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Sonntag, 30.01.2000
Umherlaufen, aufatmen, es ist Comic! - Wer ist Florence Cestac?
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Abgasfreies Umherlaufen
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Den Sonntag haben die Stadtoberen zum autofreien Tag ausgerufen, so dass der Bédéphile seinen Weg an die Stätten seiner Wünsche in frischer, abgasfreier Luft zurücklegen kann und nicht auf den Autoverkehr achten muss. Von den Gratis-Comic-Autobussen kann er selbstredend trotzdem überrollt werden, wenn er seine schweren, mit Comics vollgestopften Tragetaschen zu langsam in Richtung weit entferntem Parkplatz schleppt.
Die Idee, seine Comic-Ausbeute bei der Gepäckaufbewahrung im Bahnhof zwischenzuspeichern, kann man vergessen. Dort ist bereits alles rappelvoll. Man ist eben wieder nicht der einzige, der eine gute Idee hat.
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Die großen Nasen und der Humor kommen zu Ehren. Florence Cestac bekam gestern Abend den Großen Preis der Stadt Angoulême. Damit wird sie beim 28. Comic-Festival 2001 als Präsidentin ein Wörtchen mitzureden haben und diese Aufgabe vermutlich besser ausfüllen als gewisse Vorgänger, hofft man.
Große Nasen, das sind die Markenzeichen ihrer Comicfiguren. Für das Album "Le Démon du midi" (erschienen bei Dargaud 1996) erhielt Florence Cestac 1997 den Prix Alph-Art Humor. Doch das war nicht ihr erster Sieg. Schon 1989 wurde ihr bei Futuropolis 1988 veröffentlichtes Album "Les vieux copains pleins de pépins" mit dem gleichen Preis bedacht. Es erschien sogar in Deutsch im Jahr 1990 bei Ehapa unter dem Titel "Harry Mickson - Auf der Suche nach dem verlorenen Freund".
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Florence Cestac kommt groß raus (Titelfoto aus Charente Libre - Spécial BD vom 29.1.00)
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In den 80er-Jahren wurde die Humoristin dem deutschen Leser durch drei Beiträge in "U-Comix" bekannt (Hefte 57, 62, 71).
Florence Cestac, am 18. Juli 1949 in Pont-Audemer, Frankreich, geboren, besuchte Kunstschulen in Rouen und Paris und gründete 1972 zusammen mit Freunden erst die Comic-Buchhandlung Futuropolis und zwei Jahre später dann den gleichnamigen Verlag.
Unter ihren etwa zwei Dutzend Comic-Alben findet sich auch der Band "Comment faire de la bédé, sans passer pour un pied-nickelé" von 1988, der in Zusammenarbeit mit Jean-Marc Thévenet entstand. Dieser Herr Thévenet ist mittlerweile General-Manager des Comic-Festivals von Angoulême und hat - wie wir alle annehmen - auf die Präsidentinnenwahl keinerlei Einfluss.
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Ein renommiertes Festival hat auch ein Gegenfestival, meint der Rezensent des BoDoï in der Februar-Ausgabe des Monatshefts. Angoulême 2000 hat "Underboom 2000" mit "Purée" und einer Reihe einfallsreicher Aktionen, die der Fanzine-Szene entspringen. Das Püree enthält 100 % Comics, wird gratis verteilt und begleitet das Festivalgeschehen kritisch. Dass u.a. Crumb hier noch einmal sein Fett abbekommt, dürfte klar sein.
Der Internet-Fernsehsender CanalWeb zeigt den Auftritt von Robert Crumb als Banjo-Spieler beim Konzert der "Primitifs du futur". Wer die geeigneten PlugIns für seinen Browser hat, kann sich die netten Digi-Videos mit ihrer erbärmlich niedrigen Auflösung und dem schwachbrüstigen Sound ja einmal reinsaugen (www.canalweb.net).
Nicht nur ein Konditor in der Nähe des Espace Franquin (Pressezentrum) wollte die Rakete, mit der Tim, Struppi, Haddock, Bienlein und Co. zum Mond geflogen sind, groß herausbringen. Auch die Festivalmacher und die Stadt wollen das. Aber leider hat eine höhere Instanz den Aufbau des Riesenprojektils (53 m hoch) auf einer Insel in der Charente gestoppt. Das Eiland stehe für Bauvorhaben nicht zur Verfügung, gab die Präfektur zur Kenntnis. Man verhandelt weiter, denn immerhin ist der aufzubringende Betrag von etwa 60.000.000 DM durch eine Investorengruppe bereits zugesagt. Hergés Erben sollen für die Zustimmung zum Bau übrigens 480.000 DM erhalten plus 5 % von den zukünftigen Eintrittsgeldern. Angesichts des rapide abnehmenden Umsatzes von "Tim und Struppi"-Alben (in den letzten Jahren von 3 auf 1,5 Millionen Alben pro Jahr) wäre ihnen diese Geldquelle sicherlich willkommen. Money rules.
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Rakete: Tims berühmtes Raumfahrzeug beim Zuckerbäcker
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Beim gemeinsamen Frühstück lässt sich die RRAAH!daktion täglich die Ereignisse des Tages durch den Kopf gehen. Das klappt um so besser, je mehr frische Croissants auf den Tellern liegen und je besser der Illy-Kaffee zubereitet wird. Ansprüche muss man haben.
(v.l.n.r.) Andreas Dierks, Eckart Sackmann, Petra Lakner, Marina Carletto
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