Wie im letzten Jahr stattete die KOCCA einen großen Stand zum Thema Manhwa aus, wo man auch auf entsprechend kostümierte Messehostessen trifft.
Hinweise
Ausstellung
Fünf junge Meister
Kuratorin: Jutta Harms
Zum ersten Mal wird in diesem Jahr während der Frankfurter Buchmesse der "Sondermann" verliehen. Dieser Publikumspreis orientiert sich allein am Geschmack der Leser, welche im Vorfeld die Möglichkeit haben, ihre persönlichen Favoriten zu wählen.
Auf der Internet-Seite der Buchmesse (buchmesse.de) und im Fachmagazin Comixene wurden Ende August die nominierten Titel bekannt gegeben. Seitdem lief die Abstimmung für die Fans.
Eine der Kategorien ist dem deutschen Zeichner-Nachwuchs gewidmet. Nominiert sind Naomi Fearn ("Zuckerfisch"), Robert Labs ("Crewman 3"), Mawil ("Die Band"), Judith Park ("Dystopia") und Joscha Sauer ("Nichtlustig"). Eine Ausstellung stellt sie und ihre Arbeiten vor und zeigt an Hand dieser fantastischen Fünf die große Vielfalt der jüngeren deutschen Comic-Generation.
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Judith Park veröffentlichte ihre erste Erzählung "Dystopia" im Manga-Magazin Daisuki. Jetzt kam diese Geschichte einer Liebe auch als Taschenbuch heraus.
Vier Tipps für morgen:
- 12 Uhr - WORKSHOP: "So wird's gemacht!" - Teilnehmer: André Kurzawe (Kolorist), Andreas Pasda (Zeichner), Jens Uwe Schubert (Texter) von Mosaik
- 13 Uhr - PRÄSENTATION: "Alles Atze, oder was?" - Teilnehmer: Anne Schmittlutz (Egmont), Atze Schröder, Jörg Reymann (Zeichner), Georg F. W. Tempel (Egmont)
- 14 Uhr - VORTRAG: "Wie sieht's aus in Taiwan?" - Vortrag in Englisch
- 15 Uhr - VORTRAG: "Wie sieht's aus in den USA?" - Vortrag von Chuck Rozanski (Mile High Comics) in Englisch
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Donnerstag, 07. Oktober 2004
Marjane Satrapi
"Man muss doch nicht intellektuell bisexuell sein", forderte Marjane Satrapi temperamentvoll und unter Beifall der Zuhörer im Forumsgespräch mit Andreas Platthaus (FAZ). Letzterer hatte sie gefragt, warum sie angefangen habe, Comics zu zeichnen. Diese Frage hört sie offenbar des Öfteren. Sie wundert sich, dass man das begründen müsse. Schriftsteller bräuchten sich doch auch nicht rechtfertigen, warum sie zu schreiben begonnen haben. Auf diesen verqueren Zustand antwortete sie mit dem eingangs zitierten Ausruf. Überhaupt konnte man abermals eine quicklebendige Autorin erleben, bei der keine Langeweile aufkommen mag. Sie zeichne nicht gezielt für eine Sorte Leser, zum Beispiel für Frauen, sondern die Geschichte stehe im Vordergrund. Sie wünschte sich, dass die Leser außer dem Text auch die Bilder ihrer Comics (zum Beispiel von "Persepolis" oder vom neuen "Poulet aux prunes") lesen und nicht nur "angucken". In der iranischen Kultur habe es schon sehr früh szenische Folgen gegeben, beispielsweise auf Tellern (eine Art. Miniaturen-Malerei). Comics sind für Marjane Satrapi eine Freude und erfreut war Andreas Platthaus, im Comicforum auf eine derart angenehme und überzeugende Gesprächspartnerin zu treffen.
(Foto v.l.n.r: Andreas Platthaus, Marjane Satrapi)
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Italien
Luca Boschi, Comicexperte aus Italien (Foto), schaffte Überblick zur Geschichte des italienischen Comics und behielt dabei sein Publikum im Auge, indem er zum Beispiel auch einmal etwas länger einige Comics hochhielt, bis die Fotografen endlich ihre Bilder gemacht hatten. Boschi, der locker auch den ganzen Abend über den italienischen Comic hätte sprechen können, beschränkte sich auf eine zusammenfassende Zeitreise, die ihren Anfang mit den "Corriere dei Piccoli" zu Beginn der 30er-Jahre nahm. In einer zum Vortrag gehörenden Schrift verweist man jedoch auch auf frühen italienischen Comic des 18. Jahrhunderts. Das auch im Nachkriegs-Deutschland bekannte Piccolo-Format verdankt sein Entstehen dem Zwang zur Sparsamkeit und wurde in Italien eingeführt, nachdem man in Amerika gesehen hatte, dass in diesem Format "Giveaways" hergestellt wurden. Auch das Format des "Topolino" (italienische Ausgabe der "Micky Maus") entstand aus ganz pragmatischen Erwägungen: auf derselben Druckanlage wurden damals auch die "Reader's Digest"-Bücher gedruckt. Da übernahm man für "Topolino" einfach deren Format.
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Sammlersegen
Die Schwierigkeit für die Anbieter neuer Anwendungen im Zusammenhang mit dem Internet ist gerade in der Zeit nach dem Platzen überzogener Träume zur Wundergeldquelle WWW zu erklären, was ein neues Produkt besser kann als alle anderen. Oliver Krüger stellte "Collector's Point" vor, eine Möglichkeit für den Comicsammler, die eigene Sammlung zu erfassen und durch den Zugriff auf zentral im Internet gelagerte Daten (Foto) den eigenen Datenbestand mit Informationen und Abbildungen zu ergänzen. Als Entwickler des "Comic-Keeper" hat Oliver Krüger Erfahrung damit, was die Comicsammler wünschen, zum Beispiel wie sie die Sicht auf die Daten in jeweils von persönlichen Vorlieben geprägter Weise verlangen oder dass man eine Folge von Covern wie in einer Dia-Show ansehen möchte. Der "Collector's Point" wird erst in ein bis zwei Jahren fertig sein, wenn es der Data Design AG gelingt, die Finanzierung dafür auf die Beine zu stellen. Und das Geld dafür soll verblüffenderweise nicht vom Sammler kommen, sondern von Comicverlagen und -händlern, die ein Interesse daran haben, auf diesem Wege neue Sammlerwünsche anzuregen.
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Wieso Strizz?
Robert Gernhardt sah sich als "Unterbeißer" wie der Hund Tassilo in "Strizz" von Volker Reiche. Locker und gewandt stellte der famose Dichter so treffender Beobachtungen wie "Die schärften Kritiker der Elche waren früher selber welche" dem Zeichner Volker Reiche sieben Fragen, denen er gerne sieben weitere angehängt hätte, wäre genug Zeit vorhanden gewesen. Gernhardt zeigte sich mit Figuren und Geschichte der Erfolgsserie "Strizz" sehr vertraut, wies auf die Tagesaktualität des in der FAZ erscheinenden Strips hin, fragte nach der Möglichkeit, trotzdem Urlaub machen zu können, und wollte selbstredend wissen, wie es zu dem Namen Strizz gekommen sei, ob das mit den bekannten Brüdern Wolle und Klaus Strzyz zu tun habe. Bewusst sei ihm dieser Zusammenhang bei der Namenssuche nicht gewesen, sagte Reiche, er habe vielmehr nach einem kurzen Wort gesucht, welches als Internetadresse noch nicht vergeben sei.
(Foto v.l.n.r: Robert Gernhardt, Volker Reiche)
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