Die Max-und-Moritz-Preise werden im stimmungsvollen Markgrafentheater verliehen.
Tipps für Sonntag
- Podium der Sieger -
Max-und-Moritz- Preisträger 2002,
Moderation: Harald Havas und Herbert Heinzelmann,
Rathaus, Kleiner Saal,
Sonntag, 2. Juni, 11.00 Uhr
- Manga-Kostüm- Wettbewerb, Kongresszentrum: Cosplay, 12.30 Uhr
- Heft-Markt in der Krise,
Hit Comics-Diskussion,
Moderation: Martin Jurgeit und Jörg Krismann ("Hit Comics"),
Rathaus, Kleiner Saal,
Sonntag, 2. Juni, 13.00 Uhr
- Der Goldene Ventilatorknabe,
Preisverleihung,
Rathaus, Kleiner Saal,
Sonntag, 2. Juni, 13.00 Uhr
- Zukunft des Kindercomics in Deutschland -
Hat Qualität noch eine Chance?,
Podiumsdiskussion,
Moderation: Martin Frenzel,
evenTraum der Publicis MCD, Bauhofstraße,
Sonntag, 2. Juni, 14.00 Uhr
- Eine Wiege des Comic -
Der Verlag Braun & Schneider,
Vortrag mit Bildern,
Eckart Sackmann,
Rathaus, Kleiner Saal,
Sonntag, 2. Juni, 15.00 Uhr
- Signierstunde mit Robert Labs, Mangazone, 15.00 Uhr
- Künstler im Gespräch
mit Redakteuren von "ZACK" und "Hit
Comics",
Rathaus, Kleiner Saal,
täglich 16.00 Uhr
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Samstag, 1. Juni 2002
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Bryans Kunst
Es wurde klar, warum Bryan Talbot für "Die Geschichte von einer bösen Ratte" mehrere Jahre benötigte. Allein die Recherche zu den ausgewählten Schauplätzen und die Suche nach den ihm vorschwebenden Modellen nahm viel Zeit in Anspruch. Hinzu kam ein Skript, in welches er seine jahrelange Erfahrung als Comiczeichner einfließen ließ. Der Stil, die Seitenaufteilung, die Positionierung der Sprechblasen, die Augenhöhen und Blickrichtung der handelnden Figuren, die Häufigkeit des Auftauchens der Hauptfigur, deren Mimik und Gestik, die Generierung von Zeit, fast unglaublich, auf was er alles geachtet hat, um auch Lesern entgegen zu kommen, die an das Comiclesen nicht gewöhnt sind. Die Zuhörer bedankten sich für den von Bryan Talbot anschaulich und launig gehaltenen Vortrag beeindruckt und mit lang anhaltendem Beifall.
Comicbörse
Eine gute Gelegenheit zur Füllung der noch verbliebenen freien Regalmeter des heimischen Wohnzimmers bietet alle zwei Jahre die große Comicbörse, die auf dem Vorplatz der Heinrich-Lades-Halle und in den überdachten Passagen eines benachbarten Einkaufszentrums stattfand.
Die zahlreichen Händler konnten an manchen Stellen auch Laufkundschaft begrüßen, die sich Stücke zulegten, die sie an ihre Kindheit oder Jugend erinnern. Um die teilweise recht großen Stände aufzubauen und im Griff zu behalten, mussten einige Aussteller mit viel Personal anreisen. In der ersten Etage rund um den Haupthof der Passage laden gemütliche Kaffees zum Ausruhen ein und bieten einen etwas distanzierteren Blick auf das Gewimmel um die Comic-Kisten. Und schon im nächsten Augenblick wuchtet man den schweren Rucksack wieder auf den Rücken, wird selbst wieder Teil des Ameisenhaufens da unten und steckt die Nase ins Altpapier.
Serpieri
Da er zum einen anwesend ist und zum anderen in einem Nebengebäude eigens ein Bereich für erotische Comics eingerichtet wurde, halten sich in Fankreisen die Gerüchte, dass Paolo Serpieri einen Max-und-Moritz-Preis heimtragen wird. Der heutige Abend wird zeigen, ob seine begeisterten Anhänger mit dieser Schlussfolgerung richtig liegen. Ein besonders ausdauernder Fan, der sich als 120. in die Signierschlange einreihte, verbrachte geschlagene fünfeinhalb Stunden mit dem Warten auf eine kleine Zeichnung des Meisters. Selbigen scheint nichts aus der Ruhe zu bringen. Unentwegt an der Zigarre saugend werden seine Zeichnungen mit zunehmender Dauer der Signiersession allerdings einfacher, was man ihm angesichts des Daueransturms seiner Fans nicht verdenken kann.
Max-und-Moritz-Gala
Der Argentinier José Muñoz ("Alack Sinner") und der Franzose Frank Giroud ("Zehn Gebote") waren im Markgrafentheater anwesend und konnten in der von Harald Havas präsentierten Preisverleihung für ihr Werk jeweils einen verdienten Max-und-Moritz-Preis in Empfang nehmen. Den größten Beifall des Publikums fand die Entscheidung, endlich Peter Puck ("Rudi") mit einer Auszeichnung zu bedenken. Er bedankte sich gut vorbereitet, denn er habe ja acht Jahre Zeit gehabt, sich auf diesen Moment vorzubereiten, scherzte der Zeichner, der mit seinen textlastigen Sprechblasen brilliert. Eine ausführliche Übersicht über alle Preisträger, die Laudationes und Abbildungen aus den jeweiligen Werken finden Sie hier. Eingeleitet wurde der Abend mit einem Stück sprachlosen Maskentheaters von FLÖZ production, Berlin. Im Wechsel zwischen Clownerie und Ernsthaftigkeit, zwischen Langsamkeit und Hetze, zwischen dem Jetzt und dem Vorhin forderte das Stück dem Zuschauer lange Aufmerksamkeit ab, was nach drei vollen Tagen Comic-Salon nicht jedem leicht fiel, insbesondere wenn man neben sich bereits das ruhige Atmen eines Eingenickten und etwas ferner das Gezeter eines Babys vernimmt, welches trotz der aufmerksamen Türsteherinnen von irgendwo unbemerkt in den Saal gekrabbelt sein muss. Das Schauspiel Ristorante Immortale war intelligent und schön gemacht, doch fehlte es ihm an der nötigen Kürze.
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Keine Literatur
Auch noch nach Ende der Diskussion um die Frage, warum der Comic keinen Platz im Feuilleton der Zeitung fände, gingen die Gespräche weiter. Prof. Dietrich Grünewald (Bild links), Autor des sehr lesenswerten Sekundärwerks "Comics", ging sogleich auf Andreas Platthaus (Bild rechts), Redakteur der FAZ, zu und knüpfte an dessen Aufforderung an, man müsse auch einmal Verrisse von Comics in der Zeitung bringen, damit man über eine gesunde Streitkultur am Ende zu mehr Anerkennung für den Comic komme. Lutz Göllner merkte zur allgemeinen Erheiterung im übervoll besetzten Saal an, dass er aufgrund eines Verisses jedoch schon einmal aus dem Verteiler des betreffenden Verlages geflogen sei. Für Stefanie Schrader, zuständig für die Pressearbeit bei Carlsen, spiele jedoch gar keine Rolle, wie man einen Comic ihres Verlags bewerte, Hauptsache sei, dass man überhaupt darüber schreibe. Sie führte des Weiteren aus, dass es für sie durch gezielte Ansprachen gar nicht so schwer sei, bestimmte Titel im Feuilleton unterzubringen. Damit relativierte sie die Beobachtung des Moderators der Diskussionsrunde, Eckart Sackmann, dass das Feuilleton den Comic nicht angemessen beachte. Reto Baer schilderte seine Mühen, in der Schweiz für den Comic journalistisch tätig zu sein. Es hänge alles am Interesse der Personen, die in den Redaktionen zu entscheiden haben. Lieber werde neben der Briefmarkenecke auch noch eine für Münzsammler eingerichtet, als eine ständige Kolumne für den Comic.
Nao Yazawa
Sie wirkt wie ein recht junges Mädchen, scheint unsicher und etwas verschüchtert, Nao Yazawa (Bild rechts), Zeichnerin von "Wedding Peach", stellt sich den Fragen ihrer jugendlichen Leser in der MangaZone des Comic-Salons. Stefan Zeidenitz, Japanologe aus Frankfurt, erklärt in einem anschließenden Gespräch, dass die japanische Frau auf uns meistens so wirke. Man müsse bedenken, dass Frau Yazawa immerhin zum ersten Mal in diesem für sie ganz fremden Land sei. Obwohl "Wedding Peach" in Japan 1994/95 seinen Erfolg gehabt habe, sei es schon jetzt schwierig an die Druckfilme für die Veröffentlichung in Deutsch heranzukommen, sagte der Verleger Georg F. W. Tempel von EMA. So schnelllebig ist das japanische Comic-Geschäft.
Dr. Dodo
Mit einem begeisterten Applaus bedankte sich nach der Comiclesung durch Ole Könnecke und Joachim Kaps aus "Dr. Dodo schreibt ein Buch" das Publikum in der ComComLounge für den Vortrag mit Witz. Die Comicseiten wurden gut sichtbar neben den Lesenden an die Wand projiziert. Das gekonnte Vorlesen aus Comics (dort: "Wanda Caramba") nahmen die Zuhörer letztes Jahr bei den Comictagen der Kölner Stadtbibliothek ebenfalls gerne an. Das ist dann eben doch noch etwas ganz anderes als das Auflegen eines "Asterix"-Hörcomics in Schwäbisch oder einer "Fix und Foxi"- oder gar "Sigurd"-Schallplatte.
Saugend
Jeder packt mit an, wo es nötig wird. Während die Pressedame vor der Eröffnung der Comic-Messe am Stand von Carlsen die Tische aufräumt, schnappt sich der Chef den Staubsauger und sorgt gekonnt für eine saubere Grundlage zur Verlagsarbeit.
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comic.de multimedia
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Storytelling Technique
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Frank Giroud
Der Autor von "Zehn Gebote" kann bereits auf ein umfangreiches Werkverzeichnis blicken, dem man in Erlangen große Anerkennung zukommen ließ, indem man ihn als besten Szenaristen mit einem Max-und-Moritz-Preis 2002 ehrte. Klicken Sie bitte auf »Start«.
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