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Comic-Messe

Faszination Comic - Frankfurter Buchmesse 2000

Faszination Buchmesse

Ein Kommentar von Eckart Sackmann

Nachdem der Comic vor rund zwanzig Jahren als potentieller Buch-Füller entdeckt wurde, suchten die Verleger in Frankfurt nicht mehr nur den Lizenzpartner, sondern auch den Wiederverkäufer. Der allerdings macht sich zunehmend rar. Im Zeitalter moderner Kommunikationsmittel sparen sich viele Buchhändler den Weg nach Frankfurt, wo sie letztlich doch nicht mehr erwartet als das, was ihnen der Vertreter oder die Verlagsvorschau bieten. Frankfurt mutiert immer mehr zu einer Messe für den Endverbraucher, den Leser.

Der Besucher will mit Attraktionen gelockt werden, sei es mit großen Namen, sei es mit Themenschwerpunkten wie in diesem und in den kommenden beiden Jahren "Faszination Comic". In greifbarer Nähe der in Halle 4 versammelten Comic-Verlage hatte der Veranstalter ein buntes Rahmenprogramm organisiert. Es reichte von Vorträgen und Podiumsdiskussionen bis hin zu Ausstellungen und Computerterminals und konnte sich sehen lassen. Dennoch - aller Anfang ist schwer.

So vielfältig und attraktiv sich die "Faszination Comic" auch präsentierte, so ließe sich doch manches verbessern. Zum einen - und das ist ganz wichtig - gehört ein Schwerpunktthema nicht an den Rand einer Halle, sondern in deren Zentrum. Der Comic darf nicht hinter die traditionell dünn besuchten Reihen der Kunstbuchverlage gesteckt werden, er muß mitten unter die Belletristik. An vielen, nicht von vornherein auf Comic gepolten Messe-Besuchern dürfte die Show vorbeigegangen sein, zudem auf dem Gelände so gut wie nichts auf das Extra-Bonbon hinwies.

Zum anderen sollte es gelingen, noch mehr Aussteller rund um das Comic-Zentrum zu konzentrieren. Die Chancen dafür stehen gut. Allerdings erwarten die Comicverlage - und wohl auch ihre Leserschaft - daß die Bücher an Ort und Stelle den Besitzer wechseln dürfen. An Tagen mit Publikum muß das auf der Buchmesse herrschende Verkaufsverbot fallen - und das sollte den Besuchern auch bekannt sein. Ein Problem allerdings bleibt: Wer schützt die dezent Handel Treibenden vor den einströmenden Massen? Wie lassen sich Arbeitsplatz und Jahrmarkt unter einen Hut bringen?

In diesem Jahr blieb das Schwerpunktthema Comic ein Zwitter - nicht so lebendig wie ein Comic-Salon, nicht so steril wie viele andere Bereiche in Frankfurt. Man darf mit Spannung auf die Fortsetzung des Experiments schauen. Die Bewertung der "Faszination Comic" hängt auch vom Standpunkt des Betrachters ab. Für die Medien war das für eine Buchmesse exotische Abenteuer ein gefundenes Fressen. Doch keine voreiligen Schlüsse! Von einem Erfolg der Veranstaltung kann man wohl erst dann sprechen, wenn das "Sonderthema" zur Normalität geworden ist.

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