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José Antonio Muñoz

Max-und-Moritz-Preis 2002
Sonderpreis für das Lebenswerk

Urgestein des argentinischen Comic
José Antonio Muñoz

Schon im Alter von 18 Jahren arbeitete der am 10. Juli 1942 in Buenos Aires geborene José Antonio Muñoz mit Hector German Oesterheld ("Mort Cinder") zusammen, hatte in der Kunstschule der argentinischen Hauptstadt mit Alberto Breccia ("Perramus") einen famosen Lehrer und mit Francisco Solano López ("El Eternauta") einen erfahrenen Ratgeber. 1972 kam Muñoz neugierig nach Europa, der Rückweg blieb ihm jedoch wegen der in seinem Land herrschenden Militärjunta versperrt, da er sich gewerkschaftlich für Zeichner engagiert hatte. Im Unterschied zu ihm blieben Breccia und Oesterheld in Argentinien, wo letzterer 1977 Opfer der Faschisten wurde.

1974 lernte Muñoz an der spanischen Küste den Szenaristen Carlos Sampayo kennen, der ebenfalls aus Buenos Aires stammte und in Auseinandersetzung mit dem dortigen Regime nach Spanien ins Exil gegangen war. Sampayo textete für Muñoz die Serie "Alack Sinner", sein Hauptwerk, und neben vielen anderen auch die bei uns durch die Edition Moderne bekannt gewordenen Arbeiten "Joes Bar", "Moses Man, der Boxer" und "Billie Holiday".

José Antonio Muñoz empfindet Alberto Breccia als seinen Meister, der an ihn Einflüsse aus dem deutschen Expressionismus weitergab. Zudem war die Erzählstruktur Hugo Pratts ("Corto Maltese") für den jungen Muñoz wegweisend. Von einem anfänglich realistischen Stil ausgehend nahm er im Laufe der Zeit symbolische Elemente in seine Zeichnungen auf, deutete nur noch an, entwickelte für seinen Comic eine Wirkung durch Abstraktion. In Muñoz' Arbeiten meint man etwas von der Einsamkeit des Außenseiters zu spüren, von der Frustration des Entwurzelten, vom machtlosen Aufbegehren, Gefühle, die dem Autoren gewiss nicht fremd sind. Heute versucht sich Muñoz als Weltbürger zu sehen und drückt seinen Wunsch nach einem Zusammenrücken aller Menschen und einer Verständigung über die Grenzen hinweg so aus: "Die gesamte Menschheit muss eine Geschichte finden, die sich alle zusammen erzählen können." (Zitat aus Reddition 22)


Plakette Max-und-Moritz-Preis

    
    "Alack Sinner" von Muñoz/Sampayo (Edition Moderne)

 

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