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ComicAction 2002

Messespecials

Im Rundbrief an die Fangemeinde vermerkt Panini, dass es zur ComicAction reihenweise Sonderausgaben von Comics geben wird, die man auch nur dort und nicht anschließend noch irgendwo im Comichandel erhalten kann. Dieses Konzept, die Sammler in Scharen an den Paninistand zu holen, scheint aufzugehen, wenn man sieht, dass am Verkaufsstand für diese Ausgaben immer etwas los ist.

Sonderausgabe Spider-Man

Eine dieser nur für Essen produzierten Ausgaben ist die deutsche Fassung von "Spider-Man's Tangled Web" #14 von Juli 2002, die Giuseppe Camuncoli zeichnete. Es geht darin um einen Catcher, der versucht, gleichzeitig seine sportliche Ehre hochzuhalten und Geld zu verdienen.

Zirkus

In wunderbaren, unklassischen Bildern erzählen David Chauvel ("Clownfisch", "Die Schienenmenschen") und Cyril Pedrosa eine Zirkusgeschichte mit passender Stimmung durch schöne Atmosphäre und dem richtigen Plus an Liebesgeschichte.

Ring Circus 1

Der gerade gefeuerte Jerold fängt ein Kamel ein und lernt in Folge Mademoiselle Blanche kennen, die Kunstreiterin, um die den "Ring Circus" die ganze Welt beneidet.

Morgenstern

Mit Heft 3 ist die erste "Dorn"-Staffel abgeschlossen und gleichzeitig das neunte Heft der "Helden"-Reihe Ralf Pauls erschienen. Der komplexer werdenden Story schließt sich laut vorliegendem Heft bereits ab Dezember ein weiterer Dreiteiler an.

Dorn 3

Die Coverfigur mit ihrem wehenden Umhang über den Dächern Kölns wird zu einem ausgeklügelten Sprung ansetzen, der hoffentlich nicht mit einem allzu heftigen Aufprall auf der Straße endet.

Zwerchfell Kosmopolit

Messefeeling

"Erst heute kommt so dieses Messefeeling auf", bemerkt Eckart Breitschuh ("Wanda Caramba", 2. v. r.), der wie alle Zwerchfeller am Samstag im Anzug zum Dienst erschien, um mit dem Kollegen Sascha Thau (Mitte) das Erscheinen des ersten Bands von "Kosmopolit" zu feiern. Sogar Naomi Fearn ("Zuckerfisch", 3. v. r.) kam zu diesem Anlass mit dunkler Kravatte, während Heesch sen. seinem Sohn (3. v. l.) offenbar den Zugang zur heimischen Sammlung an Kulturstricken verwehrte. Die einzigen, die in einem Anzug dann auch wirklich gut aussehen (die Dinter Bros., jeweils ganz außen), bilden den Rahmen fürs Ensemble, das der Kosmopolit (Flix, 2. v. l.) vermöge zweier Wasserpistolen frisch zu machen versucht. Die vielen neuen Gesichter bei Zwerchfell haben dem Verlag gut getan, die Mischung stimmt, die Stimmung mischt. Und "Grimm" ist ein gutes Mittel, um neue deutsche Zeichner an Bord zu holen.

ICOM versammelt

In der Mitgliederversammlung des 1981 gegründeten Interessenverbands Comic e.V. (ICOM) entlastete man am Freitagabend den alten Vorstand und wählte ihn vor lauter Zufriedenheit gleich wieder neu: Michael Hackl, Jörg Peter und Burkhard Ihme setzen ihre Arbeit für weitere drei Jahre fort. Die Präambel der Satzung des ICOM beginnt mit "Comic ist ein phantastisches Medium von unerhörter Vielfalt. Seine Bandbreite reicht von Trivialem bis hin zur vollendeten Kunst", womit man unterstellt, dass Triviales keine Kunst sei? Versteht man Comic in Gänze als Neunte Kunst, müsste man an diesem Satz vielleicht noch einmal feilen. Die diesjährige Mitgliederversammlung beschloss, auch für 2004 ein Comic-Jahrbuch herauszugeben. Das dickleibige Jahrbuch 2002/03 kam rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse vom Drucker und erlaubt durch seine vielen ausführlichen Artikel und Interviews einen aktuellen Blick in die Comic-Szene. Ferner möchte der ICOM in Sachen Handbuch zukünftig mit Hit! Comics kooperieren statt wie 1999 ein eigenes zu produzieren.

Alles für 'nen Euro

Die Messegänger freut es (hat man doch schließlich satte 10 Euro Eintritt zahlen müssen), aber die Comichändler sind sauer: ein Vertrieb haut seine Restbestände für wenige Euros unters Volk. Auch "Sailor Moon"-Bände werden bei dieser Aktion zuhauf für einen Euro abgestoßen.

Für 'nen Euro

Da bleiben die Händler dann also wohl auf ihrer eigenen Ware sitzen, wenn sie sie nicht ebenfalls verramschen. Einen Raum, um die Titel zu lagern bis sie einen ausreichend hohen Sammlerwert haben, werden sich kaum welche leisten wollen.

Zeichnerjobflaute

Zwar gehen die Erotiktitel beim Verlag Schwarzer Turm am besten (3.000er-Auflage von "Alraune" ist verkauft, die ersten vier Ausgaben wurden nachgedruckt), doch Geier (Zeichner des Erotikcomics "Horst") erklärt mit Nachdruck, dass man vom Comic bei uns nicht leben könne. Er arbeite zwar 90 % der Zeit für den Comic, erziele damit aber nur 10 % dessen, was er zum Leben brauche. Immerhin schafft Geier eine Seite Comic pro Tag, dennoch muss er sich in der Werbung nach Arbeit umsehen. Und in diesem Bereich herrscht momentan Flaute. Guido Paul von IPP erlebt zurzeit, dass gleich mehrere der früheren Auftraggeber insolvent sind. Als Ideenschmiede verlegt man sich in dieser Zeit u. a. auf den Game-Bereich und bringt ein altes schwedisches Spiel mit Holzklötzen (schw. "Kubb") zu uns. Diese Erfahrungen ergänzen das, was Erich Rauschenbach ("Ich sehe was, was du nicht siehst") letzte Woche auf dem Podium der Frankfurter Buchmesse für den Cartoon feststellte: so schlecht ginge es der Branche seit 10-15 Jahren nicht mehr.

Zufrieden?

Insgesamt zeigten sich Händler und Verlage mit der ComicAction 2002 gedämpft zufrieden, auch wenn die Kasse nicht so voll wie beim letzten Mal sei. Nach anfänglicher Skepsis hellte sich zum Wochenende hin auch bei Salleck die Stimmung auf. Lediglich IPP hatte vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus den Vorjahren mehr von der Messe erwartet und war also enttäuscht. Das erstmalige Fehlen von Carlsen, Mosaik, Infinity, EEE, die in den letzten Jahren dem Ganzen noch mehr Farbtupfer aufgesetzt hatten und deren Zeichner insgesamt mehr Publikum anlockten, machte sich bemerkbar und konnte durch den größeren Panini-Stand selbstredend nicht ausgeglichen werden.

Gos

Gos ist im frankobelgischen Raum dank seiner Serie "Scrameustache" den jugendlichen Lesern aus Alben und dem Wochenmagazin "Spirou" wohlbekannt. In Deutsch wird Salleck im nächsten Frühjahr den dritten Band dieser Abenteuer einer extraterrestrischen Katze herausgeben, die bei uns "Kosmi" heißt.

Gos

Als Roland Goossens am 1.3.1937 in Thy-le-Château, Belgien, geboren, trat Gos in der Mitte der 60er-Jahre in das Studio Peyo ein und wirkte an einigen Episoden der "Schlümpfe" mit. Sein Weg führte ihn über die Mitarbeit an "Spirou und Fantasio", "Natascha", "Jeff Jordan" u. a. Serien 1972 endlich zu "Kosmi", seiner eigenen Comicreihe, von der in Französisch bis dato über dreißig Alben erschienen.

Horus

Mit seinen drei Bänden "Schattenreich" konnte Horus zuletzt anlässlich des 10. Comic-Salons Erlangen 2002 viel Anerkennung durch die Verleihung des ICOM-Preises für den besten Independent-Comic erreichen. Zur ComicAction 2002 brachte er seinen brandneuen Band "Krieg der Welten" mit, der beim Karicartoon-Label Neun erschien und von Randy Zimmermann getextet wurde.

Horus

Die Rheinische Musikschule Köln stellt noch bis zum 15. November 2002 Horus' Werke aus (s. Ausstellungen).

Lucio Parillo

Für Panini zeichnete Lucio Parillo das Cover zu "Conan" 3, doch ist er auch für die Zeichneragentur IPP tätig, bei der er vor kurzem ein Blatt von deren Wand-Kalender für 2003 mit einer Unterwasserheldin gestaltete.

Lucio Parillo

Der 1974 geborene Florentiner debütierte in Frankreich bei Soleil im Juli dieses Jahres mit "L'Empire éternel".

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Copyright © 2002 Verlag Sackmann und Hörndl