Modeerscheinung oder Trend? Computerspiel und Comic verbandeln sich (hier: "Technomage")
Gesichter
Henrik Fetz fand mit seinen Arbeiten "Gothic" (Ehapa) und "Demonworld" (mg/publishing) viele Leser.
Thomas Schukalla ist der Zeichner in den Düsseldorfer Nightfall Studios, die für Zwerchfell "Intravenös" liefern.
Daniel Kießler textet und tuscht in den Nightfall Studios. Thomas Schukalla und er kennen sich bereits aus der Schulzeit.
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Sonntag, 29. Oktober 2000
ComicAction 2001?
Die Verlage waren mit dem Verlauf und Ergebnis der diesjährigen ComicAction 2000 im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Bei Reprodukt überwog zwar die Enttäuschung über Publikumsinteresse und Betreuung durch den Ausrichter, doch das Gros der Verlage bewertete die Veranstaltung als gelungen. Insbesondere die großen Verlage Carlsen und Dino sahen ihre Erwartungen an die ComicAction 2000 voll erfüllt. Bei Marvel und Mosaik wollte man erst noch den Kassensturz abwarten, bevor man ein Fazit zieht, Salleck war hingegen fast ausverkauft und von daher begeistert, Zwerchfell, Phoenix und IPP zeigten sich ebenfalls recht zufrieden. Dass man den finanziellen Erfolg nicht an erster Stelle sehen dürfe, hob Bernd Kronsbein bei Speed hervor, es ginge ja auch um einen Gewinn an Lesern und Image. Der ICOM sah das ähnlich. Joachim Kaps von Carlsen (im Bild beim Beurteilen der Mappe eines jungen Zeichners) und Steffen Volkmer von Dino äußerten sich hinsichtlich des Fehlens von Egmont Ehapa dahingehend, dass sich das kaum ausgewirkt habe (Volkmer: "Das merkt man gar nicht"). Eine eigene Halle zu belegen, in der man Musik und Lautsprecherdurchsagen machen könne, sei eine richtige Entscheidung gewesen, meinte Kaps, das gewünschte Publikum der Spielemesse käme offenbar trotzdem. Auf den Einwand, dass die andauernde Beschallung mit Musik Standnachbarn störe, entgegnete Kaps, dass man sich über die Ziele klar sein müsse, es ginge schließlich darum, für die Messebesucher etwas zu tun. Der Kursverfall der Dino-Aktie habe mit dem Comicbereich von Dino nichts weiter zu tun, erklärte Steffen Volkmer, der erwartete Verlust liege u.a. im Aufbau einer Dependance in Frankreich begründet. Man setze seinen Weg mit einer Verlagsstruktur fort, in der beispielsweise eine für die Kids arbeitende Abteilung nicht nur für den jeweiligen Comic sondern immer auch für das zugehörige Merchandising zuständig sei. Unter den Händlern pendelte die Stimmung zwischen sauer und erfreut, wie immer je nachdem, ob man die Interessen dieses Messepublikums richtig hat einschätzen können. Optimismus und gute Laune überwogen, es sieht unter dem Strich so aus, als käme die ComicAction 2001 mit Sicherheit zustande.
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Pat Mills
Sein schon Mitte des Jahres angekündigter Umzug nach Berlin soll nun doch bis Ende kommenden Monats in die Tat umgesetzt werden. Der Autor Pat Mills ("Slaine", "Torturer", "Marshal Law") hat sich für die Mitarbeit bei EEE entschieden, da ihm dieser unabhängige kleine Verlag besser gefalle als die schwerfälligen großen. In Frankreich arbeitet Pat Mills mit dem Zeichner Olivier Ledroit ("Die Chroniken des Schwarzen Mondes", "Xoco") an der Serie "Sha" (Soleil), die in Deutsch bisher bei Splitter erschien, und an "Requiem - Vampire Knight" (Éditions Nickel). Sein Interesse gilt zur Zeit auch den Möglichkeiten, die die Flashtechnologie dem Comicerzählen bietet (vgl. Jürgen Seebecks Animation von "Bloody Circus"). Dazu möchte er sich in Berlin einen geeignet schnellen Internetzugang legen lassen.
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Bela liest
"Pluk", welch anderes Geräusch könne ein gerade abgeschlagenes Haupt machen als "Pluk", fragt Bela B. Felsenheimer. Der Schreiber dieser Zeilen weiß das nicht, der EEE-Präsident und Schlagzeuger der "Ärzte" offenbar schon. Die umstehenden Leute haben dem Anschein nach Spaß an einer Comic-Lesung zum Death Dealer, einer behelmten Comicfigur, die ihre Feinde reihenweise zerstückelt. Hat man sich während der Frankfurter Buchmesse letzte Woche in Vorträgen, Diskussionen und Ausstellungen bemüht, das Image des Comic anzuheben und beispielsweise Comic-Adaptionen von Marcel Proust vorgestellt, so setzt Felsenheimer durch seine Lesungen von Comic der niederen Instinkte dazu einen Gegenpol.
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Buon viaggio
Essen war hinsichtlich der Unterbringung ein teures und nicht immer angenehmes Pflaster, erzählt man sich. Der Zeichner Fil habe nachts in seiner Unterkunft statt der Türklinke eine Lampe erwischt und von der Wand gedreht. Bei IPP stehen deren Comicmacher in einem abschließenden Gespräch zusammen und man entspannt sich. Zwar kommen immer noch Fans mit Signierwünschen (in einem Falle soll Gabriele Dell'Otto (ganz rechts) noch schnell ein leeres DIN A0-Blatt füllen), aber die Gedanken sind bereits bei der Heimreise. Zwei ereignisreiche Wochen gehen nach der Faszination Comic 2000 der Frankfurt Buchmesse und dieser ComicAction 2000 in Essen für den deutschen Comic damit zu Ende.
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