Am Stand zum Comic aus Taiwan zeigt man auch andere kulturelle Besonderheiten wie das Puppenspiel des Landes.
Hinweise
Ausstellung
Doujinshi aus deutschen Landen
Was Eltern nicht für möglich halten
Manga-Fanart - auf Japanisch: Doujinshi - ist ein echtes Phänomen. Gerade hier zeigt sich die unglaublich aktive Auseinandersetzung der meist jugendlichen Leser mit ihren Helden in besonders vielfältiger und kreativer Weise, nämlich im zeichnerischen Umgang. Bei Zeichenwettbewerben werden nicht selten mehr als 1.000 Geschichten eingereicht.
Die Tischplatten-Ausstellung im Café des Comic-Zentrums zeigt die Fans von ihrer besten Seite mit ihren besten Seiten. Aufgerufen wurde, ein DIN A4 Blatt zum Thema Film einzureichen, sei es als verfremdetes Filmposter, als kurzer Comic oder gänzlich der eigenen Fantasie entsprungen. Eine Jury, bestehend aus der Manga-Zeichnerin Christina Plaka, Mara Rach vom Frankfurter Fanzine Otaku, dem Japanologen Stefan Zeidenitz sowie Andrea Fiala de Ayerbe von der Frankfurter Buchmesse und Wolle Strzyz von Faszination Comic hat die 48 Bilder ausgewählt, die die Tische des Comic-Cafés zieren.
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Takagi Nobuyuki schreibt, dass sie diesen farbigen (!) Manga ohne irgendwelche Vorkenntnisse gezeichnet habe. Als Anfängerin zeigt sie erstaunliche Fertigkeiten, die man sich für gewöhnlich erst ausdauernd erarbeiten muss.
Vier Tipps für morgen:
- 12 Uhr - VERLEIHUNG des Publikumspreises - Moderation: Martin Jurgeit (Comixene), Matthias Wieland ("Simpsons"-Übersetzer)
- 14 Uhr - PRÄSENTATION: "Sushi entdecken" - Moderation: Petra Lohmann (Carlsen) - Mit: Sushi-Koch Paul Steinwachs
- 15 Uhr - GESPRÄCH: "Volker Reiche (»Strizz«) und Joscha Sauer (»Nichtlustig«) - Zwei Stars der deutschen Comicszene im Gespräch" - Moderation: Andreas Platthaus, anschließend Signierstunde
- 16 Uhr - PRÄSENTATION: "Vanessa S. - Superstar im Comic" - Moderation: Anne Schmittlutz - Teilnehmer: Vanessa S., Wolf Stegmaier (Egmont), Michael Strogies (Zeichner)
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Freitag, 08. Oktober 2004
Selbermachen
Schreiben, skizzieren, zeichnen, kolorieren, die Arbeitsschritte zur Fertigstellung eines Comics sind aufwändig und müssen aufeinander abgestimmt sein. Der Autor sollte zum Beispiel darauf achten, dass Dialogtexte bei uns von links nach rechts gelesen werden und die sprechenden Figuren in einem Panel also richtig anordnen, um das Überlappen von Sprechblasenzipfeln zu vermeiden. Der Zeichner sollte die Figuren mit möglichst geschlossenen Linienzügen zeichnen, um dem Koloristen beim Füllen der Teilflächen die Arbeit zu erleichtern. Jens Uwe Schubert erklärte seine Arbeit als Autor, Andreas Pasda stellte seine Aufgaben als Zeichner vor und André Kurzawe zeigte den Umgang mit dem Grafikprogramm zum Einfärben der Comicseiten. Alle drei arbeiten für "Mosaik" und konnten lebendig aus ihrem beruflichen Alltag berichten. Der Umstieg auf die Arbeit mit Photoshop (Foto) bringt viele Vorteile und löste die Handkolorierung mittlerweile vollständig ab.
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Alles Atze
Er habe noch nie eine Katze gesehen, die ihre Hinterbeine so weit vor den Vorderbeinen aufsetzt wie bei Jörg Reymann im Comic, zeigte sich Atze Schröder von seinem Zeichner begeistert. Wenn sich Atze mit seinem Hochleistungs-Porsche für einen Bohnenkaffee auf den Weg macht, sollten sich Katzen, Kinder und andere Straßennutzer wohl wirklich schnellstmöglich vom Acker machen. Zum Glück erkennt man Atze schon von Weitem an seiner blonden Lockenperücke. Auch sein Zeichner Jörg Reymann ("Dex & Dogfort", "Barschel - Wege in die Wanne") sieht mit seinen metallenen Zähnen so aus, als hätte man ihn bereits schon einmal in einem James Bond-Film gesehen. Beide präsentieren den nagelneuen "Atze"-Comic locker und gekonnt. Atze Schröder gibt sogar eine Geschichte aus dem Comic auf der Bühne wieder. Im Stile von Fips Asmussen erzählt er, was ihm in einem noblen Restaurant alles passiert ist. Atze ist eine Comicfigur (sagt Reymann), Atze kommt aus einem Frauenhaus (sagt Schröder), Atze ist beliebtester Lockenkopf (sagt die Ehapa-Comic-Collection).
(Foto v.l.n.r: Jörg Reymann, Atze Schröder)
350 km Essen-Hamburg für eine Tasse Kaffee per Porsche, Atze macht sich rasend gern auf den Weg (aus: "Atze", Egmont vgs 2004).
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Taiwan
Der taiwanesische Comic verkaufe sich in China in großen Stückzahlen, taiwanesische Zeichner arbeiten in Shanghai, die Rechte an Titeln für den taiwanesischen Markt würden in beachtlichem Umfang in den USA und in Japan erworben. Eine Broschüre, die am Stand Taiwans ausliegt, nennt Zahlen einer offenbar florierenden Verlagsszene und stellt erfolgreiche Manhua vor. Knapp 86 Prozent seiner Titel verkaufe man an China, was eine hohe Kompetenz der Verlage für das Herangehen an Verkäufen in diesem besonderen Markt ausweise. Während der Präsentation im Forum des Comic-Zentrums gab man einen Überblick über die dort bekanntesten taiwanesischen Comics und bat den Zeichner Max Lai an Ort und Stelle eine seiner Comicfiguren vor dem Publikum zu zeichnen.
(Foto: Max Lai)
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USA
Jede Minute verkaufe er dank der Möglichkeiten des Internets für 10 Dollar Comics. Chuck Rozanski öffnete dem Publikum die Augen dafür, was sich in den USA zurzeit in der Comichändlerszene tue. Die Comicläden herkömmlicher Art seien schon tot, ohne dass sie es wüssten. Das Internet lasse die Kunden jetzt in der Regel mehr über ihre jeweiligen Comic-Interessengebiete wissen, als es der normale Fachverkäufer im Comicladen vermag. Das mache ihn überflüssig. Das Einkaufen von Comics im Internet (bei eBay, Mile High Comics usw.) hätte für den amerikanischen Kunden zudem den Vorteil, keine Verkaufssteuern (bei uns: Mehrwertsteuer) zahlen zu müssen. Der Verkauf von älteren Comicheften (backlist-comics) sei umfangreicher geworden, als der Verkauf aktueller Hefte. Wer etwas Geduld hat, kauft ein aktuelles Comicheft erst einige Monate später zum Beispiel bei Mile High für 2 Dollar aus der backlist. Mile High habe im Zuge dieser Entwicklung jedes Jahr einen Zuwachs des Umsatzes um 30 bis 40 Prozent. Comicläden, die ihre ältere Ware noch gut verkaufen wollen, müssten eBay nutzen, damit Geld fließt, oder sich spezialisieren, indem sie beispielsweise den besten "Bone"- oder "Sandman"-Laden darstellen. Bei Mile High zähle man im Monat um die 30.000 Kunden (und die mehrfach hereinkommenden Kunden werden dabei nur jeweils einmal gezählt). Jeden Tag schaufle man über die bewusst einfach gestaltete Website 10 Gigabyte an Daten durch die Rechner. DSL und WLAN seien wichtige Entwicklungen für den Internet-Comicmarkt, da DSL das schnelle Herunterladen von Comic-Vorschauseiten oder Online-Comics erlaube und da ein WLAN (z.B. Funk-Netzwerkkarte im Laptop) das gemütliche Einkaufen vom Sofa oder aus der Gartenlaube erlaube. Die bei Mile High komplett als Online-Ausgabe für den Kunden gratis veröffentlichen aktuellen Comics (sie erscheinen am selben Tag wie die gedruckte Ausgabe) gaben zur Befürchtung Anlass, dass sich das papierene Heft nun schlechter verkaufen werde. Das Gegenteil war der Fall. Man konnte dadurch 20 Prozent mehr an gedruckten Heften verkaufen. Deshalb sei mit Marvel ein Abkommen zu Stande gekommen, welche Chuck Rozanski erlaube, nunmehr alle neuen Hefte bei sich als Online-Version hochzuladen. Ob so etwas ein deutscher Verlag wohl auch einmal probieren wird?
(Foto: Chuck Rozanski)
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