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Podium Vorträge und Diskussionen
Nein, langweilen wird sich in Erlangen keiner. Wer nicht gerade bei den Zeichnern ansteht oder eine Ausstellung besucht, hat immer noch die Wahl zwischen über 20 Veranstaltungen - in vier Tagen! Die Vorträge, Talkrunden und Podiumsdiskussionen decken das ganze Spektrum der Comicliteratur ab.
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Freitag, 31. Mai
Die Stadt im Comic
Von Winsor McCays "Little Nemo" bis François Schuitens Stadtvisionen
Dia-Vortrag
Martin Frenzel, Comic-Experte, Journalist, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Erfurt
Rathaus, Kleiner Saal
Freitag, 31. Mai, 11.00 Uhr
Die Stadt im Comic gehört zu den faszinierendsten, aber auch den häufigsten Grundmotiven des grafischen Erzählens: von McCays surrealen Traumwelten über Alex Raymonds "Flash Gordon", Batmans Gotham City (von Bob Kane) und Will Eisners New York, bis hin zu Entenhausen, Bilals futuristischen Paris-Visionen oder Schuitens grandiosen Städtezyklen. Schon um die Jahrhundertwende zog Altmeister Winsor McCay (ca. 1867-1934) seine Leser mit den surrealen Traum-Städten der Serie "Little Nemo" (1905) in seinen Bann. Kein Zufall, dass die durch den 11. September erneut ins Blickfeld unseres Bewusstseins geratene Weltmetropole New York auch immer wieder zur Kulisse im Comic geriet (Bob Kanes "Batman", Will Eisners New York-Serie "The Spirit" etc.). Der Vortrag schlägt einen weiten Bogen von den Anfängen der Gattung bis hin zu den grandiosen Städtevisionen des belgischen Starzeichners und gelernten Architekten François Schuiten (geb. 1956). In seinen Werken wie "Der Turm", "Das Fieber der Stadtplaners" oder "Brüsel" (zusammen mit Benoêt Peeters) spiegeln sich gesellschaftskritische Akzente wider. So wie in anderen Medien wie dem Kino (Fritz Langs "Metropolis") oder der Literatur, hat die Darstellung des Urbanen auch im Comic den Charakter eines Spiegels der jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnisse. Der Vortrag zeigt dies anhand ausgewählter Klassiker wie Hergés "Tim und Struppi", Uderzos "Asterix" und US-Superheldencomics wie "Batman" oder "Watchmen", aber auch entlang moderner europäischer Comic-Kunst (z.B. Bilal, Tardi, Baru, Prado, François Bourgeon).
Unterschätzte Schätze
Comic Strips made in Germany
Podiumsdiskussion
Teilnehmer: Alfred R. Hoffmann (Bulls Press), Andreas Hahn (Achterbahn), Hansi Kiefersauer ("Dr. Bubi Livingstone", "Käpt'n Blaubär"), Alex Macartney ("Die Loge") Holger Bommer ("Kurt Adventures" u. a.)
Moderation: Harald Havas, Comic-Experte und Journalist, Wien
Rathaus, Kleiner Saal
Freitag, 31. Mai, 12.30 Uhr
Deutschsprachige Comicstrips sind heuer zum zweiten Mal eine eigene Kategorie des Max-und-Moritz-Preises. (Zumindest zeitweise) erfolgreiche deutschsprachige Comicstrips sind gar nicht so selten: "Ottifanten ", "Touché", "Bill Body ". Gute neue deutschsprachige Comicstrips gibt es immer wieder, neuerdings auch und vor allem im Internet (z.B. auf http://comics.orf.at). Dennoch erreichen deutschsprachige Strips selten eine Verbreitung über ein einziges regelmäßiges Medium hinaus. Dabei wären gerade erfolgreich vermarktete, heimische Comicstrips eine gute Grundlage für eine gesunde eigenständige deutschsprachige Comic-Szene von breiterer Bedeutung. Podiumsdiskussion über das Gestern, Heute und Morgen der Urform der Comics aus heimischer Fertigung.
Magazine auf dem Vormarsch
ZACK-Diskussion
Teilnehmer: Teilnehmer: Titus Ackermann ("Moga Mobo"), David Basler ("Strapazin"), Antje Gürtler ("Magic Attack"), Georg Tempel ("Manga Power"), Steffen Volkmer ("MAD")
Moderation: Martin Jurgeit, Chefredakteur von "ZACK" und "Hit Comics"
Rathaus, Kleiner Saal
Freitag, 31. Mai, 13.30 Uhr
Nicht zuletzt die jüngst erfolgte Einführung neuer Objekte wie "Magic Attack", "Banzai!" und "Manga Power" zeigt, dass der Magazin-Markt in Deutschland so vielfältig ist wie schon lange nicht mehr und mit den Manga-Magazinen sogar völlig neue Zielgruppen erschließt. Vertreter der unterschiedlichsten deutschsprachigen Magazine treffen auch dieses Jahr wieder in der "ZACK"-Diskussion aufeinander, wobei es vor allem um den derzeitigen Boom bei den Magazinen gehen dürfte.
Von den alten Rittersleut'
Geschichte im Comic
Dia-Vortrag
Dr. Gerald Munier, Redakteur und Historiker, Bielefeld
Rathaus, Kleiner Saal
Freitag, 31. Mai, 15.00 Uhr
Historische Stoffe spielen in zahlreichen Comics eine tragende Rolle - aber kaum jemand spricht darüber. Dass über "Asterix" und "Prinz Eisenherz" hinaus fast zu allen Epochen der Geschichte - von den antiken Griechen und Römern bis zum Nationalsozialismus - umfangreiches Albenmaterial vorliegt, ist selbst den meisten Historikern nicht bekannt. Dabei gibt es jede Menge tiefgründige und niveauvolle Geschichtserzählungen in Comicform, die manchem Historien-Film oder Bestseller durchaus ebenbürtig sind. Natürlich nur, wenn die medialen Besonderheiten des Comic vom Künstler virtuos beherrscht werden. Und es gibt - wie überall - natürlich auch Triviales, bei dem der historische Hintergrund lediglich eine exotische Staffage bildet. Ein spannendes Thema allemal, wenn es unter der Fragestellung angegangen wird: Kann der Comic eigentlich auch ernsthafte historische Inhalte transportieren?
Künstler im Gespräch
Künstler-Gespräche mit Redakteuren von "ZACK" und "Hit Comics"
Rathaus, Kleiner Saal
täglich 16.00 Uhr
Internationale Künstler stellen sich dem Gespräch mit ihren Lesern. Hier kann man ganz direkt seine Fragen an Zeichner und Szenaristen loswerden. Und wer weiß, vielleicht findet man "seine" Frage dann hinterher sogar noch in einer gedruckten Ausgabe von "Hit Comics" oder "ZACK" wieder. Denn moderiert wird diese täglich um 16 Uhr stattfindende Veranstaltungsreihe von Redakteuren der Magazine "Hit Comics" und "ZACK". Die endgültigen Teilnehmer werden erst kurzfristig festgelegt. In Planung sind aber schon Gesprächsrunden mit der "Wedding Peach" - Manga-Zeichnerin Nao Yazawa und Fantasy-Starautor Wolfgang Hohlbein, der zusammen mit den Comic-Künstlern Thomas von Kummant und Benjamin von Eckartsberg über die Comic-Adaption seiner Chronik der Unsterblichen Auskunft gibt.
Independent Comics in der Krise
Podiumsdiskussion
Teilnehmer: Dirk Baranek (ehem. Jochen Enterprises), Christian Heesch (Zwerchfell), Jutta Harms (Reprodukt), Holger Bommer (Gringo Comics), Thomas Schützinger (Edition 52), Kim Schmidt (Flying Kiwi Verlag)
Moderation: Bert Dahlmann, Journalist, Panel, Bremen
Rathaus, Kleiner Saal
Freitag, 30. Mai, 17.00 Uhr
Während die großen Verlage ihr Programm in den vergangenen Jahren immer weiter künstlerisch ausgedünnt haben, waren es vor allem die kleineren, unabhängigen Verlage, die mit neuen, interessanten Titeln und jungen, kreativen Künstlern die Möglichkeiten der 9. Kunst aufzeigten. Doch, wenngleich es Anfang des neuen Jahrtausends auch positiv aussah, so hat wohl selbst den größten Optimisten die Aufgabe der Verlagstätigkeit von Jochen Enterprises gezeigt, auf welch dünnem Eis sich kleinere Comic-Verlage bewegen. Mittlerweile häufen sich verzweifelte Appelle und Totengeläute - glücklicherweise meistens zu Unrecht. Ist die kreative Nische also eine wirtschaftliche Sackgasse, die nur mit persönlicher Selbstausbeutung von Verlegern und Künstlern möglich ist? Oder gibt es vielleicht doch eine Chance für engagierte unabhängige Kleinverlage, so dass sich ein kreatives Programm auch in Zeiten der Rezession finanziell trägt?
Manga - zwei Jahre danach
Podiumsdiskussion
Teilnehmer: Georg F. W. Tempel (EMA), Joachim Kaps (Carlsen), Steffen Volkmer (Dino), Lars Erbstößer (MangasZene), Toni Verdini (Planet Manga/Panini), Herbert Heinzelmann (Medien-Journalist)
Moderation: Harald Havas, Comic-Experte und Journalist, Wien
evenTraum der Publicis MCD, Bauhofstraße
Freitag, 31. Mai, 18.00 Uhr
Seit etwas mehr als zwei Jahren hält der Boom japanischer Comics, genährt auch durch eine starke Präsenz ihrer Cartoon-Versionen im deutschen TV, mehr oder weniger unvermindert an. Aber wie sieht die Szene nach der Initialzündung durch "Sailormoon", "Dragon Ball" und Co. heute aus? Regiert der Kommerz? Hat Künstlerisches eine Chance? Wie hat sich der Boom der vergleichsweise billigen Schwarzweiß-Kiosk-Ware auf die gesamtdeutsche (Verlags-)Szene ausgewirkt? Und ist ein Ende der Manga-Welle abzusehen?
Die Elefantenrunde - David gegen Goliath
Der deutsche Comic-Markt 2002
Podiumsdiskussion
Teilnehmer: Joachim Kaps (Carlsen), Klaus D. Schleiter (Mosaik), Michael F. Walz (Ehapa), Steffen Volkmer (Dino)
Moderation: Andreas Platthaus
evenTraum der Publicis MCD, Bauhofstraße
Freitag, 31. Mai, 19.30 Uhr
Der Manga-Boom ist ungebrochen, und selbst beim Albenverkauf tut sich wieder etwas. Aber nicht alle Verlage profitieren vom soliden Comic-Markt des Jahres 2002 - besonders die Heftchenverleger durchlaufen derzeit schwere Zeiten. Altbekannte Verlage wie Splitter oder Jochen Enterprises haben sich aus dem Geschäft zurückziehen müssen, andere wie etwa Dino oder Infinity haben ihre Programme massiv zusammengestrichen. Trotzdem haben sich auch neue Anbieter auf scheinbar schon gut besetzten Sektoren profilieren können, und immer noch gibt es kleine engagierte Gründungen, die in teilweise erstaunlicher Qualität Titel verlegen, die kein großes Haus, das auf Rendite zu achten hat, ins Programm nähme. Wie steht es also um die Comic-Szene aus kommerzieller Sicht? Die traditionelle "Elefantenrunde" von Erlangen sucht nach Antworten.
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