In der frisch getauften Rue Hergé wurde dem belgischen Zeichner ein Denkmal gesetzt. Dass "Tim und Struppi" noch immer aktuell ist, zeigt Le Figaro mit nagelneuen Covern.
Weitere Preise
ALPH-ART JEUNESSE 9-12 ans
"ZapCollège T1: Premières Classes", Téhém, Glénat
Nominiert waren des Weiteren:
- "Rob, Wed et C° T3: A la bonne vautre", Janvier/Erroc/Jenfèvre, Bamboo
- "Les Babyfoots T1", Pica/Bouchard, Bamboo
- "Franky Snow T4: Snow révolution", Buche, Glénat
- "Titeuf T9: La loi du préau", Zep, Glénat
ALPH-ART JEUNESSE 7-8 ans
"Les enquêtes de l'Inspecteur Bayard T12: L'Inspecteur chez les Stars", Schwartz/Fonteneau, Bayard Jeunesse
ALPH-ART DE LA BANDE DESSINÉE SCOLAIRE
Jean Bastide, Castres
ALPH-ART DU PUBLIC
"Titeuf T9: La loi du préau", Zep, Glénat
Nominiert waren des Weiteren:
- "Le nouveau Jean-Claude T2", Tripp/Tronchet, Albin Michel
- "Le cri du peuple T2: l'espoir assassiné", Tardi/Vautrin, Casterman
- "Carnets d'Orient T6: la guerre fantôme", Ferrandez, Casterman
- "Le Scorpion T3: La croix de pierre", Marini/Desberg, Dargaud
- "Plume aux vents T4: Ni dieu, ni diable", Juillard/Cothias, Dargaud
- "Retour à la terre", Larcenet/Ferri, Dargaud
- "XIII T15: Lâchez les chiens", Vance/Van Hamme, Dargaud
- "John Doe T3: London Pepperoni", Baloo/Henriet, Delcourt
- "Largo Winch T12: Shadow", Francq/Van Hamme, Dupuis
- "Peurs Bleues", Edika, Fluide Glacial
- "Phénomenum T1: Opus 0", Kaminka/Vedrines, Glénat
- "Bouncer T2", Boucq/Jodorowski, Humanoides Associés
- "Les Technopères T4", Janjetov/Jodorowski, Humanoides Associés
- "Thorgal T27: le Barbare", Rosinski/Van Hamme, Le Lombard
- "Manhattan Beach 1957", Hermann/Yves H, Le Lombard
- "Torso", Brian Bendis, Semic
- "Trolls de Troy T6: Trolls dans la brume", Mourier/Arleston, Soleil
- "Kookaburra T1: le secret du sniper", Crisse/Mitric, Soleil
- "Peter Pan T5: Crochet", Loisel, Vents d'Ouest
ALPH-ART JEUNES TALENTS
Romain Sein, Angoulême
ALPH-ART FANZINE
Rhinocéros contre Eléphant
ALPH-ART DE LA COMMUNICATION
Dem Europäischen Parlament für das Album "Les Eaux Blessées" von Dominique David, Christina Ruada und Rudi Miel
ALPH-ART POLONAIS
"Le Chat du Rabbin T1: la Bar-Mitsva", Joann Sfar, Dargaud
PRIX DES FONDATEURS
zum 30. Jahrestag des Festivals
Joann Sfar
PRIX RENÉ GOSCINNY
Der Preisträger ist
"Thomas ou le retour du Tabou", Hervé Bourhis, Humanoïdes Associés
PRIX DES LIBRAIRES SPECIALISÉS EN BD
"Quartier lointain T1", Jirô Taniguchi, Casterman
PRIX DE LA CRITIQUE
"Jimmy Corrigan", Chris Ware, Delcourt
Nominiert waren des Weiteren:
- "Quartier lointain T1", Jirô Taniguchi, Casterman
- "Le Chat du rabbin T1 et 2", Joann Sfar, Dargaud
- "Quelques mois à l'Amélie de Jean-Claude Denis, Dupuis
- "Petit Polio T3: Mémé d'Arménie" de Farid Boudjellal, Soleil
PRIX DU JURY OECUMÉNIQUE DE LA BANDE DESSINÉE
"Le Chat du Rabbin T1: La Bar-Mitsva", Joann Sfar, Dargaud
Besonders erwähnt wurde außerdem:
"Petit Polio", Farid Boudjellal, Soleil
PRIX INTERNATIONAL DE LA BANDE DESSINÉE CHRÉTIENNE FRANCOPHONE
"Voyage vers Léon IX - Le lion de pierre", Francis Keller/Thierry Wintzner, Editions du Signe
Besonders erwähnt wurde außerdem:
"Auriac", Marco Venanzi/Benoît Despas, Editions Coccinelle BD
PRIX DE L'ÉCOLE SUPÉRIEURE DE L'IMAGE
keine Nominierungen und Preisträger bekannt
PRIX FRANCE-INFO
"Carnet d'Orient T6: La guerre fantôme", Ferrandez, Casterman
PRIX TOURNESOL
"Cambouis", Luz, L'Association
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Donnerstag, 23. Januar
Eine nette, junge Prinzessin zieht die Presse an wie eine Blüte die Bienen. Ein zugehöriger Prinz stört da ein bisschen, muss aber ganz selbstredend mit aufs Bild. Und die Comic-Ausstellung, um die es im Grunde geht, liefert das etwas ungewöhnliche Ambiente für die schöne Geschichte, bleibt jedoch Randnotiz. Diesen Eindruck gewann man, als die belgische Kronprinzessin Mathilde – man sagt, sie werde in der Hausfrauenpresse als neue Lady Diana gehandelt – mit ihrem Prinzen Philippe in Angoulême anwesend war, um der Umbenennung der Rue Marengo in Rue Hergé beizuwohnen und um Comic-Ausstellungen im Rathaus und im Stadttheater Angoulêmes zu sehen. Die Regionalpresse widmete im Rahmen ihrer Berichterstattung vom Comic-Festival fast eine ganze Seite den Fragen, wie man einer Prinzessin zu begegnen habe, wie man sie anspricht, wie man ihr die Hand küsst, wie normal sie ist und ob sie eine Krone tragen darf. Immerhin richtete während des Rummels wenigstens ein Fernsehteam im Stadttheater die Kamera dann doch auch auf François Schuiten, um sich von ihm Teile der Ausstellung erklären zu lassen. Prinzessinen haben wohl etwas Märchenhaftes, was die Menschen in Scharen auf die Straßen treibt, um einen Blick auf ihren Traum zu werfen. In dem Gedränge in der Rue Hergé kamen aber vermutlich nicht allzu viele nah genug an den Ort des Geschehens heran, wo der belgische Prinz mit einem laut vernehmlichen "Hunderttausend heulende Höllenhunde" in Anwesenheit von Hergés Witwe Fanny Rodwell das Hergé-Denkmal feierlich enthüllte. (*) Die Rue Marengo, jetzt Rue Hergé, ist eine längere Fußgängerzone und befindet sich in zentraler Lage der Stadt.
Prinzessin Mathilde (links) und Prinz Philippe (2. v. l.) von Belgien lassen sich von einer Mitarbeiterin von Frémok (Dominique Goblet, Mitte) die Ausstellung des belgischen Nachwuchses zeigen (rechts: Élisabeth Morin, Präsidentin der Region Poitou-Charentes, und Philippe Mottet, Bürgermeister der Stadt Angoulême).
François Schuiten, Benoît Peeters und ihre Ausstellung im Stadttheater kann man für den FIBD, dem Veranstalter des Festivals, als Glücksfall ansehen. Nicht, dass sich durch die Ausstellung im Stadtheater besondere oder gar aufregende Erkenntnisse über den Comic ergaben, aber die Außenwirkung der belgischen Präsidentschaft war außergewöhnlich. Man munkelte bereits am zweiten Tag über Rekorde bei der Anzahl an Presseleuten und Festivalbesuchern. Der französische Staat hob das Comic-Festival durch die Verdreifachung der Bezuschussung (auf 195.000 €) per Presseerklärung auf eine Ebene mit dem Theaterfestival in Avignon und dem Musikfestival in Aix. Die Stadt Angoulême entdeckte ebenfalls ihr Herz für die Großveranstaltung neu und sattelte auf ihren jährlichen Zuschuss nochmals 150.000 € drauf. Nicht zuletzt wirkte Schuitens Präsidentschaft auch Stimmen entgegen, die den belgischen Comic in der Vergangenheit in Angoulême als nicht angemessen berücksichtigt empfanden. Der große belgische Verlag Dupuis blieb auch dieses Jahr zu Hause. Womöglich schafft es der Auftritt einer Prinzessin, dass man diese unerfreuliche Haltung nochmals wohlgesonnen überprüft.
"Euljirosunhwanseon" (d.i. Die grüne Linie) nennt Choi Ho-cheol seinen Comic, aus dem diese Zeichnung stammt, die als wirksamer Blickfang präsentiert wurde. Choi Ho-cheol wurde 1965 geboren und studierte Kunst an der Universität Hongik. Mit der Arbeit "Jajeongeo Nadeuri" (d.i. Ein Ausflug mit dem Fahrrad) begann 1995 seine erfolgreiche Laufbahn.
Der südkoreanische Comic, der Manhwa, zeigte sich in einem großen Ausstellungszelt in verblüffender Vielfalt. Zwar gibt es in Südkorea auch die Art Comic, die wir von "Island" her kennen, doch reicht die Bandbreite – wie wir das ja schon beim Manga lernen konnten – im Comicland Südkorea vom einfachen Funny bis zu poetischen Grafiknovellen, ohne dass wir das in Europa anhand der von dort importierten Comic merken können. Damit das besser wird, gab sich die KOCCA, eine Agentur des koreanischen Ministeriums für Kultur und Tourismus, alle Mühe, den Besuchern und der Presse mit gehörigen Mengen an Informations- und Beispielmaterial auf die Fülle heimischer Comicproduktion hinzuweisen und Interesse zu wecken. In der Fußgängerzone zeigten koreanische Seiltänzer ihre alte Kunst. Sie wurde 1976 als Hauptkulturschatz Nr. 58 des Landes eingestuft. Auch der Comic hat in Korea eine lange Geschichte und ist als Teil dortiger Kultur über hunderte von Jahren zurückzuverfolgen.
Eine buddhistische Fabel um eine Kuh in einem Text-Bild-Gemisch aus dem 10. Jahrhundert.
Die Ausstellung zum koreanischen Comic gliederte die historische Entwicklung des Manhwa in sechs Abschnitte. Basierend auf der Malerei des Fernen Ostens folgte beginnend vor etwa tausend Jahren dank einer exzellenten Holzschnitttechnik durch Text-Bild-Gemisch eine Verbreitung des buddhistischen Kanons. Ende des 19. Jahrhunderts brachte der Einfluss des Westens eine erste Veröffentlichungswelle karikaturistischer Zeichnungen. Im Koreakrieg setzte der Norden wie der Süden Comic als Propagandainstrument ein. In den 50er-Jahren erfuhr der Takji Manhwa seinen Aufschwung, Abenteuercomic, oft von Anfängern gezeichnet und heute wegen der damals schlechten Produktionsbedingungen kaum noch erhalten. In den 80er-Jahren erschienen erste mehrbändige, lange Comicerzählungen, in denen ein Held im Mittelpunkt steht. Der Comic wurde in Südkorea immer beliebter und brachte es im Jahr 2001 auf 9.177 Neuerscheinungen (zum Vergleich: in Frankreich erschienen im gleichen Zeitraum 1.292 neue Comics). Man druckte 2001 über 42 Millionen Comicalben, womit in Südkorea der Comic 35,9 % aller Veröffentlichungen ausmache, wie eine Statistik eines koreanischen Zentrums von Verlagen ausweist.
Der koreanische Comickonsument "liest" einen Comicband von 200 Seiten in etwa 15 Minuten. Den enormen Bedarf an Comics stillen nicht nur riesige Läden sondern auch sogenannte Manhwabang, Comiclesebars, in denen man für seine Aufenthaltszeit bezahlt und nebenbei etwas trinken und an Trockenfisch knabbern kann. Die Titel, die in diesen etwa 3.000 Manhwabang Südkoreas stehen, sind jeweils nach einigen Monaten ausgelesen und werden dem Altpapier zugeführt. Nur die populärsten Comics genießen in einem haltbaren Einband eine längere Lebenszeit.
Joann Sfar ("Donjon") erhielt für sein Schaffen im Allgemeinen als auch für sein erstes Album aus der Serie "Le Chat du Rabbin" (d.i. Die Katze des Rabbi) Anerkennung in Form besonderer Preise. Ein Krimi-Comic wurde vom Europäischen Parlament in Millionenauflage in Umlauf gebracht: "Les Eaux Blessées" (rechts) erhielt den Alph-Art de la Communication 2003.
Zwar erschien Chris Ware zur Preisverleihung für das Beste Album 2003 zur Enttäuschung mancher im Stadttheater nicht, dafür wurde als anderem ausländischen Gast um so mehr Jirô Taniguchi zugejubelt, der gleich zwei der begehrten Preise für Band 1 von "Quartier lointain" erhielt. Joann Sfar, ein 1971 Nizza geborener und ungemein produktiver Autor der jungen Erzähler-Generation, war ein weiterer Star des Abends.
Eine in Ich-Form gehaltene Erzählung einer sprechenden, aber vor allem denkenden Katze schlängelt sich in "Le Chat du Rabbin" durch die Gassen eines jüdischen Viertels, in einem Maghreb, das noch französische Kolonie ist. Philosophisch-theologisches Wortgefecht, historischer Ausschnitt, originell gezeichnetes Märchen, Geschichte einer ergebenen und unmöglichen Liebe und zuvorderst ironische, scharfsinnige Kritik der dogmatischen Dummheit, humorvolle Huldigung von Intelligenz und Toleranz treffen zusammen durch einen Autor, der selbst zwischen verschiedenen Kulturen steht. Wir sind – wie Katzen – neugierig, die Fortsetzung zu lesen. Das sieht beim Umweltkrimi "Les Eaux Blessées" schon anders aus. In einer Million Exemplaren wirft das Europäische Parlament einen Allerweltscomic in vielen Sprachen unters Volk, in dem eine schöne Parlamentsabgeordnete einem Umweltsünder auf die Schliche kommt. Die Absicht und die Form ist immerhin beachtlich.
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