Tipps für Freitag
- Die Stadt im Comic - Von Winsor McCays "Little Nemo" bis François Schuitens Stadtvisionen,
Dia-Vortrag von
Martin Frenzel,
Rathaus, Kleiner Saal,
Freitag, 31. Mai, 11.00 Uhr
- Unterschätzte Schätze - Comic Strips made in Germany,
Podiumsdiskussion,
Moderation: Harald Havas,
Rathaus, Kleiner Saal,
Freitag, 31. Mai, 12.30 Uhr
- Magazine auf dem Vormarsch,
ZACK-Diskussion,
Moderation: Martin Jurgeit,
Rathaus, Kleiner Saal,
Freitag, 31. Mai, 13.30 Uhr
- Von den alten Rittersleut' - Geschichte im Comic,
Dia-Vortrag von
Dr. Gerald Munier,
Rathaus, Kleiner Saal,
Freitag, 31. Mai, 15.00 Uhr
- Micky Maus Leserforum, ComComLounge, 15.00 Uhr
- Künstler im Gespräch
mit Redakteuren von "ZACK" und "Hit
Comics",
Rathaus, Kleiner Saal,
täglich 16.00 Uhr
- Independent Comics in der Krise,
Podiumsdiskussion,
Moderation: Bert Dahlmann,
Rathaus, Kleiner Saal,
Freitag, 31. Mai, 17.00 Uhr
- Manga - zwei Jahre danach,
Podiumsdiskussion,
Moderation: Harald Havas,
evenTraum der Publicis MCD, Bauhofstraße,
Freitag, 31. Mai, 18.00 Uhr
- Die Elefantenrunde - David gegen Goliath -
Der deutsche Comic-Markt 2002,
Podiumsdiskussion,
Moderation: Andreas Platthaus,
evenTraum der Publicis MCD, Bauhofstraße,
Freitag, 31. Mai, 19.30 Uhr
|
|
Donnerstag, 30. Mai 2002
|
Eröffnung
Mit achtsamem Blick auf die Uhr eröffnete Karl Manfred Fischer, der Begründer und gute Geist des Comic-Salons, pünktlich und mit lockerer Handbewegung die Veranstaltung. Im Unterschied zum Vorjahr erschien der Bürgermeister Erlangens diesmal zur Eröffnung nicht. Vor dem Eingang der Heinrich-Lades-Halle hatte sich bereits eine lange Schlange an Besuchern gebildet, die über den gesamten Vorplatz reichte. Einige Messestände der zahlreichen Aussteller waren erst kurz vorher fertig geworden. Eilig fuhr der letzte Lastwagen, der noch vor dem Eingang stand, seine Hebebühne hoch, über die vorher kistenweise Comics und Material in die Halle gebracht worden waren. Einzig der graue Bus vom Achterbahn Verlag blieb selbstverständlich auf dem Vorplatz stehen. Seinem altersschwachen Motor sollte man auch tunlichst jede zusätzliche Aufregung ersparen, hatte er doch schon auf der Fahrt nach Erlangen verlangt, um jeden Berg weiträumig herum statt darüber hinweg zu fahren.
Webcomiczukunft
Harald Havas hatte unter der Überschrift "Via Internet aus der Sackgasse?" fünf Gesprächsteilnehmer zu einer Diskussion in der ComComLounge geladen, die sich für den Comic im Internet aus unterschiedlicher Perspektive stark machen. So stellte der Vertreter von INKplosion die Möglichkeiten und Vorteile des Web vor, Veröffentlichungsforum für Zeichner zu sein.
Der ICOM benutze das Web, um über seine Aktivitäten zu informieren und Hilfestellung für neue Comiczeichner zu geben. Comicforum.de empfanden alle Anwesenden als Bereicherung für die Comicszene und Drehscheibe zum Meinungsaustausch. Während die Comicradioshow für die rasche Information stünde und im Sinne eines Fanzines arbeite, setze comic.de seinen Weg fort, auch längere grundlegende oder vertiefende Artikel auszuarbeiten, führte Markus Gruber aus. So fülle jeder seinen besonderen Platz und trage zum Ganzen bei. Händeringend fragte Harald Havas wiederholt nach, ob denn das Web für den Comic so gar keine Nachteile hätte, doch angesichts der versammelten Personen konnte er auf diese Frage kaum mit vielen Antworten rechnen.
Comic Quartett
"Man sehe sich das doch einmal an", rief Andreas Platthaus lebhaft und schwenkte Barus "Sputnik-Jahre" über seinem Kopf in der Runde und in der Annahme, die Umsitzenden könnten aus der Ferne erspähen, was er zur Untermauerung seiner Meinung zeigen wollte. Vernehmlich in Rage geredet konnte man von ihm im Urteil über Girouds "Zehn Gebote" nun einen schlimmen Verriss befürchten, doch hier wandelte sich das Blatt, er lobte wortreich und satzmächtig. Nun haderte jedoch Frank Neubauer mit Güte und Anspruch des Werks. Die Ansichten zu den vier Titeln, die sich das Comic Quartett auf die Tagesordnung gesetzt hatten, gingen wie üblich weit auseinander. Schade nur, dass die Übergänge von einem zum nächsten Titel teils etwas schroff gerieten. Doch ist man diese knirschenden Brüche vom großen Vorbild der Veranstaltung ja gewohnt. Eine angemessene und spaßige Beleuchtung schuf im vollen evenTraum eine angenehme Atmosphäre.
ICOM Preis
Richtig gerührt und ungemein sympathisch wirkte Horus, als er vortrat um den Preis für den besten Independent-Comic 2002 entgegen zu nehmen. Im rappelvollen Raum der ComComLounge war gute Stimmung. Viele deutsche Zeichner und Fans der Independent-Szene feierten ihre besten Leute. Bis zum letzten Ausruf aus der - etwas lang geratenen - Liste der lobenden Erwähnungen gab es Anteil nehmenden Beifall. Die zweiten 500 € gingen an Panel 21 als das beste Fanzine 2002. Nicolas Mahler erhielt für "Désir" den Preis für den besten Funny 2002. Bester realistischer Comic wurde "Alte Frauen" von Tim Dinter und Kai Pfeiffer, für das beste Szenario in "Grimm 3 - Fitchers Vogel" heimsten Eckart Breitschuh und Martin Schlierkamp den Preis ein, der jedoch umgehend und nobel dem Zwerchfell Verlag zur Finanzierung neuer Comics übergeben wurde. Mit einem Sonderpreis wurde "Das Baumhaus" von Patrick Wirbeleit ausgezeichnet. Auf einer schön gestalteten Website stellt der ICOM alle Preisträger und lobenden Erwähnungen vor.
|
|
Mogamobot
Irgendwie müssen die drei Macher von Moga Mobo, Thomas Gronle, Jonas Greulich und Titus Ackermann, den Messearchitekten des Kulturamts überzeugt haben, dass ein bis unters Dach der Halle ragender Robot seine ästhetischen Reize habe. Tatsächlich bekommt die Halle dadurch einen wichtigen gestalterischen Farbtupfer und die Leute von Moga Mobo das gute Gefühl, einmal alles zu überragen. Überragend ist seit langem ihr Einfallsreichtum, sei es die Ausgabe einer Reihe von vielen winzigen Comics, eine Ausgabe im Zeitungsformat oder ihr nun für den Max-und-Moritz-Preis nominiertes Werk 86 mit hundert Onepagern der Weltliteratur. Seit gestern ist Moga Mobo 87 fertig, für dessen Erarbeitung man sich mit Nou Nou Hau aus Tokyo zusammen getan hatte. Auf der Messe erhält man dieses 72-seitige Heft gratis. Moga Mobo ist erstaunlich.
Big City
Die Stadt Erlangen feiert ihr tausendjähriges Bestehen. Da nimmt es nicht Wunder, dass ein Vortrag über Will Eisners Städtebilder thematisch sehr gut im Festivalprogramm zu stehen kommt. "Stadt und Individuum stehen in einer untrennbaren, sich gegenseitig prägenden Beziehung", heißt es im Programmtext. Petra Lakner verdeutlichte in ihrem gut und aufschlussreich bebilderten Vortrag, was es mit dieser Beziehung auf sich hat und wie Eisner diese Wechselwirkung veranschaulicht. In seinen Städtebildern lässt er die Sorgen und Nöte der Menschen erkennen, benutzt die Stadt nicht lediglich als Kulisse und auch nicht allein als Austragungsort spektakulärer Kämpfe wie im Superheldencomic (vgl. Gotham City, Metropolis). Dazu bedient sich Eisner eines Stils, der impressionistische und karikaturistische Elemente geschickt verbindet. Als jemand der in den 20er- und 30er-Jahren in der Bronx aufwuchs, kann Eisner aus der eigenen Erfahrung mitteilen. In "Big City" zeigt er auf, wie eine Stadt mit ihrer drangvollen Enge auf die in ihr lebenden Menschen einwirken kann. So wird verständlich, warum Will Eisner von der Kritik fast einhellig als Chronist des kleinen Mannes gefeiert wird, der mit seinen graphic novels ein Anliegen zu verbinden weiß.
INKplosion
Richtige Comics im Web, zum Angucken, Herunterladen und Ausdrucken, als kostengünstige Möglichkeit für Zeichner sich - sogar in Farbe - bekannt zu machen, das Konzept von INKplosion wird seit dem letzten Jahr in die Tat umgesetzt. Doch bei der elektrischen Ausgabe bleibt es nicht, auch gedruckt legt INKplosion einiges vor. Michael Vogt, der drei Jahre lang zusammen mit Guido Neukamm für "MAD" gearbeitet hat und auch für die "Gespenstergeschichten" aktiv ist, erdachte und zeichnete den Offline-Comic "Los 7 Mariachis", zu dem er während eines Kälteabenteuers auf der Autobahn angeregt wurde.
Xoomic
Nun gibt es wieder ein regelmäßig erscheindes Comic-Magazin namens "Xoomic", welches im Frank Kemter-Verlag, Fürth, herauskommt. In dem vorliegendem zweiten Heft werden auf sechzig Seiten Interviews, Zeichnerporträts, Rezensionen, Neuigkeiten und Meinungen in gut lesbarer Weise wiedergegeben. Interviewpartner sind diesmal Brösel, Ralf König und Laska Comix. Für das dritte Heft, welches für August angekündigt ist, hat man einen Schwerpunkt auf Leben und Werk von Alexandro Jodorowsky gesetzt. Auch im Internet ist das neue Magazin mit einer frisch überarbeiteten Site vertreten.
|
|
comic.de multimedia
|
Ausstellung Schuiten
Der Preisträger des Grand Prix der Stadt Angoulême 2002 stellt in Erlangen aus. Wir sehen uns in der nur noch bis zum 2.6. laufenden Werkschau "François Schuiten und Brüsel" ein wenig um. Klicken Sie bitte auf »Start«.
Hinweis: Zum Start unseres RRAAH!dio-Programms muss Ihr Browser Java-Applets abspielen können. - Der Beitrag ist erst einige Zeit nach Ende der Ausstellung verfügbar.
|
Karl Manfred Fischer
Der Leiter des Erlanger Kulturamts begrüßt die Leser zum 10. Internationalen Comic-Salon. Klicken Sie bitte auf »Start«.
Hinweise: Zum Start unserer kurzen Filme muss Ihr Browser AVI-Dateien abspielen können (QuickTime-PlugIn herunterladen). Sollte das Abspielen durch Ihren Browser nicht funktionieren, können Sie den AVI-Film auch vermittels einer ZIP-Datei herunterladen, ihn daraus extrahieren und offline abspielen. Klicken Sie dazu bitte auf das nebenstehende Foto.
|
|
|