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Bryan Talbot: Die Geschichte von einer bösen Ratte

 

Und außerdem...

Lesung "Dr. Dodo schreibt ein Buch"
ComComLounge, Rathausplatz
Samstag, 1. Juni,16 Uhr

Immer wieder fragen sich kleine und große Leser in aller Welt, wie man sich die Entstehung eines Bestsellers vorstellen kann. Meist geben Autoren zu dieser Frage höchst unbefriedigende Allerweltsantworten wie "Das kann man so pauschal eigentlich gar nicht sagen". So ein Quatsch! Ole Könnecke und seine Figur Doktor Dodo zeigen nun endlich einmal allen, wie so etwas geht. Eines Abends sitzt Doktor Dodo in seiner gemütlichen Wohnung und langweilt sich. Die Frage, wie dieser Zustand sich ändern lassen könnte, wird schnell beantwortet: "Ich hab's! Ich schreibe ein Buch!" Gesagt, getan - und schon sitzt Doktor Dodo an seiner Schreibmaschine und macht sich an die Arbeit. Ständig zwischen den beiden Ebenen des Schaffensprozesses und dem Geschehen im Werk wechselnd, kann der Leser dann dabei zuschauen, wie ein Meisterwerk der Weltliteratur entsteht. Und beim Salon kann er sich das nicht nur anschauen, sondern auch anhören: Ole Könnecke, der für "Dr. Dodo schreibt ein Buch" dieses Jahr für den Max-und-Moritz-Preis nominiert wurde, liest am Samstag Nachmittag zusammen mit Joachim Kaps von Carlsen Comics seinen "Dr. Dodo" in der ComComLounge. Sehr lustig!

Erlando
Im und um den Salon
30. Mai - 2. Juni

Seit Beginn des Jahres treibt ein kleiner Zeitgenosse in braungeflecktem Fell sein sympathisches Unwesen in Erlangen: der Erlanger Jubiläumskater Erlando. Mal frech, mal zutraulich - doch stets ein gemütlicher Genießer, nur manchmal vielleicht etwas verfressen. Vater des Jubiläums-Maskottchens und Strip-Helden ist der Erlanger Künstler und ComicZeichner Roger Libesch. Sein Kater sieht die Jubiläumsstadt und ihre Ge-schichte aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel. Es gibt Erlando "live" als Plüschtier, fiktiv als Strip, illustrativ auf Souvenirs und virtuell auf www.er2002.de.

Podium
Vorträge und Diskussionen

Nein, langweilen wird sich in Erlangen keiner. Wer nicht gerade bei den Zeichnern ansteht oder eine Ausstellung besucht, hat immer noch die Wahl zwischen über 20 Veranstaltungen - in vier Tagen! Die Vorträge, Talkrunden und Podiumsdiskussionen decken das ganze Spektrum der Comicliteratur ab.

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Samstag, 1. Juni

Städte in unserem Kopf
Entenhausen, Mouseville und ihre Schöpfer
Vortrag
Harald Havas, Comic-Experte und Journalist, Wien
Rathaus, Kleiner Saal
Samstag, 1. Juni, 11.00 Uhr

Kaum eine fiktive Comic-Stadt ist in so zahlreichen Köpfen präsent wie Entenhausen. Maßgebend gestaltet von Carl Barks wurde der Grundstein für Entenhausen, Mouseville und deren Bewohner schon Jahre zuvor von "Mouse-Man" Floyd Gottfredson und Al Taliaferro, "The Other Duck-Man", gelegt. Von diesen Herren, der Frühzeit der Disney-Comics sowie der Entwicklung von Micky, Donald und Co. von harmlosen Farmtieren zu kosmopolitischen Weltbürgern handelt dieser Vortrag zu dem im Herbst erscheinenden Bildband "Donald, Micky und ihre Väter" (Reichelt/Havas).

The Use of Style and Storytelling Technique in "The Tale of One Bad Rat"
Diavortrag in englischer Sprache
Bryan Talbot, Zeichner und Autor, England
Rathaus, Kleiner Saal
Samstag, 12.00 Uhr

Der Comic "Die Geschichte von einer bösen Ratte" ("The Tale of One Bad Rat") gilt als herausragendes Werk der internationalen Comic-Literatur. In Erlangen ist er für den Max-und-Moritz-Preis als "Bester Comic" nominiert. Sein Autor Bryan Talbot ist auf dem Salon anwesend und nutzt die Gelegenheit, anhand von Dias seine Arbeitsweise zu erläutern. "Die Geschichte von einer bösen Ratte" besticht nicht nur durch die Inhalte, sondern gleichermaßen durch ein ausgeklügeltes literarisches und künstlerisches Konzept. Talbot verschränkt geschickt mehrere Erzählvorhaben: Das Hauptthema Kindesmissbrauch wird flankiert von einer Hommage an die nordenglische Seenlandschaft und an die Kinderbuchautorin Beatrix Potter. Zeichnerisch lassen sich Anklänge an die mittelalterliche Glasmalerei feststellen.

Was "sind" Comics?
Dia-Vortrag
Ole Frahm, Universität Hamburg
Rathaus, Kleiner Saal
Samstag, 1. Juni, 13.30 Uhr

Der Vortrag widmet sich der Frage, wie Comics gemeinhin bestimmt werden. An zwei in Deutschland viel zu unbekannten Werken - dem "Yellow Kid" von Richard Felton Outcault und einer EC-Horrorgeschichte - wird erläutert, dass schon die Frage, was Comics seien, falsch gestellt ist. Comics sind nicht allgemein, sondern nur am einzelnen Material zu bestimmen. Dieser Vortrag versucht mit den zwei Beispielen in einer genauen Lektüre zu zeigen, wie Comics gelesen werden können (und meist nicht gelesen werden).

Kindheit im Comic
Vortrag
Dr. Jens Brachmann, Jena
Rathaus, Kleiner Saal
Samstag, 1. Juni, 15.00 Uhr

Die Comic-Geschichte wird anhand ausgewählter Kinderfiguren skizziert. Bedeutsame Innovationen für das Medium wurden oft über solche Charaktere realisiert: Yellow Kid, Little Nemo, Kinder Kids, Little Jimmy, Robin als Batmans Sidekick, die Peanuts u. v. m. Diese Figuren stellen zwar Kinder dar, sie sind aber oft keine Kinder. Dies führt zu Thesen zur Bedeutung von Kindheit im Comic.

Künstler im Gespräch
Künstler-Gespräche mit Redakteuren von "ZACK" und "Hit Comics"
Rathaus, Kleiner Saal
täglich 16.00 Uhr

Internationale Künstler stellen sich dem Gespräch mit ihren Lesern. Hier kann man ganz direkt seine Fragen an Zeichner und Szenaristen loswerden. Und wer weiß, vielleicht findet man "seine" Frage dann hinterher sogar noch in einer gedruckten Ausgabe von "Hit Comics" oder "ZACK" wieder. Denn moderiert wird diese täglich um 16 Uhr stattfindende Veranstaltungsreihe von Redakteuren der Magazine "Hit Comics" und "ZACK". Die endgültigen Teilnehmer werden erst kurzfristig festgelegt. In Planung sind aber schon Gesprächsrunden mit der "Wedding Peach" - Manga-Zeichnerin Nao Yazawa und Fantasy-Starautor Wolfgang Hohlbein, der zusammen mit den Comic-Künstlern Thomas von Kummant und Benjamin von Eckartsberg über die Comic-Adaption seiner Chronik der Unsterblichen Auskunft gibt.

Keine Literatur
Warum das Feuilleton den Comic nicht liebt
Podiumsdiskussion
Teilnehmer: Reto Baer ("Facts"), Lutz Göllner ("Die Welt"), Andreas Platthaus ("FAZ"), Stefanie Schrader (Presse Carlsen Comics)
Moderation: Eckart Sackmann (comic.de)
Rathaus, Kleiner Saal
Samstag, 1. Juni, 17.00 Uhr

In den Feuilletons und auf den Literaturseiten der großen überregionalen Tageszeitungen sucht man Besprechungen von Comics in der Regel vergebens. Ein gleiches gilt für Literaturzeitschriften. Obwohl es innerhalb der Comic-Szene unumstritten ist, dass sich ein Teil der Comics in punkto Aussage und Qualität nicht hinter den bekannten Werken der Belletristik verstecken muss, findet das kulturelle Establishment offenbar keinen Zugang zur Bild-Literatur. Woran liegt das? Leiden Comics noch immer unter dem verbreiteten Vorurteil, sie seien eine schlichte Unterhaltungsform für junge und jüngste Leser? Fehlt den Feuilletons das Know-how, sich mit der erst in den letzten beiden Jahrzehnten gewachsenen ernsthaften Comic-Literatur auseinander zu setzen? Oder schottet sich hier eine Elite bewusst gegenüber Eindringlingen von außen ab?


Copyright © 2002 Verlag Sackmann und Hörndl

    

    Podiumsdiskussion
 

 

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