comic.de aktuell
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Nudelsuppe für die Massen: Naruto steht bereit, am Wochenende auch diese Aufgabe zu meistern.

Hinweise

Ausstellung

Von Dieben, Denunzianten und anderen Aufschüben

Kurator: Eckart Schott (Salleck Publications)

Die 1998 in Deuschland veröffentlichte Geschichte "Der Aufschub" wurde von Fans und Kritikern gleichermaßen positiv aufgenommen. Die mit vielen Preisen - unter anderem dem Comic des Jahres 1998 - bedachte Pulikation des Franzosen Jean-Pierre Gibrat bestach durch ihre zeichnerische Eleganz sowie der überzeugenden Charakterisierung ihrer Protagonisten. Der Ableger "Von Dieben und Denunzianten", wie "Der Aufschub" ein Zweiteiler, konnte diesen guten Eindruck voll bestätigen. Die ruhig erzählten Geschichten spielen im besetzten Frankreich während der Nazizeit und thematisieren den alltägliche Überlebenskampf der normalen Bevölkerung in einer Atmosphäre der Angst und der Unterdrückung. Die Ausstellung zeigt Bilder aus allen vier Bänden: von der Entstehung bis zur fertig getuschten Zeichnung, vom ersten Entwurf bis zur gedruckten Seite.

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Der Comicheft-Katalog 1976/77 von Peter Orban diente als Grundlage für den Handel mit antiquarischen Comics.

Donnerstag, 5. Oktober 2006


Phänomen Manga in Deutschland

5_alexandravoelker.jpg Statt 20 gebe es jetzt 140 Neustudierende in der Japanologie, mit diesem Beispiel beschrieb Stefan Zeidenitz als Teilnehmer der Diskussion zum Phänomen Manga die Begeisterung für das Japanische, die viele Jugendliche erfasst habe. Als deutsche Mangazeichnerin verdient sich Alexandra Völker ("Catwalk") durch das Mangazeichnen so viel dazu, dass sie angenehm leben und reisen kann, aber auf Dauer würde sie den Beruf einer Mangazeichnerin nicht ergreifen wollen, da sie die Zukunft des Manga als ungewiss ansieht. Um sich in Mangaleserinnen hineinversetzen können, zählten Alexandra Völker und die Buchhändlerin und Cosplayerin Nathalie Frank für den Moderator Christian Schlüter eine Vielzahl von Gründen auf, sich für Manga zu interessieren: Mode, gut aussehende Männer (egal, dass die nur gemalt sind), lange Haare, Engel, Schule, japanische Schule, Schuluniformen, fremdes Universum (in der der Retter kommt und mich auswählt), Mädchen retten die Welt, flippiger sein dürfen als im Alltag. Im Anschluss sprachen die älteren Gesprächsteilnehmer von doppelten Eskapismusebenen und Omnipotenzphantasien, womit zum Ausdruck kam, dass sie das Comiclesen als Flucht in eine andere Welt empfanden. Dem widersprach Alexandra Völker in ihrer lebendigen und nachdrücklich-freundlichen Art mit Nachdruck. Für sie ist das Leben in der Mangaszene ein ereignisreiches Hobby, in welchem man viele Kontakte knüpfen kann. Nathalie Frank zeigte sich von der Kreativität der Cosplayerinnen begeistert, unter denen es kein "Gezicke" gebe, man sich also gegenseitig nicht kritisiere, egal wie gelungen man das Kostüm des Gegenüber empfindet. Für nur ein bis zwei Tage wird das selbstgenähte Ergebnis langer Arbeit gezeigt. Danach denkt man sich etwas Neues aus.
(Foto: Alexandra Völker)

Bestverkauftes

5_bestseller.jpg Fingerzeige auf dem Weg durch Verkaufshitlisten gab Andreas Dierks am Beispiel des fernöstlichen Comic. Mit gewichteten Summen ergibt sich aus den "Manga Charts" eine Zahl, die eine Vorhersage auf den Verkaufserfolg eines neuen Titels einer Serie erlaubt. Gleichzeitig wurden die Grenzen eines solchen Vorgehens angesprochen: lokale Besonderheiten finden in den Charts keinen Niederschlag oder beliebte Zeichner, die nur einmal im Jahr einen neuen Manga herausbringen, fallen durch die Maschen eines solchen Bewertungsmodells. Dennoch bietet sich damit eine erste Orientierung in der Fülle von gut 200 Manga-Neuerscheinungen pro Quartal.
(Foto: Andreas Dierks)

Erfolgreicher CoLa

5_comixhannover.jpg Peter Orban gehörte zu den ersten Comicbegeisterten in Deutschland, die einen Comicladen aufmachten. Zwar dauerte dieses Engagement nur wenige Monate, wie Orban zu Beginn der Veranstaltung zur Verleihung des Comicladen-Preises "CoLa" schilderte, aber er schuf durch den entstandenen Preiskatalog für antiquarische Comics eine Grundlage für die vielen Händler, die danach in Orbans Fußstapfen traten. Der "CoLa" wird alljährlich an fünf Comicläden im deutschsprachigen Raum verliehen. Für die Juroren spielen beispielsweise die Beratung von Kunden und das Angebot an Aktivitäten eine Rolle. Barbara Bacher-Zink (Egmont vgs), Ilona Przewloka (Carlsen) und Wolfgang Strzyz (Buchmesse) machten als Moderatoren die Preisverleihung zum Schluss spannend: Den Hauptpreis, Signierstunden mit der Zeichnerin Alexandra Völker ("Catwalk"), gewann dieses Jahr der Comicladen Comix in Hannover. Die weiteren Preisträger sind der Comicladen "Comix Shop" aus Basel, die "Neunte Kunst" aus Osnabrück, "Ultra Comix" aus Nürnberg und der Comicladen und -versand "Hummelcomic" aus Hamburg.
(Foto (links und Mitte): Die glücklichen Gewinnerinnen des CoLa-Preises 2006)

Nicht nur bedrucktes Papier..

5_merchandising.jpg ...wird heutzutage im Comicladen verkauft: zwischen den Büchern und Heften liegen Filme, Actionfiguren, Sammelkarten, Poster und Kuscheltiere. Um diese sogenannten Nonbook-Artikel drehte sich am Donnerstag Nachmittag ein Gespräch mit Cécile Béran vom DVD-Verlag Anime Virtual, Swantje Wieland von der Comix-Comicbuchhandlung und Jan Wienken vom Atomax-Vetrieb für Merchandising-Artikel. Dabei kristallisierten sich Verschiebungen im Markt heraus. Wienken beobachtete, dass die Verkaufszahlen im höheren Preissegment zurückgehen: "Die 40-jährigen Männer, die 300 Euro für eine Gaston-Figur ausgeben, werden nicht mehr." Béran dagegen freute sich, dass viele der ehemals jugendlichen Anime-Fans jetzt berufstätig sind und damit mehr Geld zur Verfügung haben. Wieland schließlich meinte, der Absatz bleibe in allem Produktgruppen etwa gleich, nur das Thema verändere sich. So seien die Verkaufszahlen beispielsweise davon abhängig, welche Serien im Fernsehen laufen. Beim Einkauf dürfe man keinen Trend verpassen. Fazit der Diskussion: der Einzelhandel muss sich mit Nonbooks auseinandersetzen. Wieland, die nach eigenen Angaben 40-50% ihre Umsatzes damit macht: "Wir würden uns wirklich sehr ärgern, wenn wir es nicht täten."


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