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Markgrafentheater

Das Markgrafentheater

Hinweise des Kulturamts

Heiß begehrt ist Comic-Kult-Star Moebius / Giraud während seines anderthalbtägigen Aufenthalts beim Erlanger Comic-Salon. Doch der Franzose mit der künstlerischen Doppel-Existenz kann bei weitem nicht alle an ihn gestellten Interview-Wünsche erfüllen. Unmittelbar im Anschluß an den Salon fliegt er nach Los Angeles. Dort beginnen die Arbeiten an dem Film "Durch die Moebius-Schleife", eine Hong Kong / USA-Produktion. Ein anderer Animations-Kino-Film, an dem er derzeit arbeitet, ist "La Lanterna magica", eine italienische Produktion nach Shakespeares "Sturm". In seinem Ich als Moebius ist Jean Giraud ein Künstler, der weit über die reine Erzählebene hinausgreift: In seinem eigenen Verlag "Stardom" erscheint Ende diesen Jahres ein Buch über Jesus: "2000 Jahre nach Christus" betitelt. Es wird ein Comic oder ein illustrierter Essay sein mit Gedanken über unsere Zeit. Moebius wird in Erlangen signieren und hat gebeten, dies auf die Städtische Galerie im Palais Stutterheim zu konzentrieren. Dort in seiner Ausstellung signiert er am Samstag, ab 17 Uhr.

Bereits vor 16 Jahren lieferte die Bäckerei Frank die legendären Max-und-Moritz-Brote für die gleichnamigen Preise des Comic Salons. Der amerikanische Strip-Star war damals Dik Browne mit seinem "Hägar". Sein Sohn und Co-Autor nahm damals Preis und Brot entgegen. Und er hatte große Mühe, das Brot später im Flugzeug zu verstauen. Seit fast so langer Zeit erscheint übrigens bis heute in den Erlanger/Nürnberger Nachrichten sein Strip.

(zitiert aus der Presseinformation vom 22.6.00 des Kulturamts Erlangen)

Tipp für Sonntag:

  • Podium der Sieger: Die Max-und-Moritz-Preisträger 2000 im Gespräch (Moderation: Harald Havas und Herbert Heinzelmann), Rathaus, Kleiner Saal, 11 Uhr

 

Seifenblasen

Seifenblasenkunst Statt sie unbeachtet mit dem Badewasser wegzuspülen, sollte man sie sich und ihr farbenprächtiges Äußeres einmal genauer ansehen: die Seifenblasen. Pep Bou und Luis Bevia aus Spanien zeigen am Beginn der Max-und-Moritz-Gala als deutsche Erstaufführung das Seifenblasenspektakel "Ambrossia". Kleine Blasen, große Blasen, rauchgefüllt oder klar, große spiegelnde Seifenhäute, alles nimmt unter farbigen Lichtquellen eine erstaunliche Schönheit an. Der Katalogtext versteigt sich dessen eingedenk in die Formulierung: "die Illusionen, die er [Pep Bou] beschwört, sind irrisierende Schimären". Was Schimären sind, weiß man spätestens seit Axel Munshine ("Vagabunden der Unendlichkeit"), und 'irrisierend' muss etwas mit irre zu tun haben, ist in diesem Falle also treffend. :) Lisa Puyplat stellt am Ende der mit viel Beifall bedachten Aufführung eine Verbindung zwischen Seifen- und Sprechblasen her und leitet somit zur Hauptsache des Abends über. Die Verleihung der Max-und-Moritz-Preise moderiert Harald Havas in schon bewährter, lockerer Weise.

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Sieger

Einige der Sieger Wer nun genau welchen Preis gewann, das kann man in der Liste der Sieger nachlesen, in der auch die jeweiligen Lobreden aufzufinden sind. Es waren in der Reihenfolge der Ernennung Jim Borgman, © Tom, Martin tom Dieck, Daniel Bosshart und David Basler (für die Edition Moderne), Lewis Trondheim, Eckart Sackmann, Michel Plessix, Alan Moore, Shane Simmons und Jean Giraud/Moebius unter den Geehrten des Abends. Außer einer großen Medaille bekam jeder Preisträger wie immer auch ein stattliches Brot, damit in seinem kargen Künstlerleben für einige Zeit kein Hunger herrschen möge.

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Gespräche

Moebius und Plessix Gegen Mitternacht endet die Preisverleihung, alles strömt zur Getränkeausgabe und nutzt die Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und den ein oder anderen Kollegen, Zeichner, Verleger, Fan oder einfach nur Mitmenschen näher kennenzulernen. Hauptgesprächsthema ist wieder einmal, welche Entscheidung der Jury nun richtig oder falsch war. Doch ist man in diesem Jahr mit deren Leistung unterm Strich zufriedener als vor zwei Jahren. Dennoch bemerkt man, dass keine Frau unter den Gewinnern zu finden ist. - Die Ankündigung des Erlanger Bürgermeisters in seinen Begrüßungsworten zum Abend, in Erlangen ein Comic-Zentrum aufbauen zu wollen, finden viel Beifall. Wie RRAAH! in Heft 51 berichtete, steht dazu ein Gebäude der Firma Siemens zur Verfügung, das diese der Stadt zu schenken gedenkt. Der Anschub, den die deutsche Comic-Szene durch ein solches Zentrum erleben würde, wäre in vielerlei Hinsicht sehr wertvoll, als ständige Anlaufstelle für Künstler und Medien, als Ort, an dem professionell gesammelt und studiert wird, als Wissenspool, als Präsentationsstätte und als Prestigegewinn für den Comic in Deutschland und für die Stadt Erlangen, die sich neben Brüssel und Angoulême als dritte in die Reihe der Städte einreihen könnte, die in Europa über eine solche gewinnbringende Institution verfügen.

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Scheuermusik

Künstlerband Im Garten starten Comic-Künstler eine überraschende Comic-Funk-Session: Wolfgang Sperzel, Bass; Ulf Harten, Schlagzeug; und Markus Huber, Gitarre und Gesang, spielen sich zusammen mit Chris Scheuer in die Herzen der Fans. Scheuer tauscht nach einiger Zeit seine Gitarre gegen einen Pinsel ein und beginnt, ein Spontan-Bild zu malen, welches sogleich an "Morgana" erinnert. Abschließend soll es für einen guten Zweck versteigert werden, doch sind 2000 DM Mindestgebot, die Scheuers Manager verlangt, für die versammelte Gemeinde dann wohl etwas happig. Weniger wäre vermutlich mehr gewesen. Nun muss er das Bild selber kaufen. Hoffentlich hält das nicht die Arbeit am lange erwarteten zweiten Band von "Sir Ballantime" auf, welcher bis Dezember vorliegen soll.

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