRUNDS • 350 Wörter • von Lars von Törne • „(…) Immer wieder gab es zwischen den einzelnen Heften der Reihe lange Pausen. Denn wie viele Comiczeichner musste sich Lutes größere Teile seines Lebensunterhaltes mit anderen Arbeiten verdienen, in seinem Fall als Dozent am Center for Cartoon Studies in Vermont. Zudem hat Lutes im Verlauf seiner im Berlin der späten 1920er und frühen 1930er Jahre angesiedelten Erzählung Dutzende Figuren und Erzählstränge eingeführt, von denen man als Leser einige im Laufe der Jahre auch wieder aus den Augen verlor, sodass man sich kaum vorstellen konnte, wie er dieses Panoptikum der späten Weimarer Republik zu einem Ende bringen will (…)“ • http://t1p.de/74ck

29.01.2019 • Neue Presse, Hannover:
„BERLIN“ IN KLAREM SCHWARZWEISS • 200 Wörter • von Stefan Gohlisch • „(…) Es ist ein Werk geworden, das in die Zeit passt wie nur wenige. Nicht nur, weil es derzeit auf ein Publikum trifft, das nach ‚Babylon Berlin‘ nach Geschichten aus der deutschen Vergangenheit giert. Sondern auch weil Lutes anhand seiner Figuren, des Journalisten Kurt Severing und der Künstlerin Marthe Müller, gesellschaftliche Prozesse verdeutlicht, darunter eben auch der Rückfall in die Barbarei und der Verführbarkeit aus Ohnmacht. Lutes illustriert das in Schwarzweiß und einem scharfsinnigen Strich zweschen Walter Trier und frankobelgischer Comic-Schule (…)“ • http://t1p.de/8y4q

29.01.2019 • wdr.de – Noller liest:
EIN MAMMUT: JASON LUTES‘ COMIC-TRILOGIE „BERLIN“ ALS GESAMTAUSGABE, DER AUTOR AUF TOUR • 300 Wörter • von Ulrich Noller • „(…) Das Berlin von Jason Lutes ist eine Welt, in der man sich verlieren kann; die Geschichte, die eher eine Untersuchung der Zeit als ’nur‘ Story ist, verfolgt verschiedene Protagonistinnen und Entwicklungen von 1928 bis 1945. Ein Opus Magnum, grandios, beeindruckend. Wie kommt es, dass ein US-Amerikaner aus Seattle so ein Panorama entwirft, beginnend vor dem Mauerfall? Wie hat er welche Bilder gefunden, viele davon wohl lange, ohne selbst persönlich vor Ort gewesen zu sein? Wie war dann der Abgleich mit der Realität? Und wie hat die Geschichte, haben die Figuren während der Produktionszeit in ihm selbst gearbeitet? Auf solche und ähnliche Fragen, die sich unweigerlich stellen, wenn man ‚Berlin‘ liest, gibt’s in den nächsten Tagen möglicherweise persönliche Antworten: Jason Lutes tourt mit seinem Werk durch Deutschland (…)“ • http://t1p.de/4ypf

30.01.2019 • stern.de:
EIN AMERIKANER SCHAFFT EIN PORTRÄT VON BERLIN, DAS EIN DEUTSCHER NICHT BESSER HÄTTE ZEICHNEN KÖNNEN • 950 Wörter • von Susanne Baller • „(…) Das Buch, das in Deutschland nun in einer mehr als 600 Seiten starken Gesamtausgabe zu haben ist, erschien in den USA Stück für Stück in 22 Heften mit je 24 Seiten, die einzeln verlegt worden sind. ‚Dadurch kam auch immer wieder ein bisschen Geld rein‘, erklärt Lutes, ‚aber trotzdem gab es zu Hause gelegentlich Spannungen wegen finanzieller Engpässe.‘ 1999 veröffentlichte der Carlsen Verlag die ersten acht Teile in Deutschland unter dem Titel ‚Berlin – Steinerne Stadt‘, die nächsten acht hießen ‚Berlin – Bleierne Stadt‘ und Band drei, der erst im Oktober 2018 herauskam, ‚Berlin – Flirrende Stadt‘. Dass der Verlag die Gesamtausgabe so schnell hinterherschiebt, zeigt dessen Wertschätzung – das Werk hatte einfach noch ein Großformat verdient (…)“ • http://t1p.de/m3gs