Der Infostand des Comiczentrums war ständig besetzt und half mit Rat und Tat.
Hinweise
Ausstellungen
CHARLES M. SCHULZ UND SEINE PEANUTS
Kurator: Dr. Bernd Dölle-Weinkauff, Institut für Kinder- und Jugendbuchforschung, Universität Frankfurt
Die Ausstellung erinnert an das Lebenswerk des Anfang des Jahres gestorbenen Amerikaners, dessen Serie Peanuts zu den erfolgreichsten Serien aller Zeiten gehört.
MABUSE
Die Ausstellung zur sechsteiligen Heftserie von Isabel Kreitz, Stefan Dinter und Eckart Breitschuh um eine legendäre Figur der Literatur- und Filmgeschichte.
AVANTGARDE UND EXPERIMENTE
Kurator: Paul Derouet, Agentur Contour, Hamburg
Wo steht der Comic am Anfang des dritten Jahrtausends? Wie sehen die Visionen junger Zeichner aus? Welche Entwicklungen sind überhaupt noch möglich? Vincent Fortembs, Yvan Alagbé, Raul und Blutch - vier europäische NachwuchskŸnstler - beweisen, dass das Thema Comic noch längst nicht ausgereizt ist.
DIE BERLINER TISCHPLATTEN-AFFÄRE
Kuratorin: Jutta Harms, Reprodukt, Berlin
Berliner Zeichner schmücken die Tischplatten im Comic-Café
WON
Markus Müller alias WON, der Graffiti-Künstler, der in der Vergangenheit Zug um Zug die Waggons der Deutschen Bahn beehrte, sprayt live auf dem Gelände der Buchmesse.
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Sonntag, 22. Oktober 2000
Neue Tendenzen in Frankobelgien
In einer uns wohlbekannten Gegend, in der letztes Jahr 1.055 neue Comictitel auf den Markt kamen, leistet man sich auch Leute, die den Überblick behalten, Wesentliches sammeln und Trends analysieren. Thierry Groensteen ist als Direktor im Nationalen Comic Museum Angoulême begehrter Fachmann für Fragen nach dem Woher und Wohin des frankobelgischen Comic. Nicht nur Theoretiker, nicht nur Historiker (vgl. Asterix, Barbarella & Co.), schon gar nicht Museumsbeamter, beobachtet er mit Leidenschaft die Entwicklung des Comics unserer Tage und kann stundenlang und mit Begeisterung darüber vortragen. Dies tat er dann auch. Dabei konzentrierte er sich auf Werke, die im Umfeld der Künstlervereinigungen und Eigenverlage L'Association, Édition Amok oder Ego comme X erschienen, vergaß eingangs aber auch nicht die Großen im frankobelgischen Comicgeschäft (Dupuis, Dargaud, Flammarion, Glénat) zu erwähnen, die Bestseller wie "XIII" oder "Titeuf" mit jeweils mehr als 400.000 Exemplaren verkaufen. Von den demgegenüber kleinauflagigen Titeln, die eine neue Richtung des frankobelgischen Comic ausmachen, ist in Deutsch einiges bekannt, allem voran die Arbeiten von Lewis Trondheim. Doch auch Patrice Killofer, Edmond Baudoin, David B. oder Jean-Christophe Menu sind mit ihren Journalen des täglichen Lebens hierzulande keine Unbekannten, während die famosen Comics eines Nicolas Dumontheuil oder Christophe Blain noch auf ihren deutschen Verleger warten.
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Polnische Comics
Dadurch, dass die erstaunliche Ausstellung zum jüngeren polnischen Comic weitab vom Comiczentrum in einer anderen Halle gezeigt wurde, erhielt sie nicht die Aufmerksamkeit, die ihr gebührte. Hatte man etwa die Vorstellung, in Polen gebe es nur lehrreiche Comics für Kinder in einfacher Machart, dann wurde man angenehm von der Vielfalt überrascht, die sich an den Stellwänden zeigte und unserem Wissen bisher entging, wenn man einmal von Grzegorsk Rosinski ("Thorgal", "Die große Macht des kleinen Schninkel") absieht. In der Anthologie "komiks - antologia komiksu polskiego - najlepsi mlodzi rysownicy", die Egmont Polska in diesem Jahr herausbrachte, sind die Arbeiten der besten jungen polnischen Zeichner versammelt.
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comicforum.de
Das webbasierte Comicforum www.comicforum.de verzeichnete einen derartigen Zulauf, dass das mit dem Provider Schlund vereinbarte vertragliche Limit von 5 Gigabyte Datentransfervolumen pro Monat weit überschritten wurde. Im September brachten es die Webchatter auf 1,2 Gigabyte am Tag. Dieses merkte der Provider allerdings erst letzten Monat, weil seine unzureichenden Statistiktools dieser Bandbreitenbelastung vorher nicht auf die Schliche kommen konnten. Bedenkt man, dass pro zusätzlichem Gigabyte 79,- DM fällig werden, wundert man sich nicht über eine Rechnung von etwa 4.000 DM, die Bernd Glasstetter als Verantwortlicher für das Comicforum nun zu bezahlen hat. Zwar zog er die Notbremse, schloss ein Forum und reduzierte den Durchsatz auf 600 Megabyte pro Tag, aber weitermachen wird er auf Dauer wohl nur können, wenn man ihn seitens der Nutzer unterstützt. Den Umstieg auf eine adäquate Technik mit einem Newsserver, bei dem man in der Eingabezeile seines Browsers lediglich den Namen des Forums (Beispiel: news:de.alt.comics) eintippen braucht, zieht Glasstetter nicht in Betracht, obwohl dieses das Datentransfervolumen erheblich verringern würde.
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Bloody Circus Flash
Mit einer Variante von Melvilles "Moby Dick" eröffnet Jürgen Seebeck seinen bei Carlsen in gedruckter Form neu erschienenen Comic "Bloody Circus", der zuerst für den japanischen Online-Markt gezeichnet wurde. Als weibliches Pendant zu Kapitän Ahab stapft rachebeseelt die Kapitänin Ahab mit ihrem künstlichen Metallbein über die Planken ihres Luft-Schiffes, sie ist auf der Suche nach Moha Dick, dem roten Wal, wegen dem sie bereits drei Körperteile einbüßte. In seinem Demonstrationsvortag zeigt Jürgen Seebeck anschaulich und nachvollziehbar, wie aus den gezeichneten Vorlagen dieses Comic via gutem Scanner, schnellem Rechner und potenter Programme eine Flashanimation entsteht. Im Gegensatz zu einer Fernsehsendung aus einem Kochstudio wurde nichts vorfabriziert, sondern die Zuschauer der Demonstration erlebten jeden Scanvorgang und jeden Mausklick auch in seiner zeitlichen Dehnung mit und konnten sich den zu treibenden Aufwand somit gut vorstellen. Am guten Anfang steht nach Seebecks Überzeugung aber immer noch die Arbeit mit Papier und Zeichenstiften.
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