Die netten Kleinigkeiten am Rande von Mangaserien sind sehr begehrt.
Hinweise
AusstellungWiener Humor – Zeichnungen von Nicolas MahlerKuratorin: Jutta Harms Wir versüßen Café und Kuchen mit Cartoons und Strips von Nicolas Mahler, dessen Witz eine dissidente Form des an sich schon schrägen österreichischen Humors darstellt. Über die Arbeit des Wieners schrieb sein Kollege Gunter Hansen im Münchner: "Seine Witze – ob herzergreifend oder völlig skurril – sind dort, wo Humorforscher jahrzehntelang die Pointe eines Witzes vermuteten, auf wundersame Weise leicht beschädigt und dadurch umso komischer." Gezeigt werden Auszüge aus dem Band "Das Unbehagen – Humor Zeichnungen", der pünktlich zur Frankfurter Buchmesse bei der Edition Moderne erscheint.
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Mit "sag was" legte flix eine weitere autobiographische Erzählung vor, die zum Nachdenken über eigenes Verhalten anregen kann.
Tipps für morgen
10.30 Uhr - ZEICHENWORKSHOP: "Von der Kritzelei zur kompletten Story", Teilnehmer: André Kurzawe (Kolorist), Andreas Pasda (Zeichner), Jens U. Schubert (Texter), Live bis 13 Uhr11.30 Uhr - LIVECHAT: "Asterix – Ein Europäer des 21. Jahrhunderts", Moderation: Jürgen Leber, Teilnehmer: Albert Uderzo ("Asterix"-Zeichner), Ort: Großes Kino, Forum Ebene 0 13 Uhr - DISKUSSION: "Will Eisner und sein Vermächtnis", Teilnehmer: Julia Hoffmann (DVA), Andreas C. Knigge, Andreas Platthaus (FAZ) 14 Uhr - DISKUSSION: "Wer hat das Heft in der Hand? – Die neue Übersichtlichkeit im Jahr 1 nach Modern Graphics", Moderation: Frank Neubauer, Teilnehmer: Alex Bubenheimer (Panini), Marius Kessler (Infinity), Frieder Maier (Comichändler) 15.30 Uhr - GESPRÄCH: "Kein Mensch hat uns je gelesen, und uns wird auch keiner lesen!" (Obelix in 'Der Seher'), Moderation: Ulrich Wickert (tagesthemen), Teilnehmer: Albert Uderzo
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Führte wieder angenehm lebhaft durch seine Gesprächsrunden: Andreas Platthaus (F.A.Z.)
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Donnerstag, 20. Oktober 2005
Superman kommt nicht
Zu Gesprächen über die Zukunft trafen sich heute Rossi Schreiber vom Verlag Schreiber & Leser, Ralf Keiser vom Carlsen Verlag, Jutta Harms von Reprodukt und Comic-Künstler Mawil. Die von Moderator Christian Schlüters aufgestellte These von den "Indies als Rettern der europäischen Comickultur" fand hier keine große Unterstützung. Nachdem beim obligatorischen "Frankobelgier-Bashing" (O-Ton Rossi Schreiber) festgestellt wurde, dass aus dieser Ecke nicht viel Neues zu erwarten sei, kam zwar die Frage auf: Woher denn dann? Von Rettungsbedarf wollte aber keiner der Anwesenden sprechen. Keiser vom Carlsen Verlag sieht die Zukunft in Fernost, weshalb sich die Nachwuchsförderung hier auch auf blutjunge Manga-Zeichner konzentriere. Reprodukt setzt wie gehabt auf die örtlichen Newcomer, beispielsweise Arne Bellstorf mit seinem neuen Band "acht, neun, zehn". Alles in allem war man sich einig, dass Comic-Mainstream und Indies gut nebeneinander her existieren können, und optimistisch, dass der Comic-Markt sich gleichzeitig weiterentwickelt und neue Felder erschließt, durch publikumswirksame "seriöse" Titel wie "Persepolis". Lediglich Burkhard Ihme vom ICOM, der sich kurzfristig in die Diskussion mit einklinkte, fand: Rettung tut doch Not! Das große Problem ist für ihn, dass viele Zeichner von den kleinen Auflagen hierzulande nicht leben können. Rettung in dieser Beziehung ist aber leider nicht in Sicht und wird vermutlich noch auf sich warten lassen, denn, so Rossi Schreiber: "Superman kommt nicht." (rö)
(Foto: Mawil, muss nicht gerettet werden)
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Comics und PISA
Comics würden in Schulen eingesetzt, um deren Handlung nacherzählen zu lassen, berichtete Ursula Christ, Schulamtsdirektorin für die öffentlichen Grundschulen Frankfurts. Dazu müssten die Comics in ihrer Bildsprache eindeutig entzifferbar sein und die Themen der jeweiligen Altersgruppe aufgreifen. Also dient der Comic als ein Mittel, von der Sprache der Bilder zur gesprochenen oder geschriebenen Sprache zu gelangen und diese einzuüben. Jüngere Kollegen seien dem Einsatz von Comics im Unterricht gegenüber aufgeschlossener. Klaus Kämpfe-Burghardt von Carlsen verwies auf die Förderung der Lust zum Lesen, die dank des Comics geschehe. Die für uns wenig schmeichelhaften Ergebnisse der PISA-Tests zeigen eine zu geringe Begeisterung der Jugendlichen für das Lesen auf. Immer mehr Mädchen griffen zum Manga, erklärte Stefan Trautner vom Comicbuchladen "Ultra-Comix" und beschrieb damit die aktuelle Situation unter den Comiclesern. Es kämen nun 60 bis 70 Prozent Mädchen in die Laden, was es früher nicht gegeben habe. An dieser Stelle des Forumsgesprächs wich man vom Thema Leseförderung und PISA ab und tauschte sich über das Mangaphänomen aus, wobei Ansichten wie solche, dass die fernöstliche Kultur oder die umgekehrte Leserichtung für die Mangabegeisterung keine Rolle spielten oder dass manche Comics literarisch andere grafisch seien, den Zuhörer verblüfften. Doch damit ließe sich wieder der Bogen zum gestellten Thema schlagen: Comic ist Literatur, festgehalten in zeicherischer Form und nicht nur durch Buchstaben. Vom Bilderlesen möchte man zum Buchstabenlesen gelangen und den Comic dafür wie eine Brücke benutzen. Ob Comics ein Brückenmedium seien, beantwortete Sonja Lebert von einer katholischen Fachstelle für Büchereiarbeit schlagfertig mit der Gegenfrage "Brücke wohin?" Ob man Leseförderung oder eine Bücherbenutzungsförderung anstrebt, ob man das Bilderlesen unterstützen möchte oder das Buchstabenlesen, das bleibt eine Frage der jeweiligen pädagogischen Absicht.
(Foto: Lesendes Kind in der Leseecke des Comiczentrums)
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CoLa des Jahres
Stefan Trautner nahm für die Comicbuchhandlung "Ultra-Comix" (Nürnberg) den "CoLa des Jahres 2005" entgegen. 'CoLa' steht in diesem Fall nicht für ein Süßgetränk, sondern als Abkürzung für 'Comicladen'. Mit der Auszeichnung ist als Preis eine exklusive Signierstunde mit dem Zeichner Joscha Sauer ("Nichtlustig") verbunden, welche der Carlsen Verlag dem Comicladen spendiert. Das wird dem Preisträger wohl einen Tag mit großem Kundenandrang bescheren. Vor der Verleihung der Urkunden sprachen Kai-Steffen Schwarz und Wolle Strzyz mit drei Schülerinnen darüber, wann und wodurch sie mit dem Mangalesen begonnen haben. Steffi, Mara und Caren nannten "Akira" und "Sailor Moon" als anfänglichen Gund für ihre Mangabegeisterung. Beispielsweise faszinierten sie die schönen Haare und Augen der Figuren von "Sailor Moon" deutlich mehr, als die muskelbepackten Helden anderer Comics. Jetzt lassen die drei Jugendlichen viel von ihrem Taschengeld im örtlichen Comicladen, den sie schätzen, weil man dort eine fachkundigere Beratung als in normalen Buchhandlungen bekäme. Hinter der Comicbuchhandlung "Ultra-Comix" erhielten vier weitere Comicläden die Auszeichnung "Comiladen des Jahres 2005": X für U (Freiburg), Der Bonner Comicladen (Bonn), Comix (Hannover) und Comics Art (Bamberg).
(Foto v.l.n.r: Kai-Steffen Schwarz (Carlsen), Stefan Trautner (Ultra-Comix), Wolle Strzyz (Buchmesse))
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Nichts als die Wahrheit?
Autobiographische Geschichten machen in letzter Zeit einen großen Anteil der erfolgreichen Comic-Neuerscheinungen aus. Zu diesem Thema traf heute eine illustre Talkrunde zusammen: Craig Thompson, Marjane Satrapi und Flix. Alle drei haben in ihren Arbeiten den Lesern tiefe Einblicke in ihr Privatleben gewährt. Die reine Wahrheit spielt jedoch dabei eine geringere Rolle als man meinen mag, oder, in Satrapis Worten: "What's true is not the point." Auch in autobiografischen Comics gehe es in erster Linie darum, eine gute Geschichte zu erzählen, nicht alle Fakten aufzulisten. So hat Craig Thompson beispielweise eine Schwester, die in "Blankets" nie auftaucht, Flix mischt sowieso 50% fiktive Elemente in seine Geschichten und Marjane Satrapi ändert Namen und Gesichter der auftretenden Personen aus Respekt vor der Intimsphäre anderer. Wahr an autobiographischen Geschichten, so Flix, sei vor allem das authentische Gefühl, das man aus dem eigenen Leben kenne und zu Papier bringe. Trotz des großen Erfolgs ihrer Werke wollen sich alle drei Künstler künftig nicht auf Selbsterlebtes beschränken und fühlen sich auch nicht von ihren Verlagen dazu gedrängt. Marjane Satrapi stimmte nahezu eine Lobeshymne auf ihren französischen Verleger l'Association an, der ihr im Gegensatz zu großen Verlagen viele Freiheiten lasse. Flix und Thompson schätzen dagegen eher die Sicherheit und die besseren Vertragskonditionen, die große Verlage bieten können. Alle drei Künstler sind auch in den nächsten Tagen wieder auf der Buchmesse anzutreffen. (rö)
(Foto: Marjane Satrapi)
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