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Cosplay
Phantasievoll kostümiert: ein Mangafan in breiter Pracht

Hinweise

Ausstellungen

NEUE COMICS FÜR DIE KURZEN
Kurator: Lewis Trondheim (Autor), Paul Derouet (Agentur Contours, Hamburg)

Lewis Trondheim ist sicherlich einer der interessantesten, zweifelsohne aber einer der fleißigsten Künstler der letzten Jahre. Dabei hat der ursprünglich der Avantgarde verpflichtete Franzose seit Beginn seiner Karriere nie vergessen, dass Kinder immer noch die größte Gruppe der Comic-Fans und -Leser ausmachen. Vor allem der Szenarist Trondheim hat - zusammen mit mehreren europäischen Zeichnern - erfolgreich neue Kindercomics entwickelt und veröffentlicht. Im Comic-Zentrum werden sie in repräsentativen Ausschnitten vorgestellt.

ZEITGENÖSSISCHE COMIC-KUNST AUS OSTEUROPA
Kurator: Igor Prassel (Comic-Experte, Ljubljana)

Die Ausstellung bietet einen einzigartigen Querschnitt politischer Comics und Cartoons aus dem ehemaligen Ostblock. Künstler aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Jugoslawien, Estland, Kroatien, Mazedonien, Polen, Rumänien, Russland, Slowenien, Tschechien, der Ukraine und Ungarn präsentieren mit ihren Exponaten eine bislang in Westeuropa eher unentdeckt gebliebene Comicwelt, die gerade durch ihre immense Vielfalt völlig neue Horizonte eröffnet.

HISST DIE FAHNE!
Kurator: Martin Jurgeit (Comic-Journalist, Lehrte)

Das Freibeuter-Bündnis, ein Zusammenschluss mehrerer kleiner Independentverlage, zeigt Flagge und nimmt Kurs auf die Tischplatten im Comic-Café. So können Comics aussehen, die jenseits des Mainstream entstehen.

Sonntag, 13. Oktober 2002


Cosplay

Cosplay Riesengedränge, Jubel, begeisterter Beifall, der Mangatag der Faszination Comic geht nach der Schnitzeljagd mit dem Cosplay weiter, einem Kostümwettbewerb. Gehofft hat man auf einige Dutzend Teilnehmer, gekommen sind mehr als 55 Einzelbewerber und 25 Gruppen. Das gläserne Rund des Comicforums ist dicht umlagert, die Darbietungen der Bewerber werden über zwei Stunden lang aufmerksam verfolgt, bravourös und erschöpfungsfrei moderiert durch Matthias Wieland (Dino). Wer am Ende auf dem ersten Platz landet, ist eigentlich nicht so wichtig, der Manga gewinnt jedenfalls, der Spaß am Dabeisein ist unübersehbar. Manch alter Hase, der verblüfft in all dem Trubel steht, erinnert sich an seine erste Comiczeit, in der er mit der gleichen Begeisterung als "Sigurd" für das Gute oder das Burgfräulein stritt. Harm Bengen ("Sandra Bodyshelly") schlug sich als "Zorro" durch Ostfriesland. Hier und heute ist es die vierköpfige Jury, die für das Gute kämpft: Heidi Gruben schafft es, sich gegen die Vielzahl an Mitbewerberinnen durchzusetzen und holt sich in der Einzelkonkurrenz als Sailor Saturn den Hauptgewinn, einen Gamecube. Als Wächterin des Todes hatte sie sogar eine Sense dabei, die ihr die Security am Messeeingang aber leider abnahm, wie sie erklärt.

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Zufriedenheit?

Zufriedene Mangafiguren "Ich denke, man kann sehr zufrieden sein. Es war noch mehr los als im vergangenen Jahr. Das Publikum hat bewiesen, dass der Comic ein höchst lebendiges Medium ist", zog Joachim Kaps das Fazit für den Carlsen Verlag zu den vergangenen fünf Tagen der Faszination Comic. Steffen Volkmer zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden und auch ein wenig erschöpft. Die Dreistigkeit, mit der man am Dino-Stand die Comics und Spiele "mitgehen" ließe, sei bedauerlich. Auch Georg F. W. Tempel von EMA schätzt, dass die Hälfte seiner Manga weggekommen sei. Doch ansonsten wäre man mit dem Besucherandrang sehr zufrieden. Eckart Schott von Salleck Publications befand seine Ergebnisse als gut. Er hatte während der Messetage den Zeichner Eddy Paape zum Signieren am Stand, was ihm gute Verkäufe bescherte.

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Europamanga

Robert Labs Im Gespräch zwischen Stefan Zeidenitz, Robert Labs (Zeichner) und Dirk Rehm (Carlsen) klärte man die Frage, ob ein deutscher Mangazeichner seine Handlung unbedingt in Japan spielen lassen müsse, was Robert Labs (Foto) klar verneinte. Man solle ruhig seinen eigenen Einfluss hineingeben, der sich aus dem persönlichen Umfeld ergibt. Im Unterschied zur Japanwelle in der Zeit Van Goghs kopiere man die japanische Kunst heute im Mangabereich nicht einfach. Nach einem Ausflug in Bedeutung und Aufbau der Schriftzeichen im Manga ging an Dirk Rehm die Frage nach mehr Veröffentlichungen von deutschen Zeichnern. Er wies auf "Banzai" hin, ein monatlich erscheinendes Magazin mit jeweils etwa 80.000 verkauften Exemplaren. Dort gäbe es einen geeigneten Experimentierraum für neue deutsche Zeichner.

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Mangamachen

Mangamachen Kazuhiko Torishima ist als Redaktionsleiter bei Shueisha tätig. Als Entdecker von Akira Toriyama ("Dragon Ball") erzählte er etwas aus der (japanischen) Nähkiste. In dem System seines Hauses werden monatlich um die 4.200 Euro für diejenigen Mangaka ausgelobt, deren Manuskripte vor den kritischen Augen der Redakteure Bestand haben. Dazu nominiere jeder der Redakteure einen Kandidaten, derjenige mit den meisten Stimmen erhalte den Zuschlag, zur Not entscheide das Los. Einer dieser Bewerber sei seinerzeit Akira Toriyama gewesen, für den er sogleich (und denkwürdigerweise als einziger) stimmte. Zwar konnte er sich damals mit seinem Votum noch nicht durchsetzen, aber wie die Karriere Toriyamas in Folge verlief, ist ja bekannt. Ein Mangaka müsse versuchen, Zugpferd in einem der Mangamagazine zu werden, setzte Torishima seinen in Japanisch gehaltenen Vortrag fort, der einen guten Einblick in das japanische Comicmachen aus der Sicht eines Chefredakteurs gab.

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