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Donnerstag, 25. Januar
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 Stand von Fluide Glacial 2001
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Schon zwei Stunden bevor die Honoratioren das 28. Comic-Festival in Angoulême feierlich eröffneten, fand das Publikum bereits Einlass in Ausstellungen und in die Messezelte. Im Inneren der Zelte wurde konzeptionell wenig geändert, die meisten großen Verlage stehen an den gewohnten Plätzen und zwischen ihnen ist viel Raum für die erwarteten langen Signierschlangen. Einen ungewöhnlichen Standaufbau "oben ohne" zeigt Fluide Glacial, die auf eine dachartige Konstruktion verzichteten und statt dessen das Auge auf zickzackförmige Tische lenken, an denen die Zeichner arbeiten.
Zum offiziellen Startschuss für das große Spektakel, welches das öffentliche Leben der kleinen Stadt in diesen Tagen prägt, reiste der japanische Botschafter aus Paris an, für den der Bürgermeister Philippe Mottet eigens eine Handvoll japanischer Vokabeln eingeübt hatte. Der diesjährige Schwerpunkt des Festivals, der Manga, machte sich auch in der Anreise einer Gruppe japanischer Zeichner bemerkbar, die beim Empfang am Bahnhof von der örtlichen Presse als ganz normale japanische Touristen wahrgenommen wurden: mit Staubschutzmasken vor dem Gesicht und Nikons um den Hals.
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 René Pétillon
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Einen Volltreffer landete René Pétillon mit seinem zwölften Album der Reihe um die Abenteuer des Detektivs Jack Palmer. "L'Enquête corse" führt Jack Palmer in einer Art satirischer Komödie auf der Suche nach einem Erben über eine korsische Insel, welche in konkurrierenden Terroristen- und Polizistengruppen zerfallen ist. Alle wissen offenbar alles, aber keiner sagt einem Nichtkorsen etwas, höchstens wo die nächste Toilette ist. Auch seine Zimmerwirtin kann Palmer nicht weiterhelfen, weil ihre Familie erst seit fünf Generationen auf Korsika lebt. So beginnt eine sehr vergnügliche Story voller Explosionen, deren ernster Hintergrund jedoch spürbar ist.
Als Bestes Album des Jahres wurde Pétillons Album von der Alph-Art-Jury ausgezeichnet, die diesmal - bis auf eine Ausnahme - auf Initiative von Florence Cestac nur aus Frauen bestand. Vor dem Signiertisch des Künstlers bei Albin Michel bildeten sich in Folge lange Schlangen von Signierwilligen, deren Wünsche Pétillon stundenlang so gut es ging zu erfüllen versuchte.
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 Moebiusempfang
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"Gireau Moebus" stand auf dem Schild, welches die junge Frau hochielt, die Jean Giraud/Moebius vom Bahnhof abholen sollte. "Sind Sie Gireau Moebus?" fragte sie den heraneilenden Künstler. Dieser bejahte, wies jedoch freundlich scherzend auf die Schreibfehler auf der Tafel hin und klemmte sich anschließend in den bereitstehenden Kleinstwagen. Seien es die Veranstalter oder sei es sein Verlag, keiner legte offenbar Wert darauf, Moebius von jemandem abholen zu lassen, der ihn kennt und ihn angemessen betreut. So wenig Respekt erstaunt. Moebius war letztes Jahr eine überaus sehenswerte, große Ausstellung im Comic-Zentrum (CNBDI) gewidmet worden. In Erlangen erhielt er den Max-und-Moritz-Preis 2000 für sein Lebenswerk.
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Copyright © 2001 Verlag Sackmann und Hörndl
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