Heute wird abgebaut. Einige Stände sind schon recht früh verwaist. Im nächsten Jahr wird die Frankfurter Buchmesse bereits am Sonntag zu Ende gehen.
Hinweise
Ausstellungen
CHARLES M. SCHULZ UND SEINE PEANUTS
Kurator: Dr. Bernd Dölle-Weinkauff, Institut für Kinder- und Jugendbuchforschung, Universität Frankfurt
Die Ausstellung erinnert an das Lebenswerk des Anfang des Jahres gestorbenen Amerikaners, dessen Serie Peanuts zu den erfolgreichsten Serien aller Zeiten gehört.
MABUSE
Die Ausstellung zur sechsteiligen Heftserie von Isabel Kreitz, Stefan Dinter und Eckart Breitschuh um eine legendäre Figur der Literatur- und Filmgeschichte.
AVANTGARDE UND EXPERIMENTE
Kurator: Paul Derouet, Agentur Contour, Hamburg
Wo steht der Comic am Anfang des dritten Jahrtausends? Wie sehen die Visionen junger Zeichner aus? Welche Entwicklungen sind überhaupt noch möglich? Vincent Fortembs, Yvan Alagbé, Raul und Blutch - vier europäische NachwuchskŸnstler - beweisen, dass das Thema Comic noch längst nicht ausgereizt ist.
DIE BERLINER TISCHPLATTEN-AFFÄRE
Kuratorin: Jutta Harms, Reprodukt, Berlin
Berliner Zeichner schmücken die Tischplatten im Comic-Café
WON
Markus Müller alias WON, der Graffiti-Künstler, der in der Vergangenheit Zug um Zug die Waggons der Deutschen Bahn beehrte, sprayt live auf dem Gelände der Buchmesse.
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Montag, 23. Oktober 2000
Presseschau
Ein erster Rundblick durch die während der Messezeit erschienenen Zeitungen und Zeitungsbeilagen lässt auf ein recht verhaltenes Echo der Faszination Comic in der Printpresse schließen. Vielleicht mangelt es an interessierten und geeignet gebildeten Redakteuren, vielleicht hält man den Comicbereich der Frankfurter Buchmesse doch zu sehr als einen Schritt "zur Trivialisierung der Messe" wie man im Radio hören konnte, was man nicht fördern möchte. Dass es in der graphischen Literatur vielleicht ebensoviele anspruchsvolle wie triviale Titel gibt wie in der Buchstabenliteratur, kommt jenen voreilig Kommentierenden dabei offenbar nicht in den Sinn.
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Tischplattenaffäre
Auf Initiative von Dirk Baranek und Jutta Harms gestalteten Berliner Zeichner die Tischplatten des Cafés, welches im Comiczentrum eingerichtet worden war. Unter den abgestellten Kaffeetassen und Aschenbechern gingen die netten Einfälle leider etwas unter, die zuweilen störenden Reflektionen der schönen stiftförmigen Deckenlampen taten ein Übriges. Von einer - wie im Ausstellungstext angekündigten - "Affäre" im üblichen Sinne war da nichts zu erkennen. Hoffentlich bewahrt man die Tischplatten fürs nächste Jahr auf, um sie dann deutlicher ins Blickfeld zu rücken.
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Albert Weinberg
"My Bonnie is over the ocean, my Bonnie is over the sea..." tönt es am Zeichentisch, an dem Albert Weinberg von morgens bis abends "Buck Danny"-Alben signiert. Am Stand können sich die Mitarbeiter nicht entsinnen, dass er einmal während der letzten Tage eine Pause gemacht habe. Der 1922 in Lüttich, Belgien, geborene und jetzt in Lausanne, Schweiz, lebende Zeichner singt gut gelaunt und liefert sich mit Mirko Piredda von Mosaik (im Bild links) unvermittelt einen gekonnten Scheinkaratekampf. Auf einer Comic-Veranstaltung zehn Stunden non-stop zu signieren, das sei er gewohnt, meint er. Er brauche nur zwischendurch ein Sandwich und etwas zu trinken. Und gleich darauf singt er weiter: "Das schönste Land der Welt ist mein Tirolerland..."
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Happy Hour
Sigrid Moritz (im Foto hinten stehend), Verantwortliche für den Comicbereich seitens der Messeleitung, lud am Sonntagabend alle Aussteller und Comicschaffenden zum Ziehen einer Bilanz und zu einem Ausblick ein. Sie bezeichnete die "Faszination Comic" als einen vollen Erfolg, über den man sich freuen und auf den man anstoßen solle. Die Ansicht Wolfgang Strzyz', man solle diese Versammlung auch nutzen, um Kritikpunkte anzusprechen, kam ihr nicht gelegen. Dennoch wusste Strzyz als Pädagoge um den Wert einer solchen Zusammenkunft als Blitzableiter für reinigende Gewitter und beharrte. Tatsächlich knisterte es in Folge auch ein wenig, mündete jedoch endlich in guter Stimmung und mit zufriedenen Gesichtern.
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