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Cartoon Art Museum

Jochen Garcke berichtet aus dem Comic-Museum in San Francisco, USA

Sommer 2000

Cartoon Art Museum San Francisco

Das Cartoon Art Museum (www.cartoonart.org) in San Francisco fällt einem nicht gerade beim Vorbeischlendern ins Auge. An der Straßenfront ist nur ein Schild zu sehen, beim Betreten des Gebäudes muss man sich beim Pförtner eintragen, um sich dann ein Stockwerk nach oben zu bewegen. Dabei reduzieren sich die Erwartungen doch etwas. Und groß ist die Museumsfläche dann auch nicht. Ingesamt sechs Räume sind für die Öffentlichkeit zugänglich, einschließlich des kleinen Museumsladens. In diesen Räumen finden wechselnde Ausstellungen statt. Es gibt kein festes Programm.

Gegründet wurde das Museum 1984 von einigen Cartoon-Liebhabern. Zuerst war es ein Wandermuseum mit Ausstellungen in lokalen Museen und Geschäftsräumen. 1987 konnte mit Hilfe einer Schenkung von Charles Schulz und Malcolm Whyte eine feste Ausstellungsfläche in der Innenstadt von San Francisco gefunden werden.

Seitdem gab es über 50 Ausstellungen und 20 Publikationen. Es finden etwa 8 Ausstellungen pro Jahr statt. Die permanente Sammlung besteht aus 11.000 Stücken, darunter Originalarbeiten aus den Bereichen Comics, Zeichentrick, Magazinen und Anzeigen. Die ältesten Exponate stammen aus dem Jahre 1730 (Drucke von William Hogarth). Die nach vorheriger Anfrage zugängliche Bibliothek enthält 3.000 Bände.

Ausstellungen gab es bisher u.a. zu "Pogo" von Walt Kelly, Will Eisner, Moebius, Harvey Kurtzman, Don Rosa, Brian Biggs, Enki Bilal und Phoebe Gloeckner, und auch die Ausstellung zum Buch "The Children of the Yellow Kid" fand im Cartoon Art Museum statt.

Peanuts-Ausstellung Sommer 2000

Zum Zeitpunkt meines Besuches (August 2000) wurde eine größere Erinnerungssausstellung über den Peanuts-Zeichner Charles Schulz gezeigt. Schulz war einer der Hauptförderer des Museums, dem er einiges an Geld und Originalarbeiten zur Verfügung gestellt hat.

Über 50 dieser Arbeiten aus allen Schaffensperioden waren präsentiert, dazu auch einige Originalarbeiten von anderen Autoren, die zum Ende der "Peanuts"-Serie Charles Schulz in ihren Comics und Cartoons geehrt haben. Des weiteren fanden sich einige Merchandiseprodukte aus den vergangen 40 Jahren und einiges an Kommentaren von Schulz und anderen.

Die zweite Ausstellung bezog sich auf die Sparky Awards, eine Auszeichnung, die das Museums jährlich im Westen der USA lebenden Comic-Künstlern verleiht. Dieses Jahr wurden der Disney-Animator Ward Kimball, Superheldenguru Stan Lee und Morrie Turner, Autor und Zeichner des Strips Wee Pals ausgezeichnet. Hier gab es einige Originalarbeiten und ein wenig vom Drumherum zu sehen.

Das erschien mir alles nicht so wahnsinning überragend - es kann aber auch sein, dass ich nach Erlangen und San Diego in diesem Jahr einfach etwas übersättigt an Informationen über Comics bin. Das Museum allein ist sicherlich keinen Besuch in San Francisco wert, aber Comicliebhaber, die die Stadt ohnehin besuchen, sollten sich doch eine Stunde Zeit dafür nehmen. Es lohnt sich auch ein Abstecher in das nebenan liegende Sony-Vergnügungszentrum Metreon (www.metreon.com). Dort hat Moebius die Airtight Garage designt, den Spielhallenbereich des Gebäudes, und das ist sicherlich einen ausführlichen Blick wert.

Der Bestand des Cartoon Art Museums ist leider ein wenig in Gefahr. San Francisco ist das Zentrum des E-Commerce, was drastische Auswirkungen auf die Mieten hat. Letztes Jahr stiegen sie um 30 %, und dieses Jahr geht es so weiter. Viele Büros des E-Commerce liegen ausgerechnet in der Nachbarschaft zum Museum (South of Market Street).

Peanuts-Ausstellung Sommer 2000


Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Website des Museums: www.cartoonart.org.

Bei www.unitedmedia.com/comics/peanuts/ finden sich "Peanuts"-Strips, und zu Ehren von Charles M. Schulz und seiner berühmten Serie gibt es dort auch Tribute-Strips: www.unitedmedia.com/comics/peanuts/tribute/index.html

Ein weiteres US-amerikanisches Comic-Museum steht in Florida (www.cartoon.org). Das in den Neu-England-Staaten gelegene dritte Museum hat inzwischen seine realen Pforten geschlossen, kann aber noch über www.wordsandpictures.org besucht werden.

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