Ralf Paul blickt beim Morgenstern durch: die erste Staffel von drei "Dorn"-Heften ist fertig, die zweite soll noch dieses Jahr beginnen. Die sechs "Helden"-Hefte, die anfangs "nur" nach einer gut gezeichneten und eigenständigen Fantasy-Reihe aussahen, ordnen sich dank "Dorn" neu ein, geraten über witzige Einblendungen und Selbstbezüge in ein anderes Licht. Paule dreht auf, Welten mischen sich, Comic ist für ihn offenbar zeichnerische Herausforderung (man sehe sich einmal seine großen Originale an) und Lust auf phantasievolles Erzählen. Das macht zufrieden.
Frank Bader trifft man überall, wo Zeichner Signierstunde haben, sei es in Frankfurt, Erlangen oder jetzt in Essen. Sein edles Album mit den vielen einmaligen und persönlichen Zeichnungen, für die er oft stundenlang anstehen muss, hat er vom Schuster mit einem Ledereinband versehen lassen.
Eva Dünzinger wurde von den Talentscouts des Z beim Erlanger Zeichnerseminar entdeckt und zeichnete dann die Schneewittchen-Ausgabe von "Grimm". Weitere neue Zeichner sind auch für die nächsten "Grimm"-Hefte zu erwarten: Heft 5 'Die drei Federn' mit Flix (liegt schon vor), Heft 6 'Drei Männlein im Walde' mit Geier, Heft 7 'Machandelboom' mit Kathrin Baumgärtner, Heft 8 'Der Fischer und seine Frau' mit Karsten Schreurs, Heft 9 'Rapunzel' mit Murat Kaya.
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Boris Kiselicki stammt aus der Wojwodina (nahe Ungarn) und kam mit zehn Jahren 1978 nach Bayern. In seiner Kindheit hat er "Zagor", "Tex Willer", also Comics italienischer Herkunft aus dem Hause Bonelli gelesen, in Deutschland entdeckte er dann die Marvel-Comics. Als Mitglied der Gemeinschaft "Die Artillerie" teilt er sich mit neun anderen Zeichnern die 180 Quadratmeter ihres Ateliers und brachte dort "The Cool Bros" auf den Weg, deren erster Band jetzt in der Edition 52 erschien. Boris' Vater, Jovan Kiselicki, der am 11. September dieses Jahres verstarb, war einer der jugoslawischen Zeichner, die für Rolf Kauka ("Fix und Foxi") gearbeitet hatten.
In der Zeichnerallee, die auch dieses Jahr von vielen Independent-Zeichnern und Newcomern zum Vorzeigen ihrer Arbeiten gut genutzt wurde, saß auch Rudolph A. Perez, der mit "Commander Cork" einen neuen Comic vorlegte. Das zweite Heft sei in Arbeit und auch eine neue Ausgabe von "Zebra", dem Fanzine, das letztes Jahr in Köln den ICOM-Preis erhielt, steht demnächst ins Haus.
Ausnahmekünstler: John Bolton malt ganz besondere Comics, darunter "Harlequin Valentine" (Autor: Neil Gaiman), "Gifts of the Night" (Autor: Paul Chadwick), "Strange Wink". In Deutsch erschienen einige seiner Arbeiten bei Speed.
Da die Stellwände, die die Messe Essen den Ausstellern für ihren Stand gibt, reichlich heruntergekommen aussehen, hat Eckart Schott sie kurzerhand mit Comics tapeziert.
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