Neues „Tim und Struppi“-Album geplant

Alle Abbildungen: © Hergé / Moulinsart

Anlässlich des 90-jährigen Jubiläums der Comic-Serie „Tim und Struppi“ hat ein Vertreter des belgischen Verlags Casterman die Herausgabe eines bisher unveröffentlichten Abenteuers noch für 2019 angekündigt.

Wie die Nachrichtenagentur AFP meldet, hat der bei Casterman für Comics verantwortliche Redaktionsleiter, Benoît Mouchart, diese Mitteilung am heutigen Donnerstag gegenüber dem französischen Radiosender France Info gemacht. Bei dem Album handelt es sich um „Tintin et le Thermo-Zéro“ (dt. „Tim und das Thermozero“).

Dieses Abenteuer zählt zu den legendären „Tim und Struppi“-Apokryphen und soll womöglich in einer ähnlichen Form wie „Tim und die Alpha-Kunst“ veröffentlicht werden, also als nicht fertiggestelltes Album, das neben getuschten Seiten auch solche in Scribble-Ausführung zeigt. Wie Benoît Mouchart betont, sind die Arbeiten an „Tim und das Thermozero“ seinerzeit allerdings deutlich weiter gediehen als bei „Tim und die Alpha-Kunst“.

Tim in Berlin

Das Abenteuer, dessen ursprünglicher Titel „Les Pilules“ (dt. „Die Pillen“) lautete, wurde von Hergé 1959 im Anschluss an „Tim in Tibet“ in Angriff genommen. Im Mittelpunkt des Thrillers stand ein „Kalter Krieg“-Plot um radioaktive Pillen, der als einen zentralen Handlungsort das Berlin der Nachkriegszeit kurz vor dem Mauerbau enthielt.

Als Hergé Probleme mit der Weiterentwicklung des Stoffs bekam, übertrug er diese Aufgabe seinem belgischen Kollegen Michel Régnier alias Greg, der gerade die Texte für mehrere Alben von „Spirou und Fantasio“ geschrieben hatte, die heute zu den besten der Serie gezählt werden. Im Laufe des Jahres 1960 erstellte Greg somit ein überarbeitetes Szenario.

Von „Zero Heater“ zu „Thermozéro“

In seiner neuen Version ersetzte Greg die Pillen durch eine chemische Substanz, die kälter als der absolute Nullpunkt ist. Gregs Namen für die Substanz, „Zero Heater“, änderte Hergé allerdings in „Thermozéro“, als er mit der zeichnerischen Umsetzung begann. Insgesamt erstellte Hergé acht Seiten als Bleistift-Vorzeichnungen.

Dann jedoch unterbrach Hergé die Arbeit an „Tim und das Thermozero“ zugunsten von „Die Juwelen der Sängerin“. Später allerdings begann Hergés Mitarbeiter Bob De Moor damit, das Szenario für eine „Jo, Jette und Jocko“-Geschichte zu adaptieren, weshalb noch erheblich mehr Seiten in einer ausgearbeiteten Form vorliegen. Es wird spannend werden, wie sich alle diese Puzzle-Teile in dem neuen Album zusammenfügen, das dann hoffentlich auch sehr schnell auf Deutsch erscheint.