Trommeln für eine neue Manga-Ära bei Egmont
In einer festlichen Veranstaltung gab Egmont seine Pläne zur deutsch-japanischen Zusammenarbeit bekannt. Egmont Manga & Anime Europe GmbH heißt das neue Unternehmen der Egmont-Gruppe, das von Japanern und Deutschen gemeinsam geleitet wird und ausschließlich Manga und andere Medienprodukte der japanischen Kultur in den Mittelpunkt seiner Medientätigkeit stellt.
Hinweise
Ausstellungen
CHARLES M. SCHULZ UND SEINE PEANUTS
Kurator: Dr. Bernd Dölle-Weinkauff, Institut für Kinder- und Jugendbuchforschung, Universität Frankfurt
Die Ausstellung erinnert an das Lebenswerk des Anfang des Jahres gestorbenen Amerikaners, dessen Serie Peanuts zu den erfolgreichsten Serien aller Zeiten gehört.
MABUSE
Die Ausstellung zur sechsteiligen Heftserie von Isabel Kreitz, Stefan Dinter und Eckart Breitschuh um eine legendäre Figur der Literatur- und Filmgeschichte.
AVANTGARDE UND EXPERIMENTE
Kurator: Paul Derouet, Agentur Contour, Hamburg
Wo steht der Comic am Anfang des dritten Jahrtausends? Wie sehen die Visionen junger Zeichner aus? Welche Entwicklungen sind überhaupt noch möglich? Vincent Fortembs, Yvan Alagbé, Raul und Blutch - vier europäische NachwuchskŸnstler - beweisen, dass das Thema Comic noch längst nicht ausgereizt ist.
DIE BERLINER TISCHPLATTEN-AFFÄRE
Kuratorin: Jutta Harms, Reprodukt, Berlin
Berliner Zeichner schmücken die Tischplatten im Comic-Café
WON
Markus Müller alias WON, der Graffiti-Künstler, der in der Vergangenheit Zug um Zug die Waggons der Deutschen Bahn beehrte, sprayt live auf dem Gelände der Buchmesse.
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Tipps für Freitag:
- 11:30 Uhr - ZEICHENWORKSHOP FÜR JUGENDLICHE
Björn Pertoft, Zeichner (u.a. Käpt'n Blaubär), Darmstadt.
Nur mit Voranmeldung.
- 13:00 Uhr - ZEICHENWORKSHOP FÜR JUGENDLICHE
Björn Pertoft, Zeichner (u.a. Käpt'n Blaubär), Darmstadt.
Nur mit Voranmeldung.
- 14:30 Uhr - VORTRAG (in Englisch): The Marketing of Comics on the Internet
Chuck Rozanski, Geschäftsführer Mile High Comics, USA
Welche Chancen und Gefahren bietet das weltweite Netz den bunten Bildern?
- 15:30 Uhr - DIAVORTRAG: Geschichte der Comics in Deutschland
Wolfgang Strzyz, FBM, Frankfurt/Main
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Donnerstag, 19. Oktober 2000
Auf dem Podium
In der Folge an Podiumsdiskussionen dieses Tages begann Horst Preuß von der Eichborn AG mit einem anfangs recht nüchtern gehaltenen Vortrag zu dem, was Merchandising sei, und mit dem Resultat, dass man nach einer befriedigenden Begriffsbestimmung noch suche. Aber immerhin sieht man überdeutlich, wie weit man bei Eichborn bei den Zusatzartikeln zu den Comics von Walter Moers die Schraube an Fanwareausstoß gedreht hat. Dass das offenbar profitabler sei, als der Verkauf des Comics an sich, zeigte sich in der anschließenden Diskussion, die von Marius Kessler (Infinity) geleitet wurde und sich des Problems des zu teuren Comics annahm. Anhand einer Modellrechnung für eine Auflage von 4.000 Exemplaren eines Vierfarbalbums wies der vortragende Matthias Bischoff, Eichborn AG, nach, warum das Kalkulationsprogramm in seinem Hause eine solche Ausgabe meist als irreal klassifiziert. Die Verlegerei von Vierfarbalben niedriger Auflage funktioniere in Deutschland nur durch engagierte Verleger, die einen Hang zur Selbstausbeutung haben. Dass man dieses seitend der Zeichner ebenfalls besitzen muss, erklärte Isabel Kreitz ("Mabuse", "Die Entdeckung der Currywurst"). Die deutschen Zeichner leben bis auf wenige Ausnahmen, namentlich wurden Walter Moers, Ralf König und Ulli Stein genannt, nur durch Werbeaufträge. Die in der Diskussionrunde die Erfahrungen des Buchhandels vertretenden Regina Möhrle betonte, dass sich für Alben, die über 30 DM kosten, keine Käufer finden ließen. Diese Comics würden lediglich von einem bestimmten Personenkreis gezielt nachgefragt.
(Foto v.l.n.r: Matthias Bischoff, Marius Keßler, Regina Möhrle, Isabel Kreitz)
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Zensur im Comic
Dass die Veranstaltungen der Buchmesse auch zur Eigenwerbung herhalten wird keiner verübeln. So nutzte Achim Schnurrer (Edition Kunst der Comics/Alpha Comic) seine Talkrunde zum Thema Zensur dazu, wegen der staatlichen Repressalien gegen ihn einen Mitleidsbonus einzufordern. Was aber beunruhigen musste, war der Versuch, in der Willkür der Staatsanwaltschaft Meiningen eine Grundlage für eine Verurteilung jedes staatlichen Eingriffs zu sehen. Mit geschickten Formulierungen und Beispielen wurde nicht nur das Publikum fehlinformiert, auch Dr. Bettina Brockhorst-Reetz als Vertreterin der Bundesprüfstelle ließ sich aufs Glatteis führen. Wenn sie in ihrem Statement zur Verteidigung der Bundesprüfstelle schließlich folgerte: "Den Erwachsenen müssen wir nicht schützen", so befand sie sich damit nicht mehr in Einklang mit den Vorschriften des Strafgesetzbuches. Das sieht nämlich sehr wohl einen Schutz der Gesellschaft vor, zum Beispiel gegen Gewaltverherrlichung, Nazi-Symbolen und Kinderpornographie. Mit der Abbildung von Hakenkreuzen habe er als Franzose keine Probleme, bekannte Paul Derouet. Aus der Sicht des Ausländers sei sie deutsche Zensurpraxis sehr sonderbar. Was Derouet verschwieg, war, dass auch in Frankreich Zensur ausgeübt wird, und zwar sehr viel willkürlicher als bei uns. Das Gesetz vom 16. Juli 1949 findet immer wieder auch auf Comics Anwendung. Insgesamt war es eine peinliche Diskussion, die keineswegs das Niveau erreichte, das man auf einer Buchmesse erwarten würde.
(Foto v.l.n.r: Achim Schnurrer, Paul Derouet, Dr. Bettina Brockhorst-Reetz)
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Ausstellungswände
"Mabuse", zur Zeit eine der beachtlichsten deutschen Comic-Produktionen, gezeichnet und erdacht von Isabel Kreitz, Eckart Breitschuh und Stefan Dinter, kann auch als Beispiel zur Nachahmung dienen. Dazu hat man in der zugehörigen Ausstellung darauf geachtet, nicht nur fertige Seiten zu zeigen, sondern auch deren Werdegang offenzulegen. In einem größeren Bereich des Comiczentrums in Messehalle 4.1 wurden geeignete Ausstellungswände so aufgestellt, dass ihr Schwung und ihre Höhe zum geruhsamen Betrachten einladen, jetzt müsste es in der Halle nur noch stiller sein und man sich nicht andauernd durch Handygeräusche ablenken lassen.
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Leselust
Wolfgang Strzyz, der an der Vorbereitung der Faszination Comic wesentlichen Anteil hatte, kam auf die Idee, an der rückwärtigen Wand der Ausstellungshalle eine Art Comic-Lesesaal einzurichten. Dazu wurden die Verlage gebeten, Comics zum Schmökern bereitzustellen. Die Regale sind auch tatsächlich gut gefüllt, zwar nicht mit allen Arten, aber doch abwechslungsreich ausgestaltet. Regina Möhrle von Buch Kaiser, Karlsruhe, ließ sich als Teilnehmerin eines der Buchhändler-Seminare von Wolfgang Strzyz für diese Idee begeistern und betreut nun mit einer Kollegin die mit gemütlichem Mobiliar ausgestatteten Comic-Leseabteilung. Der Lesesaal ist gerade für neugierige Leser interessant, die sich allzu teure Comics erst nach gründlicher Probelektüre zulegen möchten.
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